{"id":296338,"date":"2024-06-16T00:07:00","date_gmt":"2024-06-15T22:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=296338"},"modified":"2024-06-15T11:43:43","modified_gmt":"2024-06-15T09:43:43","slug":"noyb-legt-dsgvo-beschwerde-gegen-google-wegen-chrome-nutzer-werbe-tracking-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2024\/06\/16\/noyb-legt-dsgvo-beschwerde-gegen-google-wegen-chrome-nutzer-werbe-tracking-ein\/","title":{"rendered":"noyb legt DSGVO-Beschwerde gegen Google wegen Chrome Nutzer-Werbe-Tracking ein"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Recht\" style=\"border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-bottom-width: 0px; float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline; border-top-width: 0px\" border=\"0\" alt=\"Paragraph\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Para.jpg\" width=\"91\" height=\"88\"\/>Google hat ja angek\u00fcndigt, im Chrome-Browser das Werbetracking \u00fcber Drittanbieter-Cookies k\u00fcnftig zu verhindern (2025 soll es soweit sein). Es kommt dann eine Privacy Sandbox zum Einsatz, in dem Informationen \u00fcber den Nutzer f\u00fcr Werbeanbieter bereitgestellt werden k\u00f6nnen. Die Datenschutzorganisation noyb hat eine Beschwerde gegen Google bei der \u00f6sterreichischen Datenschutzbeh\u00f6rde eingebracht, weil die Einwilligung nicht transparent genug sei.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Worum geht es beim Ad-Tracking?<\/h2>\n<p>Bisher war es so, dass Browser Cookies von Drittanbietern akzeptieren konnten, so dass Werbeanbieter \u00fcber diese Cookies die Nutzer tracken konnten. Datensch\u00fctzer liefen seit Jahren gegen diese Regelung Sturm und in Europa werden die Cookie-Banner beim Besuch von Webseiten angezeigt, um vom Benutzer eine informierte Einwilligung zu bekommen. <\/p>\n<h2>Was plant Google beim Chrome?<\/h2>\n<p>Mozilla mit dem Firefox, Apple mit dem Safari und auch Google mit seinem Chrome-Browser wollen die Verarbeitung von Drittanbieter-Cookies samt Benutzertracking beenden. Google hat bereits 2019 einige Vorschl\u00e4ge diesbez\u00fcglich unterbreitet (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2019\/05\/08\/google-chrome-will-tracking-schutz-verbessern\/\">Google Chrome will Tracking-Schutz verbessern<\/a>). <\/p>\n<p>Dazu hat Google eine Datenschutz-Sandbox-Initiative (Privacy Sandbox) gestartet. Ziel ist es, Cookies von Drittanbietern sowie seiten\u00fcbergreifendes Tracking, Finger-Printing und andere verdeckte Techniken durch datenschutzfreundliche Alternativen zu ersetzen. Google entwickelt an den betreffenden Technologien und hat Testversionen in Chrome f\u00fcr Entwickler freigegeben.<\/p>\n<p>Der Browser soll mit der Privacy Sandbox Interessen der Nutzer ermitteln. Chrome zeichnet \u00fcber besuchte Webseiten die Interessen der Benutzer auf, und f\u00fchrt intern eine Liste von Werbethemen, die passen k\u00f6nnten. Beispiele f\u00fcr solche Themen sind \"Student Loans &amp; College Financing\", \"Undergarments\" oder \"Parenting\", \"Jobs &amp; Education\" und \"Finance\/Credit &amp; Lending\/Credit Reporting &amp; Monitoring\". Also Interessen des Benutzers, die sich aus den Besuchten Webseiten ergeben. Die Werbetreibenden erhalten diese Informationen dann \u00fcber den Chrome-Browser, wenn der Benutzer eine Webseite besucht.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte durchaus funktionieren, den Webseitenbesucher einerseits nach Interessen zu kategorisieren und andererseits die Werbetreibenden mit Informationen zu versorgen, was den Web-Surfer interessieren k\u00f6nnte. Die Umsetzung der Pl\u00e4ne schleppt sich aber bis heute dahin. Bereits 2022 hatte ich im Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2022\/07\/28\/google-chrome-drittanbieter-cookie-blockade-kommt-erst-im-3-quartal-2024\/\">Google Chrome: Drittanbieter Cookie-Blockade kommt erst im 3. Quartal 2024<\/a> auf Verz\u00f6gerungen hingewiesen. Der letzte Stand ist, dass das Ganze sich bis 2025 hinzieht, siehe meinen Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2024\/04\/28\/google-chrome-blockade-fr-drittanbieter-cookies-auf-2025-verschoben\/\">Google Chrome: Blockade f\u00fcr Drittanbieter-Cookies auf 2025 verschoben<\/a>.<\/p>\n<h2>noyb f\u00fchrt Beschwerde<\/h2>\n<p>Nutzer m\u00fcssen im Google Chrome die Funktion der Privacy Sandbox explizit freischalten. Beim ersten \u00d6ffnen des Browsers werden Nutzer daher aufgefordert, eine \"Funktion zum Datenschutz bei Werbung\" zu aktivieren. Gegen diese Art der Einwilligung haben die Datensch\u00fctzer von noyb eine <a href=\"https:\/\/noyb.eu\/de\/google-sandbox-online-tracking-instead-privacy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beschwerde<\/a> bei der \u00f6sterreichischen Datenschutzbeh\u00f6rde eingebracht,<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/noyb.eu\/de\/google-sandbox-online-tracking-instead-privacy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" title=\"nyob-Beschwerde gegen Google\" alt=\"nyob-Beschwerde gegen Google\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/fT7dV1Wx\/image.png\"\/><\/a><\/p>\n<p>Laut noyb haben Nutzer in der Europ\u00e4ischen Union hier die Wahl, entweder auf \"Aktivieren\" zu klicken oder das System mit \"Kein Interesse\" abzulehnen. In einem Schreiben an <em>noyb <\/em>argumentierte Google, dass das Unternehmen die Wahl der \"Aktivieren\"-Option tats\u00e4chlich als Einwilligung gem\u00e4\u00df Artikel 6(1)(a) DSGVO versteht. In Wirklichkeit verheimliche das Unternehmen die Tatsache, dass man damit First-Party-Tracking einschaltet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Chrome Privacy Sandbox-Abfrage\" alt=\"Chrome Privacy Sandbox-Abfrage\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/ZKwFV02f\/image.png\" width=\"443\" height=\"556\"\/><\/p>\n<p>Google sieht die Funktion zwar als datenschutzfreundliche Alternative zum bisherigen Tracking \u00fcber Drittanbieter-Cookies. Aber noyb schreibt, dass Google damit die Kontrolle \u00fcber das Tracking im Browser bekomme und die Interesse in der Privacy Sandbox verwaltet. Max Schrems, Vorsitzender von <em>noyb<\/em>, wirft Google vor, die Nutzer mit der Bezeichnung \"Funktion zum Datenschutz bei Werbung\" zu bel\u00fcgen. <\/p>\n<blockquote>\n<p><em>\"Google hat seine Nutzer:innen einfach belogen. Die Leute dachten, sie w\u00fcrden einer Datenschutzfunktion zustimmen. Stattdessen wurden sie dazu verleitet, Googles First-Party-Werbetracking zu akzeptieren. Um g\u00fcltig zu sein, muss eine Einwilligung informiert und unmissverst\u00e4ndlich sein. Google hat genau das Gegenteil getan.\"<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Googles Hauptargument ist, dass die Privacy Sandbox weniger invasiv als Tracking durch Drittanbieter-Cookies sei. Das mag zwar stimmen, schreibt noyb, bedeutet aber nicht, dass Google einfach geltendes Datenschutzrecht ignorieren kann. noyb schlie\u00dft: \"Weniger schlimm\" zu sein ist noch kein \"Datenschutzfeature\". Daher hat man eine Beschwerde gegen Google bei der \u00f6sterreichischen Datenschutzbeh\u00f6rde eingebracht, weil die Einwilligung nicht transparent genug sei. Die Details lassen sich <a href=\"https:\/\/noyb.eu\/de\/google-sandbox-online-tracking-instead-privacy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier nachlesen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Google hat ja angek\u00fcndigt, im Chrome-Browser das Werbetracking \u00fcber Drittanbieter-Cookies k\u00fcnftig zu verhindern (2025 soll es soweit sein). Es kommt dann eine Privacy Sandbox zum Einsatz, in dem Informationen \u00fcber den Nutzer f\u00fcr Werbeanbieter bereitgestellt werden k\u00f6nnen. 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