{"id":312950,"date":"2025-06-25T00:01:44","date_gmt":"2025-06-24T22:01:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=312950"},"modified":"2025-06-25T00:18:56","modified_gmt":"2025-06-24T22:18:56","slug":"vorsicht-vor-neuer-betrugs-kampagne-mit-mails-bgn-dgvu-juni-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/06\/25\/vorsicht-vor-neuer-betrugs-kampagne-mit-mails-bgn-dgvu-juni-2025\/","title":{"rendered":"Vorsicht vor neuer Betrugs-Kampagne mit Mails (BGN, DGVU) \u2013 Juni 2025"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/DNxhm89.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/>Warnung vor einer neuen Betrugskampagne mit Mails, die angeblich von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) oder der Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) stammen. Nach der Kampagne von April 2025 enth\u00e4lt die Betrugsmail nun zus\u00e4tzlich Drohungen mit Vollstreckung und Schufa-Eintrag samt Fake Vollstreckungstitel eines Gerichtsvollziehers.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Neue Betrugsmails im Namen der DGVU<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/7c68ad1f8c264fa68a619510a8f7018e\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Blog-Leser Markus hat mich gerade \u00fcber Facebook auf die neue Kampagne mit Betrugsmails hingewiesen, die im Juni 2025 l\u00e4uft. Er schrieb mir dazu, dass er mir \"eben einen Anhang geschickt habe\", der ihm die Woche zuging. Das Ganze sei schon sehr dreist gemacht, da ein Gerichtsvollzieher des f\u00fcr ihn zust\u00e4ndigen Amtsgericht benannt wurde.\u00a0 Weiterhin sieht er die Dreistigkeit als Bankverbindungen eine spanische Bank anzugeben und fragt, ob ich es im Blog und auf Facebook als Warnung f\u00fcr andere ver\u00f6ffentlichen k\u00f6nne.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/253wZtHp\/image.png\" alt=\"Betrugsmail im Namen der DGVU\" width=\"368\" height=\"800\" \/><\/p>\n<p>Obiger Screenshot zeigt die Mail, die dem Leser zuging. Der Text der Mail ist bekannt:\u00a0Angeblich f\u00fchrt die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) eine\u00a0 DGUV-Pr\u00e4ventionsmoduls 2025 verpflichtend ein. Es wird auf ein Informationsblatt und eine beiliegende Rechnung verwiesen, die unverz\u00fcglich f\u00e4llig sei.<\/p>\n<h2>Die Betrugskampagne von April 2025<\/h2>\n<p>Das Ganze ist auf den ersten Blick alter Wein in neuen Schl\u00e4uchen, hatte ich im April 2025 doch im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/04\/24\/vorsicht-vor-betrugs-mails-bgn-dgvu-april-2025\/\">Vorsicht vor Betrugs-Mails (BGN, DGVU) \u2013 April 2025<\/a> vor einer Betrugskampagne gewarnt. In der Kampagne wurde mit Betrugs-Mails, die angeblich von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) oder der Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) stammen, versucht, Opfer zur Zahlung einer angegebenen Summe zu \u00fcberlisten.<\/p>\n<p>Es ging damals auch um eine verpflichtende Einf\u00fchrung des DGUV-Pr\u00e4ventionsmoduls 2025. Der Empf\u00e4nger sollte die beiliegende Rechnung pr\u00fcfen und begleichen. Die Details lest ihr im oben verlinkten Blog-Beitrag nach.<\/p>\n<h2>Ungereimtheiten in neuer Rechnung (Juni 2025)<\/h2>\n<p>Jetzt findet sich in der Mail die nachfolgend gezeigte Fake-Rechnung, die gegen\u00fcber April 2025 ver\u00e4ndert wurde. So wurden die Rechnungsbeitr\u00e4ge erh\u00f6ht, statt 362,21 Euro Netto wird das \"Pr\u00e4sentationsmodul\" mit 508,72 Euro Netto aufgef\u00fchrt. Hinzu kommen \"Mahngeb\u00fchren\" in H\u00f6he von 36,77 Euro, so dass die \"Rechnung\" auf 642,15 Euro angewachsen ist. Aus Sicht der Betr\u00fcger logisch &#8211; dazu gleich mehr &#8211; aus meiner Sicht arg fehlerhaft.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/vH2BqSYH\/image.png\" alt=\"Fake-Rechnung im Namen der BGN\" width=\"640\" height=\"737\" \/><\/p>\n<p>Dem erbsenz\u00e4hlenden Blogger f\u00e4llt sofort auf, dass das \"Pr\u00e4sentationsmodul\" exkl. MwSt. und mit einem MwSt-Satz von 19 % gelistet wird. Aber der Netto-Betrag wird mit der \"Mahngeb\u00fchr\" zur Zwischensumme addiert. Auf diese Zwischensumme wird dann 19 % MwSt zugeschlagen. Irgendwo ist die KI oder die Beratung der Betr\u00fcger noch nicht wirklich fit. Bei Mahngeb\u00fchren steht keine Leistung gegen\u00fcber, ergo sind diese nicht Umsatzsteuer-f\u00e4hig. Die Rechnung w\u00e4re also bereits steuerlich falsch &#8211; gut, als Freiberufler schaust Du auf so etwas &#8211; und eine gute Buchhalterin wird das auch wissen.<\/p>\n<p>Was in obigem Schreiben noch auff\u00e4llt, ich habe es rot eingekreist, ist die schlampige Umsetzung der Adressdaten, in denen die Umlaute fehlen (ich habe die identifizierenden Teile der Empf\u00e4ngeradresse in der Abbildung unkenntlich gemacht). Aber der Brief, der mir im Original vorliegt, zeigt, dass die Betr\u00fcger im Ausland sitzen und Umlaute dort eher unbekannt sind (oder die Datenbank mit der Empf\u00e4ngerdatenbasis wurde entsprechend verhunzt, so dass Umlaute verloren gingen). Es ist, wie es ist, die Absender m\u00fcsste man, so man diesen habhaft wird, alleine daf\u00fcr separat verpr\u00fcgeln. Absolut schlampige Arbeit abliefern und daf\u00fcr auch noch Geld kassieren wollen, geht schon mal gar nicht.<\/p>\n<p>Aber es gibt noch einen Punkt, der jedem Menschen mit Prokura oder Befugnis, Rechnungen zu begleichen, auffallen sollte: Die deutschen Beh\u00f6rden werden niemals ein Bankkonto bei einer Zielbank in Spanien unterhalten &#8211; da sollten sofort alle roten Lampen \"Betrug, Betrug\" angehen. Auf diesen Sachverhalt hatte ich auch schon in dem oben verlinkten Beitrag von April 2025 hingewiesen.<\/p>\n<h2>Betrugsmails mit\u00a0Druck per Social Engineering<\/h2>\n<p>Neu ist in der Kampagne von Juni 2025 auch, dass nun gezielt Druck auf die Empf\u00e4nger aufgebaut wird. Einerseits weist die Rechnung den oben erw\u00e4hnten, erh\u00f6hten Rechnungsbetrag, sowie die \"Mahngeb\u00fchr\" sowie eine sofortige F\u00e4lligkeit auf. Der Mail liegt dann aber noch das nachfolgend abgebildete \"Informationsblatt\" bei, in dem mit \"Letzte Zahlungsaufforderung &#8211; Vollstreckung &amp; SCHUFA-Eintrag ohne weitere Ank\u00fcndigung\" gedroht wird.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/6QJWp1Bc\/image.png\" alt=\"Betrugsmail im Namen der DGVU\" width=\"640\" height=\"711\" \/><\/p>\n<p>Ist nat\u00fcrlich \"starker Tobak\", wenn das Ganze juristisch auch nassem Schie\u00dfpulver entspricht. Es handelt sich aber um einen klassischen Social Engineering-Ansatz, mit dem Stress beim Empf\u00e4nger aufgebaut werden soll, um Sorgfaltspflichten bei der Pr\u00fcfung zu torpedieren. Selbstverst\u00e4ndlich sind die Aussagen in obigem Informationsblatt Schall und Rauch.<\/p>\n<p>Aber die Urheber der\u00a0Kampagne werden noch dreister, denn der Mail liegt auch ein gef\u00e4lschter Bescheid eines Gerichtsvollziehers mit einem angeblichen Titel zur Zwangsvollstreckung bei.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/qMBfhJdz\/image.png\" alt=\"Gef\u00e4lschtes Schreiben des Gerichtsvollziehers\" width=\"640\" height=\"656\" \/><\/p>\n<p>Mir liegt das Original des Schreibens vor, aus dem man schlie\u00dfen kann, dass die Betr\u00fcger die zust\u00e4ndigen Gerichtsvollzieher am Firmensitz des Empf\u00e4ngers recherchiert haben. Die Adresse des IT-Dienstleisters und der Gerichtsvollzieher k\u00f6nnten auf den ersten Blick stimmen. Nur einem erbsenz\u00e4hlenden Blogger, der zuf\u00e4llig in dieser Ecke wohnt, fallen Unstimmigkeiten auf. Das Amtsgericht Frankfurt kann f\u00fcr den mir bekannten Empf\u00e4nger nicht zust\u00e4ndig sein, also passt der genannte Obergerichtsvollzieher (gibt es wirklich in Deutschland, h\u00e4tte es spontan in \u00d6sterreich verortet) auch nicht. Die im Schreiben genannte Person (hier verschleiert) gibt es wirklich &#8211; diese ist Gerichtsvollzieher, allerdings einem anderen Amtsgericht zugeordnet, w\u00e4re aber f\u00fcr den Ort des Empf\u00e4ngers zust\u00e4ndig. Sucht man im Internet, st\u00f6\u00dft man auf<a href=\"https:\/\/www.maler-lackierer-bayern.de\/aktuell\/nachricht\/artikel\/immer-neue-betrugsversuche-im-namen-der-berufsgenossenschaften-nicht-zahlen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> diese aktuelle Warnung<\/a> des Bayerischen Landesinnungsverbands des Maler- und Lackiererhandwerks, in dem die Masche ebenfalls thematisiert wird.<\/p>\n<p>Fazit: Die neue Betrugskampagne nutzt viele Social Engineering-Elemente, um Druck auf die potentiellen Opfer aufzubauen. Die T\u00e4ter haben einigen Aufwand getrieben, um die Empf\u00e4ngerdatenbank mit potentiellen Gerichtsstandorten und Gerichtsvollziehern in Einklang zu bringen. Bei genauem Hinschauen, enth\u00e4lt die Kampagne aber haarstr\u00e4ubende Fehler &#8211; so ganz spontan w\u00fcrde ich vom Bauchgef\u00fchl her vermuten, dass da eine KI mit gewerkelt hat. Aber sp\u00e4testens eine vorgebliche Rechnung einer deutschen Berufsgenossenschaft, die die \u00dcberweisung der Summe zu einer Bank in Spanien\u00a0 fordert, sollte alle Alarmglocken l\u00e4uten lassen. Trotzdem vielleicht die Buchhaltung in euren Unternehmen diesbez\u00fcglich informieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warnung vor einer neuen Betrugskampagne mit Mails, die angeblich von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) oder der Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) stammen. 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