{"id":310175,"date":"2025-04-03T07:30:15","date_gmt":"2025-04-03T05:30:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=310175"},"modified":"2025-04-03T07:31:35","modified_gmt":"2025-04-03T05:31:35","slug":"landesdatenschutzbeauftragte-finger-weg-zu-whatsapp-bei-der-polizei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/04\/03\/landesdatenschutzbeauftragte-finger-weg-zu-whatsapp-bei-der-polizei\/","title":{"rendered":"Landesdatenschutzbeauftragte: Finger weg von WhatsApp bei der Polizei"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/GOFTuwe.jpg\" align=\"left\" \/>Es hat sich wohl immer noch nicht herumgesprochen, dass die Nutzung von WhatsApp im Unternehmensumfeld gegen die DSGVO verst\u00f6\u00dft und unzul\u00e4ssig ist. Die Landesbeauftragte f\u00fcr Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen sieht sich sogar dazu veranlasst, die Polizei (und weitere Beh\u00f6rden) darauf hinzuweisen, dass der Gebrauch von WhatsApp im Dienst unzul\u00e4ssig sei.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Polizei \u2013 Finger weg von der WhatsApp-Nutzung!<\/h2>\n<p>In einer <a href=\"https:\/\/www.ldi.nrw.de\/WhatsApp_Polizei\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meldung<\/a> schreibt die Landesbeauftragte f\u00fcr Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen, dass unter\u00a0Polizisten und Polizistinnen in Nordrhein-Westfalen anscheinend teils dienstlich \u00fcber WhatsApp-Gruppen kommuniziert werde. Doch selbst wenn Beh\u00f6rden oder Vorgesetzte die Nutzung der Messenger-App im Dienst tolerieren, ist das hoch problematisch.<\/p>\n<p>Darauf weist die Landesbeauftragte f\u00fcr den Datenschutz in NRW, Bettina Gayk, nochmals hin (sollte eigentlich auch den Beh\u00f6rden klar sein). \"Was f\u00fcr private Unterhaltungen in Ordnung sein kann, st\u00f6\u00dft im dienstlichen Gebrauch an seine Grenze. Uns liegen in diesem Zusammenhang mehrere Beschwerden aus dem Polizeiumfeld in Nordrhein-Westfalen vor, die ein Ph\u00e4nomen beschreiben, das aus Datenschutzgesichtspunkten nicht hinzunehmen ist\", so Gayk. \"Wir haben das Innenministerium NRW auf diesen Missstand hingewiesen. Es stehen den Polizist*innen au\u00dferdem polizeieigene Kommunikationsdienste zur Verf\u00fcgung, die sie statt WhatsApp nutzen k\u00f6nnen.\"<\/p>\n<h3>Beh\u00f6rden sind verantwortlich f\u00fcr den Einsatz<\/h3>\n<p>Zun\u00e4chst gilt: Beh\u00f6rden, die Messenger Dienste f\u00fcr dienstliche Zwecke einsetzen, werden damit verantwortlich f\u00fcr die Verarbeitung der personenbezogenen Daten, etwa der Inhalte von Chats, Sprachnachrichten oder Videocalls, ebenso wie f\u00fcr die datenschutzfreundlichen Voreinstellungen. Sofern einzelne Vorgesetzte, zum Beispiel Dienstgruppenleitungen bei der Polizei, WhatsApp f\u00fcr die dienstliche Kommunikation verlangen, wird dies der Beh\u00f6rde sp\u00e4testens dann zugerechnet, wenn ihr bekannt wird, dass die Vorgesetzten den Dienst zur Erf\u00fcllung ihrer Vorgesetztenfunktion verwenden.<\/p>\n<h3>Beschwerde \u00fcber WhatsApp-Nutzung<\/h3>\n<p>Nach den der Landesdatenschutzbeauftragten vorliegenden Beschwerden werden bei der Polizei in NRW beispielsweise Anfragen und Mitteilungen zur Ver\u00e4nderung von Dienstpl\u00e4nen \u00fcber WhatsApp ausgetauscht. Auch wird \u00fcber Krankmeldungen einzelner Kollegen und Kolleginnen informiert.<\/p>\n<p>\"Dabei handelt es sich offenbar nicht um Einzelf\u00e4lle. Vielmehr wird WhatsApp in vielen Dienstgruppen regelm\u00e4\u00dfig genutzt. Besch\u00e4ftigte, die dabei nicht mitmachen, sind von den dienstlichen Informationen weitgehend ausgeschlossen\", betont Gayk.<\/p>\n<p>All das sei \u00e4u\u00dferst problematisch, da die betroffenen Besch\u00e4ftigten veranlasst w\u00fcrden, einen Dienst zu nutzen, der hinsichtlich der Verarbeitung von personenbezogenen Daten intransparent ist. So werden bei Versendung von Nachrichten regelm\u00e4\u00dfig Metadaten an WhatsApp \u00fcbermittelt, die sich auf das Nutzungsverhalten der Besch\u00e4ftigten beziehen, ohne dass die Verwendung dieser Daten gekl\u00e4rt ist.<\/p>\n<h2>WhatsApp greift auf das Adressbuch zu<\/h2>\n<p>WhatsApp beh\u00e4lt sich au\u00dferdem die Erhebung von Telefonnummern mittels Adressbuch-Upload vom Handy des Mobiltelefonnutzers vor. Das Unternehmen kann auf diese Art alle Kontaktdaten eines Nutzers verarbeiten, die auf dessen Mobiltelefon hinterlegt sind, unabh\u00e4ngig davon, ob der jeweilige Kontakt selbst WhatsApp nutzt oder nicht. Prim\u00e4r soll dies die Kontaktaufnahme mit anderen WhatsApp-Nutzern und Nutzerinnen erleichtern.<\/p>\n<p>\"\u00dcber dieses \u201eMatch-Making\" hinaus nutzt WhatsApp bzw. Meta diese Daten aber auch f\u00fcr eigene Zwecke. Dies ist datenschutzrechtlich nicht zu rechtfertigen, weil die im Adressbuch gespeicherten Personen dazu meist keine Einwilligung erteilt haben \u2013 und die veranlassende Beh\u00f6rde keine Rechtsgrundlage daf\u00fcr hat, solche Verarbeitungsvorg\u00e4nge zu erm\u00f6glichen\", sagt Gayk.<\/p>\n<p>Des Weiteren ist zu bezweifeln, dass die dienstliche Nutzung eines f\u00fcr private Angelegenheiten eingerichteten WhatsApp-Dienstes auf der Basis einer Einwilligung der Beh\u00f6rdenmitarbeiter und Mitarbeiterinnen erfolgen kann. Die dazu notwendige Freiwilligkeit einer solchen Einwilligung d\u00fcrfte kaum gegeben sein.<\/p>\n<p>Denn selbst wenn Besch\u00e4ftigten, die sich an einer WhatsApp-Gruppe nicht beteiligen, andere Informationskan\u00e4le zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden, erzeugt eine innerdienstliche WhatsApp-Gruppe einen Gruppenzwang, der einer freiwilligen Entscheidung im Wege steht.<\/p>\n<p>\"Und noch ein Aspekt ist zu ber\u00fccksichtigen\" so die Beauftragte. \"Die Unklarheiten \u00fcber die Datenverarbeitung durch WhatsApp bzw. Meta sind so gro\u00df, dass den Besch\u00e4ftigten sicher nicht alle notwendigen Informationen zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnen, damit sie absch\u00e4tzen k\u00f6nnen, wie ihre Daten verarbeitet werden.\"<\/p>\n<h2>WhatsApp &amp; Co. in Beh\u00f6rden unzul\u00e4ssig<\/h2>\n<p>F\u00fcr die dienstliche Nutzung &#8211; nicht nur bei der Polizei, sondern auch in allen anderen Beh\u00f6rden des Landes &#8211; sind WhatsApp und vergleichbare intransparente Messenger-Dienste damit grunds\u00e4tzlich unzul\u00e4ssig. \"Die Leitungen der Dienststellen m\u00fcssen sicherstellen, dass die datenschutzrechtlichen Vorgaben zum Umgang mit dienstlicher Kommunikation eingehalten werden\", sagt Gayk.<\/p>\n<p>Das gilt \u00fcbrigens auch in Firmenumgebungen &#8211; denn auch diese sind f\u00fcr die Einhaltung der DSGVO zust\u00e4ndig. Besonders problematisch wird dies in meinen Augen, wenn private Hands f\u00fcr dienstliche Belange, oder Firmenhandys f\u00fcr private Belange eingesetzt werden\u00a0 und WhatsApp auf die Ger\u00e4te kommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es hat sich wohl immer noch nicht herumgesprochen, dass die Nutzung von WhatsApp im Unternehmensumfeld gegen die DSGVO verst\u00f6\u00dft und unzul\u00e4ssig ist. Die Landesbeauftragte f\u00fcr Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen sieht sich sogar dazu veranlasst, die Polizei (und weitere Beh\u00f6rden) darauf &hellip; <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/04\/03\/landesdatenschutzbeauftragte-finger-weg-zu-whatsapp-bei-der-polizei\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[908,426],"tags":[6932,3182],"class_list":["post-310175","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-internet","category-sicherheit","tag-dsgvo","tag-whatsapp"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/310175","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=310175"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/310175\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=310175"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=310175"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=310175"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}