{"id":2873,"date":"2011-04-28T10:10:00","date_gmt":"2011-04-28T05:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.borncity.com\/blog\/2011\/04\/28\/performanceprobleme-bei-vmware-workstation-7\/"},"modified":"2024-08-09T22:24:21","modified_gmt":"2024-08-09T20:24:21","slug":"performanceprobleme-bei-vmware-workstation-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2011\/04\/28\/performanceprobleme-bei-vmware-workstation-7\/","title":{"rendered":"Performanceprobleme bei VMware Workstation 7"},"content":{"rendered":"<p>VMware Workstation 7.x eignet sich zur Virtualisierung verschiedener Betriebssysteme unter Windows 7. Dabei werden auch 64-Bit-Gastbetriebssysteme unterst\u00fctzt. \u00c4rgerlich ist es aber, wenn es Performanceprobleme gibt. Der Beitrag geht auf einige Fallstricke ein.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich habe gerade mal im B\u00fccherschrank nachgesehen. Mein erstes Buch zu VMware Workstation kam 2001, also vor einem Jahrzehnt, heraus. Damals erfolgte die Virtualisierung unter Windows XP mit 450 bzw. 800 MHz Prozessoren und 500 MByte Arbeitsspeicher. Gastbetriebssysteme waren DOS, Windows 9x und Windows XP. Und alles lief irgendwie halbwegs. Seit dieser Zeit sind die Rechner bzw. die Prozessoren schneller geworden. Zudem stehen mittlerweise Quad-Core-Prozessoren mit VT-Unterst\u00fctzung zur Verf\u00fcgung. Nach der Theorie sollten sich daher Betriebssysteme in VMware Workstation problemlos und ohne Performanceverluste virtualisieren lassen. Die Praxis spricht aber eine andere Sprache: Immer wieder habe ich mit Performanceproblemen, bei denen der Host oder einzelne Anwendungen kurzzeitig einfrieren oder die Gastbetriebssysteme z\u00e4h laufen, zu k\u00e4mpfen. Zeit, einen Blick auf die Details zu werfen und zu analysieren, wo es h\u00e4ngen kann.<\/p>\n<p><strong>Mangelnder Arbeitsspeicherausbau<\/strong><\/p>\n<p>Ein gravierendes Problem ist der Speicherhunger von Windows 7, der gerade bei 64-Bit-Host-Betriebssystemen zum Tragen kommt. 64-Bit-Systeme, die mit 4 GByte Arbeitsspeicher ausgestattet sind, k\u00f6nnen zwar noch ein Gast-Betriebssystem mit 1 GByte Arbeitsspeicher virtualisieren. Aber sp\u00e4testens beim zweiten Gast-Betriebssystem, welches gleichzeitig l\u00e4uft, wird es schwierig [4]. Auf dem Host bleibt nicht gen\u00fcgend freier Arbeitsspeicher zur\u00fcck, um dessen Betriebssystem performant zu betreiben. Daher sollten Maschinen zur Virtualisierung mit 6 GByte oder mehr Arbeitsspeicher ausgestattet sein.<\/p>\n<p><strong>I\/O-Last zu hoch, Chipsatztreiber als Bremse<\/strong><\/p>\n<p>Die zweite Schwachstelle, die die Leistung der virtuellen Maschinen ausbremsen kann, ist die I\/O-Kapazit\u00e4t f\u00fcr Plattenzugriffe. In diesem Bereich erlebe ich immer wieder Reinf\u00e4lle. Unter [<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2010\/03\/19\/stndige-freezes-in-windows-7\/\">6<\/a>] diskutiere ich den Fall eines QuadCore-Systems mit 4 GByte RAM, auf dem immer wieder H\u00e4nger und Mikroruckler bei Anwendungen oder auf dem Windows-Desktop auftraten. In den Programmfenstern erscheint dann der Hinweis \"keine R\u00fcckmeldung\", der aber nach einigen Sekunden verschwindet. Eine Analyse mit dem Ressourcenmonitor ergab seinerzeit, dass die Prozesse auf \"E\/A-Anweisungen\" warteten.<\/p>\n<p>Im hier genannten Fall lie\u00df sich das Problem durch korrekte Installation der ben\u00f6tigten Windows 7-Chipsatztreiber schlussendlich l\u00f6sen. Falls aber eine h\u00f6here I\/O-Last im System auftritt, kann eine Begrenzung der Diskzugriffe zu Performanceeinbu\u00dfen bei der Virtualisierung f\u00fchren [<a href=\"http:\/\/serverfault.com\/questions\/80081\/vmware-slow-performance\">2<\/a>]. In diesem Fall l\u00e4sst sich das Ganze mittels des Windows-Ressourcenmonitors \u00fcberwachen. Zudem kann das Programm IOMeter eingesetzt werden, um die I\/O-Rate des Hosts zu testen. Kommt es zu I\/O-Performance-Engp\u00e4ssen, ist es in manchen F\u00e4llen hilfreich, die Dateien der virtuellen Maschine auf eine Festplatte zu legen, die an einem separaten SATA-Kontroller h\u00e4ngt.<\/p>\n<p><strong>Konfigurierung der Gast-Umgebung<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich ist es naheliegend, bei einem Dual- oder QuadCore-Prozessor dem Gast-Betriebssystem alle Kerne zuzuteilen. Dann k\u00f6nnen Host und Gast sich die Rechenpower aufteilen. In der Praxis hat es sich aber herausgestellt, dass es f\u00fcr den Hypervisor der Virtualisierungssoftware g\u00fcnstiger ist, wenn der virtuellen Maschine nur ein Rechenkern (vCPU) zugeordnet wird [<a href=\"http:\/\/serverfault.com\/questions\/80081\/vmware-slow-performance\">2<\/a>].<\/p>\n<p><strong>Weitere Spassbremsen<\/strong><\/p>\n<p>Bei Systemen, deren Prozessoren eine VT-Unterst\u00fctzung erm\u00f6glichen, kann eine im BIOS deaktivierte VT-Unterst\u00fctzung die Ursache f\u00fcr eine schlechte Performance sein. Ein weiteres Augenmerk sollte man auf Virenscanner werfen. Je nach Produkt kann es sein, dass dieses die Dateien mit den virtuellen Disks st\u00e4ndig \u00fcberpr\u00fcft und so zu Performanceeinbu\u00dfen f\u00fchrt. Hier lassen sich die .vmdk-Dateien der VMware Maschinen von einer Pr\u00fcfung ausnehmen.<\/p>\n<p><strong>Windows 7 Service Pack 1 bereitet \u00c4rger<\/strong><\/p>\n<p>Die obigen Punkte waren mir irgendwie alle bekannt und eigentlich hatte ich ein Windows 7 Ultimate (64-Bit) so eingerichtet, dass eine Virtualisierung unter VMware Workstation 7.1.2 bzw. 7.1.3 mit zwei VMs (1 x Windows XP-Mode und 1 x Windows 7 Home Premium 32 Bit) ganz passabel lief.<\/p>\n<p>Weil ich mir aber irgendwann das Host-Betriebssystem durch einige Softwaretests etwas ramponiert hatte, dass Systembackup aber doofer Weise einen Fehler enthielt, der beim Zur\u00fccksetzen einige Reparaturschritte erforderte, beschloss ich, eine Neuinstallation des Hosts durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Und weil gerade das Service Pack 1 f\u00fcr Windows 7 ver\u00f6ffentlicht worden war, habe ich gleich Windows 7 Ultimate 64 Bit mit integriertem SP1 aus dem MSDN-Downloadbereich zur Installation verwendet. Obwohl ich bei der Installation peinlich darauf achtete, dass die Chipsatztreiber in der korrekten Reihenfolge installiert wurden, wurde ich mit dieser Installation nicht gl\u00fccklich. Das reine Windows 7 lief mit Anwendungsprogrammen problemlos. Aber sobald VMware Workstation 7.1.4 gestartet wurde, lief das Gastsystem gef\u00fchlt wesentlich z\u00e4her als vorher (auch wenn unter [4] erw\u00e4hnt wird, dass das Problem in dieser VMware Workstation-Version angeblich behoben sei). Zudem machte sich auf dem Host der Effekt bemerkbar, dass Anwendungen wie Firefox, Thunderbird, Internet Explorer etc. immer wieder kurzzeitig \"\u2026 reagiert nicht mehr\" in der Titelleiste des Anwendungsfensters zeigten. Die Analyse mit dem Ressourcenmonitor ergab, dass I\/O-Prozesse warten mussten.<\/p>\n<p>Nach einigen Versuchen verdichtete sich das Bauchgef\u00fchl, dass es mit der Kombination Chipsatztreiber und Service Pack 1 zusammen h\u00e4ngen k\u00f6nnte. Bei der Suche bin ich dann auf die unter [3, 4, 5] verlinkten Webbeitr\u00e4ge gesto\u00dfen, die die Ursache ziemlich genau benennen. Im Service Pack 1 f\u00fcr Windows 7 und Windows Server 2008 R2 hat Microsoft eine neue Speicherverwaltung (Dynamic Memory) f\u00fcr VMs unter Hyper-V eingef\u00fchrt. Nach der Installation des SP1 auf einem Windows 7-Host kann es zu Problemen bei der Speicherzuweisung und Performanceeinbu\u00dfen kommen. Der Beitrag unter [5] bezieht sich auf VMware Workstation 7.1.3. Aber auch in der 7.1.4 konnte ich die verringerte Performance feststellen. Im Beitrag wird vorgeschlagen, die Konfiguration folgenderma\u00dfen anzupassen.<\/p>\n<ol>\n<li>Rufen Sie den Windows-Editor \u00fcber den Kontextmen\u00fcbefehl <em>Als Administrator ausf\u00fchren <\/em>auf.<\/li>\n<li>Laden Sie die Datei <em>config.ini <\/em>aus dem Verzeichnis <em>C:\\ProgramData\\VMware\\VMware\u00a0 Workstation\\<\/em> in den Windows-Editor.<\/li>\n<li>Anschlie\u00dfend f\u00fcgen Sie an das Ende der Konfiguration die neue Zeile <em>vmmon.disableHostParameters = \"TRUE\" <\/em>ein.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nach dem Speichern der \u00c4nderungen ist Windows 7 neu zu starten. Die \u00c4nderung wirkt sich auf die Speicherzuordnung aus und hat den Nachteil, dass die virtuellen Maschinen etwas mehr Speicher belegen. Aber zumindest auf meinem System habe ich den Eindruck, dass die Performanceprobleme zumindest reduziert wurden. Optimaler ist es aber, einen Windows 7 Host ohne installiertes SP1 zur Virtualisierung mit VMware Workstation zu verwenden.<\/p>\n<p><strong>Links:<br \/>\n<\/strong>1: <a href=\"http:\/\/communities.vmware.com\/message\/1525861\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VM's hang<\/a> (VMware Forendiskussion, Englisch)<br \/>\n2: <a href=\"http:\/\/serverfault.com\/questions\/80081\/vmware-slow-performance\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VMWare slow performance<\/a><br \/>\n3: <a href=\"http:\/\/communities.vmware.com\/message\/1701721#1701721\">VMware Workstation 7.1.3 and Windows 7 SP1<\/a><br \/>\n4: <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20170904133101\/http:\/\/csi-windows.com:80\/blog\/all\/27-csi-news-general\/269-go-slow-vmware-workstation-7-and-win7-sp1\">Go Slow: VMware Workstation 7 and Win7 SP1<\/a><br \/>\n5: FIX: Poor VM Performance &amp; Errors with VMware Workstation 7.1.3<br \/>\n6: <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2010\/03\/19\/stndige-freezes-in-windows-7\/\">St\u00e4ndige \"Freezes\" in Windows 7<\/a><br \/>\n7: <a href=\"http:\/\/otherthanthink.blogspot.com\/2009\/10\/lusers-guide-to-iometer.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">A user's guide to Iometer<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>VMware Workstation 7.x eignet sich zur Virtualisierung verschiedener Betriebssysteme unter Windows 7. 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