{"id":294545,"date":"2024-04-20T07:14:21","date_gmt":"2024-04-20T05:14:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=294545"},"modified":"2024-04-20T13:29:06","modified_gmt":"2024-04-20T11:29:06","slug":"britische-smart-meter-fortsetzung-des-desasters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2024\/04\/20\/britische-smart-meter-fortsetzung-des-desasters\/","title":{"rendered":"Britische Smart-Meter: Fortsetzung des Desasters"},"content":{"rendered":"<p>Gro\u00dfbritannien hadert mit der fl\u00e4chendeckenden Einf\u00fchrung von Smart-Metern f\u00fcr den Stromverbrauch. \u00dcber die Jahre wurde veraltete Hardware eingebaut und die Smart-Meter sind nicht mehr smart, sobald die 2G- und 3G-Netze abgeschaltet werden. Ein Desaster mit Ansage.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Ein R\u00fcckblick auf 2018<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/21980a7cdac3441a982c1f9d46ff0166\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Die Briten sind ja schon lange dabei, Smart-Meter fl\u00e4chendeckend einzuf\u00fchren. Ende 2018 hatte ich im Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2018\/11\/26\/britische-smart-meter-ein-desaster\/\">Britische Smart-Meter: Ein Desaster<\/a>\u00a0das Thema hier im Blog aufgegriffen und von Problemen berichtet.<\/p>\n<p>In Gro\u00dfbritannien sollten Smart-Meter-Ger\u00e4t fl\u00e4chendeckend eingef\u00fchrt werden. Das Projekt l\u00e4uft seit 2012. Im Jahr 2018 hatte eine Analyse ergeben, dass das Projekt zum Desaster mutiert: Das Budget werde um damals 500 Millionen Pfund \u00fcberzogen, das Rollout verz\u00f6gere sich und die Einsparm\u00f6glichkeiten l\u00e4gen pro Haushalt bei ca. 16 Pfund, hie\u00df es.<\/p>\n<h2>Die Situation 2024<\/h2>\n<p>Nun sind wir ca. 5 1\/2 Jahre weiter und die Situation spitzt sich wohl zu. Denn die Briten haben ein Problem: In den letzten Jahren wurden Smart-Meter eingebaut, deren Hardware auf funktionierende 2G- und 3G-Mobilfunknetze angewiesen sind, um die Daten abzufragen.<\/p>\n<p>Diese 2G- und 3G-Mobilfunknetze sollen aber bekannterma\u00dfen bald abgeschaltet werden. Damit w\u00e4ren die Smart Meter nicht mehr smart, sondern dumme Messeinrichtungen. Das ergab wohl ein Bericht des britischen Rechnungspr\u00fcfungsausschusses (Public Accounts Committee, PAC), der die Einf\u00fchrung intelligenter Stromz\u00e4hler untersuchte.<\/p>\n<p>Das Anfang 2012 gestartete Projekt, in der Zwischenzeit mehrfach verz\u00f6gert, wurde vernichtend in einem Bericht bewertet, wie The Register <a href=\"https:\/\/www.theregister.com\/2024\/04\/19\/uk_smart_meters_pac\/?td=rt-3a\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier schreibt<\/a>. Denn der Bericht wirft die Frage nach den Auswirkungen der Abschaltung veralteter 2G\/3G-Mobilfunknetze auf. Dadurch verlieren einige dieser intelligenten Z\u00e4hler ihre Funktionalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Jeremy Pocklington, st\u00e4ndiger Sekret\u00e4r des Ministeriums f\u00fcr Energiesicherheit und Net Zero (DESNZ),hat wohl die Tage dem PAC, auf dessen Anfrage geantwortet. Der Regierungsbeamte blieb aber wohl schuldig, einen Zeitplan zum Austausch der Ger\u00e4te vorzulegen (war dringend empfohlen worden).<\/p>\n<p>Bereits 2023 stellte das National Audit Office fest, dass 57 Prozent der Haushalte und Unternehmen in Gro\u00dfbritannien intelligente Z\u00e4hler installiert haben. Von den 57,1 Millionen britischen Z\u00e4hlern\u00a0 32,4 Millionen \"Smart-Meter\". Es wird aber gesch\u00e4tzt, dass 9 Prozent dieser Messeinrichtungen \"nicht funktionieren\".<\/p>\n<p>Im Oktober legte der Bericht des PAC \u00fcber intelligente Z\u00e4hler folgendes offen: \"Ein F\u00fcnftel (sch\u00e4tzungsweise sieben Millionen) [der Smart Meter] werden ihre Funktionalit\u00e4t verlieren, wenn die 2G- und 3G-Mobilfunknetze abgeschaltet werden, sofern sie keine kostspieligen Hardware-Upgrades erhalten (deren Kosten letztendlich von den Geb\u00fchrenzahlern getragen werden).\"<\/p>\n<p>Jeremy Pocklington gab in seiner Antwort an das PAC keine Informationen, wie die britische Regierung diesbez\u00fcglich reagieren will und ob sie Druck auf die Anbieter der Ger\u00e4te aus\u00fcben werde, zukunftsf\u00e4hige Smart Meter zu verbauen.<\/p>\n<p>Deutschland kann keine Digitalisierung, aber das Fazit aus dem Bericht von The Register lautet: Die Briten k\u00f6nnen auch keine Digitalisierung, jedenfalls nicht im Bereich Smart Meter. Es l\u00e4uft auf ein Desaster hinaus, was aber mit Ansage passiert.<\/p>\n<h2>Wie lief es fr\u00fcher?<\/h2>\n<p>Seit der Elektrifizierung wurden sogenannte Ferraris-Z\u00e4hler zur Erfassung des Energiebezugs eingebaut. In Deutschland war ein Ferraris-Z\u00e4hler 16 Jahre geeicht, w\u00e4hrend digitale Z\u00e4hler nach 8 Jahren ausgetauscht werden m\u00fcssen, weil die Eichung abgelaufen ist. Beim Ferraris-Z\u00e4hler gab es solche Technologiebr\u00fcche wie bei den Smart Metern nicht &#8211; und f\u00fcr Cyberangriffe sind die Ferraris-Z\u00e4hler auch nicht anf\u00e4llig. Die haben nur ein Problem: Wird per Solaranlage Strom in das \u00f6ffentliche Stromnetz eingespeist, l\u00e4uft der mechanische Z\u00e4hler \"r\u00fcckw\u00e4rts\". Was f\u00fcr die Solarstromanlagenbetreiber super w\u00e4re, ist nat\u00fcrlich nicht gewollt. Daher werden in Deutschland seit 2010 keine Ferraris-Z\u00e4hler mehr verbaut und bis 2032 m\u00fcssen alle Z\u00e4hler ausgetauscht worden sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfbritannien hadert mit der fl\u00e4chendeckenden Einf\u00fchrung von Smart-Metern f\u00fcr den Stromverbrauch. \u00dcber die Jahre wurde veraltete Hardware eingebaut und die Smart-Meter sind nicht mehr smart, sobald die 2G- und 3G-Netze abgeschaltet werden. 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