{"id":323979,"date":"2026-04-21T13:07:55","date_gmt":"2026-04-21T11:07:55","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/blog\/?p=323979"},"modified":"2026-04-21T18:33:57","modified_gmt":"2026-04-21T16:33:57","slug":"dmea-2026-zukunftsplaene-zur-epa-und-die-niederungen-der-praxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2026\/04\/21\/dmea-2026-zukunftsplaene-zur-epa-und-die-niederungen-der-praxis\/","title":{"rendered":"DMEA 2026: Zukunftspl\u00e4ne zur ePA und \"die Niederungen der Praxis\""},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Gesundheit\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Gesundheit-klein.jpg\" alt=\"Gesundheit (Pexels, frei verwendbar)\" width=\"200\" border=\"0\" \/>Aktuell findet ja vom 21. bis 23. April 2026 die DMEA 2026, Europas f\u00fchrende Veranstaltung f\u00fcr digitale Gesundheit, auf dem Messegel\u00e4nde Berlin statt. Schirmherrin Nina Warken, ihres Zeichens Bundesgesundheitsministerin, will die Digitalisierung im Gesundheitswesen konsequent weiter vorantreiben und die elektronische Patientenakte weiter entwickeln. Gelegenheit mal einen Blick auf die Details zu werfen und Fragen zu stellen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>DEMA 2026 und Sonntagsreden?<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/b3d00c9dc7e8468d968232d9c4ba0b24\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Zum Start der DEMA 2026 am heutigen Tag ist mir auch eine Presseinformation zugegangen, die spontan den l\u00e4ngeren Blog-Beitrag hier getriggert hat. Veranstalter der DMEA ist der Bundesverband Gesundheits-IT \u2013 bvitg e. V. und laut dessen Aussage treffen Entscheider aus s\u00e4mtlichen Bereichen der Gesundheitsversorgung aufeinander. Das reiche von IT-Fachleuten \u00fcber \u00c4rzte, F\u00fchrungskr\u00e4fte aus Krankenhaus und Pflege, bis hin zu Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Die Messe kann mit rund 900 Ausstellern aus dem In- und Ausland sowie einem Programm mit rund 450 Speakern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aufwarten.<\/p>\n<p>Die\u00a0DEMA 2026 will ein starkes Signal f\u00fcr die digitale Transformation im Gesundheitswesen setzen.\u00a0Die Schirmherrschaft sowie eine Keynote \u00fcbernimmt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Frau Warken wird in der Presseinformation aus ihrer Keynote so zitiert:<\/p>\n<blockquote><p>Wir werden\u202fdie Digitalisierung im Gesundheitswesen konsequent weiter vorantreiben und f\u00fcr die Menschen sp\u00fcrbare Verbesserungen erreichen.\u202fDie elektronische Patientenakte\u202fals zentrales Element eines modernen Gesundheitswesens wird\u202fso weiterentwickelt, dass\u202fdie Nutzung\u202ff\u00fcr Versicherte und Leistungserbringer\u202fdeutlich attraktiver wird und den Weg in die Versorgung erleichtert.\u202f Mit Blick auf die Nutzung von Gesundheitsdaten bietet die Digitalisierung ein erhebliches Potenzial, um Forschung, Innovation und Versorgung zu verbessern. Mit dem geplanten Gesetz f\u00fcr Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen adressieren wir genau diese Punkte und sorgen\u202fdamit\u202fnicht zuletzt f\u00fcr mehr Effizienz im Gesundheitswesen.<\/p><\/blockquote>\n<p>heise berichtet in <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/DMEA-Warken-ueber-Datenausleitung-aus-der-elektronischen-Patientenakte-und-mehr-11265986.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Artikel<\/a> zudem \u00fcber die Pl\u00e4ne von Frau Warken zur Datenausleitung aus der ePA, um Terminvergabe und Zweitmeinung zu erm\u00f6glichen. H\u00f6rt man doch gerne, wenn etwas besser und effizienter wird. Und wenn wir noch Kosten bei besserer Versorgung sparen, wer w\u00fcrde sich da verweigern wollen? Alleine, mir fehlt der Glaube, da die Niederungen der Praxis doch irgendwie eine andere Seite zeigen. Und Begriffe wie Datenausleitung machen mich irgendwie auch hibbelig &#8211; Ausleitung bedeutet \"die Kontrolle geht verloren\", egal, wie das verpackt wird. Mir klingt vieles im heise-Artikel wie \"pfeifen im Wald\" und wei\u00dfe Salbe (alles wird gut, wir m\u00fcssen uns nur ein wenig mehr anstrengen).<\/p>\n<h2>Digitalisierungsh\u00f6lle Deutschland &#8211; die dunkle Seite der Macht<\/h2>\n<p>Ich gestehe, ich werde immer ganz hibbelig, wenn ich Politik und Management \u00fcber Digitalisierung Sonntagsreden schwingen h\u00f6re. Die treffen in Zeiten, wo FAX die einzig funktionierende Kommunikationsform zu sein scheint, doch immer zuverl\u00e4ssig die am Wegesrand herum stehenden Fettn\u00e4pfchen. Bevor wir \"in medias res\" gehen, einfach so einige Digitalisierungsperlen, die ich aus dem Diskussionsbereich dieses Blogs heraus geklaubt habe. Gut, sind uralte Kamellen von gestern, sind wir doch l\u00e4ngst dr\u00fcber weg, KI und Digitalisierung machen das m\u00f6glich.<\/p>\n<h3>Ich wolle Konto k\u00fcndigen &#8211; f\u00fcr meinen Minderj\u00e4hrigen &#8230;<\/h3>\n<p>Es war der Rant eines anonym bleiben wollenden Blog-Lesers, der in \"grauer Digitalisierungsvorzeit\", im Januar 2024 hier als Kommentar eingeschlagen ist. Passt aber wunderbar als forensisches Fossil, wie \"r\u00fcckst\u00e4ndig wir mit dieser Digitalisierung doch fr\u00fcher waren\". Die Person wollte ein Konto eines Minderj\u00e4hrigen k\u00fcndigen. Wie macht man das? Vor Digitalisierung hie\u00df es: Beide Erziehungsberechtigte unterschreiben ein ausgef\u00fclltes Formular mit den Daten und fertig.<\/p>\n<p>In grauer Digitalisierungsvorzeit, 2024 hie\u00df es \"macht man digital\". Also das Kontok\u00fcndigungsformular f\u00fcr den Minderj\u00e4hrigen als PDF ausgef\u00fcllt, und das Ganze per Volksverschl\u00fcsselungs-Zertifikat \"digital unterschrieben\". Dieser Vorgang wird von der Bank auch akzeptiert. Klappt super, wenn nicht so diese Niederungen der Praxis w\u00e4ren. Anerkannt Alleinerziehende haben es manchmal besser.<\/p>\n<p>Im konkreten Fall musste die Ehefrau das Kontok\u00fcndigungsformular auch unterschreiben. Dumm nur, wenn Frau kein \"Digitalged\u00f6ns mit Volksverschl\u00fcsselungs-Zertifikat\" hat. Das mal eben ausstellen lassen, ist auch nicht m\u00f6glich &#8211; war das fr\u00fcher einfach, selbst mit gebrochenem Arm konntest Du drei Kreuze auf das Antragsformular setzen und alles war geregelt.<\/p>\n<p>Die Digital-Na(t)ive meint \"Druck halt aus, dann unterschreibe ich's\" &#8211; und es fand sich, so der Leser, sogar noch ein Drucker im Haushalt. Dem Digitalikus sa\u00df der Schalk aber im Nacken, so dass drucken, unterschreiben, dann wieder scannen und versenden nicht in die T\u00fcte kam. Ein Workaround musste her: Digitales Zeichentablet angeschlossen, die Unterschrift \"digital\" ins PDF gekritzelt und dann gehofft, dass die Bank das akzeptiert. Als der Kommentar gepostet wurde, war der Mensch ja noch guten Mutes! Seit dem hat man nie wieder was von ihm geh\u00f6rt. Wir sollten wieder mehr faxen.<\/p>\n<p>Und wer sich nicht abschrecken l\u00e4sst, f\u00fcr Hardcore-Fans: Es gibt im Personalausweisportal eine echt krasse Abhandlung \u00fcber\u00a0<a href=\"https:\/\/www.personalausweisportal.de\/Webs\/PA\/DE\/buergerinnen-und-buerger\/der-personalausweis\/funktionen\/funktionen-node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die qualifizierte elektronische Unterschrift<\/a>. Dabei wollte ich doch nur was unterschreiben &#8230;<\/p>\n<blockquote><p>Habe ich hier mal in den Beitrag aufgenommen, um zu zeigen, welche Hypothek wir uns mit Volldigitalisierung aufladen. Und nein, ich wei\u00df nicht, wie es besser geht, aber in der analogen Welt ist vieles ganz einfach: Kugelschreiber, Formular unterschreiben, max. Ausweis zur Legitimation zeigen, und fertig. Solange das Formular nicht verbrennt, verloren geht oder verlegt wird, l\u00e4sst sich der Vorgang nachvollziehen.<\/p><\/blockquote>\n<h3>Du wolle Semesterticket &#8211; du kaufe neues Handy<\/h3>\n<p>Bez\u00fcglich elektronischer Patientenakte war f\u00fcr mich schnell klar, dass ich abseits der Datenschutzbedenken den Weg auch aus technischen Gr\u00fcnen nicht mitgehe. Als ich mir die Bedingungen der Krankenkassen-App, die zur Verwaltung der ePA ben\u00f6tigt wurde, vor l\u00e4ngerer Zeit mal genauer durchlas, fand ich den Passus, dass die App bestimmte Betriebssystemversionen voraussetzt. War f\u00fcr mich ein No-Go, dass ich auf ein Mobilger\u00e4t, was alle paar Jahre aus dem Support f\u00e4llt, angewiesen bin. Ger\u00e4teunabh\u00e4ngigkeit, arbeiten am Desktop im Browser? Fehlanzeige.<\/p>\n<p>Im April 2025 hat ein Leser den Kommentar \"Kaufen Sie sich halt ein neues Handy\" hier gepostet. Es ging um das Chaos beim digitalen Semesterticket der Berliner Hochschulen. O-Ton des Posters: \"Es liest sich fast wie ein Scherz zum 1. April, aber nein, es ist ein neues Beispiel aus der typisch deutschen Digitalisierungsh\u00f6lle, in der man sich treffsicher f\u00fcr technische L\u00f6sungen entscheidet (wie bei der ePA), die garantiert nicht funktionieren.\" Studierende in Berlin, deren iPhone von 2016 oder fr\u00fcher datierte, konnten die Funktion zum Kauf eines Semestertickets nicht nutzen &#8211; die Ger\u00e4te waren zu alt. Am Ende des Tages haben die Betroffenen dann eine Plastikkarte als L\u00f6sung bekommen. Die Berliner TAZ berichtet im Artikel <a href=\"https:\/\/taz.de\/Semesterticket-der-Berliner-Hochschulen\/!6076262\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kaufen Sie sich halt ein neues Handy<\/a> \u00fcber den Sachverhalt.<\/p>\n<p>Gut, die Ger\u00e4te in Berlin waren da 10 Jahre am Markt, sowas hat niemand mehr, der studiert. Aber wer sagt denn, dass das immer so sein muss? Ich erinnere mich an das Beispiel der Ing-Banking-App, die irgendwann zur Autorisierung der Transaktionen verbindlich wurde (oder man h\u00e4tte einen TAN-Generator gebraucht). Ich hatte die App gerade mal einen Monat \"verpflichtend\" auf einem Android-Handy eingerichtet, als die Meldung kam \"Android 8 wird n\u00e4chsten Monat nicht mehr bei App-Updates unterst\u00fctzt, aber ohne App-Updates ist kein Banking mehr m\u00f6glich\".<\/p>\n<p>Pers\u00f6nlich w\u00e4re ich mit dem Android 8-Handy noch Jahre ausgekommen &#8211; hab mir ein neues Android-Smartphone zugelegt, weil ich damals noch ein Android-Buch aktualisieren wollte. Ge\u00e4rgert habe ich mich trotzdem, weil ich astrein \"in den Schornstein geh\u00e4ngt worden war\". Seit diesem Erlebnis mache ich m\u00f6glichst einen Bogen um alle Digitalangebote, die \"nice to have\" sind, aber Abh\u00e4ngigkeiten schaffen.<\/p>\n<p>Und bez\u00fcglich der Ing-App-Episode: Um mich herum schlug die Falle bei \"Rentnern\" zu, die pl\u00f6tzlich von ihren Ing-Konten ausgesperrt waren und mich nach Tipps \"f\u00fcr ein g\u00fcnstiges Android-Handy\" fragten. Und auf meine spontane Frage \"Biste Ing-Kunde\" mit gro\u00dfen Augen ansahen, nickten und mir den Ruf eines \"Hellsehers\" einbrachten &#8230; Digitalisierung halt eben.<\/p>\n<h2>Und wird die ePA bzw. Digitalisierung uns Nutzen bringen?<\/h2>\n<p>Ist ja jetzt ein l\u00e4ngeres \"Vorspiel\" geworden. Aber kommen wir zum Kern der Angelegenheit. Frau Warken gab sich eingangs ja \u00fcberzeugt, dass die Digitalisierung mit Blick auf die Nutzung von Gesundheitsdaten ein erhebliches Potenzial bietet [&#8230;] f\u00fcr mehr Effizienz im Gesundheitswesen [zu sorgen]. Prima, ich bin dabei, bleibe aber skeptisch: Ich muss j\u00e4hrlich einen Antrag bei meiner Krankenkasse stellen, dass diese per Abzug\/Einzug \u00fcberzahlten Beitr\u00e4ge f\u00fcr die gesetzliche Krankenkasse erstattet. Kriegt die Verwaltung, trotz Digitalisierung, nicht auf die Reihe, das selbst zu berechnen und korrekt abzuziehen bzw. selbst\u00e4ndig \u00dcberzahlungen zu erstatten. Aber ich bin da ein Exot &#8230;<\/p>\n<h3>ePA-Nutzung weit unter 10 %<\/h3>\n<p>Bei der ePA beobachte ich seit zwei Jahrzehnten, dass nichts in die Hufe kommt. Seit 2021 gibt es konkret ePA (damals mit Opt-In) &#8211; die Nutzung der elektronischen Patientenakte lag bis Anfang 2025 bei 1 % der gesetzlich Versicherten. Seit Anfang 2025 haben \u00fcber 90 % der gesetzliche Versicherten eine ePA (weniger als 7 % haben sich per Opt-out aktiv dagegen entschieden). H\u00e4tte doch ein absoluter Erfolg werden m\u00fcssen, wenn 90 % der gesetzlich Versicherten eine ePA 3.0 haben.\u00a0Die aktive Nutzung der elektronischen Patientenakte liegt nach meinen Informationen Anfang 2026 weit unter 10 % (eher bei 5 %) der ePA-Besitzer. Nennt man Abstimmung mit den F\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Aber abseits der ePA haben wir ja noch Digitalisierung\u00a0 mit KIM (Kommunikation im Medizinwesen). Da tauschen sich die Docs doch untereinander aus und es l\u00e4uft?\u00a0Heiner Lauterbach, oder war es doch Karl (?), sagte mal: \"Mit der ePA werden wir Doppeluntersuchungen vermeiden und uns unn\u00f6tige Behandlungen ersparen\" &#8211; und beim Sparen sind wir dabei. Schauen wir mal auf die Niederungen der Praxis.<\/p>\n<h3>Das Kind, der Zahnarzt und der Kieferchirurg<\/h3>\n<p>Wie hie\u00df doch oben so sch\u00f6n: \"Mit Blick auf die Nutzung von Gesundheitsdaten bietet die Digitalisierung ein erhebliches Potenzial, um Forschung, Innovation und Versorgung zu verbessern. [&#8230; ] und sorgen\u202fdamit\u202fnicht zuletzt f\u00fcr mehr Effizienz im Gesundheitswesen.\" Wie das so konkret ausschaut, hat mir ein Blog-Leser im Februar 2026 anschaulich per E-Mail beschrieben. ePA kommt dort \u00fcbrigens nicht vor, die kann also nicht herhalten &#8211; es\u00a0 \u00a0 geht rein um \"Digitalisierung im Gesundheitswesen Anno 2026\".<\/p>\n<p>Der Leser war mit seinem Kind \"wegen Weisheitsz\u00e4hnen\" beim Zahnarzt. Der Leser hat mit dem Zahnarzt besprochen, welcher Arzt die Weiterbehandlung \u00fcbernimmt. O-Ton des Lesers: \"Der Zahnarzt sagte, wir schicken das sofort per KIM raus.\" &#8211; l\u00e4uft dank Digitalisierung. Der Leser merkte noch an: \"Haben uns aus gutem Grund geeinigt, dass ich nicht am Freitag wegen Termin beim Weiterbehandler anrufe. Es knirscht in dieser IT ja immer mal. Ich sag, Montag ruf ich an.\"<\/p>\n<p>Montag gegen 8.30 Uhr der Anruf beim \"Weiterbehandler\". Der Status dort: Nichts per KIM angekommen, und keiner wei\u00df was. O-Ton des Lesers: \"Es war 'nur' die Diagnose und ein R\u00f6ntgenbild. Von Donnerstag 16.00 bis Montag 8.30 kann so etwas nicht zugestellt werden. Am Ende war die Dame am Telefon auch noch pampig, warum ich keine Termine machen wollte.\"<\/p>\n<p>Der Leser nannte einmal einen praktischen Grund f\u00fcr die Weigerung, einen Termin zu machen: \"Dann bezahl ich wom\u00f6glich die Untersuchung noch einmal, die eben erst gemacht wurde.\" und f\u00fcgte einen medizinischen Grund hinzu: \"Der Weiterbehandler will dann man noch einmal r\u00f6ntgen. Warum soll mal einem Jugendlichen in k\u00fcrzester Zeit zweimal den Kopf durchleuchten. \" Au\u00dferdem wollte der Leser wissen, ob da \u00fcberhaupt etwas ankommt.<\/p>\n<p>K\u00f6nnte ja auch beim ersten Zahnarzt falsch gelaufen sein. Also den Zahnarzt angerufen und nachgefragt. Es gab die Best\u00e4tigung: \"Ja, ist weggeschickt.\" Am Dienstag, wieder gegen 8.30, erneut beim \"Weiterbehandler\" angerufen. Endlich waren die Unterlagen angekommen (dauerte von Donnerstag bis Dienstag f\u00fcr die \u00dcbermittlung per KIM). Ein Gl\u00fcck, dass wir KIM haben &#8211; nichts auszudenken, wenn wir das per Brief versucht h\u00e4tten. Halt, war es nicht so, dass fr\u00fcher ein Brief anderntags beim Empf\u00e4nger war? Pers\u00f6nlich den Boten spielen w\u00e4re f\u00fcr den Leser gegangen, h\u00e4tte aber 60 km Fahrt und eine Stunde Zeit gekostet &#8211; sparen beim Versicherten \"am falschen Ende\"? Nein, da hatte jemand dem Digitalisierungsversprechen geglaubt und nicht erwartet, dass die \"Elektronische \u00dcbermittlung der Daten\" Tage braucht. Aber deutsche Gro\u00dfprojekte sind schon immer etwas z\u00e4h.<\/p>\n<h3>Erst kein Gl\u00fcck und dann kommt DoctLib hinzu<\/h3>\n<p>Der Blog-Leser hat mich dann noch an Teil II seiner Erfahrung mit der Digitalisierung im Medizinwesen teilhaben lassen. Die \"Ehefrau\" sei sehr sp\u00e4t \"aus ihrer Praxis gekommen\", weil was mit der IT war (die Frau muss was mit Medizin zu tun haben). Es sei irgend etwas installiert worden, und es tauchte etwas neues in der Praxis-Software auf, hie\u00df es. Zum Testen wurde noch eine Karte einer gesetzlichen Krankenkasse gebraucht.<\/p>\n<p>Der Leser, wohl ein IT-affiner Mensch, schaute sich das Ganze an und meinte auf die Frage der Ehefrau, was das sei: \"Doctolib\" (also die Terminverwaltung eines kommerziellen Anbieters). Und setzte hinzu, dass \"man die H\u00e4nde davonlassen soll\". Frau war schon gebrieft, dass Doctolib nicht unbedingt als vertrauensw\u00fcrdig im Hinblick auf die Integration in eine Praxisverwaltungssoftware anzusehen sei (die Funktion hat da einfach nichts verloren). F\u00fcr Leser und Leserinnen, die nicht so ganz im Thema sind, einfach die Beitr\u00e4ge <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2025\/03\/03\/doctolib-will-patientendaten-fuer-ki-training-nutzen\/\" rel=\"bookmark\">Doctolib will Patientendaten f\u00fcr KI-Training nutzen<\/a>,\u00a0<a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2021\/06\/23\/datengrab-doctolib-reicht-deine-daten-an-facebook-und-outbrain-weiter\/\" rel=\"bookmark\">Datenpetze: Doctolib reicht deine Daten an Facebook und Outbrain weiter<\/a>\u00a0und <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2026\/01\/18\/doctolib-allgegenwaertig-und-immer-fuer-aerger-gut-aber-nun-gibt-es-ein-urteil\/\" rel=\"bookmark\">Doctolib, allgegenw\u00e4rtig und immer f\u00fcr \u00c4rger gut, neues Urteil wegen Irref\u00fchrung<\/a> zur Einstimmung querlesen.<\/p>\n<p>Der Leser meint dazu: \"So wie es scheint, ist dieses Doctolib direkt in die Praxissoftware integriert. Was soll ich noch sagen. Wie H\u00fchnerhof mit offenem Gartentor. Bevor die Frage kommt, es ist x.isynet von medatixx.\"<\/p>\n<p>Bei dieser Gelegenheit durfte sich der Leser auch diese KIM mal ansehen. Sein Fazit: Herzlich \u00fcberfrachtet mit allerhand Funktionen, wo man fast ununterbrochen Personal braucht, das diese KIM managt. Die Aussage des Lesers: \"Den einzigen Vorteil an dieser Digitalisierung f\u00fcr sich pers\u00f6nlich hat meine Frau auch beschrieben. Das digitale Rezept. Man sieht, ob der Patient das Medikament abgeholt hat und was die Apotheke rausgegeben hat. Das muss ja nicht immer das sein, was auf dem Rezept steht\". Klingt irgendwie \u00fcberzeugend &#8211; wir haben gesucht, und tats\u00e4chlich einen Vorteil gefunden.<\/p>\n<h3>Welchen Fu\u00df h\u00e4tten sie gerne ger\u00f6ntgt &#8230;?<\/h3>\n<p>Zweiter Fall von \"wie es in der Praxis so l\u00e4uft\" und wie Doppeluntersuchungen vermieden werden, ist mir im August 2025 passiert. Gro\u00dfmutter wusste \"Jungchen, kleine L\u00e4stereien werden vom Leben sofort bestraft\". Als ich so vom Ranten \u00fcberdr\u00fcssig den Rechner ausgeschaltet hatte, und f\u00fcr einen Nachmittagsspaziergang zur B\u00fcrot\u00fcr raus wollte, bin ich mit dem linken Fu\u00df umgeknickt und voll auf den Fu\u00dfboden geknallt. Als ich alles durchgecheckt hatte &#8211; \"nix gebrochen, tut nix richtig weh\", hab ich sogar noch meinen Spaziergang gemacht. Statt 5 km sind es aber nur 3,7 km geworden und ich kam mit \"meinem Elefantenfu\u00df\" kaum noch nach Hause.<\/p>\n<p>Nach drei Tagen und Kr\u00fccken musste ich doch Rat beim Doc einholen &#8211; dachte ein bisschen Verband und noch drei Tage Ruhe, dann wird es wieder. Aber die Diagnose \"schwere Supination mit Unterblutungen, vermutlich B\u00e4nderriss, da r\u00f6ntgen wir sofort, und dann ist bestenfalls einige Wochen Orthese angesagt\", war eindeutig. Also lie\u00df ich mich, bewaffnet mit Kr\u00fccken und ausgedruckter \u00dcberweisung von meiner Frau zum n\u00e4chsten medizinischen Zentrum mit R\u00f6ntgenpraxis in unserer Stadt fahren. \"Haben sie einen Termin?\" lautete die Frage an der Anmelden. Ich so: \"Ich wolle keinen Termin, ich wolle R\u00f6ntgen\" &#8230; \"Waren Sie schon mal hier?\" lautete die n\u00e4chste Fangfrage. Ich so \"wissentlich nicht\", Frau \"vielleicht?\", Fachkraft in der Anmeldung \"ich sehe, sie waren schon mal da &#8230;\" und ich war platt, war ich wissentlich nie in der R\u00f6ntgenpraxis. Sp\u00e4ter l\u00f6ste sich das R\u00e4tsel auf, als ich die R\u00f6ntgendaten ansah &#8211; 10 Jahre zuvor war ich in einer g\u00e4nzlich anderen Praxis in einer anderen Stadt nach meinem Genickbruch mehrfach zum R\u00f6ntgen. Die gesamten R\u00f6ntgenpraxen in unserem Umfeld waren durch einen Betreiber aufgekauft, der die Daten noch vorr\u00e4tig und zusammen gef\u00fchrt hatte. Du wird dir pl\u00f6tzlich bewusst: Du wirst pl\u00f6tzlich gl\u00e4sern &#8230;<\/p>\n<p>10 Minuten im Film vorspulen &#8211; ich liege auf dem R\u00f6ntgentisch \"welchen Fu\u00df wollen wir denn r\u00f6ntgen?\" Steht doch in der \u00dcberweisung \"linker Fu\u00df\". Ok, sicher ist sicher, gut dass die R\u00f6ntgenassistentin nachfragt und nicht den Kopf r\u00f6ntgt. \"R\u00f6ntgen wir den linken Fu\u00df oder das linke Sprungelenk?\" Hallo, bin ich der Doc? \"Was steht dann in der \u00dcberweisung?\" \"Da steht linkes &#8230;\" (irgend etwas unverst\u00e4ndliches gemurmelt) \"Moment, ich frage den Doktor\". Ich h\u00f6rte das Gespr\u00e4ch per Telefonat mit dem R\u00f6ntgenarzt mit und dacht \"wird schon seine Richtigkeit haben\".<\/p>\n<p>R\u00f6ntgenaufnahme wurde gemacht, ich bekam einen Zettel mit QR-Code, \u00fcber den ich die Aufnahmen abrufen k\u00f6nne und bin mit Kr\u00fccken rausgeh\u00fcpft. Frau, drei Wartezimmer weiter kam mir entgegen und meinte \"Du bist aber auch immer ein Sonderfall, das ganze Wartezimmer hat euer Gespr\u00e4ch mitgeh\u00f6rt und sich auf die Schenkel geklopft, als gefragt wurde, ob du schwanger w\u00e4rst. Gut, dass es vorbei ist.\"<\/p>\n<p>Die R\u00f6ntgenaufnahmen lie\u00dfen sich per QR-Code am Rechner abrufen, ich war begeistert und\u00a0 kam per Eigendiagnose zum Schluss \"nix gebrochen und Schwangerschaft kann auch ausgeschlossen werden\". Ich anderntags hoffnungsfroh mit Kr\u00fccken um die Ecke zum Hausarzt gehumpelt, der sich die R\u00f6ntgenaufnahmen ansah und explodierte \"was haben Sie sich den da r\u00f6ntgen lassen?\" Ich so \"was auf dem Zettel stand, und ein R\u00f6ntgenarzt hat das noch best\u00e4tigt\".<\/p>\n<p>Der Hausarzt wollte das Sprunggelenk ger\u00f6ntgt haben, aber es war der Fu\u00df abgelichtet worden. Irgend ein Diagnoseschl\u00fcssel muss wohl nicht so eindeutig gewesen sein. Da kann es schon mal sein, dass Du statt am Sprunggelenk ger\u00f6ntgt zu werden einen Ultraschall der Fettleber verpasst bekommst. Zeigt die Schwachstellen des Systems, die den Fachleuten bewusst sind: Vertippt sich jemand oder ist eine Diagnosekennziffer nicht eindeutig, f\u00e4llt die ganze Theorie \"wir machen das so\" in sich zusammen.<\/p>\n<p>Der Doc meinte \"Fahren Sie sofort ins Krankenhaus nach &#8230;, gehen in die Notaufnahme, und lassen sie sich dort r\u00f6ntgen. Da habe ich bis vor kurzem gearbeitet, die wissen, was sie tun\" und schrieb eine neue \u00dcberweisung aus. \"Wir machen keine Doppeluntersuchungen\", sagte mal Heiner Lauterbach &#8211; ach, ich glaube, ich verwechsele da was.<\/p>\n<p>Lange Rede kurzer Sinn, die Notaufnahme mit R\u00f6ntgenabteilung hat funktioniert, und ich durfte dem jungen R\u00f6ntgenarzt erkl\u00e4ren, welche Knochensch\u00e4den auf dem R\u00f6ntgenbild vermutlich alt waren.<\/p>\n<p>Spoiler: Es gab auch noch Tage sp\u00e4ter &#8211; auf Empfehlung des R\u00f6ntgenarztes, noch ein MRT, um einen B\u00e4nderriss, der ggf. operiert werden muss, auszuschlie\u00dfen. Die MRT-Aufnahmen kann ich einsehen, die Diagnose des MRT-Arztes habe ich nie bekommen &#8211; m\u00f6glicherweise im digitalen Nirvana verschollen. H\u00e4tte mit der ePA 3.0 aber auch nichts gebracht, da die Strukturen zur Aufnahme der Daten da nicht vorhanden sind.<\/p>\n<h2>Fazit: Wer sich verl\u00e4sst, ist verlassen<\/h2>\n<p>Erkenntnis: Wenn Du nicht m\u00fcndiger Patient bist, der nicht wei\u00df, was Sache ist und Du dich statt dessen auf \"die Medizineinrichtung\" verl\u00e4sst, bis Du verlassen. Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen: Ich habe in den letzten Jahren immer sehr engagierte Mediziner getroffen. Und es geht auch nicht um Besserwisserei. Aber wie willst Du eine informierte Entscheidung treffen, wenn Du keine wirklichen Informationen hast, um das alles bewerten zu k\u00f6nnen? Aus Erfahrung wei\u00df ich: Behandlungen liefen immer dann optimal, wenn ich informiert und vorbereitet war und mit den \u00c4rzten abw\u00e4gen konnte. Manchmal wirst Du von einer Diagnose \u00fcberrumpelt und dann von gut gemeinten Leitlinien \"\u00fcberfahren\". Dann passieren Sachen, die unn\u00f6tig sind und abgek\u00fcrzt werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Damit kommen wir wir zum Kernpunkt der ganzen Geschichte. Die Sonntagsreden \u00fcber Digitalisierung im Medizinwesen und Effizienzgewinne h\u00f6re ich zwar st\u00e4ndig. Die fokussieren auf Technik, wo funktionierende Strukturen gefordert w\u00e4ren. Daher hege ich arge Skepsis, dass wir in 10 Jahren wirklich weiter gekommen sind. Wir versuchen seit 20 Jahren Digitalisierung im Medizinwesen, die in ePA enden soll. Bisher mit \u00fcberschaubarem Erfolg.<\/p>\n<h3>Viele Protagonisten am Trog<\/h3>\n<p>Es gibt einfach zu viele Protagonisten mit eigenen Interessen, die ihr eigenes S\u00fcppchen kochen und sich am Topf der Budgets der Krankenkassen und Mediziner bedienen m\u00f6chten. Die Tage gab es bei heise <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Elektronische-Patientenakte-Weiterer-Aktensystemanbieter-in-der-Zulassung-11250633.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesen Artikel<\/a> \u00fcber ein weiteres Konsortium, welches sich neben IBM und Bitmark ein Speichersystem f\u00fcr Patientendaten zertifizieren lassen m\u00f6chte. Laut <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Telekom-kuendigt-eigene-ePA-an-Noch-mehr-Vielfalt-im-Markt-und-offene-Fragen-11263567.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">heise.de<\/a> hat die Telekom gerade angek\u00fcndigt, ebenfalls ein ePA-System entwickeln zu anbieten zu wollen. Da scheint viel Geld zu locken. Was Gottfried Ludewig, Public Sector-Chef der Deutschen Telekom vorschwebt, ist eine ePA, die Daten aus unterschiedlichen Quellen nicht einfach nur sammelt, sondern sie intelligent zusammenf\u00fchrt, auch mithilfe von K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI). Ein Mediziner, der mir gerade diese Information von der DEMA 2026 zukommen lie\u00df, meinte dazu \"fr\u00fcher hie\u00df es 'k\u00f6nnen wir nicht was mit Blockchain machen, heute nehmen wir KI'\".<\/p>\n<h3>Ein Digitalisierungs-Flickenteppich<\/h3>\n<p>Herausgekommen ist bisher ein Digitalisierungskonzept, welches mehr Flickenteppich als funktionierendes System ist. Wenn KIM steht, geht in den Praxen nichts mehr.\u00a0Die oben erw\u00e4hnte Episode, dass Doctlib als Funktion in ein Praxisverwaltungssystem integriert wird, ist symptomatisch. Doctlib hat da nichts, aber auch gar nichts verloren, aber da sieht jemand Dollarzeichen und sucht Wege zum Trog, um den Datenschatz zu heben.<\/p>\n<p>Die Politik samt Entscheidungstr\u00e4ger hegen nach wie vor die Hoffnung, mit Digitalisierung irgend etwas in einem (zumindest von mir so empfundenen) dysfunktionalen System bewirken zu k\u00f6nnen. Und die \u00c4rzte sowie die Therapeuten sitzen gr\u00f6\u00dftenteils hilflos vor der Situation, diese Systeme von den kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen aufs Auge gedr\u00fcckt zu bekommen und zahlen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<h3>Eindr\u00fccke frisch von der DEMA 2026<\/h3>\n<p>Gerade beim Schreiben dieses Beitrags flatterte mir die Mail eines Mediziners ins Postfach. Im Anhang ein Beitrag mit der obigen Information, dass die Telekom auch in ePA, aber mit KI, machen will. Und ein zweiter Beitrag des \u00c4rztenachrichtendiensts von einer Diskussionsveranstaltung auf der DEMA 2026. Dr. Sibylle Steiner, in ihrer Funktion als Vorstandsmitglied der Kassen\u00e4rztlichen Bundesvereinigung (KBV) konstatierte, dass der ambulante Bereich zwar inzwischen stark digital angebunden sei. Anwendungen wie eRezept, die elektronische Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung, und die elektronische Patientenakte (ePA) seien weit verbreitet (alle Praxen seien angeschlossen). Aber der Nutzen bleibe oft begrenzt, weil \"zentrale Probleme wie fehlende Interoperabilit\u00e4t, instabile Systeme und vor allem anhaltende Medienbr\u00fcche, ungel\u00f6st seien. In vielen Praxen m\u00fcssten \u00c4rztinnen und \u00c4rzte parallel digital und auf Papier arbeiten, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Interessant finde ich die Aussage: \"Die Versorgung d\u00fcrfe nicht davon abh\u00e4ngen,<br \/>\nob und wie vollst\u00e4ndig eine ePA bef\u00fcllt sei\". Gefordert wird ein Versorgungsfachdienst\u00a0 (muss noch geschaffen werden), \u00fcber den \u00c4rztinnen und \u00c4rzte unabh\u00e4ngig von der elektronischen Patientenakte auf relevante Behandlungsdaten zugreifen k\u00f6nnen. Sprich: Die ePA 3.0 ist so kaputt, dass wir eigentlich was neues brauchen, was auch funktioniert.<\/p>\n<p>Kritisiert wird auch, dass Krankenh\u00e4user in diesem System an der Umsetzbarkeit der Digitalisierung scheitern, gegen die Wand fahren und Fristen rei\u00dfen. KVB Vorstandsmitglied Steiner zieht das Fazit aus der Praxis und der Diskussionsrunde:<br \/>\n\"Wir m\u00fcssen erst die Versorgungsprozesse definieren und festlegen \u2013 und dann die digitalen Weichen stellen. Wir d\u00fcrfen nicht aus dem Blick verlieren: Digitalisierung ist ein Instrument, ein Hilfsmittel.\" In den Sonntagsreden der Politik sehe ich Digitalisierung eher als \"Fetisch und Hoffnungstr\u00e4ger\", der alles richten soll, was schief l\u00e4uft. Das wird aber nicht funktionieren.<\/p>\n<p>Immer wenn ich als Blogger kurz Gelegenheit habe, tiefer hinter die Kulissen von Praxisverwaltungssystemen oder Organisationen zu schauen, schlage ich die H\u00e4nde \u00fcber dem Kopf zusammen. Was ich an Informationssplittern so mitbekomme, ist mit der Umschreibung \"Katastrophe\" oft noch geschmeichelt. Vielleicht sehe ich es zu dystopisch,\u00a0 und hoffe inst\u00e4ndig, dass ich mir absolut irre. Aber ich f\u00fcrchte, wir sind in drei, f\u00fcnf oder zehn Jahren nicht wesentlich weiter. Auch mit ePA 3.0 sind wir weit davon entfernt, dass die gesetzlich Krankenversicherten irgend etwas von den erhofften Vorteilen sehen oder begreifen.<\/p>\n<p>Einige der obigen Beispiele sind zwar anekdotischer Natur, zeigen aber, wo es zwischen Theorie und Praxis hakt. Man k\u00f6nnte noch vieles schreiben, ich z\u00e4ume die Geschichte aber mal vom gesetzlich versicherten Patienten mit einer schlichten Erkenntnis her auf: In Zeiten, wo Leute Jahrzehnte mit Rabattm\u00e4rkchen, Payback-Karten und heute Einkaufs-Apps mit Rabattaktionen konditioniert wurden und jeden vermeintlichen Vorteil \"mitnehmen\", nutzen noch nicht einmal 10 Prozent der ePA-Inhaber und -Inhaberinnen dieses Mittel. Deutlicher kann man es doch nicht zum Ausdruck bringen: Die Leute stimmen mit den F\u00fc\u00dfen ab und lassen die ePA links liegen! Und dies, obwohl jeder Tausende in das System einzahlt. Aus der \u00c4rzteschaft kann ich, bis auf einige Claqueure,\u00a0 auch nicht wirklich Begeisterung erkennen &#8211; auch wird (zumindest gef\u00fchlt) aktuell kein Nutzen gesehen. Oder wie seht ihr das? Gibt es durchschlagend positive Beispiele? Sagt mir bitte, das sich mich in der Analyse fundamental irre.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktuell findet ja vom 21. bis 23. April 2026 die DMEA 2026, Europas f\u00fchrende Veranstaltung f\u00fcr digitale Gesundheit, auf dem Messegel\u00e4nde Berlin statt. 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