{"id":318712,"date":"2025-11-28T13:48:50","date_gmt":"2025-11-28T12:48:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=318712"},"modified":"2025-11-28T19:56:58","modified_gmt":"2025-11-28T18:56:58","slug":"asahi-cybervorfall-kein-bier-bis-2026-aber-191-millionen-daten-abgeflossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/11\/28\/asahi-cybervorfall-kein-bier-bis-2026-aber-191-millionen-daten-abgeflossen\/","title":{"rendered":"Asahi-Cybervorfall: Kein \"Bier\" bis 2026; aber 1,91 Millionen Daten abgeflossen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Sicherheit_klein.jpg\" alt=\"Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)\" width=\"200\" align=\"left\" \/>Der japanische Bierbrauer Asahi ist im September 2025 Opfer einer Ransomware-Infektion geworden. So langsam werden die Folgen sichtbar, wie die Unternehmensf\u00fchrung zum 27. November 2025 bekannt gab (danke an den Leser f\u00fcr den Hinweis). Die Produktion bzw. Auslieferung von Bier, anderen Getr\u00e4nken und Lebensmitteln wird erst im Februar 2026 st\u00f6rungsfrei laufen. Und es sind 1,91 Millionen Daten (teilweise pers\u00f6nliche Kundendaten) abgeflossen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>R\u00fcckblick auf den Asahi-Cybervorfall<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/6418eea5bb8848eaa938d68b06df9099\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Ich hatte zum 30. September 2025 im\u00a0<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/09\/30\/japans-bier-brauer-ashai-opfer-eines-cyberangriffs\/\">Japans Bier-Brauer Ashai Opfer eines Cyberangriffs<\/a> sowie\u00a0Anfang Oktober 2025 im Blog-Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/10\/05\/cybervorfaelle-asahi-bonify-renault-dacia-oracle-salesforce\/\" rel=\"bookmark\">Cybervorf\u00e4lle: Asahi, Bonify, Renault &amp; Dacia, Oracle, Salesforce<\/a> \u00fcber den Cybervorfall bei Asahi berichtet. Die Asahi Group Holdings, ist ein globales Unternehmen mit Sitz in Japan und vertreibt Bier, Spirituosen, Softgetr\u00e4nke und Lebensmittel.<\/p>\n<p>Asahi, eine der gr\u00f6\u00dften Bierbrauereien in Japan, war Opfer eines erfolgreichen Cyberangriffs geworden. Auf Grund dieses Angriffs mussten alle Auslieferungen gestoppt werden \u2013 Bestellungen waren auch nicht mehr m\u00f6glich. In einer\u00a0<a href=\"https:\/\/www.asahigroup-holdings.com\/en\/newsroom\/detail\/20250929-0202.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mitteilung<\/a>\u00a0vom 29. September 2025 best\u00e4tigt die Asahi Group Holdings, Ltd., dass man derzeit von einem Systemausfall betroffen sei, der durch einen Cyberangriff verursacht wurde und den Betrieb in Japan beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<h2>Das Ausma\u00df wird deutlicher<\/h2>\n<p>In einer Stellungnahme w\u00e4hrend einer Pressekonferenz am 27. November 2025 <a href=\"https:\/\/www.asahi.com\/ajw\/articles\/16184778\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">entschuldigte<\/a> sich Atsushi Katsuki, Pr\u00e4sident der Asahi Group Holdings Ltd., f\u00fcr die seit September 2025 immer noch andauernden Beeintr\u00e4chtigungen des Gesch\u00e4ftsbetriebs. Laut Atsushi Katsuki strebt das japanische\u00a0Unternehmen die vollst\u00e4ndige Normalisierung der Logistikabl\u00e4ufe an. Bisher gibt es Unterbrechungen bei der Lieferung von Bier, anderen Getr\u00e4nken und Lebensmitteln. Das ist bereits ein heftiger Schlag ins Kontor.<\/p>\n<p>Laut Asahi sind die Untersuchungen des Cybervorfalls abgeschlossen. Auf der Pressekonferenz gab Katuski auch bekannt, dass mit Stand 27. November 2025 davon auszugehen ist, dass potentiell 1,914 Millionen Daten, darunter 1,525 Millionen personenbezogene Daten wie Kundennamen, Geschlecht, Adressen und Telefonnummern, durch die Angreifer abgezogen wurden.<\/p>\n<p>Es wurde best\u00e4tigt, dass der IT-Ausfall vom 29. September 2025 durch einen\u00a0Cyberangriff verursacht wurde, zu der sich die Ransomware-Gruppe Qilin bekannte. Die IT des Unternehmens war laut Atsushi Katsuki \u00fcberzeugt, dass man die notwendigen und ausreichenden Ma\u00dfnahmen gegen Cyberangriffe getroffen habe.<\/p>\n<p>Etwa zehn Tage vor dem Systemausfall drangen externe Angreifer \u00fcber Netzwerkger\u00e4te, die sich in einer Einrichtung innerhalb des Unternehmens befanden, in das Netzwerk des Unternehmens ein.\u00a0Danach gelang es Qilin in das Asahi-Rechenzentrum einzudringen, Passw\u00f6rter zu stehlen und den Administratorzugang zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>\u00dcbersetzt hei\u00dft dies, dass die Angreifer mutma\u00dflich durch einen Brute-Force-Angriff oder eine Schwachstelle einen Netzwerkzugang kapern und sich dann im Netzwerk umsehen konnten. Dann fanden sie auf Rechnern im Netzwerk gespeicherte Administrator-Zugangsdaten und hatten quasi den Generalschl\u00fcssel zum Datenzugriff.<\/p>\n<p>Es wird angenommen, dass die Cyberkriminellen dieses Konto wiederholt nutzten, um auf Server zuzugreifen und Erkundungen durchzuf\u00fchren. Der Vorfall habe gelehrt, so der Asahi-Chef, dass die Angreifer sehr raffiniert und fortschrittlich vorgegangen seien. Man m\u00fcssen im Unternehmen sein Risikomanagement weiter verbessern.<\/p>\n<p>Katsuki sagte, das Unternehmen habe keinen Kontakt zu der T\u00e4tergruppe gehabt und weder direkte Drohungen erhalten noch L\u00f6segeld gezahlt. Laut Asahi-Chef habe die\u00a0Verhinderung weiterer Sch\u00e4den Vorrang vor den Wiederherstellungs- und Reparaturarbeiten gehabt.<\/p>\n<p>Seit Ende September 2025 mussten die meisten der rund 30 inl\u00e4ndischen Produktionsst\u00e4tten von Asahi, die Bier, Getr\u00e4nke und Lebensmittel herstellen, Bestellungen, Produktion und Lieferungen einstellen. Fluch einer durchg\u00e4ngigen Digitalisierung. Aktuell\u00a0bearbeiten Asahi Mitarbeiter die Bestellungen manuell, und die Produktion wurde nur teilweise wieder aufgenommen.<\/p>\n<p>Die Bierbrauer Kirin, Suntory und Sapporo konnten als Wettbewerber zwar ihren Umsatz steigern.\u00a0Diese drei Unternehmen haben aber Schwierigkeiten, eine stabile Versorgung\u00a0 mit Bier sicherzustellen. Daher haben auch diese Anbieter Versandbeschr\u00e4nkungen verh\u00e4ngt und den Verkauf von Bierprodukten f\u00fcr Jahresendgeschenke ausgesetzt.<\/p>\n<p>Plastisch ausgedr\u00fcckt: Japan sitzt zum Jahresende auf dem Trockenen. Ich wei\u00df nicht, wie es heute ist. Aber bei meinen Arbeitsaufenthalten in Japan, Anfang der 90er Jahre, war Asahi-Bier das Getr\u00e4nk, was &#8211; neben Sake &#8211; allgegenw\u00e4rtig war. Der Vorfall d\u00fcrfte also einer mittleren Katastrophe gleichkommen &#8211; da ger\u00e4t der Datenabfluss zur Nebensache (nur um der Frage \"wei\u00df nicht, was schlimmer ist, kein Bier oder Daten weg?\" des Lesers, der den Tipp gab, zu beantworten.<\/p>\n<h2>Die Kosten von Cybervorf\u00e4llen<\/h2>\n<p>Der obige Vorfall d\u00fcrfte den Bierbrauer einige Millionen Euro an Verlusten eingefahren haben und noch einfahren. Jaguar Land Rover hatte Ende August 2025 ebenfalls einen Cybervorfall (siehe <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/09\/24\/datenabfluss-bei-stellantis-cyberangriff-auf-jaguar-land-rover-kfz-cyber-sicherheit\/\" rel=\"bookmark\">Datenabfluss bei Stellantis; Cyberangriff auf Jaguar Land Rover; KFZ-Cyber-Sicherheit<\/a>). Dort stand die Produktion von August bis zum Oktober 2025 f\u00fcr sechs Wochen. Am Ende des Tages hat es das Unternehmen 1,9 Milliarden britische Pfund gekostet (<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/jaguar-cyberangriff-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">siehe<\/a>). Das war der teuerste Cybervorfall der britischen Geschichte.<\/p>\n<p>Die Tage hat Panaseer seinen j\u00e4hrlichen<a href=\"https:\/\/resources.panaseer.com\/reports\/2026-security-leaders-peer-report\/executive-summary\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Security Leaders Peer Report<\/a> ver\u00f6ffentlicht, aus dem hervorgeht, dass aufgrund von Vers\u00e4umnissen Vorf\u00e4lle bei der Cybersicherheit die FTSE100- und Fortune-500-Unternehmen j\u00e4hrlich mehr als 7 Milliarden US-Dollar kosten. Dies f\u00fchrt dazu, dass 65 % der Sicherheitsverantwortlichen bef\u00fcrchten, von ihren Arbeitgebern im Stich gelassen zu werden.<\/p>\n<h3>Problem sind Verletzung von Vorschriften<\/h3>\n<p>Die Umfrage unter 400 Sicherheitsverantwortlichen (SDMs) aus den USA und Gro\u00dfbritannien findet vor einem volatilen Hintergrund statt, in dem gro\u00dfe Angriffe \u2013 wie auf Jaguar Land Rover und Ingram Micro \u2013 und versch\u00e4rfte Vorschriften den Druck auf Sicherheitsverantwortliche weltweit erh\u00f6hen.\u00a0Die Studie zeigt Folgendes:<\/p>\n<ul>\n<li>Im vergangenen Jahr waren 84 % der Unternehmen von einem Cybervorfall bzw. Cybersicherheitsverletzung betroffen, der durch Vers\u00e4umnisse bei der Sicherheitskontrolle, -richtlinie oder -governance verursacht oder verschlimmert wurde. Im Jahr 2024 waren es noch 61 %.<\/li>\n<li>Bei 75 % der Vorf\u00e4lle wurden zwei oder mehr Kontrollvers\u00e4umnisse ausgenutzt, wobei diese toxischen Kombinationen die Auswirkungen der Verst\u00f6\u00dfe noch verschlimmerten.<\/li>\n<li>64 % der Befragten geben zu, dass Angreifer bestehende Kontrollen oder Tools umgangen haben, von denen sie glaubten, dass sie Verst\u00f6\u00dfe \"h\u00e4tten verhindern m\u00fcssen\", w\u00e4hrend 77 % bef\u00fcrchten, dass sich KI-gesteuerte Bedrohungen schneller entwickeln, als sie reagieren k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei einem mittleren j\u00e4hrlichen Budget f\u00fcr Cybersicherheit in H\u00f6he von 19,3 Millionen US-Dollar pro Unternehmen und gesch\u00e4tzten mittleren Kosten von 14 Millionen US-Dollar f\u00fcr die Folgen von Cybervorf\u00e4llen verloren Unternehmen fast drei Viertel (73 %) ihrer Sicherheitsausgaben f\u00fcr 2025 aufgrund versteckter L\u00fccken in ihren t\u00e4glichen Abwehrma\u00dfnahmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der japanische Bierbrauer Asahi ist im September 2025 Opfer einer Ransomware-Infektion geworden. 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