{"id":321298,"date":"2026-02-09T00:03:07","date_gmt":"2026-02-08T23:03:07","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/blog\/?p=321298"},"modified":"2026-02-09T00:22:41","modified_gmt":"2026-02-08T23:22:41","slug":"dsgvo-verstoss-kostet-big-tech-ca-2-euro-nutzer-oder-doch-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2026\/02\/09\/dsgvo-verstoss-kostet-big-tech-ca-2-euro-nutzer-oder-doch-nicht\/","title":{"rendered":"DSGVO-Versto\u00df kostet Big-Tech ca. 2 Euro\/Nutzer &#8211; oder doch nicht?"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/DNxhm89.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/>Was sind personenbezogene Daten, die von \"Bit-Tech\" missbraucht werden, eigentlich wert? Aus Bu\u00dfgeldbescheiden, die verh\u00e4ngt wurden, l\u00e4sst sich der Betrag von ca. 2 Euro pro Betroffenem ableiten. Aber es kann im Einzelfall auch teurer werden, wie OLG-Urteile gegen Meta im Hinblick auf Schadensersatz wegen unrechtm\u00e4\u00dfig gesammelter Daten auf Drittseiten zeigen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Kosten f\u00fcr DSGVO-Verst\u00f6\u00dfe pro Nutzer<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/f7a979d50489486ca17969942978cc59\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Im Jahr 2025 verh\u00e4ngten europ\u00e4ische Datenschutzbeh\u00f6rden \u00fcber 330 Sanktionen wegen DSGVO-Verst\u00f6\u00dfen mit Bu\u00dfgeldern in H\u00f6he von insgesamt fast 1,15 Milliarden Euro, schreibt das Cybersicherheitsunternehmen Surfshark in<a href=\"https:\/\/surfshark.com\/research\/study\/gdpr-fines-2025\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> einer Auswertung<\/a>. Der teuerste Fehler sei mit 1,03 Milliarden Euro die Verarbeitung personenbezogener Daten ohne ausreichende Rechtsgrundlage.\u00a0Trotz der scheinbar hohen Summen zahlten gro\u00dfe Technologieunternehmen wie TikTok lediglich 2,64 Euro pro Nutzer, f\u00fcr einen DSGVO-Versto\u00df, obwohl Millionen Nutzer\u00a0 davon betroffen waren, hat die Auswertung von Surfshark ergeben.<\/p>\n<p>Laut Tomas Stamulis, Chief Security Officer bei Surfshark, verdeutlichen diese Zahlen eindrucksvoll, wie dringend Nutzer die von ihnen genutzten Apps und die erteilten Berechtigungen hinterfragen sollten. Pers\u00f6nliche Daten k\u00f6nnen, im Hinblick auf DSGVO-Strafen, offenbar nur ein paar Euro wert sein.<\/p>\n<p>\"Das Ausma\u00df der Bu\u00dfgelder zeigt, wie ernst unrechtm\u00e4\u00dfige Datenpraktiken inzwischen genommen werden. Ein gro\u00dfes Problem ist jedoch, dass sich die meisten Sanktionen gegen Unternehmen richten, die personenbezogene Daten ohne g\u00fcltige Rechtsgrundlage verarbeiten. Big-Tech-Unternehmen \u00fcberschreiten h\u00e4ufig die Grenzen, um mehr Informationen zu sammeln als erlaubt \u2013 was zeigt, wie billig unsere personenbezogenen Daten sind, mit einem Wert von nur wenigen Euro.\"<\/p>\n<p>Stamulis betont in einer Stellungnahme, dass Benutzer vorsichtiger mit den genutzten Apps und Diensten umgehen, und kritisch hinterfragen sollten, warum diese pers\u00f6nliche Daten erheben. Er meint, dass Nutzer aktiv Ma\u00dfnahmen zum Schutz unserer Privatsph\u00e4re ergreifen m\u00fcssen. \"DSGVO-Bu\u00dfgelder m\u00f6gen f\u00fcr Unternehmen eine Warnung sein, sie sind aber auch eine wichtige Erinnerung f\u00fcr uns alle, dass personenbezogene Daten bewussten Schutz erfordern \u2013 kein blindes Vertrauen.\"<\/p>\n<h3>Ergebnisse einer Surfshark-Studie<\/h3>\n<p>Der Sicherheitsanbieter Surfshar hat sich die M\u00fche gemacht, die DSGVO-Bu\u00dfgeldverfahren auszuwerten.\u00a0Laut einer <a href=\"https:\/\/surfshark.com\/research\/study\/gdpr-fines-2025\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Surfshark-Studie<\/a> ergibt sich folgendes Bild:<\/p>\n<ul type=\"disc\">\n<li>Der teuerste DSGVO-Versto\u00df f\u00fcr Unternehmen im Jahr 2025 war eine unzureichende Rechtsgrundlage f\u00fcr die Datenverarbeitung \u2013 insgesamt 1,03 Milliarden Euro.<\/li>\n<li>Der Medien-, Telekommunikations- und Rundfunksektor trug mit \u00fcber 80 % den gr\u00f6\u00dften Anteil an den gesamten Bu\u00dfgeldern.<\/li>\n<li>TikTok erhielt in diesem Sektor 2025 das h\u00f6chste Bu\u00dfgeld: 530 Millionen Euro, was 2,64 Euro pro Nutzer entspricht.<\/li>\n<li>Google wurde mit 200 Millionen und 125 Millionen Euro belegt, SHEIN mit 150 Millionen Euro.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die h\u00e4ufigste Art von Bu\u00dfgeld im Jahr 2025 betraf jedoch unzureichende technische und organisatorische Ma\u00dfnahmen zur Gew\u00e4hrleistung der Informationssicherheit. Die Zahl dieser Verst\u00f6\u00dfe stieg deutlich von 69 F\u00e4llen im Jahr 2024 auf 97 im Jahr 2025 und machte 29 % aller verh\u00e4ngten Bu\u00dfgelder aus. H\u00e4ufige Ursachen waren Cyberangriffe, unbefugte Offenlegungen personenbezogener Daten sowie Datenlecks.<\/p>\n<h3>Einsatz von KI steigert das Risiko<\/h3>\n<p>Stamulis erkl\u00e4rt, dass Bu\u00dfgelder aufgrund unzureichender Sicherheitsma\u00dfnahmen nicht \u00fcberraschen. Denn die Daten von Surfshark zeigen einen breiteren und anhaltenden globalen Trend: Seit dem Jahr 2004 kam es laut Surfshark weltweit zu erschreckenden 3,2 Milliarden Datenschutzverletzungen.<\/p>\n<p>\"Mit dem zunehmenden Einsatz von KI steigt das Risiko, dass personenbezogene Daten offengelegt werden, erheblich. Ein gro\u00dfes Problem ist, dass Menschen mit sensiblen Informationen oft unvorsichtig umgehen. Sie teilen zu viele pers\u00f6nliche Details und erlauben Drittanbieter-Tools den Zugriff, ohne klare und angemessene Datenschutzrichtlinien zu pr\u00fcfen. Diese fehlende Kontrolle erleichtert Cyberkriminellen Angriffe \u2013 zumal sie KI nutzen k\u00f6nnen, um diese leistungsf\u00e4higer und einfacher durchzuf\u00fchren.\"<\/p>\n<p>Der Sicherheitsexperte erl\u00e4utert weiter, dass die Schwere dieser Sicherheitsbedrohungen durch einen gro\u00df angelegten autonomen KI-Cyberangriff im vergangenen Jahr unterstrichen wurde, der zeigte, wie leicht KI-Unternehmensschwachstellen ausnutzen kann. Dies erkl\u00e4rt die hohen Bu\u00dfgelder gegen gro\u00dfe Technologieunternehmen und unterstreicht die dringende Notwendigkeit, personenbezogene Daten angemessen zu sch\u00fctzen und das grundlegende Recht auf digitale Privatsph\u00e4re zu wahren.<\/p>\n<h2>F\u00fcr Meta wird es teurer<\/h2>\n<p>Anders kann die Sache aber ausgehen, wenn Nutzer konkret wegen Datenschutzverst\u00f6\u00dfen klagen und vor Gericht Recht bekommen. Insbesondere der Facebook-Mutterkonzern Meta steht da im Fokus der Justiz.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Metas-Datensammlung-Auch-Sachsen-Anhalt-wechselt-die-Seite-11167273.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-321299\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image-30.png\" alt=\"Prozess gegen Meta\" width=\"597\" height=\"583\" srcset=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image-30.png 597w, https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image-30-300x293.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 597px) 100vw, 597px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Tage bin ich auf obigen Tweet auf BlueSky gesto\u00dfen. Die Botschaft des <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Metas-Datensammlung-Auch-Sachsen-Anhalt-wechselt-die-Seite-11167273.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">heise-Artikels<\/a>: Inzwischen haben drei Oberlandesgerichte festgestellt, dass Metas Datensammlung auf fremden Webseiten und Apps rechtswidrig ist.<\/p>\n<ul>\n<li>OLG M\u00fcnchen (Dez. 2025): Vier Verfahren gegen Meta mit jeweils dreistelligen Summen als Schadensersatz.<\/li>\n<li>OLG Dresden (Feb. 2025): Vier Verfahren gegen Meta mit jeweils 1.500 Euro als Schadensersatz.<\/li>\n<li>OLG Naumburg (Feb. 2025): Zwei Verfahren gegen Meta mit 1.200 und 1.250 Euro als Schadensersatz.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Laut heise sind in Deutschland ca. 10.000 Klagen gegen Meta wegen der Sammlung von Daten auf fremden Webseiten durch die Meta Business-Tools anh\u00e4ngig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was sind personenbezogene Daten, die von \"Bit-Tech\" missbraucht werden, eigentlich wert? 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