{"id":285719,"date":"2023-09-06T15:37:48","date_gmt":"2023-09-06T13:37:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=285719"},"modified":"2023-09-07T11:13:10","modified_gmt":"2023-09-07T09:13:10","slug":"datenfluten-toyotas-fabriken-durch-fehlenden-server-speicher-lahm-gelegt-us-farmer-sthnen-ber-datenflut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/09\/06\/datenfluten-toyotas-fabriken-durch-fehlenden-server-speicher-lahm-gelegt-us-farmer-sthnen-ber-datenflut\/","title":{"rendered":"Datenfluten: Toyotas Fabriken durch fehlenden Server-Speicher lahm gelegt; US-Farmer st&ouml;hnen &uuml;ber Datenmassen und Automatisierung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline; border-width: 0px;\" title=\"Amazon\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/HD01.jpg\" alt=\"Amazon\" width=\"84\" height=\"66\" align=\"left\" border=\"0\" \/>Die steigende Datenflut und die immer fetter werdenden Software-Pakete und Updates f\u00fchren inzwischen zu immer skurriler wirkenden Fehlern. Bei Toyota in Japan standen vor einigen Tagen die Produktionsb\u00e4nder still. Ursache waren Server-Probleme, weil ein Software-Update sich wegen fehlendem freien Plattenspeicher nicht installieren lie\u00df. Und in Amerika stellen Farmer fest, dass sie zunehmend von einer Datenflut erschlagen werden, die intelligente Maschinen liefern.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Volle Festplatten bremsen Toyota-Produktion<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/fa02069f725d405395583ba7410ffd4c\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Es ist der Alptraum eines Administrators, die Produktion in 14 Toyota-Werken stand im August 2023 f\u00fcr einen Tag wegen IT-Server-Problemen. Aus diesen Fabriken stammen rund 1\/3 aller weltweit von Toyota abgesetzten Fahrzeuge, ca. 13.000 pro Tag. Diverse Medien (wie <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/toyota-gesamte-japanische-produktion-gestoppt-a-28dfbcee-59d9-4e87-8dfb-5812457bd857\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>) hatten \u00fcber diesen Vorfall berichtet, der auf IT-Probleme zur\u00fcckgef\u00fchrt wurde. Ein Cyberangriff als Ursache war nicht benannt, so dass ich das im Blog nicht aufgegriffen habe.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/softwareupdates-volle-festplatten-sorgten-fuer-produktionsausfall-bei-toyota-2309-177416.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" title=\"Toyota-Probleme\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/rm0xdK1P\/image.png\" alt=\"Toyota-Probleme\" \/><\/a><\/p>\n<p>Insider hatten <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/autos-transportation\/toyota-halts-operations-12-japan-factories-due-system-failure-nhk-2023-08-29\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Reuters<\/a> nur mitgeteilt, dass es Probleme mit einer Software f\u00fcr die Teilebestellungssystem gegeben habe. Nun hat Toyota den Grund f\u00fcr die IT-Probleme und damit den Produktionsstillstand genannt. Nun hat Toyota der Nachrichtenagentur Reuters <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/autos-transportation\/toyota-says-plant-shutdown-last-week-due-server-malfunction-2023-09-06\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mitgeteilt<\/a>, dass der Ausfall des Teilebestellungssystems durch unzureichenden Speicherplatz auf einigen Servern &#8211; und nicht auf einen Cyberangriff &#8211; zur\u00fcckzuf\u00fchren war. Es hei\u00dft in der Mitteilung von Toyota,\u00a0 dass das System wiederhergestellt wurde, nachdem die Daten auf einen Server mit gr\u00f6\u00dferer Kapazit\u00e4t \u00fcbertragen worden waren.<\/p>\n<p>Aufgetreten ist der Fehler w\u00e4hrend regul\u00e4rer Wartungsupdate an diesen Servern. Die Kollegen von Golem haben das Ganze in den in obigem Tweet verlinkten <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/softwareupdates-volle-festplatten-sorgten-fuer-produktionsausfall-bei-toyota-2309-177416.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel<\/a> aufbereitet. L\u00e4sst sich mit \"es wurden wohl Updates installiert, wodurch die freie Festplattenkapazit\u00e4t auf den Servern soweit sank, dass die Software f\u00fcr die Teilebestellung nicht mehr laufen konnte\" \u00fcbersetzen. Also musste das System auf Servern mit gr\u00f6\u00dferer Kapazit\u00e4t wiederhergestellt werden. Nach einem Tag konnte die Produktion wieder aufgenommen werden. Es ist unbekannt, um welches Server-Betriebssystem es sich handelt. Toyota will nun aber\u00a0 die Prozesse f\u00fcr seine Server-Wartung \u00fcberpr\u00fcfen &#8211; h\u00e4tte ich auch verlauten lassen. Shit happens.<\/p>\n<h2>Amerikas Farmer werden von Datenflut erdr\u00fcckt<\/h2>\n<p>An dieser Stelle greife ich noch ein zweites Thema auf, welches mir vor einigen Tagen unter die Augen gekommen ist. Es hei\u00dft ja, wir m\u00fcssen mehr digitalisieren und mehr Daten erfassen, um \u00fcber alles Bescheid zu wissen und die Produktion im Griff zu behalten. Pers\u00f6nlich staune ich daher immer wieder, wie stark die Landwirtschaft und Landmaschinen sowie St\u00e4lle inzwischen automatisiert sind (ich habe immer noch den elterlichen Bauernbetrieb der 60er\/70er Jahre vor Augen). Heute gilt \"5G an jeder Milchkanne, Traktoren werden mit GPS gesteuert und haben zig Sensoren, selbst K\u00fche bekommen Futter per Computer zugeteilt und werden automatisiert gemolken\".<\/p>\n<p>Nun schreibt das Wallstreet Journal in <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/articles\/americas-farmers-are-bogged-down-by-data-524f0a4d\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Artikel<\/a>, dass die Akzeptanz f\u00fcr moderne Agrartechnologien in den USA wohl lau sei. Aber selbst viele Landwirte, die neue Techniken nutzten, h\u00e4tten mit der Software und der Flut der dort generierten Daten aus ihren Betrieben zu k\u00e4mpfen. F\u00fcr mich liest sich der Artikel wie ein deja-vue: Ein Jahrzehnt nach dem Versprechen, dass eine Datenanalyse die Landwirtschaft revolutionieren werde, ist davon nichts zu sp\u00fcren. Weniger als 50 Prozent der von Mc Kinsey befragten US-Landwirte setzen immer noch keine Daten-Tools oder spezialisierte Software wie Software zur Betriebsf\u00fchrung ein. Nur 25 % der Betriebe setzen Fernerkundungs- und Pr\u00e4zisionslandwirtschaftsger\u00e4te ein.<\/p>\n<p>Und was sagen die Experten: Diese Software sei eine grundlegende Technologie f\u00fcr die autonomen Maschinen und KI-gest\u00fctzten Ger\u00e4te der Zukunft. Und wenn die Landwirte nicht anfingen, diese Tools zu nutzen, w\u00fcrden einige im n\u00e4chsten Jahrzehnt hinter der landwirtschaftlichen Innovation zur\u00fcckbleiben. Auch diese Spr\u00fcche kommen mir bekannt vor: Wir m\u00fcssen digitalisieren auf Teufel komm raus, sonst geht das Abendland unter.<\/p>\n<p>Und die Betroffenen? Die verweigern sich mit Recht. David Emmert, ein Mais- und Sojabohnenanbauer in West Central Indiana, wird mit folgenden Worten zitiert: \"Wir sammeln so viele Daten, dass man fast gel\u00e4hmt ist, wenn man sie alle auswerten muss\". Hintergrund ist, dass Landwirte mit bestimmten Tools automatisch Daten von mit dem Internet verbundenen landwirtschaftlichen Ger\u00e4ten erfassen k\u00f6nnen. Bei anderen Ger\u00e4ten m\u00fcssen die Landwirte die Informationen jedoch manuell eingeben. F\u00fcr ein bestimmtes Feld gibt das WSJ an, dass dann zum Beispiel mehr als ein Dutzend Pflanzenschutzmittel und mehrere Saatg\u00fcter zu erfassen und zu verwalten seien.<\/p>\n<p>Es fallen Massen an Daten an, und die Landwirte stellen fest, dass es schwierig sein kann, aus diesen Datenhalden n\u00fctzliche Schl\u00fcsse zu ziehen. Emmert wird so zitiert, dass er bei der Aussaat eines Maisfelds zwar die Abst\u00e4nde der Saatreihen und ggf. Abst\u00e4nde der eingebrachten Maisk\u00f6rner bestimmen kann. Er glaubt aber nicht, ob er wirklich alle Informationen nutzen kann, die von seinen Maschinen so gesammelt werden.<\/p>\n<p>Und dann gr\u00e4tscht ein Mc Kinsey-Berater mit seinem \"Fachwissen\" in Sachen Landwirtschaft ein und meint, die erste Generation der digitalen Landwirtschaftswerkzeuge sei f\u00fcr die Landwirte nicht einfach zu bedienen gewesen. Und die Software sei langsam, komplex und schwierig zu bedienen. Aber im Grunde sei das doch alles ganz einfach, so der Mc Kinsey-Mann David Fiocco, ein auf die Landwirtschaft spezialisierter Partner von McKinsey: \"Die Branche muss sich ein wenig anstrengen, um die Kundenerfahrung weiter zu verbessern.\"<\/p>\n<p>Von nix eine Ahnung, aber davon ganz viel. Die Technik-Gl\u00e4ubigkeit der Berater und die fehlende Ahnung von der Praxis ist Legende. Landwirtschaft hat halt immer noch den Nachteil, dass sie von der Natur abh\u00e4ngt. Ein wenig zu wenig oder zu viel Regen, ein bisschen zu viel K\u00e4lte oder zu hei\u00dfe Tage, und die Ernte wird wesentlich geringer als vorausberechnet. Pflanzenschutz nach Modellberechnungen ersetzt nicht die Erfahrung und Beobachtung eines erfahrenen Landwirts.<\/p>\n<p>So richtig s\u00fc\u00df fand ich dann im WSJ-Artikel, dass die L\u00f6sung gleich um die Ecke lauert. Denn gro\u00dfe Technologieanbieter wie Microsoft, Amazon und Google h\u00e4tten in den letzten Jahren damit begonnen, ihre Cloud-Computing-, Daten- und K\u00fcnstliche-Intelligenz-Dienste auf die Landwirtschaft zuzuschneiden. Sie br\u00e4chten damit Fachwissen mit ein, welches das dazu beitragen k\u00f6nnte, Probleme und Komplikationen zu beseitigen, die lange Zeit das Datenmanagement und die Analytik in der Landwirtschaft belastet h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Mir klingeln die Ohren ob der Sirenenges\u00e4nge &#8211; und es regt sich ein gar def\u00e4tistischer Gedanke: Die KI- und Cloud-L\u00f6sungen werden der Landwirtschaft vermutlich nur marginal helfen, aber irre Summen verschlingen. Viele Landwirte &#8211; nicht nur in den USA &#8211; haben ja das Problem, dass der Kapitaldienst nicht reicht, um die horrenden Kosten dieser \"modernen L\u00f6sungen\" zu tragen. Und mit diesen neuen L\u00f6sungen bekommen die Landwirte Probleme, die sich bisher nicht haben und von denen sie auch noch nichts ahnen.<\/p>\n<p>Sie m\u00fcssten lediglich gelegentlich einen Blick in meine IT-Blogs werfen, um einen Schimmer dessen zu bekommen, wo es dann mit den modernen KI-, Cloud- und IT-\/Datenauswertel\u00f6sungen haken kann. Dann hei\u00dfte es nicht mehr \"morgen geht es auf das Feld zur Maisernte\", sondern \"hey, ruf mal Joe an, morgen ist Patchday, Maisernte muss warten, bis alles wieder l\u00e4uft\". Oder der Vollernter bleibt auf dem Feld liegen, weil die Cloud gerade steht. Aber m\u00f6glicherweise sehe ich das alles mal wieder zu kritisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die steigende Datenflut und die immer fetter werdenden Software-Pakete und Updates f\u00fchren inzwischen zu immer skurriler wirkenden Fehlern. Bei Toyota in Japan standen vor einigen Tagen die Produktionsb\u00e4nder still. 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