{"id":289156,"date":"2023-12-11T11:08:41","date_gmt":"2023-12-11T10:08:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=289156"},"modified":"2024-10-04T11:00:17","modified_gmt":"2024-10-04T09:00:17","slug":"microsoft-verdoppelt-kapazitt-der-azure-cloud-in-deutschland-und-unsere-behrden-zahlen-milliarden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/12\/11\/microsoft-verdoppelt-kapazitt-der-azure-cloud-in-deutschland-und-unsere-behrden-zahlen-milliarden\/","title":{"rendered":"Microsoft verdoppelt Kapazit&auml;t der Azure Cloud in Deutschland, und unsere Beh&ouml;rden zahlen Milliarden"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/DNxhm89.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/>Ich fasse mal zwei Meldungen zusammen, die mir zum Wochenende unter die Augen gekommen sind. Microsoft berichtet in einer Pressemitteilung stolz, dass man die Kapazit\u00e4t der Azure Cloud in Deutschland bis April 2024 verdoppeln werde &#8211; es gibt also die entsprechende Nachfrage. Gleichzeitig las ich, dass de Bund und deutsche Beh\u00f6rden Milliarden Euro zur Nutzung von Leistungen an Microsoft zahlen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Microsoft verdoppelt Cloud-Kapazit\u00e4t<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/220c242273ea40d2ba7854a06c1d37d8\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>In einer Meldung zum 11. Dezember 2023 schreibt Microsoft, dass man die Kapazit\u00e4t seiner Microsoft Azure Cloud in Deutschland deutlich erweitert habe und diese bis Anfang 2024 verdoppeln werde. Dies sei erforderlich, um der steigenden Kundennachfrage zu entsprechen. Erreicht wird dies durch eine deutliche Erweiterung der Rechenzentrumsregion Deutschland, Westen-Mitte in Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>Microsoft baut seine Cloud-Infrastruktur in solchen wichtigen Regionen kontinuierlich aus, um die Nachfrage von Kunden wie Bayer, Mercedes-Benz oder Siemens zu befriedigen und ihre langfristigen Wachstums- und Innovationsziele im Zeitalter der k\u00fcnstlichen Intelligenz (KI) zu unterst\u00fctzen, hei\u00dft es in der Mitteilung.<\/p>\n<h3>Beispiele f\u00fcr Nachfragen<\/h3>\n<p>Der Ausbau der Kapazit\u00e4t und Rechenleistung f\u00fcr die Region Deutschland, Westen-Mitte, soll geringere Latenzzeiten f\u00fcr gro\u00dfe Cloud-Migrationsprojekte bieten. Ihr Ausbau basiert auf der Nachfrage insbesondere von stark regulierten Unternehmen aus Branchen wie der Finanzindustrie. Deutschland sei eine der am schnellsten wachsenden Azure-Regionen in Europa und beherbergt einige der gr\u00f6\u00dften Cloud-Workloads der Welt.<\/p>\n<p>Unternehmen wie Bayer, Deutsche Bahn, Deutsche B\u00f6rse, Lufthansa, Mercedes-Benz, SAP oder Siemens vertrauen auf die Microsoft Azure Cloud. Siemens hat beispielsweise gerade den Siemens Industrie Copilot vorgestellt, der auf Azure OpenAI Service basiert und in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt wurde.<\/p>\n<p>Der KI-gest\u00fctzte Assistent soll die Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen in der Fertigung verbessern, indem er aus Eingaben in nat\u00fcrlicher Sprache komplexen Code zur Programmierung industrieller Automatisierungssysteme generiert oder bei der Fehlersuche hilft. Siemens Industrial Copilot findet nicht nur m\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr Probleme an den Maschinen, sondern macht auch Vorschl\u00e4ge, wie sie zu beheben sind.<\/p>\n<p>Die Mercedes-Benz AG vernetzt mit der MO360 Data Platform ihre rund 30 weltweiten Pkw-Werke mit der Microsoft Cloud und verbessert dadurch die Transparenz und Vorhersagbarkeit ihrer digitalen Produktions- und Lieferkettenprozesse, hei\u00dft es in der Mitteilung Microsofts. Bis 2025 sei dadurch eine Produktivit\u00e4tssteigerung von 20 Prozent in der Pkw-Produktion zu erwarten. Seit Juli testet Mercedes-Benz au\u00dferdem ChatGPT von OpenAI, das \u00fcber Azure OpenAI Service von Microsoft bereitgestellt wird, in der Produktion und beschleunigt dadurch den Einsatz intelligenter Werkzeuge in seinem digitalen MO360-Produktions\u00f6kosystem.<\/p>\n<h3>Microsoft will den deutschen Markt<\/h3>\n<p>Durch Verdoppelung der Azure-Kapazit\u00e4t in Deutschland bekr\u00e4ftigt Microsoft sein Engagement f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der digitalen L\u00f6sungen von gro\u00dfen sowie auch von kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen in der Bundesrepublik, schreibt Redmond. Die Vielzahl der skalierbaren, sicheren und stabilen Cloud-Dienste von Azure sollen den Bedarf \u00f6ffentlicher und privater Unternehmen an lokalen Datenstandorten erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Laut dem Bitkom Cloud-Report 2023 investieren im Jahr 2023 \u00fcber 50 Prozent der deutschen Unternehmen in Cloud-L\u00f6sungen, und die Mehrheit der Unternehmen will ihre Cloud-Nutzung in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren deutlich ausbauen. F\u00fcr Deutschland hat Microsoft sein sogenanntes Move-Programm erweitert, das es Microsoft-365-Kunden erm\u00f6glicht, ihre Daten kostenlos aus anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern in deutsche Rechenzentren zu verschieben.<\/p>\n<h3>Cloud und Sicherheit, ein Problem<\/h3>\n<p>In diesem Zusammenhang f\u00e4llt mir halt der Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/12\/10\/studie-ursprung-von-50-aller-cyberangriffe-ist-die-cloud\/\">Studie: Ursprung von 50% aller Cyberangriffe ist die Cloud<\/a> von gestern ein. Dort l\u00e4sst sich zwischen den Zeilen herauslesen, dass deutsche Unternehmen keinen Plan und kein Konzept f\u00fcr eine sinnvolle Cloud-Nutzung haben und mehr oder weniger blau\u00e4ugig in diese Cloud-Welt stolpern. Die Quittung kommt in Form einer steigenden Angriffsfl\u00e4che gegen\u00fcber Cyberangriffen.<\/p>\n<h3>Wie schaut es mit der DSGVO aus?<\/h3>\n<p>Was auch noch als Damokles-Schwert \u00fcber dieser neuen sch\u00f6nen Cloud-Welt schwebt. Microsoft wird zwar nicht m\u00fcde, zu betonen, dass die Daten in Deutschland gehostet werden. Und seit Juli 2023 gilt auch der neue Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/07\/11\/eu-kommission-fllt-angemessenheitsbeschluss-fr-eu-u-s-data-privacy-framework\/\">EU-Kommission f\u00e4llt Angemessenheitsbeschluss f\u00fcr EU-U.S. Data Privacy Framework<\/a>). Die Berater von loschelder haben im November 2023 ein PDF-Dokument <a href=\"https:\/\/loschelder.de\/fileadmin\/redaktion\/newsletter\/pdf\/datenschutzrecht\/2023_November_1_Beitrag.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">US-Datentransfer: Sitzt, passt, wackelt und hat Luft?<\/a> (PDF) zum Thema ver\u00f6ffentlicht. Tenor: Alles ist gut, wir haben ein Abkommen mit den USA, k\u00f6nnen also in die Cloud.<\/p>\n<p>Andererseits sind Klagen gegen das Data Privacy Framework (DPF) und den Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission anh\u00e4ngig. Der franz\u00f6sische EU-Parlamentarier Philippe Latombe hat beim EuG Klage gegen den Beschluss der EU-Kommission zum Data Privacy Framework <a href=\"https:\/\/www.politico.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/07\/4_6039685923346583457.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eingereicht<\/a>, und will eine Nichtigerkl\u00e4rung des DPF. Sein Antrag auf Aussetzung im Rahmen eines einstweiligen Rechtsschutzes wurde aber vom EuGH zum 12. Oktober 2023 mit Beschluss <a href=\"https:\/\/curia.europa.eu\/juris\/liste.jsf?nat=or&amp;mat=or&amp;pcs=Oor&amp;jur=C%2CT%2CF&amp;num=T-553%252F23R&amp;for=&amp;jge=&amp;dates=&amp;language=en&amp;pro=&amp;cit=none%252CC%252CCJ%252CR%252C2008E%252C%252C%252C%252C%252C%252C%252C%252C%252C%252Ctrue%252Cfalse%252Cfalse&amp;oqp=&amp;td=%3BALL&amp;avg=&amp;lgrec=en&amp;lg=&amp;page=1&amp;cid=141314\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rs. T-553\/23 R<\/a> zur\u00fcckgewiesen (Details liegen mir nicht vor). Tenor ist, dass das DPF bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahrens gilt.<\/p>\n<p>Auch noyb strengt ein Verfahren vor dem EuGH gegen das Data Privacy Framework und den Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission an. Man rechnet mit einem Verfahren vor dem EuGH Anfang 2024. Wie der EuGH aber im Hauptverfahren dann entscheidet, ist offen &#8211; die bisherigen Abkommen wurden vom EuGH jedenfalls au\u00dfer Kraft gesetzt. Sieht also nach dunkleren Wolken am Himmel der sch\u00f6nen neuen Cloud-Welt aus.<\/p>\n<h2>Deutsche Beh\u00f6rden zahlen Milliarden<\/h2>\n<p>Im Beitrag zur <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Bundesregierung-hat-hochsichere-Cloud-fuer-Geheimdokumente-aufgebaut-9065220.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hochsicheren Cloud<\/a> f\u00fcr Beh\u00f6rden berichtet heise, dass die US-Cloud-Anbieter gut bei deutschen Beh\u00f6rden im Gesch\u00e4ft seien. Aber Microsoft schneidet sich durch Office 365, Azure und Microsoft 365 das gr\u00f6\u00dfte St\u00fcck vom Kuchen ab.<\/p>\n<p>Die Kehrseite der Medaille hei\u00dft aber, dass Deutschland kr\u00e4ftig an US-Anbieter f\u00fcr Cloud-Leistungen zahlt. Die Bundestagsabgeordnete <a href=\"https:\/\/mdb.anke.domscheit-berg.de\/bundestag\/parlamentarische-initiativen\/kleine-anfragen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anke Domscheit-Berg<\/a> (Linke) hatte eine Anfrage (an die Bundesregierung) gestellt &#8211; \u00fcber die zdfheute <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/deutschland\/it-open-source-bundesregierung-kleine-anfrage-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> berichtet (<a href=\"https:\/\/www.drwindows.de\/news\/it-lizenzen-bund-zahlt-milliarden-an-microsoft-und-andere-unternehmen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">via<\/a>). Hier mal einige Zahlen herausgezogen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die IT-Rahmenvertr\u00e4ge des Bundes mit den zehn gr\u00f6\u00dften Vertragspartnern haben ein Volumen von rund 13,6 Milliarden Euro.<\/li>\n<li>Nur knapp 1,2 Milliarden Euro (10 % des Gesamt Volumens) gehen an deutsche Anbieter. Gr\u00f6\u00dfter Auftragnehmer ist das IT-Sicherheitsunternehmen Secunet in Essen. SAP erh\u00e4lt 1,9 Millionen Euro, ein Kleinunternehmen aus Deutschland weniger als 20.000 Euro.<\/li>\n<li>Mit Oracle hat der Bund Rahmenvertr\u00e4ge \u00fcber 4,8 Milliarden Euro abgeschlossen. Diese Rahmenvertr\u00e4ge laufen allerdings bis 2030.<\/li>\n<li>Der Bund zahlt f\u00fcr Microsoft-Lizenzen bis zu Jahr 2025 etwa 1,28 Milliarden Euro.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Domscheit-Berg h\u00e4lt das Ganze f\u00fcr obsz\u00f6n und kritisiert, dass sich der Bund abh\u00e4ngig mache von US-Konzernen. Die meisten Vertragspartner kommen aus den USA, einige wenige aus Japan, Indien und China. Domscheit-Berg kritisiert, dass durch die Nutzung von Software US-amerikanischer Hersteller auch das Risiko einhergehe, dass Daten \u00fcber eingebaute Hintert\u00fcren an US-Geheimdienste abflie\u00dfen k\u00f6nnten. Kein Wunder, dass bei den US-Anbietern die Sektkorken knallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich fasse mal zwei Meldungen zusammen, die mir zum Wochenende unter die Augen gekommen sind. 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