{"id":288141,"date":"2023-11-12T09:12:45","date_gmt":"2023-11-12T08:12:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=288141"},"modified":"2023-11-18T22:04:02","modified_gmt":"2023-11-18T21:04:02","slug":"cyber-security-ii-it-planungsrat-empfiehlt-kommunal-it-von-nis-2-richtlinie-auszunehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/11\/12\/cyber-security-ii-it-planungsrat-empfiehlt-kommunal-it-von-nis-2-richtlinie-auszunehmen\/","title":{"rendered":"Cyber-Security II: IT-Planungsrat empfiehlt Kommunal-IT von NIS-2-Richtlinie auszunehmen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Sicherheit_klein.jpg\" alt=\"Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)\" width=\"200\" \/>Das Kommunen sich mit der Digitalisierung schwer tun, ist allgemein bekannt. Die Tage ging mir, angesichts der neuesten Cybervorf\u00e4lle der Gedanke \"vielleicht auch gut so\" durch den Kopf. Der Gedanke hat sich nun verfestigt, denn der IT-Planungsrat von Bund und L\u00e4ndern hat am 3. November 2023 getagt. Im Beschluss 2023\/39 findet sich eine Bankrotterkl\u00e4rung in Sachen IT-Sicherheit. Denn Bund und L\u00e4nder sollen auf die Umsetzung der EU-NIS-2-Richtlinie verzichten d\u00fcrfen. Fand, das passt in die Cyber-Security-Folge hinein.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Stand der Verwaltungsdigitalisierung<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/7c94a268d3944a9eba9ec6529c62eb77\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Mir ist gerade eine Pressemitteilung mit dem Titel <em>INSM-Studie \"Digimeter\" zeigt desastr\u00f6sen Stand der Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland<\/em> zugegangen. Dort fasst man das, was alle wissen, in einigen S\u00e4tzen zusammen.<\/p>\n<ul>\n<li>Die deutsche Verwaltung bleibt weitgehend analog.<\/li>\n<li>Die Ziele zur Digitalisierung von Verwaltungsvorg\u00e4nge werden bei weitem nicht erreicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das zeigt die aktuelle Studie \"Digimeter\"\u202fdes Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) f\u00fcr die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Das Beh\u00f6rden-Digimeter ist ein fortlaufendes Projekt, mit dem die INSM die Umsetzung des so genannten Online-Zugangsgesetz (OZG) \u00fcberpr\u00fcft, mit dem die Verwaltung in Deutschland digitalisiert werden soll.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich sollten bis Ende\u202fdes vergangenen Jahres\u202f575 \u00f6ffentliche Dienstleistungen online verf\u00fcgbar sein, um B\u00fcrger und Unternehmen von l\u00e4stigen Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen zu entlasten. Neun Monate nach Ablauf dieser Frist sind nur 145 dieser Angebote deutschlandweit online zug\u00e4nglich, lediglich\u202fneun mehr als im vorherigen Quartal. Damit ist lediglich ein Viertel aller Vorhaben, die bis 2022 h\u00e4tten umgesetzt werden sollen, heute Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>IW-Forscher Klaus-Heiner R\u00f6hl sieht die Entwicklung kritisch: \u201eWenn die Politik in der Geschwindigkeit weiter macht, werden die Ziele erst in zehn Jahren erreicht.\"\u00a0 Die Bundesl\u00e4nder weisen unterschiedliche Effizienz im Hinblick auf Digitalisierung auf. Bayern f\u00fchrt bei der\u202ffl\u00e4chendeckenden OZG-Umsetzung mit 246 online verf\u00fcgbaren Leistungen, Hamburg (229) und Hessen (222) folgen. Th\u00fcringen und Berlin haben ebenfalls \u00fcber 200 Angebote. Bayern hat seit Jahresanfang 68 neue Angebote, was nur von Hamburg (+70) \u00fcbertroffen wird.<\/p>\n<p>Zudem droht bereits zum Jahresende die Einf\u00fchrung der EU-weiten Single Digital Gateway-Verordnung\" (SDGVO), die einen einheitlichen digitalen Zugang zu Verwaltungsdiensten in der gesamten EU vorsieht. Deutschland steht auch hier bisher schlecht da.<\/p>\n<p>INSM-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thorsten Alsleben erkl\u00e4rt: \u201eDer R\u00fcckstand bei der Digitalisierung ist peinlich und f\u00fcr Investoren abschreckend. Wir brauchen jetzt die Deutschlandgeschwindigkeit auch bei der Modernisierung der Verwaltung. Mit Faxger\u00e4t und Aktendeckel werden wir Deutschland nicht fit machen.\"<\/p>\n<p>Anders verh\u00e4lt es sich im Nachbarland \u00d6sterreich, wo erfolgreich f\u00f6derale und einheitliche Online-L\u00f6sungen entwickelt wurden, unterst\u00fctzt durch eine zentrale Digitalagentur. Im Gegensatz dazu fehlt Deutschland eine solche Institution.<\/p>\n<p>\u00d6sterreich treibt die SDG-VO-Umsetzung voran, integriert Angebote in das EU-Portal \u201eYour Europe\" und erh\u00f6ht die Digitalisierung von Registern. Die Nutzung der elektronischen Identit\u00e4t (eID) ist fortschrittlicher\u202fals in Deutschland,\u202fsie wird in vielen digitalen Verwaltungsprozessen genutzt, z.B.\u202fOnline-Anmeldung einer GmbH.<\/p>\n<blockquote><p>Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist ein \u00fcberparteiliches B\u00fcndnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Sie wirbt f\u00fcr die Grunds\u00e4tze der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und gibt Anst\u00f6\u00dfe f\u00fcr eine moderne marktwirtschaftliche Politik. Die INSM wird von den Arbeitgeberverb\u00e4nden der Metall- und Elektro-Industrie finanziert.<\/p><\/blockquote>\n<h2>Eco zur Digitalministerkonferenz der L\u00e4nder<\/h2>\n<p>Im Kontext dieses Artikels passt auch eine Pressemitteilung der eco (Verband der Internetwirtschaft), die mich ebenfalls erreichte. Unter dem Titel \"Digitalministerkonferenz der L\u00e4nder kann Digitalpolitik auf neues Niveau heben\" sieht eco Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Alexander Rabe einen\u00a0 \"wichtigen Schritt in Richtung koh\u00e4renterer und effizienterer Digitalpolitik auf Landesebene\" und fordert, dass die Digitalministerkonferenz von Anfang an agil und l\u00f6sungsorienteiert arbeiten m\u00fcsse. Denn keiner brauche eine zweite Kultusministerkonferenz.<\/p>\n<p>Die eco schreibt, dass die Digitalisierung in den letzten Jahren immer st\u00e4rker an Bedeutung gewonnen habe und ist zu einem zentralen Element unserer Gesellschaft und Wirtschaft geworden sei. Die Hoffnung als Verband der Internetwirtschaft sei es, dass die neue Digitalministerkonferenz dazu beitragen werde, mehr Konsistenz in digitalpolitischen Entscheidungen zu schaffen und offene Fragestellungen mit L\u00e4nderhoheit in Bereichen wie digitale Bildung, digitale Verwaltung oder auch Datenschutz zu adressieren. Dar\u00fcber hinaus er\u00f6ffnet diese Verstetigung des Austauschs auch die M\u00f6glichkeit einer intensiveren Kooperation mit dem Bundesministerium f\u00fcr Digitales und Verkehr.<\/p>\n<p>Eco ermutigt die Digitalministerkonferenz und alle beteiligten Akteure, diesen bedeutenden Schritt als Chance zu begreifen und die Gestaltung der digitalen Zukunft unserer Gesellschaft und Wirtschaft aktiv und beschleunigend voranzutreiben. Die eco-Mitglieder appellieren daf\u00fcr, dass ein neu geschaffenes Gremium wie die Digitalministerkonferenz von Tag 1 an agil und l\u00f6sungsorientiert aufgesetzt werden muss, um sich ad\u00e4quat innerhalb des dynamischen Umfelds der Digitalisierung als relevante Player zu positionieren.<\/p>\n<p>Die L\u00e4nder brauchen fachliche Kompetenz zur Bew\u00e4ltigung unz\u00e4hliger Aufgaben \u2013 vom Definieren l\u00e4nderbezogener Digitalstrategien bis zu den Fragestellungen der digitalen Schl\u00fcsseltechnologien wie K\u00fcnstliche Intelligenz in den Bundesl\u00e4ndern &#8211; hei\u00dft es von eco. Die vergangenen Jahre h\u00e4tten gezeigt, dass es einfacher wird, wenn die F\u00e4den zusammengef\u00fchrt werden. Nur so lasse sich das Kompetenzgerangel und die Inkonsistenz der letzten Jahre im Bereich Digitalpolitik vermeiden.<\/p>\n<p>So ganz grob l\u00e4sst sich die Gedankenwelt der eco ja nicht von der Hand weisen, wenn wir digitalpolitisch und sicherheitstechnisch nicht \"in Bullerb\u00fc\" w\u00e4ren, wo eine beschleunigte Digitalisierung unter den aktuellen Voraussetzung geradezu ins digitale Verderben f\u00fchrt. Wird nachfolgend noch sichtbarer.<\/p>\n<h2>Beh\u00f6rden-IT und die Sicherheit<\/h2>\n<p>Als ich obigen Text gelesen habe, ging mir so ganz spontan \"gut, dass wir nicht vorankommen\" durch den Kopf. Denn die Forderungen aus Politik und Digimeter-Studie treffen, in meinen Augen, auf eine \u00fcberforderte IT-Landschaft der deutschen Verwaltung, die weder fachlich noch noch von den Ressourcen (finanziell, personell) irgendwie geeignet erscheint, nicht nur irgend etwas \"zu digitalisieren\" und in diesem Kontext IT-Beratern und -Firmen viele Geld r\u00fcber zu schieben, damit diese Abh\u00e4ngigkeiten von gro\u00dfen US-IT-Konzernen zementieren.<\/p>\n<p>Diese Landschaft ist auch heillos \u00fcberfordert, eine sichere IT-Infrastruktur in der \u00f6ffentlichen Verwaltung aufzubauen und dann \u00fcber Jahrzehnte zu betreiben. Noch ist ist der Hintergrund unklar, aber der erfolgreiche Angriff der Ransomware-Gruppe Akira auf die S\u00fcdwestfalen IT hat um die 103 Kommunen in S\u00fcdwestfalen mehr oder weniger stark getroffen. Ich hatte in mehreren Beitr\u00e4gen (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/11\/06\/cyberangriff-auf-sdwestfalen-it-trifft-mindestens-103-kommunen\/\">Cyberangriff auf S\u00fcdwestfalen IT trifft mindestens 103 Kommunen<\/a>) auf den Vorfall hingewiesen. Aber auch weitere F\u00e4lle wie Potsdam und Anhalt-Bitterfeld (<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/07\/23\/cyberangriffe-auf-die-stadtverwaltung-potsdam-und-auf-sachsen-anhalt-ein-blick-hinter-die-kulissen\/\">Cyberangriffe auf die Stadtverwaltung Potsdam und auf Sachsen-Anhalt, ein Blick hinter die Kulissen<\/a>) oder Rodgau (<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/04\/16\/cyberangriff-auf-die-it-der-stadt-rodgau-details-offen-gelegt-april-2023\/\">Cyberangriff auf die IT der Stadt Rodgau \u2013 Details offen gelegt (April 2023)<\/a>) zeigen, welche Sch\u00e4den entstehen, wenn Cyberangriffe auf eine mehr schlecht als recht digitalisierte Verwaltung treffen. Die betroffenen Organisationen sind \u00fcber Wochen oder Monate nicht arbeitsf\u00e4hig.<\/p>\n<h2>Die NIS-2-Richtlinie<\/h2>\n<p>Zur Erh\u00f6hung der Cybersicherheit hat die EU die sogenannte NIS-2-Richtlinie erlassen (NIS-2 steht f\u00fcr Network Information Security 2). Die NIS2-Richtlinie ist die EU-weite Gesetzgebung zur Cybersicherheit. Sie enth\u00e4lt rechtliche Ma\u00dfnahmen zur Steigerung des Gesamtniveaus der Cybersicherheit in der EU. Konkret wurde die bereits 2016 eingef\u00fchrten Cybersicherheitsvorschriften der EU durch die 2023 in Kraft getretene NIS2-Richtlinie aktualisiert.<\/p>\n<p>NIS-2 modernisiert den bestehenden Rechtsrahmen, um mit der zunehmenden Digitalisierung und einer sich entwickelnden Bedrohungslandschaft f\u00fcr Cybersicherheit Schritt zu halten. Durch die Ausweitung des Anwendungsbereichs der Cybersicherheitsvorschriften auf neue Sektoren und Einrichtungen soll sie die Resilienz- und Reaktionskapazit\u00e4ten \u00f6ffentlicher und privater Stellen, der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden und der EU insgesamt weiter verbessern.<\/p>\n<p>Einige Hinweise sind im EU-Dokument <a href=\"https:\/\/digital-strategy.ec.europa.eu\/de\/policies\/nis2-directive\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Richtlinie \u00fcber Ma\u00dfnahmen f\u00fcr ein hohes gemeinsames Cybersicherheitsniveau in der gesamten Union (NIS2-Richtlinie)<\/a> zu finden. Das Internet h\u00e4lt unter dem Stichwort NIS-2 zahlreiche Dokumente und White-Paper bereit.<\/p>\n<p><strong>Erg\u00e4nzung:<\/strong> Blog-Leser Andreas hatte mich die Tage per Mail auf NIS-2 hingewiesen und schrieb:<\/p>\n<blockquote><p>Ich habe vor kurzen durch unseren lokalen Admin-Stammtisch von der NIS 2 Richtlinie erfahren, welche das Cybersicherheitsniveau in den Unternehmen verbessern soll.<\/p>\n<p>Es wurden auch die Schwellenwerte angepasst, so das nun mehr Unternehmen darunter fallen und diese bis Oktober 2024 umsetzen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Vielleicht w\u00e4re es nicht schlicht diese Info bei Ihnen weiter zu streuen, da es bis Oktober 2024 nicht mehr allzu lang hin ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Andreas hat folgenden Artikel in seiner Mail verlinkt\u00a0<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20231004095300\/https:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/press\/press-releases\/2022\/11\/28\/eu-decides-to-strengthen-cybersecurity-and-resilience-across-the-union-council-adopts-new-legislation\/\">EU beschlie\u00dft St\u00e4rkung der unionsweiten Cybersicherheit und Resilienz: Rat nimmt neue Rechtsvorschriften an<\/a>.<\/p>\n<h2>IT-Planungsrat der L\u00e4nder und NIS-2<\/h2>\n<p>Dann gibt es noch den <a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/DE\/themen\/it-und-digitalpolitik\/it-des-bundes\/it-planungsrat\/it-planungsrat-node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IT-Planungsrat von Bund und L\u00e4ndern<\/a>, der das politische Steuerungsgremium von Bund, L\u00e4ndern und Kommunen f\u00fcr Informationstechnik und E-Government ist. Der IT -Planungsrat soll nutzerorientierte elektronische Verwaltungsdienste f\u00f6rdern und einen wirtschaftlichen, effizienten und sicheren IT -Betrieb der Verwaltung gew\u00e4hrleisten. Steht so auf der oben verlinkten Webseite des BMI (Innenministerium).<\/p>\n<p>Irgendwie ist der IT-Planungsrat recht unbekannt, d\u00fcrfte aber ein wichtiges Gremium der Bundesl\u00e4nder sein, wenn es um den sicheren IT-Betrieb der Verwaltung geht. Vor wenigen Stunden ist mir nachfolgender Post untergekommen &#8211; der auf eine Bankrotterkl\u00e4rung Deutschlands ins Sachen sicherer Beh\u00f6rden-IT hinausl\u00e4uft &#8211; die WiWo hat es in <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/it\/neue-it-sicherheitsregeln-der-eu-wir-sind-hier-doch-nicht-bei-pippi-langstrumpf\/29486958.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Artikel<\/a> aufbereitet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/it\/neue-it-sicherheitsregeln-der-eu-wir-sind-hier-doch-nicht-bei-pippi-langstrumpf\/29486958.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" title=\"IT-Planungsrat und NIS-2-Richtlinie\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/yY72JdPn\/image.png\" alt=\"IT-Planungsrat und NIS-2-Richtlinie\" \/><\/a><\/p>\n<p>Denn der IT-Planungsrat hat am 3. November 2023 getagt und dort dann einige Beschl\u00fcsse gefasst und dort gem\u00e4\u00df Protokoll der 42. Sitzung <a href=\"https:\/\/www.it-planungsrat.de\/beschluss\/beschluss-2023-39\">im Beschluss 2023\/39 unter Punkt 2<\/a> den Verzicht auf die Umsetzung von NIS-2 festgeschrieben.<\/p>\n<ol>\n<li>Der IT-Planungsrat beschlie\u00dft das von der AG Informationssicherheit vorgelegte Identifizierungskonzept der L\u00e4nder zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie auf regionaler Ebene und bittet die L\u00e4nder bei der landesrechtlichen Umsetzung der Richtlinie das Identifizierungskonzept einheitlich anzuwenden.<\/li>\n<li>Er nimmt den Sachstandsbericht der AG Informationssicherheit zur Kenntnis und <strong>bittet die L\u00e4nder und den Bund, von der Option<\/strong>, den Anwendungsbereich der NIS-2-Richtlinie auf Einrichtungen der \u00f6ffentlichen Verwaltung auf lokaler Ebene und Bildungseinrichtungen zu erstrecken, <strong>keinen Gebrauch zu machen<\/strong>.<\/li>\n<li>Ferner bittet der IT-Planungsrat die AG Informationssicherheit darum, die Abstimmungen zwischen Bund und L\u00e4ndern insbesondere zu der Frage einer Adressierung von Landeseinrichtungen durch Bundesrecht fortzuf\u00fchren.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der gefettete Teil ist eine Bankrotterkl\u00e4rung mit fetter Brisanz. Denn der IT-Planungsrat empfiehlt, die dringend erforderlichen Ma\u00dfnahmen zu Sicherheit in den Infrastrukturen nicht anzuwenden. Die WiWo hat es etwas umfassender <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/it\/neue-it-sicherheitsregeln-der-eu-wir-sind-hier-doch-nicht-bei-pippi-langstrumpf\/29486958.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aufbereitet<\/a> &#8211; und dazu f\u00e4llt mir auch nichts mehr ein.<\/p>\n<h2>Abschlie\u00dfende Gedanken<\/h2>\n<p>Der Beitrag zeigt jetzt sehr sch\u00f6n das Spannungsfeld auf: Die Verwaltung soll mehr und schneller digitalisieren. Was ich bisher aber noch nicht gesehen habe, ist eine Kosten-Nutzen-Risiko-Absch\u00e4tzung. Gut m\u00f6glich, dass eine schnellere Digitalisierung in der Verwaltung &#8211; aber auch in der Wirtschaft &#8211; uns letztendlich den Todessto\u00df versetzt. Denn sp\u00e4testens, wenn KRITIS-Strukturen oder mehr Firmen durch Cybervorf\u00e4lle lahm gelegt werden, ist Schicht im Schacht.<\/p>\n<p>Beim Uniklinikum Frankfurt besch\u00e4ftigt der Cyberangriff (siehe\u00a0<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/10\/09\/cyberangriff-auf-uniklinik-frankfurt-entdeckt\/\">Cyberangriff auf Uniklinik Frankfurt entdeckt?<\/a>) laut <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20231112000618\/https:\/\/www.hessenschau.de\/panorama\/it-schaden-an-uniklinikum-frankfurt-nach-hackerangriff-immens-v1,hackerangriff-uniklinikum-frankfurt-folgen-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Bericht<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/frankfurt\/geraeten-hessen-groesstes-krankenhaus-frankfurt-uniklinik-hackerangriff-fax-zr-92668271.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem FR-Artikel<\/a> (danke an den Leser f\u00fcr den Hinweis) eine dreistellige Anzahl an Fachleuten, die den Vorfall aufarbeiten sollen. Es werde Wochen bis Monate dauern, bis das \u00fcberstanden sei, hei\u00dft es. Und die Frankfurter Rundschau berichtet <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/frankfurt\/system-frankfurter-uniklinik-braucht-neues-it-92662737.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>, dass die Frankfurter Uniklinik nach dem Cyberangriff ein neues IT-System braucht.<\/p>\n<p>Wenn ich die Cybervorf\u00e4lle, die ich hier im Blog aufbereite (ist nur die Spitze des Eisbergs), komme ich zum Schluss, dass die IT weltweit sehr schlecht auf diese Bedrohung vorbereitet ist. Eine Ausweitung der Digitalisierung und Vernetzung (Stichwort \"Internet an jeder Milchkanne\") generiert zwar Ums\u00e4tze f\u00fcr die Anbieter solcher L\u00f6sungen, vergr\u00f6\u00dfert aber die Angriffsfl\u00e4che immens.<\/p>\n<p>Betrachte ich, wie schlecht die g\u00e4ngigen L\u00f6sungen in Sachen Cybersicherheit gestrickt sind, beleibt nur der ern\u00fcchternde Schluss \"die IT hat Organisationen und Firmen weltweit in die gr\u00f6\u00dfte Krise seit Einf\u00fchrung des Computers in diesen Bereichen gest\u00fcrzt\". Und eine Besserung, die mich optimistisch in die Zukunft blicken l\u00e4sst, kann ich aktuell nicht erkennen.<\/p>\n<p><strong>Artikelreihe:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/11\/11\/cyber-security-i-massive-sicherheitslcken-in-deutschen-gesundheitsmtern-keinen-interessiert-es\/\">Cyber-Security I: Massive Sicherheitsl\u00fccken in deutschen Gesundheits\u00e4mtern \u2013 keinen interessiert es<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/11\/12\/cyber-security-ii-it-planungsrat-empfiehlt-kommunal-it-von-nis-2-richtlinie-auszunehmen\/\">Cyber-Security II: IT-Planungsrat empfiehlt Kommunal-IT von NIS-2-Richtlinie auszunehmen<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/10\/30\/stillstand-nach-cyberangriffen-auf-kommunen-in-sdwestfalen-und-parkhuser-in-osnabrck\/\">Stillstand nach Cyberangriffen auf Kommunen in S\u00fcdwestfalen und Parkh\u00e4user in Osnabr\u00fcck<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/11\/06\/cyberangriff-auf-sdwestfalen-it-trifft-mindestens-103-kommunen\/\">Cyberangriff auf S\u00fcdwestfalen IT trifft mindestens 103 Kommunen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/11\/10\/neues-zum-cyberangriff-auf-sdwestfalen-it\/\">Neues zum Cyberangriff auf S\u00fcdwestfalen IT<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/10\/09\/cyberangriff-auf-uniklinik-frankfurt-entdeckt\/\">Cyberangriff auf Uniklinik Frankfurt entdeckt?<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kommunen sich mit der Digitalisierung schwer tun, ist allgemein bekannt. Die Tage ging mir, angesichts der neuesten Cybervorf\u00e4lle der Gedanke \"vielleicht auch gut so\" durch den Kopf. Der Gedanke hat sich nun verfestigt, denn der IT-Planungsrat von Bund und &hellip; <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/11\/12\/cyber-security-ii-it-planungsrat-empfiehlt-kommunal-it-von-nis-2-richtlinie-auszunehmen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[426],"tags":[4328],"class_list":["post-288141","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sicherheit","tag-sicherheit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/288141","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=288141"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/288141\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=288141"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=288141"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=288141"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}