{"id":312002,"date":"2025-05-29T00:07:56","date_gmt":"2025-05-28T22:07:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=312002"},"modified":"2025-05-28T18:26:45","modified_gmt":"2025-05-28T16:26:45","slug":"pyur-schreiben-der-vorwurf-der-schwarznutzung-und-der-datenschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/05\/29\/pyur-schreiben-der-vorwurf-der-schwarznutzung-und-der-datenschutz\/","title":{"rendered":"P\u00ffur-Schreiben: Der Vorwurf der Schwarznutzung und der Datenschutz"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Stop - Pixabay\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Stop01.jpg\" alt=\"Stop - Pixabay\" width=\"182\" height=\"182\" align=\"left\" \/>Ein Blog-Leser hat mich die Tage \u00fcber einen merkw\u00fcrdigen Vorfall informiert, der sowohl das Thema \"Schwarznutzung\" von Kabel-TV- oder Streaming-Inhalten streift, als auch ernsthafte Fragen zum Datenschutz und zur DSGVO aufwirft. Der Vorwurf des Kabelanbieters Anbieters P\u00ffur suggerierte, dass ein Haushaltsmitglied \"Schwarznutzer sei\". Problem ist auch, dass dieses Haushaltmitglied in keiner Vertragsbeziehung zum Anbieter steht, was DSGVO-Fragen aufwirft. Hier ein grober \u00dcberblick \u00fcber den Fall &#8211; wobei die \"Schwarznutzung\" nach meiner Einsch\u00e4tzung f\u00fcr ein Haushaltsmitglied nicht zutreffen kann.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Problem der \"Anschlussteilung\" f\u00fcr Anbieter<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/061a199dc7dc4cd4842638b495ec7c4f\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Streaming-Anbieter leiden unter dem Umstand, dass Abonnenten die Zugangsdaten f\u00fcr den Dienst mit Dritten teilen. Sei es mit Freunden, sei es mit Familienmitgliedern, die ggf. in anderen Haushalten leben. Ich hatte im Beitrag\u00a0<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/02\/02\/netflix-manahmen-gegen-account-sharing-ab-2023\/\" rel=\"bookmark\">Netflix-Ma\u00dfnahmen gegen Account-Sharing ab 2023<\/a> \u00fcber dieses Thema berichtet. Hat sich bei Netflix auf die Abonnentenzahlen ausgewirkt (siehe\u00a0<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2023\/04\/30\/netflix-kmpft-mit-nutzerschwund-nach-dem-ende-des-konten-sharing\/\" rel=\"bookmark\">Netflix k\u00e4mpft mit Nutzerschwund, nach dem Ende des Konten-Sharing<\/a>).<\/p>\n<p>Das andere Feld sind die Kabelnetzbetreiber, die nach dem Ende des sogenannten Nebenkostenprivilegs, bei dem ein Vermieter den Vertrag mit dem Kabelnetz-Anbieter abschloss, massiv Kunden verloren haben (ich hatte es 2024 dr\u00fcben im 50 Plus-Blog im Beitrag\u00a0<a href=\"https:\/\/borncity.com\/senioren\/2024\/11\/13\/kundenschwund-bei-vodafone-kabelnetz\/\" target=\"_blank\" rel=\"bookmark noopener\">Kundenschwund bei Vodafone im Kabelnetz<\/a> angesprochen). Hier versuchen die Anbieter bei potentiellen Kunden \u00fcber die Schiene \"Schwarzseher\" an Abonnements zu kommen. D\u00fcrfte aber bei Haushaltsmitgliedern innerhalb einer Wohnung schwierig werden.<\/p>\n<p>In diesem Bereich gibt es den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/P%C3%BFur\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anbieter P\u00ffur<\/a>, eine Marke der\u00a0<a title=\"\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tele_Columbus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tele Columbus AG<\/a>, \u00fcber den Dienstleistungsprodukte wie Kabelanschl\u00fcsse (mit Pay-TV und Fremdsprachenpaketen), Internet und Telefon sowie Triple Play f\u00fcr Gesch\u00e4fts- und Privatkunden angeboten werden. Der Markenname soll laut eigener Aussage\u00a0<i>Menschlichkeit,<\/i>\u00a0<i>Leistung und Einfachheit<\/i> ausdr\u00fccken, schreibt die Wikipedia. Genau um diesen Anbieter geht es nachfolgend.<\/p>\n<h2>Nettes P\u00ffur-Schreiben an \"die Ehefrau\"<\/h2>\n<p>Blog-Leser Axel L. hat seit einem Jahr einen neuen Tarif 1000 Mb\/s mit Android TV beim Anbieter P\u00ffur. Es wurde ihm eine App (Handy, Tablet) versprochen, die nun nach einem Jahr funktionsf\u00e4hig ist. Zudem wurde eine Aufnahmefunktion auf Android TV versprochen, was bis heute nicht funktioniert. Der Support sei etwas tr\u00e4ge, die Leitung an sich ist stabil und schnell (2 \u2013 3 Ausf\u00e4lle in den letzten 10 Jahren), also in Summe f\u00fcr deutsche Verh\u00e4ltnisse recht solide, umrei\u00dft der Leser seine Erfahrungen. W\u00e4re alles kein Thema, um mich zu kontaktieren.<\/p>\n<p>Der Blog-Leser schickte mir die Tage aber eine E-Mail, weil folgendes Schreiben des Anbieters P\u00ffur per Post eingetrudelt ist. Der Anbieter schreibt \u00fcber eine TV-Programmanpassung, mittels der \"m\u00f6gliche Schwarzseher\" identifiziert werden sollen. Die Anpassung sollte die Woche, zum 27. Mai 2025, erfolgen. So weit, so merkw\u00fcrdig genug, denn der Anbieter behauptet, keinen aktiven Kabel-TV-Vertrag f\u00fcr die Person bzw. Wohnung gefunden zu haben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"P\u00ffur-Schreiben\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/KYM11YV0\/image.png\" alt=\"P\u00ffur-Schreiben\" width=\"580\" height=\"800\" \/><\/p>\n<p>Krude wird es, da das Schreiben an die Ehefrau im gleichen Haushalt ging und suggeriert, dass diese Person \"Schwarznutzerin\" sei k\u00f6nnte. Der Leser schrieb dazu, dass man den Sachverhalt bel\u00e4cheln oder thematisieren kann. Der Leser besitzt seit vielen Jahren einen Vertrag mit Pyur und Vor-Firmen. An der Adresse gibt es also einen TV-Kabelvertrag.<\/p>\n<p>Das Kernproblem: Das obige Anschreiben war namentlich an seine Frau und nicht an den Vertragsinhaber adressiert. Es ging auch nicht um ein Anschreiben an eine Wohngemeinschaft, einen Haushalt oder eine Familie etc., wo man ggf. vage eine Nutzung ohne Vertrag annehmen k\u00f6nnte und einfach mal nachfragt.<\/p>\n<p>Wenn das Schreiben also an die Ehefrau des Vertragsinhabers geht, stellen sich zwei grunds\u00e4tzliche Fragen. Wieso vermutet P\u00ffur eine Schwarznutzung? Familienmitglieder im eigenen Haushalt sollten doch eher keinen eigenen Vertrag ben\u00f6tigen, um Kabel-TV mit schauen zu d\u00fcrfen. W\u00e4re der erste Fail.<\/p>\n<p>Aber es gibt noch eine viel dr\u00e4ngendere Frage: Woher hat P\u00ffur die Daten der Ehefrau, die keinen Vertrag mit dem Anbieter besitzt. Und woher gibt es die Information, dass die Person \u00fcberhaupt TV-Inhalte beim P\u00ffur-Kabelanschluss nutzen kann? Das tangiert ja DSGVO-Belange.<\/p>\n<h2>Nachfrage beim Datenschutzbeauftragten<\/h2>\n<p>Der Leser hat daher mal an den P\u00ffur-Datenschutzbeauftragten (mit der E-Mail-Adresse \u201eMeineFrau\"@gmx.de) geschrieben, um die Quelle der Daten zu bekommen. Hier der Textausriss:<\/p>\n<blockquote><p>\u2026 ich habe heute ein Schreiben von Pyur erhalten und werde pers\u00f6nlich als m\u00f6gliche \u201eSchwarznutzerin\" diffamiert. Ich pers\u00f6nlich stehe in keinem Vertragsverh\u00e4ltnis mit Pyur und habe auch nie pers\u00f6nlich wissentlich in die Datenspeicherung eingewilligt.<\/p>\n<p>Daher w\u00fcrde es mich schon sehr interessieren, woher Pyur meine Adress- und Personendaten hat und welche Daten \u00fcber mich bei Pyur gespeichert sind. Wenn man den Aussagen vom Vertrieb Glauben schenken kann, wurden massenhaft solcher Schreiben verschickt. \u2026.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn die Information des Blog-Lesers zutrifft (und ich haben keinen Grund zu zweifeln), kam die Antwort des P\u00ffur-Datenschutzbeauftragten an \u201eIch\"@googlemail.com (obwohl die DSGVO-Anfrage von \u201eMeineFrau\"@gmx.de gestellt wurde). Und noch merkw\u00fcrdiger, die E-Mail-Adresse \u201eIch\"@googlemail.com wurde vom Vertragsinhaber bei P\u00ffur nirgendwo beim Anbieter hinterlegt &#8211; weder als Vertrags-, Weiterleitungs- noch Notfall (z.B. Passwortreset)-Mailadresse.<\/p>\n<p>Die Antwort des Datenschutzbeauftragten \"<em>\u2026 danke f\u00fcr Ihre Auskunftsanfrage. Wir teilen Ihnen mit, dass wir keine Sie betreffenden personenbezogenen Daten in unseren Systemen gespeichert haben. \u2026<\/em>\" l\u00e4sst mich nachdenklich zur\u00fcck.\u00a0Der Leser meint dazu: \"Wenn P\u00ffur also keine Adressdaten meiner Frau hat (wir wohnen nat\u00fcrlich im gleichen Haushalt, deshalb keine Schwarznutzerin), wie kommt dann der Name meiner Frau ins Adressfeld? Meiner Meinung nach liegen hier mehrere Dinge im Argen.\" Dem Leser geht es vor allem um das Thema Datenschutz.<\/p>\n<p>P\u00ffur hat sich in dieser Angelegenheit aus meiner Sicht selbst verraten. Es besteht der Verdacht, dass das Unternehmen umfangreiche Adressdatenbest\u00e4nde besitzt (m\u00f6glicherweise von Datenbrokern gekauft), um dort \u00fcber Adressabgleiche vermeintliche Schwarzseher zu identifizieren.<\/p>\n<p>Meiner Ansicht nach sollte der Leser eine offizielle DSGVO-Beschwerde an den zust\u00e4ndigen Landesdatenschutzbeauftragten absetzen, den Sachverhalt schildern und dann um Aufkl\u00e4rung bitten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Blog-Leser hat mich die Tage \u00fcber einen merkw\u00fcrdigen Vorfall informiert, der sowohl das Thema \"Schwarznutzung\" von Kabel-TV- oder Streaming-Inhalten streift, als auch ernsthafte Fragen zum Datenschutz und zur DSGVO aufwirft. 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