{"id":303593,"date":"2024-09-28T00:40:53","date_gmt":"2024-09-27T22:40:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=303593"},"modified":"2024-09-28T00:41:24","modified_gmt":"2024-09-27T22:41:24","slug":"irischer-datenschuetzer-brummt-meta-91-mio-euro-strafe-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2024\/09\/28\/irischer-datenschuetzer-brummt-meta-91-mio-euro-strafe-auf\/","title":{"rendered":"Irischer Datensch\u00fctzer brummt Meta 91 Mio. Euro Strafe auf"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"margin: 0px 9px 0px 0px; display: inline; float: left;\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/FB_thumb.jpg\" width=\"62\" height=\"62\" align=\"left\" \/>Irlands Datenschutzbeh\u00f6rde (Irish Data Protection Commission, DPC) hat einen DSGVO-Fall aus 2019 abgeschlossen und der Facebook-Mutter Meta eine Strafe in H\u00f6he von 91 Mio. Euro auferlegt. Der Hintergrund: Meta bzw. Facebook hatte Passw\u00f6rter im Klartext auf internen Servern gespeichert.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Die Vorgeschichte<\/h2>\n<p>Im M\u00e4rz 2019 meldete die Meta Platforms Ireland Limited (MPIL) der irischen Datenschutzbeh\u00f6rde, dass es versehentlich bestimmte Passw\u00f6rter von Nutzern sozialer Medien im \"Klartext\" (d. h. ohne kryptografischen Schutz oder Verschl\u00fcsselung) auf seinen internen Systemen gespeichert hatte. Das MPIL ver\u00f6ffentlichte im M\u00e4rz 2019 auch Informationen zu diesem Vorfall. Der Fall hatte insoweit keine Konsequenzen, weil diese Passw\u00f6rter keinem Dritten zug\u00e4nglich gemacht wurden.<\/p>\n<p>Die irische Datenschutzbeh\u00f6rde (Irish Data Protection Commission) leitete darauf hin im\u00a0April 2019 eine Untersuchung ein. Es wurde gepr\u00fcft, ob das MPIL die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) einh\u00e4lt, und insbesondere, ob das MPIL Ma\u00dfnahmen ergriffen hat, um ein Sicherheitsniveau zu gew\u00e4hrleisten, das den mit der Verarbeitung von Passw\u00f6rtern verbundenen Risiken angemessen ist. Weiterhin wurde gepr\u00fcft, ob MPIL seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, Verst\u00f6\u00dfe gegen personenbezogene Daten zu dokumentieren und dem Datenschutzbeauftragten zu melden.<\/p>\n<p>Die DSGVO verlangt von den f\u00fcr die Datenverarbeitung Verantwortlichen, dass sie bei der Verarbeitung personenbezogener Daten angemessene Sicherheitsma\u00dfnahmen ergreifen und dabei Faktoren wie die Risiken f\u00fcr die Nutzer der Dienste und die Art der Datenverarbeitung ber\u00fccksichtigen. Um die Sicherheit aufrechtzuerhalten, sollten die f\u00fcr die Datenverarbeitung Verantwortlichen die mit der Verarbeitung verbundenen Risiken bewerten und Ma\u00dfnahmen zur Minderung dieser Risiken ergreifen.<\/p>\n<p>Die Datenschutz-Grundverordnung verpflichtet die f\u00fcr die Verarbeitung Verantwortlichen au\u00dferdem, Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten ordnungsgem\u00e4\u00df zu dokumentieren und die Datenschutzbeh\u00f6rden \u00fcber Verletzungen zu informieren. Eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten kann, wenn sie nicht angemessen und rechtzeitig behoben wird, zu Sch\u00e4den wie dem Verlust der Kontrolle \u00fcber personenbezogene Daten f\u00fchren. Wenn ein f\u00fcr die Verarbeitung Verantwortlicher feststellt, dass eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten aufgetreten ist, sollte er daher die Aufsichtsbeh\u00f6rde unverz\u00fcglich in der in Artikel 33 DSGVO vorgeschriebenen Weise benachrichtigen.<\/p>\n<h2>Bu\u00dfgeld zum Abschluss des Verfahrens<\/h2>\n<p>Die Datenschutzkommission (DPC) Irlands hat zum 26. September 2024 die Untersuchung beendet und ihre Entscheidung im Fall Meta (MPIL) <a href=\"https:\/\/www.dataprotection.ie\/en\/news-media\/press-releases\/DPC-announces-91-million-fine-of-Meta\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bekannt gegeben<\/a>. Meta Platforms Ireland Limited (MPIL) erhielt\u00a0eine R\u00fcge und eine Geldbu\u00dfe in H\u00f6he von 91 Mio. EUR. In der Entscheidung des Datenschutzbeauftragten werden die folgenden Verst\u00f6\u00dfe gegen die DSGVO festgestellt:<\/p>\n<ul>\n<li>Artikel 33(1) DSGVO, da MPIL es vers\u00e4umt hat, den Datenschutzbeauftragten \u00fcber eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten im Zusammenhang mit der Speicherung von Benutzerpassw\u00f6rtern im Klartext zu informieren;<\/li>\n<li>Artikel 33 Absatz 5 DSGVO, da MPIL es vers\u00e4umt hat, Verst\u00f6\u00dfe gegen personenbezogene Daten im Zusammenhang mit der Speicherung von Benutzerpassw\u00f6rtern im Klartext zu dokumentieren;<\/li>\n<li>Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe f DSGVO, da MPIL keine geeigneten technischen oder organisatorischen Ma\u00dfnahmen ergriffen hat, um die Passw\u00f6rter der Nutzer angemessen vor unbefugter Verarbeitung zu sch\u00fctzen; und<\/li>\n<li>Artikel 32 Absatz 1 DSGVO, da MPIL keine geeigneten technischen und organisatorischen Ma\u00dfnahmen ergriffen hat, um ein dem Risiko angemessenes Sicherheitsniveau zu gew\u00e4hrleisten, einschlie\u00dflich der F\u00e4higkeit, die st\u00e4ndige Vertraulichkeit der Benutzerpassw\u00f6rter sicherzustellen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der stellvertretende Datenschutzbeauftragte Graham Doyle kommentierte: \u201eEs ist allgemein anerkannt, dass Benutzerpassw\u00f6rter nicht im Klartext gespeichert werden sollten, wenn man die Risiken des Missbrauchs bedenkt, die sich aus dem Zugriff von Personen auf solche Daten ergeben. Es ist zu bedenken, dass die Passw\u00f6rter, um die es in diesem Fall geht, besonders sensibel sind, da sie den Zugang zu den Konten der Nutzer in den sozialen Medien erm\u00f6glichen w\u00fcrden.\"<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irlands Datenschutzbeh\u00f6rde (Irish Data Protection Commission, DPC) hat einen DSGVO-Fall aus 2019 abgeschlossen und der Facebook-Mutter Meta eine Strafe in H\u00f6he von 91 Mio. Euro auferlegt. Der Hintergrund: Meta bzw. Facebook hatte Passw\u00f6rter im Klartext auf internen Servern gespeichert.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5070,426],"tags":[451,4328],"class_list":["post-303593","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-facebook","category-sicherheit","tag-datenschutz","tag-sicherheit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/303593","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=303593"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/303593\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=303593"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=303593"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=303593"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}