{"id":319010,"date":"2025-12-07T00:04:29","date_gmt":"2025-12-06T23:04:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.borncity.com\/blog\/?p=319010"},"modified":"2025-12-07T07:41:46","modified_gmt":"2025-12-07T06:41:46","slug":"mit-studie-chatgpt-bzw-llm-nutzung-und-gehirn-aktivitaeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/12\/07\/mit-studie-chatgpt-bzw-llm-nutzung-und-gehirn-aktivitaeten\/","title":{"rendered":"MIT-Studie: \"ChatGPT\"- bzw. LLM-Nutzung und Gehirn-Aktivit\u00e4ten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline; float: left; border-width: 0px;\" title=\"Edge\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-4.png\" alt=\"Copilot\" width=\"95\" height=\"91\" align=\"left\" border=\"0\" \/>Es ist eine Studie des Massachussets Institutes of Technology (MIT) zur Frage \"wie beeinflusst die LLM-Nutzung unsere Gehirn-Aktivit\u00e4ten, die im Sommer erschienen ist und Debatten ausl\u00f6ste. Das Ergebnis in einem Satz: \"ChatGPT &amp; Co. machen das Gehirn fauler und lassen die kognitiven Leistungen sinken &#8211; und das h\u00e4lt nach dem Absetzen der LLM-Nutzung an\". Es bedarf aber noch weiterer Forschungen, um die Zusammenh\u00e4nge zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Die MIT ChatGPT-Gehirn-Scan-Studie<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/6951a25670c14c228b6059729a7447a0\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Im\u00a0 Juni 2025 wurde eine Studie des MIT in Nature <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/d41586-025-02005-y\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ver\u00f6ffentlicht<\/a> (nicht frei abrufbar, die arxiv.org-Fassung ist aber <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/pdf\/2506.08872v1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">als PDF<\/a> frei abrufbar), die die Nutzung des Gehirns von Probanden mit und ohne ChatGPT-Nutzung mittels Gehirn-MRT-Scans untersuchte. Die Studie fragte: \"Ver\u00e4ndert die Nutzung von ChatGPT Ihre Gehirnaktivit\u00e4t?\" und kam zum Schluss, dass dies zutrifft. Das Ergebnis, soweit man es im Nature-Artikel im Anrei\u00dfertext lesen kann, lautet: Das Gehirn von Menschen, die einen Aufsatz mit ChatGPT schreiben, ist weniger aktiv als das von Menschen, denen die Verwendung von Online-Tools f\u00fcr diese Aufgabe untersagt ist. Die Untersuchung des MIT war Teil einer breiter angelegten Bewegung, die untersuchen will, ob k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) uns kognitiv tr\u00e4ge macht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/x.com\/ShiningScience\/status\/1996391504441410002\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"MIT ChatGPT Gehirn-Studie\" src=\"https:\/\/i.postimg.cc\/mZ398S6m\/image.png\" alt=\"MIT ChatGPT Gehirn-Studie\" width=\"535\" height=\"555\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ist seinerzeit an mir vorbei gegangen &#8211; ich bin die Woche \u00fcber obigen <a href=\"https:\/\/x.com\/ShiningScience\/status\/1996391504441410002\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tweet<\/a> auf den Sachverhalt gesto\u00dfen. In der MIT-Studie wurden die Gehirne der Teilnehmer w\u00e4hrend der Nutzung von ChatGPT gescannt. Die Ergebnisse sind eigentlich naheliegend, aber aufschlussreich:<\/p>\n<ul>\n<li>83,3 % der Nutzer konnten sich an keinen einzigen Satz erinnern, den sie nur wenige Minuten zuvor geschrieben hatten.<\/li>\n<li>Im Gegensatz dazu hatten diejenigen, die ohne KI schrieben, keine Probleme, sich zu erinnern.<\/li>\n<li>Die Konnektivit\u00e4t des Gehirns sank stark \u2013 von 79 auf 42 Punkte. Das entspricht einem R\u00fcckgang der neuronalen Aktivit\u00e4t um 47 %, die niedrigste kognitive Leistung unter allen Nutzergruppen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Selbst nachdem die Teilnehmer die Nutzung von ChatGPT in sp\u00e4teren Sitzungen eingestellt hatten, zeigten diese weiterhin eine unterdurchschnittliche Aktivit\u00e4t. Die Leistungen dieser Personen\u00a0blieb geringer als die derjenigen, die nie KI genutzt hatten. Die Ergebnisse deuten auf mehr als nur Abh\u00e4ngigkeit hin \u2013 wird eine kognitive Schw\u00e4chung vermutet.<\/p>\n<h2>Zusammenfassung der MIT-Forscher<\/h2>\n<p>Das umfangreichere Abstract <a href=\"https:\/\/www.media.mit.edu\/publications\/your-brain-on-chatgpt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gibt es hier<\/a> und legt eine Prinzipien des Studiendesigns, sowie was untersucht wurde, offen. In der\u00a0Studie wurden die neuronalen und verhaltensbezogenen Folgen des Schreibens von Essays mithilfe von Lernwerkzeugen (LLM) untersucht &#8211; die Triggerw\u00f6rter ChatGPT oder AI kommen nicht vor. Die Teilnehmenden wurden in drei Gruppen eingeteilt:<\/p>\n<ul>\n<li>Beim Schreiben der Essays wurden die Gruppen in Teilnehmer, die ein LLM, eine Suchmaschine und nur das Gehirn (ohne Hilfsmittel) benutzten unterteilt.<\/li>\n<li>Jede Gruppe absolvierte drei Sitzungen unter denselben Bedingungen. In einer vierten Sitzung wurden die LLM-Nutzer der Gruppe, die ohne Hilfsmittel, als nur mit ihrem Gehirn, gearbeitet hatte, zugeordnet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Insgesamt nahmen 54 Personen an den Sitzungen 1\u20133 teil, 18 davon schlossen auch die Sitzung Nummer 4 ab. Untersuchungen zeigten bez\u00fcglich NERs, N-Gramm-Muster und Themenontologie eine Homogenit\u00e4t in der Gruppe &#8211; hei\u00dft, die Studienteilnehmer waren vergleichbar.<\/p>\n<ul>\n<li>In der Studie nutzten die MIT-Forscher Elektroenzephalografie (EEG), um die kognitive Belastung w\u00e4hrend des Schreibens zu erfassen, und analysierten die Essays mithilfe von NLP.<\/li>\n<li>Zus\u00e4tzlich wurden die Essays von menschlichen Lehrkr\u00e4ften und einem KI-Bewerter bewertet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das EEG offenbarte signifikante Unterschiede in der Konnektivit\u00e4t des Gehirns: Die Teilnehmenden aus der der Gruppe, die nur ihr Gehirn zum Verfassen der Essays verwenden durften, wiesen die st\u00e4rksten und am weitesten (neuronal) verteilten Netzwerke im Gehirn auf. Bei den Nutzern der Suchmaschine wurde noch ein moderates Engagement des Gehirns gemessen. Die Nutzer von Sprachmodellen (LLM) wiesen die schw\u00e4chste Konnektivit\u00e4t auf. Die kognitive Aktivit\u00e4t nahm im Verh\u00e4ltnis zur Nutzung externer Tools ab.<\/p>\n<p>In Sitzung 4 zeigten die Teilnehmer der LLM-zu-Brain-Gruppe eine reduzierte Alpha- und Beta-Konnektivit\u00e4t, was auf eine geringere Beteiligung des Gehirns hindeutet, schlie\u00dfen die MIT-Forscher. Die Teilnehmer, die nur mit ihrem Gehirn die Essays verfasst hatten, wiesen eine h\u00f6here Erinnerungsleistung und eine st\u00e4rkere Aktivierung okzipito-parietaler und pr\u00e4frontaler Areale auf. Das zeigte sich bei den Teilnehmern, die eine Suchmaschine verwenden durften, noch in \u00e4hnlicher Form<\/p>\n<p>Die Selbstwahrnehmung der Urheberschaft von Essays war in der LLM-Gruppe am geringsten und in der Brain-only-Gruppe am h\u00f6chsten. LLM-Nutzer hatten zudem Schwierigkeiten, ihre eigenen Arbeiten korrekt zu zitieren.<\/p>\n<p>\"Obwohl LLMs unmittelbaren Komfort bieten, verdeutlichen unsere Ergebnisse potenzielle kognitive Nachteile.\", schlossen die Forscher. \u00dcber vier Monate hinweg schnitten LLM-Nutzer auf neuronaler, sprachlicher und Verhaltensebene durchgehend schlechter ab. Diese Ergebnisse geben Anlass zur Sorge hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen der LLM-Nutzung auf die Bildung und unterstreichen die Notwendigkeit einer eingehenderen Untersuchung der Rolle von KI im Lernprozess, schreiben die MIT-Forscher. Die Studie hat zu einer gr\u00f6\u00dferen Debatte in Fachkreisen gef\u00fchrt. Ist aber eine Thematik, die ich im Beitrag <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/11\/25\/gesellschaftliche-risiken-durch-ki-fuers-lernen-werden-wir-immer-duemmer\/\" rel=\"bookmark\">Gesellschaftliche Risiken durch KI f\u00fcrs Lernen \u2013 werden wir immer d\u00fcmmer?<\/a> schon mal angerissen hatte.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/11\/05\/ki-irrsinn-teil-2-amazon-schickt-unterlassungserklaerung-an-perplexity-ai-fuer-einkaeufe-ueber-comet\/\" rel=\"bookmark\">KI-Irrsinn Teil 2: Amazon schickt Unterlassungserkl\u00e4rung an Perplexity AI f\u00fcr Eink\u00e4ufe \u00fcber Comet<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/11\/06\/ki-irrsinn-teil-3-ki-generiere-nichtigkeitsklage-vom-gericht-abgewiesen\/\" rel=\"bookmark\">KI-Irrsinn Teil 3: KI-generiere \"Nichtigkeitsklage\" vom Gericht abgewiesen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/11\/08\/ki-irrsinn-teil-4-wenn-die-anwender-mal-selber-machen\/\">KI-Irrsinn Teil 4: Wenn die Anwender mal selber machen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/11\/09\/ki-irrsinn-teil-5-deloitte-die-ki-und-der-versemmelte-report-in-australien\/\">KI-Irrsinn Teil 5: Deloitte, die KI und der versemmelte Report in Australien<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/08\/25\/perplexity-comet-browser-prompt-injection-als-sicherheitsrisiko\/\" rel=\"bookmark\">Perplexity Comet Browser Prompt Injection als gro\u00dfes Sicherheitsrisiko<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/10\/27\/sicherheitsprobleme-perplexity-comet-browser-copilot-teams-und-mehr\/\" rel=\"bookmark\">Sicherheit: AI-Browser und Copilot-Schwachstellen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/08\/29\/vivaldi-positioniert-sich-gegen-ki-agenten\/\" rel=\"bookmark\">Vivaldi positioniert sich gegen KI-Agenten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist eine Studie des Massachussets Institutes of Technology (MIT) zur Frage \"wie beeinflusst die LLM-Nutzung unsere Gehirn-Aktivit\u00e4ten, die im Sommer erschienen ist und Debatten ausl\u00f6ste. 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