{"id":317571,"date":"2025-10-28T17:38:02","date_gmt":"2025-10-28T16:38:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=317571"},"modified":"2025-10-28T20:04:25","modified_gmt":"2025-10-28T19:04:25","slug":"steigende-cyber-attacken-auf-die-fertigungsindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/10\/28\/steigende-cyber-attacken-auf-die-fertigungsindustrie\/","title":{"rendered":"Steigende Cyber-Attacken auf die Fertigungsindustrie"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Sicherheit_klein.jpg\" alt=\"Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)\" width=\"200\" align=\"left\" \/>Die Fertigungsindustrie ger\u00e4t wohl immer mehr ins Visier von Cyber-Kriminellen. Check Point Research stellt steigende Fallzahlen von Angriffen fest. F\u00fchrungskr\u00e4fte sollten sich mit diesem Trend auseinandersetzen, denn Cyber-Sicherheit ist kein exklusives Thema mehr, welches man seiner IT-Abteilung \u00fcberl\u00e4sst.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/49006549d57d4d5991cbac452abd69d3\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Laut Check Point Research schenkten Angreifer dem Bereich Fertigungsindustrie in der Vergangenheit weniger Beachtung. Denn es gab anderen Branchen (z.B. Finanzindustrie),\u00a0 mehr zu holen, denn diese sind mehr von Daten abh\u00e4ngig. Nun deutet sich nach neuesten Zahlen ein Paradigmenwechsel der Angreifer an.<\/p>\n<p>Fertigungsanlagen st\u00e4nden mittlerweile regelrecht im Kreuzfeuer aus Ransomware, geopolitischen Konflikten und globalen Lieferkettenangriffen, hei\u00dft es vom Check Point-Sicherheitsteam. F\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte hei\u00dft das, dass Cyber-Sicherheit kein exklusives IT-Thema mehr ist. Sie zu vernachl\u00e4ssige, bedeutet, ein zentrales Gesch\u00e4ftsrisiko einzugehen, das sich direkt auf den Umsatz, die Widerstandsf\u00e4higkeit und den Ruf des Unternehmens auswirkt.<\/p>\n<h2>Die Kosten von Ausfallzeiten<\/h2>\n<p>Im Jahr 2025 war ein Fertigungsbetrieb laut Check Point im Durchschnitt 1585 w\u00f6chentlichen Cyber-Angriffen ausgesetzt. Das entspricht einem Anstieg von 30 Prozent im Vergleich zu 2024.<\/p>\n<ul>\n<li>Lateinamerika und APAC waren die am st\u00e4rksten betroffenen Regionen. Taiwan stellte mit durchschnittlich 5100 w\u00f6chentlichen Angriffen das am st\u00e4rksten betroffene Land dar.<\/li>\n<li>Europa verzeichnete das schnellste Wachstum und beinhaltet sechs der zehn L\u00e4nder (Niederlande, Spanien, Schweden, T\u00fcrkei, Schweiz, \u00d6sterreich), in denen das Angriffsvolumen auf das verarbeitende Gewerbe am st\u00e4rksten zunahm.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Cyber-Kriminelle wissen, dass jede Stunde Produktionsstillstand ein Unternehmen Millionen von Euro kosten kann. Aus diesem Grund stellt die industrielle Fertigung f\u00fcr Ransomware-Gruppen ein Hauptziel dar: Sie m\u00fcssen keine sensiblen Kundendaten stehlen, wenn sie den Betrieb einfach stilllegen und eine Zahlung verlangen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das sind keine Katastrophenszenarien, sondern reale Gefahren, wie diese aktuellen F\u00e4lle zeigen:<\/p>\n<ul>\n<li>Clorox (2023): Ein Ransomware-Angriff legte den Betrieb lahm und f\u00fchrte zu Quartalsverlusten in H\u00f6he von 356 Millionen US-Dollar.<\/li>\n<li>Nucor (2025): Der gr\u00f6\u00dfte Stahlproduzent Nordamerikas war nach einem Cyber-Angriff gezwungen, die Produktion einzustellen.<\/li>\n<li>Sensata Technologies (2025): Ein Ransomware-Vorfall legte den Versand und die Produktion lahm, verz\u00f6gerte die Auftragsabwicklung und belastete die Kundenbeziehungen.<\/li>\n<li>Schumag AG (2024): Anhaltende Ransomware-St\u00f6rungen zwangen den deutschen Hersteller schlie\u00dflich in die Insolvenz.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In obiger Auflistung fehlt Jaguar Landrover in Gro\u00dfbritannien, die Ende August 2025 Opfer eines Ransomware-Angriffs wurden und bis Anfang Oktober nicht arbeitsf\u00e4hig waren, der Schaden muss in die (2) Milliarden gehen.<\/p>\n<p>Abgesehen von den direkten finanziellen Auswirkungen haben Ransomware-Angriffe oft kaskadierende Effekte: Verlust des Kundenvertrauens, gebrochene Vertr\u00e4ge, verz\u00f6gerte Innovationen und versch\u00e4rfte beh\u00f6rdliche Kontrollen. F\u00fcr viele Hersteller ist der Schaden am Ruf und der langfristigen Wettbewerbsf\u00e4higkeit genauso kostspielig wie der Sicherheitsvorfall selbst.<\/p>\n<h2>Lieferketten: Das schw\u00e4chste Glied<\/h2>\n<p>Hersteller arbeiten nicht in Isolation. Mit weit verzweigten Lieferantennetzwerken, globalen Partnern und der Abh\u00e4ngigkeit von IoT\/OT-Systemen ist jede Verbindung ein potenzieller Einstiegspunkt f\u00fcr Angreifer. Kriminelle Gruppen haben sich mittlerweile darauf spezialisiert, gestohlene Zugangsdaten zu Produktionsnetzwerken zu verkaufen. Das er\u00f6ffnet Ransomware-Akteuren den direkten Weg ins Unternehmensinnere. Ein einziger schwach abgesicherter Zulieferer oder ein ungesichertes IoT-Ger\u00e4t kann der Dominostein sein, der eine Produktionslinie zum Kippen bringt.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen gehen weit \u00fcber ein einzelnes Unternehmen hinaus. Kompromittierungen der Lieferkette k\u00f6nnen ganze Branchen st\u00f6ren, Lieferungen verz\u00f6gern und das Vertrauen der Kunden untergraben. F\u00fcr Hersteller, die auf Just-in-Time-Lieferungen und Effizienz angewiesen sind, k\u00f6nnen selbst kurze Unterbrechungen den Umsatz, die Kundentreue und den Ruf der Marke nachhaltig sch\u00e4digen.<\/p>\n<h2>Jenseits von Cyber-Kriminalit\u00e4t: Geopolitik am Werkstor<\/h2>\n<p>Staatlich unterst\u00fctzte Angreifer haben es zunehmend auf Hersteller abgesehen, um geistiges Eigentum zu stehlen und strategische Ziele zu sabotieren. In den letzten zwei Jahren wurden Entw\u00fcrfe f\u00fcr Drohnen, fortschrittliche Auto-Designs und Milit\u00e4r-Technologien gestohlen. Gleichzeitig st\u00f6ren politisch motivierte Hacktivisten die Lieferketten von Herstellern in den Bereichen Verteidigung, Energie und anderer kritischer Infrastruktur (KRITIS).<\/p>\n<p>Die Auswirkungen gehen \u00fcber unmittelbare Verluste hinaus. Der Diebstahl von geistigem Eigentum kann einen hart erarbeiteten Wettbewerbsvorteil \u00fcber Jahre hinweg untergraben. Gleichzeitig ziehen Produktionsunterbrechungen ganze Volkswirtschaften und kritische Lieferketten in Mitleidenschaft. Diese Vorf\u00e4lle machen deutlich, dass die Sicherheit in der Fertigung nicht nur eine technische Frage ist, sondern eine der nationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit und der wirtschaftlichen Stabilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Geopolitische Spannungen, von Handelsstreitigkeiten bis hin zu regionalen Konflikten, verst\u00e4rken diesen Trend. Die Hersteller geraten immer h\u00e4ufiger zwischen die Fronten und werden nicht nur aus Profitgr\u00fcnden angegriffen, sondern auch als Schachfiguren in umfassenderen politischen Auseinandersetzungen. F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen sich dar\u00fcber im Klaren sein, dass ihre Unternehmen Risiken ausgesetzt sein k\u00f6nnen, die ihren Ursprung weit au\u00dferhalb traditioneller gesch\u00e4ftlicher \u00dcberlegungen haben.<\/p>\n<h2>Tipps zur Priorit\u00e4tensetzung f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte<\/h2>\n<p>Verantwortliche im verarbeitenden Gewerbe k\u00f6nnen sich eine reaktive Haltung nicht leisten. Um Betrieb, Umsatz und Ruf zu sch\u00fctzen, sollten F\u00fchrungskr\u00e4fte aus Perspektive der IT-Sicherheit &#8211; laut Check Point &#8211; die folgenden Priorit\u00e4ten setzen:<\/p>\n<h3>Widerstandsf\u00e4higkeit in den Betrieb integrieren<\/h3>\n<p>Ausfallzeiten als Risiko m\u00fcssen auf Vorstandsebene betrachtet werden. Kontinuit\u00e4tspl\u00e4ne sollten regelm\u00e4\u00dfig getestet werden, und Wiederherstellungszeiten sind in Stunden und nicht in Wochen zu messen.<\/p>\n<h3>Lieferketten absichern<\/h3>\n<p>Cyber-Sicherheitsstandards m\u00fcssen bei Anbietern und Partnern durchgesetzt werden. Einblicke in Zugangspunkte und Risiken Dritter sind daher unabdinglich.<\/p>\n<h3>Geistiges Eigentum sch\u00fctzen<\/h3>\n<p>Cyber-Angriffe auf die Fertigungsindustrie sind nicht mehr zuf\u00e4llig, sondern vors\u00e4tzlich, strategisch und oft geopolitisch motiviert. Dies erfordert Investitionen in nachrichtendienstlich gest\u00fctzte Verteidigungsma\u00dfnahmen sowie Strategien zur Krisenkommunikation. Geistiges Eigentum gilt dabei als Hauptziel f\u00fcr staatliche Akteure. Investitionen in \u00dcberwachung, fortschrittliche Erkennung und Verhinderung von Datenverlusten sind essentiell.<\/p>\n<h3>Pr\u00e4ventive Verteidigung st\u00e4rken<\/h3>\n<p>\u00dcber die blo\u00dfe Einhaltung von Vorschriften hinaus sollte eine Strategie verfolgt werden, die Pr\u00e4vention in den Mittelpunkt stellt, um die Wahrscheinlichkeit von St\u00f6rungen im Vorfeld zu reduzieren.<\/p>\n<p>F\u00fchrungskr\u00e4fte, die diese Priorit\u00e4ten ber\u00fccksichtigen, verteidigen sich nicht nur gegen aktuelle Bedrohungen, sondern sichern sich zugleich einen Wettbewerbsvorteil. In einer Branche, in der Betriebszeit, Vertrauen und Innovation den Marktanteil bestimmen, wird Ausfallsicherheit zu einem entscheidenden Unterscheidungsmerkmal.<\/p>\n<h2>Schlussfolgerung von Check Point<\/h2>\n<p>Cyber-Bedrohungen f\u00fcr die Fertigungsindustrie nehmen an Umfang und Auswirkungen zu. Die Branche ist in besonderer Weise gef\u00e4hrdet, da sie mit veralteten Systemen, vernetzten Lieferketten und einer geringen Toleranz gegen\u00fcber Ausfallzeiten zu k\u00e4mpfen hat. F\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte ist die Botschaft klar: Cyber-Resilienz ist jetzt ein Wettbewerbsvorteil. Diejenigen, die heute entschlossen handeln, sch\u00fctzen nicht nur ihre Produktionslinien, sondern auch die Zukunft ihres Unternehmens.<\/p>\n<p>Der vollst\u00e4ndige\u00a0<a href=\"https:\/\/engage.checkpoint.com\/2025-cpr-manufacturing-report\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Manufacturing Security Report 2025<\/a> mit Daten, Trends und Fallstudien l\u00e4sst sich bei Check Point, nach Angabe einer E-Mail-Adresse, herunterladen. Beachtet dabei die Diskussion in den Kommentaren und meinen Hinweis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fertigungsindustrie ger\u00e4t wohl immer mehr ins Visier von Cyber-Kriminellen. 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