{"id":307354,"date":"2024-12-28T00:02:54","date_gmt":"2024-12-27T23:02:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=307354"},"modified":"2024-12-28T13:13:55","modified_gmt":"2024-12-28T12:13:55","slug":"klarna-fall-von-finger-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2024\/12\/28\/klarna-fall-von-finger-weg\/","title":{"rendered":"Klarna: Fall von Finger weg?"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/DNxhm89.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/>Der Zahlungsdienstleister Klarna wird von vielen Online-Shops zur Zahlungsabwicklung verwendet. In den letzten Wochen sind mir aber zwei Informationssplitter untergekommen, die Klarna als \"Fall von Finger weg, wenn dir die Vertraulichkeit deiner Finanzdaten wichtig sind\" erscheinen lassen. Hier ein kurzer \u00dcberblick zum Sachverhalt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Wer ist Klarna?<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/027ecceb3ebc42f89d295962933f0ca2\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klarna\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klarna<\/a> ist ein schwedischer Zahlungsanbieter mit Hauptsitz in Stockholm. Das Unternehmen wurde 2005 gegr\u00fcndet und bietet Zahlungsm\u00f6glichkeiten im Bereich E-Commerce an. Es besch\u00e4ftigt nach eigenen Angaben 5000 Mitarbeiter (Stand 2022).<\/p>\n<p>Inzwischen bieten viele Online-Shops die Zahlungsabwicklung \u00fcber Klarna an. Der Zahlungsanbieter ist vor allem bei Kauf auf Rechnung, mit der Option, sp\u00e4ter zu zahlen, bekannt.<\/p>\n<h2>Ein Leserhinweis auf eine neue Entwicklung<\/h2>\n<p>Ein Blog-Leser hat sich die Tage per E-Mail mit dem Betreff \"<em>Klarna fordert Kontenzugang, Persokopie und Selfie f\u00fcr Rechnungskauf. Kommt da eine Super-Datenbank?<\/em>\" gemeldet und fragte, ob dies ein Thema f\u00fcr den Blog sei. Der Leser merkte an, dass sich Klarna beim Kauf auf Rechnung bei vielen Onlineshops eingeb\u00fcrgert habe. Er nutzt diese M\u00f6glichkeit nach eigenen Angaben \"sehr gerne\" und habe \u00fcber die vergangenen Jahre Betr\u00e4ge von zwei- bis vierstellig in vielen Shops &#8211; stets fristgerecht &#8211; \u00fcber Klarna bezahlt.<\/p>\n<h3>Klarna will Kontenzugriff<\/h3>\n<p>Der Leser schrieb, dass Klarna in der Vergangenheit, bei gr\u00f6\u00dferen Summen und gleichzeitig, laut Bestellhistorie, neuen Versendern, neben Mailadresse und Handynummer, immer mal wieder auch Zugriff auf sein Konto wollte.<\/p>\n<blockquote><p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich w\u00e4re das ein No-Go, denn einem Dritten, dem man Zugriff auf sein Konto gew\u00e4hrt, gibt man dieses Recht f\u00fcr 90 Tage auf alle Kontenbewegungen (siehe <a href=\"https:\/\/www.bundesbank.de\/resource\/blob\/800082\/306ad42a1d42b4074ebd803150dbc794\/mL\/abschlussdatei-globale-endedatei-data.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>, wobei diese Zustimmung <a href=\"https:\/\/www.sparkasse.de\/pk\/ratgeber\/finanzplanung\/banking-tipps\/psd-2.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">laut Verbraucherzentrale<\/a> auch widerrufen werden kann). Es gibt wohl auch Varianten, bei denen Zahlungsdienstleister nur die Deckung des Kontos f\u00fcr eine bestimmte Summe abfragen d\u00fcrfen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Leser scheint \u00e4hnlich zu denken, schrieb er mir doch \"das der Zugriff auf das Konto ihm immer etwas Magengrummeln bereitete, da nie kommuniziert wurde, welche Daten Klarna dabei abfragt, was man in der PSD2-Schnittstelle leider auch nicht einstellen k\u00f6nne\". Andererseits schien es dem Leser als Betrugspr\u00e4vention noch nachvollziehbar.<\/p>\n<h3>Klarna will pl\u00f6tzlich mehr Informationen<\/h3>\n<p>Nun scheint es f\u00fcr den Blog-Leser aber grenzwertig geworden zu sein. Er schrieb, dass einer der Online-Shops, bei denen er mit festem Kundenkonto regelm\u00e4\u00dfig bestellt, DM sei.<\/p>\n<p>Nun geht es um einen aktuelle Bestellung, die sich im, f\u00fcr den Leser \u00fcblichen, mittleren zweistelligen Euro-Bereich bewegt. Die bestellten Artikel waren \u201edie \u00fcblichen\", und Mailadresse, Handynummer und Versandadresse sind seit Jahren unver\u00e4ndert. Die Adresse ist zus\u00e4tzlich bei DM durch die erfolgreiche DHL-Zustellung verifiziert, schrieb der Leser.<\/p>\n<p>Zudem habe er aktuell auch keine gro\u00dfen offenen Posten bei Klarna (bei Rechnungszahlung zieht Klarna ja die Betr\u00e4ge sp\u00e4ter vom Bankkonto des Kunden ein). Aus Sicht des Lesers gibt es also erstmal nichts, was Betrugspr\u00e4ventionssysteme triggern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Dennoch verlangt Klarna, laut Aussage des Lesers, neuerdings ein Foto von Vor- und R\u00fcckseite des Personalausweises und ein Selfie, um den Rechnungskauf zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<blockquote><p>Bevor jetzt die Anmerkung kommt, dass es unzul\u00e4ssig sei, eine Kopie des Personalausweises anzufertigen &#8211; <a href=\"https:\/\/www.personalausweisportal.de\/Webs\/PA\/DE\/buergerinnen-und-buerger\/der-personalausweis\/ausweiskopien\/ausweiskopien-node.html#:~:text=Ausweisinhaberinnen%20und%20Ausweisinhabern%20steht%20es,d%C3%BCrfen%20Kopien%20ihrer%20Ausweise%20weitergeben.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das schreibt<\/a> das Personalausweisportal der Bundesregierung:<\/p>\n<p>\"Ausweisinhaberinnen und Ausweisinhabern steht es jedoch frei, Kopien ihres Ausweises anzufertigen. Die Ablichtung muss eindeutig und dauerhaft als Kopie erkennbar sein.<\/p>\n<p>Nur Ausweisinhaberinnen und Ausweisinhaber d\u00fcrfen Kopien ihrer Ausweise weitergeben.\"<\/p>\n<p>Die Kopie lie\u00dfe sich also aus rechtlicher Sicht anfertigen &#8211; ich w\u00fcrde aber das Wort \"Kopie\" in die Ablichtung einf\u00fcgen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Leser schrieb, dass eine kurze Startpage-Suche zeigt, dass er nicht alleine mit seinen \"Bauchschmerzen\" sei. Der Leser findet es problematisch, da Klarna hier durch sein zunehmendes Rechnungskauf-Monopol eigene Regeln erzwingen kann, und im Zweifelsfall durch Personalausweiskopie, Konteneinsicht und die zus\u00e4tzlich von den Shops \u00fcbermittelten Warenkorbinhalte eine \"qualitativ hochwertige\" Superdatenbank mit umfassend gepr\u00fcften Datens\u00e4tzen aufbauen kann.<\/p>\n<h2>Verbrauchersch\u00fctzer warnten vor Klarna<\/h2>\n<p>Als die obige Leser-Mail bei mir eintrudelte, klingelte bei mir sofort ein \"da war doch was mit einer Warnung der Verbrauchersch\u00fctzer vor Klarna\" im Hinterkopf. Zum 6.\/7. Dezember 2024 gab es eine breite Berichterstattung in Online-Medien. Hintergrund: Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-W\u00fcrttemberg hat ein Interview mit dem Spiegel gef\u00fchrt. Der Artikel beim Spiegel findet sich hinter einer Paywall, die Redaktion von Golem hat den Inhalt in <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/verbraucherschuetzer-warnt-klarna-analysiert-kontoauszuege-seiner-nutzer-2412-191477.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Beitrag<\/a> aufbereitet. Die Kurzform:<\/p>\n<ul>\n<li>Klarna sichert sich weitreichende Zugriffe auf die j\u00fcngsten Transaktionsdaten der Bankkonten seiner Kunden.<\/li>\n<li>Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-W\u00fcrttemberg wird im Interview mit der Aussage \"<em>Klarna analysiert alle Kontodaten der vergangenen 30 Tage ab Zahlungszeitpunkt\"<\/em> zitiert.<\/li>\n<li>Zudem w\u00fcrden diese Informationen an Dritte weitergegeben. Rechtsgrundlage ist die EU PSD2-Richtlinie, die Banken verpflichtet, Zahlungsdienstleistern den Zugriff auf die Konten nach Zustimmung durch den Bankkunden zu gew\u00e4hrleisten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Verbraucherzentrale warnt vor dem \"gl\u00e4sernen Bankkunden\", denn Klarna kann alle Transaktionen des Kunden auf seinem Konto sehen. \"<em>Klarna kann sehen, wie viel Miete man jeden Monat zahlt, ob man ein Netflix-Abo hat und wie viel der Eintritt ins Schwimmbad gekostet hat\"<\/em>, warnt Oliver Buttler. Die Verbrauchersch\u00fctzer sehen dies als \"unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig\" an.<\/p>\n<p>Klarna versicherte\u00a0 gegen\u00fcber Golem,\u00a0keine Transaktionsdaten von Bankkonten zu analysieren, um Zahlungen zu veranlassen. <em>\"Der einzige Fall, in dem Klarna auf Transaktionsdaten von Bankkonten zugreift, ist in der Funktion 'Personal Finance', und dies geschieht nur, wenn der Verbraucher sich aktiv f\u00fcr die Integration seines Bankkontos entscheidet\"<\/em>,\u00a0 gab der Sprecher von Klarna gegen\u00fcber Golem an.<\/p>\n<p>Ich formuliere die Antwort auf meinen Eingangsfrage \"Klarna: Fall von Finger weg?\" mal so: Muss jeder selbst wissen, wie er verf\u00e4hrt &#8211; f\u00fcr mich war Klarna noch seit jeher ein No-Go. Wie wusste schon Edmund Stoiber vor vielen Jahren? \"Nur die d\u00fcmmsten K\u00e4lber w\u00e4hlen sich ihren Metzger selber\".<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/11\/04\/klarna-vorsicht-bei-online-kufen-rckbuchung-bei-abweichendem-verwendungszweck\/\">Klarna: Vorsicht bei Online-K\u00e4ufen, R\u00fcckbuchung bei abweichendem Verwendungszweck<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/05\/27\/zahlungsdienstleister-klarna-fremde-konten-einsehbar\/\" rel=\"bookmark\">Zahlungsdienstleister Klarna: Fremde Konten einsehbar<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Zahlungsdienstleister Klarna wird von vielen Online-Shops zur Zahlungsabwicklung verwendet. In den letzten Wochen sind mir aber zwei Informationssplitter untergekommen, die Klarna als \"Fall von Finger weg, wenn dir die Vertraulichkeit deiner Finanzdaten wichtig sind\" erscheinen lassen. 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