{"id":320492,"date":"2026-01-21T07:41:56","date_gmt":"2026-01-21T06:41:56","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/blog\/?p=320492"},"modified":"2026-01-21T12:13:33","modified_gmt":"2026-01-21T11:13:33","slug":"sehen-wir-gerade-erste-zeichen-dass-die-ai-blase-platzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2026\/01\/21\/sehen-wir-gerade-erste-zeichen-dass-die-ai-blase-platzt\/","title":{"rendered":"Sehen wir gerade erste Zeichen, dass die AI-Blase platzt?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline; float: left; border-width: 0px;\" title=\"Edge\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-4.png\" alt=\"Copilot\" width=\"95\" height=\"91\" align=\"left\" border=\"0\" \/>Das Jahr 2026 d\u00fcrfte essentiell f\u00fcr die Protagonisten des KI-Hypes werden. Gerade zum Jahresanfang sind mir einige Meldungen untergekommen, die darauf hindeuten, dass wir so langsam erste Zeichen sehen, dass die KI-Blase platzt. Es gibt keinen Nachweis, dass KI Vorteile im betrieblichen Alltag bringt. Neue KI-Rechenzentren werden wegen fehlender Handwerker und fehlender Energie nicht gebaut werden k\u00f6nnen. Und OpenAI k\u00f6nnte in einigen Monaten die Pleite drohen. Derweil schwelgt manches Management weiter in seiner eigenen Blase.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Handwerkermanagel behindert KI-Rechenzentrumsbau<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/c9c5257d2fcc42c48ecf36b2e4ddca00\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Verfolgt man die Meldungen der gro\u00dfen Tech-Firmen oder AI-Protagonisten, werden in den kommenden Jahren ganze Landschaften mit KI-Rechenzentren zugepflastert, um die\u00a0 vermeintlich ben\u00f6tigte gigantische KI-Rechenleistung irgendwo anbieten zu k\u00f6nnen. Diese Phantasien haben zumindest in den USA gerade einen erheblichen D\u00e4mpfer bekommen. Dort fehlen schlicht die ben\u00f6tigen Handwerker, um die Rechenzentren zu bauen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wired.com\/story\/why-there-arent-enough-electricians-and-plumbers-to-build-ai-data-centers\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-320501\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/image-96.png\" alt=\"KI-Rechenzentren und fehlende Handwerker\" width=\"593\" height=\"551\" srcset=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/image-96.png 593w, https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/image-96-300x279.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 593px) 100vw, 593px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei Wired ist gerade der Artikel\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wired.com\/story\/why-there-arent-enough-electricians-and-plumbers-to-build-ai-data-centers\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Real AI Talent War Is for Plumbers and Electricians<\/a> (ggf. nicht frei lesbar) erschienen. Die kompakte Botschaft des Beitrags lautet: \"Der wahre Kampf um KI-Talente findet bei Klempnern und Elektrikern statt. Denn der KI-Boom befeuert zwar Pl\u00e4ne f\u00fcr eine beispiellose Welle von Rechenzentrumsbauprojekten. Aber in den USA gibt es nicht gen\u00fcgend qualifizierte Fachkr\u00e4fte, um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten.\"<\/p>\n<p>Die \"AI-Revolution\" startet also mit gezogener Handbremse, weil der Elektriker oder der Klempner fehlt, um das Klo fertig zu stellen oder die Rechner anzuschlie\u00dfen. Bei T3N ist der deutschsprachige Artikel\u00a0<a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/fachkraeftemangel-warum-in-der-ki-branche-gerade-elektriker-und-klempner-fehlen-1725826\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fachkr\u00e4ftemangel: Warum in der KI-Branche gerade Elektriker und Klempner fehlen<\/a> erschienen, der dieses Thema aus dem Wired-Beitrag aufgreift.<\/p>\n<blockquote><p>Abseits des obigen Themas liegen die Preissteigerungen und Komponentenknappheit bei Speichern noch als \"road blocks\" auf dem Weg zum \"allumfassenden KI-Einsatz\". Alleine dies wird einiges in der Entwicklung schlicht abw\u00fcrgen &#8211; und nach den mir vorliegenden Informationen k\u00f6nnte diese Problematik bis ins Jahr 2028 andauern.<\/p><\/blockquote>\n<h2>Der KI-Boom wird an der Energie scheitern<\/h2>\n<p>Zum 19. Januar 2026 ist in der Welt ein Artikel mit dem Titel \"Ener\u00adgie\u00adver\u00adbrauch von KI wird an eine Grenze sto\u00ad\u00dfen\" erschienen (leider Paywall, daher nicht verlinkt). Der Inhalt des Beitrags hat in meinen Augen Hand und Fu\u00df. Martin van den Brink, langj\u00e4hrige Technologiechef des niederl\u00e4ndischen Chipmaschinenkonzerns ASML, warf auf dem DLD-Forum (\"Digital, Life, Design\", DLD, ist die internationale Konferenz- und Innovationsplattform von Hubert Burda Media)\u00a0einen Blick auf das Thema \"wie viel Energie braucht man eigentlich, damit die KI-Rechenzentrumsphantasien der Branche Realit\u00e4t werden\".<\/p>\n<p>Seine n\u00fcchterne Aussage: Wenn es nicht gigantische technologische Spr\u00fcnge gibt, die den Energieverbrauch von KI-Chips dramatisch reduzieren, wird \"der Energieverbrauch von KI wird in absehbarer Zeit an eine Grenze sto\u00dfen, die gesellschaftlich nicht mehr tragbar ist \u2013 wahrscheinlich innerhalb der n\u00e4chsten zehn Jahre\".<\/p>\n<p>Ich hatte 2024 bereits im Artikel <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2024\/06\/25\/der-ki-ressourcenverbrauch-wird-stromnetze-und-lnder-berfordern\/\" rel=\"bookmark\">Der KI-Ressourcenverbrauch wird Stromnetze und L\u00e4nder \u00fcberfordern<\/a> ein Kernproblem angesprochen: \"Wo kommt die Energie zum Betrieb der ganzen KI-Rechenleistung her?\". Wenn es um dieses Thema ging, konnte man 2025 in den Medien lesen: \"Kein Problem, die gro\u00dfen Techfirmen kaufen sich ein stillgelegtes AKW oder bauen ein neues (Gas-)Kraftwerk neben das Rechenzentrum, und das Problem ist gel\u00f6st\". Mancher Artikelschreiber verstieg sich sogar noch dazu, dass Firmen wie Microsoft darauf setzen, dass man 2028 Fusionskraftwerke zum Betrieb der Rechenzentren habe (2023 ist so was<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Microsoft-will-in-fuenf-Jahren-Strom-aus-Kernfusion-von-Helion-beziehen-8994230.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> bei heise zu lesen gewesen<\/a>, wobei das Thema eine breite Spur zog).<\/p>\n<p>Martin van den Brink seziert aus seiner Sicht die Bruchstellen der Entwicklung. Laut Brink habe sich die\u00a0weltweite Energieerzeugung den vergangenen zwanzig Jahren zwar verdoppelt. Diese Entwicklung sei viel zu langsam, um mit dem KI-Energiebedarf mitzuhalten.<\/p>\n<ul>\n<li>Die ben\u00f6tigte Rechenleistung steige aktuell alle zwei Jahre um den Faktor 16, sagt Brink.\u00a0Wenn man heute ein KI-Rechenzentrum baut und ein (Gas-)Kraftwerk zur Energieversorgung daneben errichtet, mag das noch klappen.<\/li>\n<li>Aber das lasse sich nicht skalieren, in zwei Jahren m\u00fcsse man dann 16 Kraftwerke neben das Rechenzentrum bauen, um die Energieversorgung sicherzustellen.<\/li>\n<li>Schreibe man die bisherigen Trends fort, k\u00f6nnte es 2035 zu der Situation kommen, dass das einmalige Training eines einzelnen dann aktuellen KI-Modells die gesamte Jahresproduktion globaler Energie verbrauchen w\u00fcrde, war eine der im Welt-Artikel zitierten Aussagen von Brink.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Brink konstatiert \"Ein KI-Trainingswachstum um den Faktor 16 alle zwei Jahre ist nicht nachhaltig. Zwischen dem heutigen Wachstum des KI-Trainings und dem energetisch gesellschaftlich Tragbaren klafft eine L\u00fccke von etwa dem Faktor zehn.\" Brink, der inzwischen den Aufsichtsrat von ASML ber\u00e4t, glaubt zwar, dass man bei KI-Chips noch optimieren k\u00f6nne. Wenn ich seine Ausf\u00fchrungen richtig interpretiere, pl\u00e4diert er aber daf\u00fcr, menschliches Fachwissen st\u00e4rker in die Entwicklung von KI-Systemen einzubinden &#8211; und nicht, wie bisher, auf \"immer gr\u00f6\u00dfere Datenmengen\" beim Training von Modellen zu setzen.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise gibt es technologische Durchbr\u00fcche (chinesische Entwickler von DeepSeek haben Anfang 2025 gezeigt, dass sich Rechenmodelle auch mit weniger Aufwand als bei der US-Konkurrenz trainieren lassen). Aber die \"road blocks\" der Physik, die ich oben aufgezeigt habe, liegen nach wie vor herum und k\u00f6nnten zum Killer der hochfliegenden Tr\u00e4ume werden.<\/p>\n<h2>Kein Nachweis von KI-Nutzen<\/h2>\n<p>Kommen wir zu einem springenden Punkt in der Debatte um die Zukunft von KI: Irgendwer muss die Party bezahlen, und Firmen werden nur weiter auf das Thema setzen, wenn sich Vorteile ergeben. Mir ist die Tage folgender <a href=\"https:\/\/x.com\/HedgieMarkets\/status\/2013063107145351411\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Post<\/a> unter die Augen gekommen, der sich mit der Produktivit\u00e4t befasst.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/image-97.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-320505\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/image-97.png\" alt=\"Kein Nutzen von KI\" width=\"433\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/image-97.png 433w, https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/image-97-162x300.png 162w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Kernbotschaft lautet: Trotz Milliardeninvestitionen in die KI-Infrastruktur zeigen sich die Produktivit\u00e4tssteigerungen nicht in den Makrodaten. Ein Analyst von Forrester sagt dazu, dass \"wir\" in keiner der verf\u00fcgbaren Statistiken einen KI-bedingten Aufschwung \"sehen\".<\/p>\n<p>Bereits vor einigen Tagen bin ich zudem bei The Register auf den Artikel <a href=\"https:\/\/www.theregister.com\/2026\/01\/16\/axlerod_ai_saves_insurance_agents_time\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Experiment suggests AI chatbot would save insurance agents a whopping 3 minutes a day<\/a> gesto\u00dfen. Forscher der Dakota State University haben in Zusammenarbeit mit dem regionalen Versicherungsunternehmen Safety Insurance einen experimentellen Chatbot namens \u201eAxlerod\" entwickelt, der unabh\u00e4ngige Versicherungsmakler unterst\u00fctzen soll. Die Zeitersparnis lag gerade einmal bei 3 Minuten pro Tag. Gut, war ein Forschungsprojekt.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Einsparungen liegen doch beim Personal, wenn ich im Support Mitarbeiter sparen kann, schaufelt es die Kosten f\u00fcr die AI-L\u00f6sungen durch wieder rein? Auf Zeit Online ist die Tage der Beitrag \"Was das schlimmste KI-Szenario w\u00e4re\" (wegen Paywall nicht verlinkt) erschienen. Dort kamen Experten aus dem Bereich zu Wort. Katharina Zweig, Leiterin des Algorithm Accountability Labs am Fachbereich Informatik der TU Kaiserslautern, f\u00fchrt dort aus, was vermutlich viele aus der Leserschaft bereits erlebt haben. \"Menschen trauen der KI zu viel zu und nutzen sie in Situationen, die Zuverl\u00e4ssigkeit verlangen, obwohl sie das nicht leisten oder garantieren kann.\"<\/p>\n<p>Sprachmodelle und darauf basierenden KI-Agenten-Systeme k\u00f6nnen, laut Katharina Zweig, beispielsweise weder zuverl\u00e4ssig Kundengespr\u00e4che f\u00fchren noch Kundenw\u00fcnsche ausf\u00fchren. Ihre Prognose: Firmen werden viel Geld \u2013 und ihren guten Ruf \u2013 verlieren, wenn sie KI-Agenten verwenden, die am Ende nicht wirklich weiterhelfen k\u00f6nnen. Hier einige Zitate von Frau Zweig:<\/p>\n<blockquote><p>Ich habe selbst erlebt, wie KI wiederholt versuchte, meine Kundenbeschwerden entgegenzunehmen \u2013 und versagte. Das ver\u00e4rgert Kunden und kostet uns volkswirtschaftlich viel Zeit, die die Maschinen doch eigentlich einsparen sollen. Die Erfolge sind begrenzt, die Langzeitfolgen werden wir in anderthalb bis zwei Jahren sehen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Als ich das las, war es wie ein deja-vue-Erlebnis, welches ich mit Bots im Beschwerde- oder Hilfemanagement vieler Firmen erlebt habe. Und k\u00fcrzlich kamen mir <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/wissen\/technik\/ki-expertin-warnt-fuer-diese-4-dinge-nutzt-sie-kuenstliche-intelligenz-bewusst-nicht_e0d5fd97-e7f9-4d20-bf46-d29a0a41f0cf.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> einige Aussagen einer KI-Expertin unter die Augen, die ausf\u00fchrt, wof\u00fcr sie diese Technologie keinesfalls verwenden w\u00fcrde. Kommt mir irgendwie bekannt vor, spiegelt es doch meine Gedanken wieder. Ich lese derzeit viel zu AI-Entwicklungen und experimentiere auch schon mal mit lokalen LLMs (RAG). Da gibt es sinnvolle Szenarien, die ich sehe, aber nicht das, was die AI-Protagonisten so zeichnen.<\/p>\n<p>Aber es wird vom Marketing immer noch als \"Stein der Weisen\" angepriesen.\u00a0Im Beitrag\u00a0<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/11\/11\/verantwortungsvoller-ki-einsatz-code-of-conduct-demokratische-ki-governance-und-abwaegung-gefordert\/\" rel=\"bookmark\">Verantwortungsvoller KI-Einsatz: Code of Conduct \"Demokratische KI\"; Governance und Abw\u00e4gung gefordert<\/a> hatte ich den Schweizer Anbieter Spitch angesprochen, der seinen Kunden verspricht, dass AI den Kundendialog \u00fcbernimmt. Der Schuss kann auch nach hinten losgehen, war mein Folgerung, die in obigem Zitat best\u00e4tigt wurde.<\/p>\n<p>Gerade trended eine Analyse der Beratungsgesellschaft PwC zum Nutzen von KI. PwC hat in einer weltweiten Umfrage unter Spitzenmanagern ermittelt, wie sich die KI auf deren Gesch\u00e4ft auswirkt und ob es messbare Produktivit\u00e4tssteigerungen oder Kosteneinsparungen gibt. Zwischen 11 % (Deutschland) und 29% (international) der Befragten berichten von \"h\u00f6heren Ums\u00e4tzen\" zur KI (was immer das hei\u00dft). Global sind nur 12 % der Befragten in der Lage, Ums\u00e4tze mit KI zu steigern oder Kosten zu senken &#8211; wobei man auch diese Zahlen hinterfragen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Insgesamt ergibt sich eine ern\u00fcchternde Bilanz. Ich verlinke mal den heise-Artikel\u00a0<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/KI-enttaeuscht-bislang-die-CEO-Hoffnungen-11147892.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kaum Mehrwert in Firmen: Ist KI doch eine Entt\u00e4uschung?<\/a>, der das Thema aktuell in deutscher Sprache aufbereitet. heise zitiert PwC-Deutschland-Chefin Petra Justenhoven mit folgender Aussage:<\/p>\n<blockquote><p>Die Ergebnisse zur KI-Adoption zeigen eine Diskrepanz zwischen hohen Erwartungen und einer ern\u00fcchternden Realit\u00e4t. Wir sehen eine gro\u00dfe Bereitschaft, in KI zu investieren \u2013 aber nur eine kleine Minderheit von Unternehmen erzielt damit auch messbare Ergebnisse. Besonders rar ist noch die F\u00e4higkeit, sich mithilfe von KI vom Wettbewerb zu differenzieren, neue Erl\u00f6squellen zu erschlie\u00dfen und dadurch zu wachsen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Getroffen im\u00a0<a href=\"https:\/\/www.pwc.de\/de\/ceosurvey.html\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">29. Global CEO Survey<\/a>, f\u00fcr den PwC \u00fcber 4400 CEOs aus 95 L\u00e4ndern befragt hat. Nur zur Erinnerung: In diesem Bereich sind Milliarden-Summen (600 Milliarden US-Dollar) versenkt worden &#8211; das m\u00fcsste irgendwann bezahlt werden. Das sieht gar nicht gut aus, wenn man n\u00fcchtern auf Aufwand und Ertrag blickt &#8211; die Berliner pflegen das unter \"Au\u00dfer Spesen n\u00fccht gewesen\" zu verbuchen &#8211; aber die Spesenrechnung war schon arg happig, und die Controller in Banken und Unternehmen beginnen langsam zu streiken.<\/p>\n<p>Mancher hofft, dass man da noch was mit \"Schulung der Mitarbeiter\" was machen kann, um die \"Sch\u00e4tze mittels AI zu heben\". Sind halt viele Traumt\u00e4nzer unterwegs &#8211; war nicht das Versprechen der \"k\u00fcnstlichen Intelligenz\", dass die endlich den Leuten erm\u00f6glichen soll, \"v\u00f6llig unstrukturiert und ohne Fachwissen, ihre Fragen zu stellen und dann sinnvolle Antworten zu bekommen\"? Und sollten nicht Bots Aufgaben \u00fcbernehmen und alles selbst\u00e4ndig abwickeln, die Leute kann man dann raus werfen?<\/p>\n<p>Und jetzt soll man als einfacher Sachbearbeiter erst einmal auf \"Prompt Engineer\" promovieren, bevor man die richtigen Fragen an die LLMs stellen kann, so dass was Sinnvolles heraus kommt? Wobei die n\u00e4chste Sau, die durchs Dorf gejagt wird, junge Leute davon abh\u00e4lt, sich \u00fcberhaupt damit zu besch\u00e4ftigen. Denn diese KI wird ja bald die \"Wissensarbeiter\" \u00fcberfl\u00fcssig machen, weil sie das alles ja besser kann. Junge Programmierer? Brauchen wir nicht, KI kann diese Aufgabe \u00fcbernehmen. Redakteure, Anw\u00e4lte, Analysten, kann KI alles viel besser.<\/p>\n<p>The Register befasst sich <a href=\"https:\/\/www.theregister.com\/2026\/01\/15\/forrester_ai_jobs_impact\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> mit einer Studie von Forrester, der auf die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt eingeht. Es gibt Entlassungen, aber es ist kein Effekt auf die Wirtschaftlichkeit zu finden. Und es gibt <a href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=5870623\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einen Artikel<\/a>, der sich damit befasst, wie KI die Institutionen in der Gesellschaft untergr\u00e4bt und an den Wurzeln dessen r\u00fcttelt, was uns bisher definiert hat. Auf Substack gibt es den Artikel\u00a0<a href=\"https:\/\/post.substack.com\/p\/the-ai-revolution-is-here-will-the\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The AI revolution is here. Will the economy survive the transition?<\/a>, der sich mit Fragen der Verwerfungen, die der AI-Hype ausgel\u00f6st hat und weiter ausl\u00f6st, befasst.<\/p>\n<p>So ganz naiv heruntergebrochen &#8211; es sind doch naheliegende Fragen, die sich ein junger Mensch heute m\u00f6glicherweise stellt: Warum soll ich ein Studium oder eine Ausbildung in diesem Bereich beginnen, wenn ich sp\u00e4ter doch keine Arbeit bekomme? Nannte man fr\u00fcher \"das Kind mit dem Bade aussch\u00fctten\" &#8211; das wird uns in einigen Jahren noch m\u00e4chtig auf die F\u00fc\u00dfe fallen.<\/p>\n<p>Fazit aus dem Abriss in diesem Abschnitt: Die blumigen Versprechungen der KI-Protagonisten in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit oder N\u00fctzlichkeit haben sich bisher als Fata Morgana oder T\u00e4uschung erwiesen. Und ich sehe nicht, wie die Blase, die vom KI-Hype aufgebaut wurde, weiter tragen k\u00f6nnte &#8211; denn jetzt geht es ans Geld.<\/p>\n<h2>Ist OpenAI bald pleite?<\/h2>\n<p>Und damit sind wir beim letzten Thema dieses Artikels mit dem Abriss zur KI-Blase. Der \"Musterknabe\" des AI-Hypes ist die US-Firme OpenAI um Sam Altman. Die Firma wird zwar von Elon Musk auf \u00fcber 100 Milliarden US-Dollar verklagt, weil Musk sich als fr\u00fcher Finanzier get\u00e4uscht sieht. Aber es gibt etwas viel brisanteres: Gab OpenAI mit seinen Entwicklungen die letzten Jahre den Takt der Branche an, verliert das Unternehmen seit kurzem Boden gegen\u00fcber Google und dessen Gemini-Modell.<\/p>\n<p>Altmann hatte k\u00fcrzlich in einem internen Memo Alarm geschlagen, dass 2026 das Jahr der Entscheidung f\u00fcr OpenAI werden k\u00f6nne, in dem sich herausstellt, ob die Firma \u00fcberlebt. Eine aktuelle Meldung besagt, dass OpenAI auf ChatGPT Werbung schalten werde, so dass das Abonnement f\u00fcr 8 US Dollar pro Monat m\u00f6glich werde (heise hat <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/OpenAI-kuendigt-Werbung-in-ChatGPT-an-11144908.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> was zu ver\u00f6ffentlicht). Und in <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/OpenAI-verdreifacht-Rechenleistung-und-Umsatz-11146727.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem heise-Artikel<\/a> las ich zum Beispiel, dass OpenAI seine Rechenleistung gesteigert und den Umsatz auf 20 Milliarden US-Dollar verdreifacht habe &#8211; die typischen Erfolgsmeldungen, es gibt keine Grenzen, nur Rekord-Wachstum.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"Ist OpenAI bald pleite?\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/image-98.png\" alt=\"Ist OpenAI bald pleite?\" width=\"552\" height=\"552\" \/><\/p>\n<p>Die Finanzzahlen haben aber Leute bewogen, genauer hinzuschauen.\u00a0Die Tage wurden\u00a0 daher Social-Media-Kan\u00e4le mit der brennenden Frage geflutet, ob OpenAI bald das Geld ausgeht und der Entwickler von ChatGPT bald pleite sei. Obiger Tweet bringt es mit dem leeren Geldbeutel und der Aussage, dass OpenAI heftig Geld verbrennt und alleine im Jahr 2026 die gigantische Summe von 14 Milliarden US-Dollar Verluste schreiben d\u00fcrfte, auf den Punkt. Wenn es Sam Altman nicht gelingt, neue Geldgeber zu finden, k\u00f6nnte die Unternehmenskasse bereits im Jahr 2027 leer sein und die Pleite drohen.<\/p>\n<p>Ein weiterer <a href=\"https:\/\/x.com\/Pirat_Nation\/status\/2013069272722075852\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Post<\/a> bringt es auf den Punkt:\u00a0<em>OpenAI schreibt [weiterhin] rote Zahlen und wird bei diesem Tempo bis 2027 kein Geld mehr haben, da es die Rentabilit\u00e4t von KI \u00fcbersch\u00e4tzt hat.\u00a0J\u00fcngste Analysen und interne Prognosen deuten auf j\u00e4hrliche Verluste von rund 14 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 hin, nach etwa 8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025.<\/em><\/p>\n<p>Der Poster f\u00fchrt diese Entwicklung auf eine \u00dcbersch\u00e4tzung der kurzfristigen Rentabilit\u00e4t\u00a0 zur\u00fcck, da f\u00fcr OpenAI trotz starker Nutzerakzeptanz und Milliardenums\u00e4tzen weiterhin hohe Kosten f\u00fcr Inferenz und Rechenzentren anfallen. Ohne wiederholte massive Finanzierungsrunden k\u00f6nnte das Unternehmen laut Analysten bereits Mitte 2027 mit einem Liquidit\u00e4tsengpass konfrontiert sein. Die Kollegen von Dr. Windows haben es in <a href=\"https:\/\/www.drwindows.de\/news\/bericht-openai-droht-bereits-mitte-2027-die-pleite-chatgpt-soll-zenith-erreicht-haben\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Artikel<\/a> ebenfalls aufgegriffen.<\/p>\n<p>George Noble (Gr\u00fcnder eines Milliarden-Dollar-Hedgefonds und Fidelity Overseas Fund) wird <a href=\"https:\/\/x.com\/Grummz\/status\/2013737171644018897\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> so zitiert, dass OpenAI kurz vor dem Zusammenbruch steht. Die Zusammenfassung seiner Aussagen:<\/p>\n<ul>\n<li>Verlust von 12 Milliarden Dollar in einem einzigen Quartal.<\/li>\n<li>R\u00fcckl\u00e4ufige Besucherzahlen im zweiten Monat in Folge.<\/li>\n<li>Safeforce ersetzt ChatGPT durch Gemini und f\u00fchrende Entwickler k\u00fcndigen.<\/li>\n<li>Elon Musks 134-Milliarden-Klage als Risiko und OpenAI ben\u00f6tigt 143 Milliarden, bevor es profitabel ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Aussagen: \"Kein Start-up in der Geschichte hat jemals mit Verlusten in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung operiert. Der AI-Hype-Zyklus erreicht seinen H\u00f6hepunkt. Die sinkenden Ertr\u00e4ge lassen sich nicht mehr verbergen. Die Konkurrenz holt auf. Die Klagen h\u00e4ufen sich.\" Das Video ist in <a href=\"https:\/\/x.com\/MrEwanMorrison\/status\/2013670993340891250\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Tweet<\/a> eingebunden. Alles Anzeichen f\u00fcr einen Zusammenbruch &#8211; und dann stellt sich die Frage nach dem Kartenhaus, was andere Unternehmen in diesem Bereich mit rei\u00dft.<\/p>\n<h2>Meine zwei Cent<\/h2>\n<p>So faszinierend ich pers\u00f6nlich die Technologie hinter Large Language Modellen (LLMs) samt der Entwicklung sehe und auch dedizierte Einsatzszenarien, wo ein versuchsweiser Einsatz Sinn machen kann, erkenne, so ern\u00fcchtert bin ich seit Jahren bez\u00fcglich der \u00dcbertreibungen des Marketing und der KI-Protagonisten, die einen riesigen Hype befeuert haben. Wer n\u00fcchtern auf die Fakten geschaut hat, konnte bereits vor Jahren erkennen, dass sich da eine gro\u00dfe Blase aufbaut, die irgendwann platzen muss.<\/p>\n<p>Aber wie bei jeder Blase wurden Leute, die zur Vorsicht mahnten, als Spinner, Bremser und Bedenkentr\u00e4ger betitelt. Mir sind noch die Kommentare mit dem Beispiel der Dampfmaschine oder den ersten Z\u00fcgen hier im Blog gegenw\u00e4rtig. Wer nicht auf die Entwicklung aufspringe, werde zur\u00fcck bleiben.<\/p>\n<p>Die spannende Frage f\u00fcr mich ist, wann und wie die KI-Blase platzt, welche Verwerfungen dies ausl\u00f6st und was am Ende des Tages dann \u00fcbrig bleibt, und was sich sinnvoll verwerten l\u00e4sst. Was aktuell aber bereits erkennbar ist, sind die Verwerfungen, die der Hype auf dem Arbeitsmarkt (an Unsicherheiten), bei Unternehmen (die mit hastig eingef\u00fchrten AI-L\u00f6sungen gerade scheitern) sowie bei den Kosten f\u00fcr Speicher (dies wird einige Entwicklungen \u00fcber die n\u00e4chsten zwei, drei Jahre massiv ausbremsen) bereits ausgel\u00f6st haben.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Artikel:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/10\/21\/die-ki-blase-wird-platzen-aber-wann\/\" rel=\"bookmark\">Die KI-Blase wird platzen, aber wann?<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/09\/06\/goldman-sachs-warnt-vor-ai-blase-die-rechenzenten-boom-platzen-liesse\/\">Goldman Sachs warnt vor AI-Blase, die Rechenzenten-Boom platzen lie\u00dfe<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2024\/06\/25\/der-ki-ressourcenverbrauch-wird-stromnetze-und-lnder-berfordern\/\" rel=\"bookmark\">Der KI-Ressourcenverbrauch wird Stromnetze und L\u00e4nder \u00fcberfordern<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/07\/30\/ki-sicherheit-die-spezielle-seite-der-neuen-technologie\/\" rel=\"bookmark\">KI-Sicherheit: Die spezielle Seite der neuen Technologie<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/09\/14\/technische-hypotheken-muss-die-ki-revolution-ausfallen-teil-2\/\">Technische Hypotheken: Muss die KI-Revolution ausfallen? 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