{"id":328051,"date":"2026-08-01T12:37:14","date_gmt":"2026-08-01T10:37:14","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/blog\/?p=328051"},"modified":"2026-08-01T12:43:33","modified_gmt":"2026-08-01T10:43:33","slug":"mehr-als-24-000-server-mit-bmc-per-schwachstelle-cve-2013-4786-gefaehrdet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2026\/08\/01\/mehr-als-24-000-server-mit-bmc-per-schwachstelle-cve-2013-4786-gefaehrdet\/","title":{"rendered":"Mehr als 24.000 Server mit BMC per Schwachstelle CVE-2013-4786 gef\u00e4hrdet"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Sicherheit_klein.jpg\" alt=\"Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)\" width=\"200\" align=\"left\" \/>Im vom Baseboard Management Controller (BMC)-Interface verwendeten IPMI 2.0-Protokoll gibt es eine Authentifizierungsschwachstelle (CVE-2013-4786). Diese besteht wohl seit 2004 und kann den Password-Hash zur Authentifizierung leaken. Die Server w\u00e4ren dann per Internet \u00f6ffentlich angreifbar, und die Passwort-Hashes sind in vielen F\u00e4llen knackbar. Es gibt aber Gegenma\u00dfnahmen, um laufende Angriffe zu verhindern.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>BMC und IPMI<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/aaf33a2f22504637bc13f5b1b5fa4e28\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Ein Baseboard Management Controller (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baseboard_Management_Controller\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BMC<\/a>) ist ein spezialisierter Server Management Prozessor, der auf zahlreichen Server Mainboards aufgel\u00f6tet ist. Er dient vor allem zur Steuerung, Fernwartung und \u00dcberwachung eines Servers.\u00a0\u00dcber die entsprechenden Sensoren erh\u00e4lt der BMC Daten \u00fcber Systemparameter wie Temperatur, Umdrehungsgeschwindigkeit der L\u00fcfter, Betriebssystemstatus etc.<\/p>\n<p>Der BMC gibt diese Sensorwerte aus und kann \u00fcber das Netzwerk Alarmmeldungen an den Systemadministrator versenden, falls Parameter ein festgelegtes Intervall verlassen und damit eine St\u00f6rung des Systems vermuten lassen. Der Administrator kann daraufhin entfernt auf den Rechner zugreifen und beispielsweise einen Neustart vornehmen, falls das Betriebssystem abgest\u00fcrzt ist.<\/p>\n<p>Dazu stellen BMCs in der Regel ein Web Interface sowie Schnittstellen f\u00fcr IPMI und Redfish bereit, wie man bei <a href=\"https:\/\/www.thomas-krenn.com\/de\/wiki\/Baseboard_Management_Controller\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Thomas Krenn nachlesen<\/a> kann. Der BMC kommuniziert mit dem BMC Management Utility (BMU) auf einem Remote Client \u00fcber\u00a0<a id=\"mwEQ\" class=\"mw-redirect\" title=\"IPMI\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IPMI\" target=\"_blank\" rel=\"mw:WikiLink noopener\">IPMI<\/a>-Protokolle. Das K\u00fcrzel IPMI steht dabei f\u00fcr das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Intelligent_Platform_Management_Interface\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Intelligent Platform Management Interface<\/a>. Das ist eine standardisierte Schnittstelle in Computer-Hardware und -Firmware, \u00fcber die Rechner auf Hardwareebene ferngesteuert \u00fcberwacht und verwaltet werden k\u00f6nnen, auch wenn sie ausgeschaltet sind oder kein Betriebssystem installiert ist. IPMI stellt damit eine Realisierungsform von Lights Out Management (LOM) dar. IPMI wurde urspr\u00fcnglich von Intel, Hewlett-Packard, NEC und Dell, jedoch als hersteller\u00fcbergreifender Industriestandard mit Schwerpunkt auf Serversysteme entwickelt.<\/p>\n<p>Aufgrund der weitgehenden Kontrolle, die IPMI \u00fcber einen damit ausger\u00fcsteten Rechner gew\u00e4hrt, ist eine ausreichende Absicherung gegen unbefugten Zugriff erforderlich. Massenhaft \u00fcber das Internet zug\u00e4ngliche Systeme mit fehlerhaften, unzureichend gesicherten und veralteten Implementierungen der IPMI-Schnittstelle sind ein ernsthaftes Sicherheitsproblem.<\/p>\n<h2>Schwachstelle CVE-2013-4786 im IPMI 2.0-Protokoll<\/h2>\n<p>Nun wurde Anfang Juli 2026 bekannt, dass es seit 2004 eine\u00a0 Schwachstelle (<a href=\"https:\/\/nvd.nist.gov\/vuln\/detail\/cve-2013-4786\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CVE-2013-4786<\/a>, CVSS 3.x Base-Score 7.5, High) im IPMI 2.0-Protokoll gibt.\u00a0Die IPMI 2.0-Spezifikation unterst\u00fctzt die Authentifizierung \u00fcber das RMCP+ Authenticated Key-Exchange Protocol (RAKP). Diese Schwachstelle erm\u00f6glicht es einem Angreifer remote Passwort-Hashes abzurufen. Damit lie\u00dfen sich Offline-Password-Guessing-Angriffe durchf\u00fchren. Dazu muss der Angreifer den HMAC aus einer RAKP-Nachricht 2-Antwort eines BMC abrufen und dann probieren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bleepingcomputer.com\/news\/security\/over-24-000-exposed-server-bmcs-leak-password-hash-via-decades-old-flaw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-328052\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/BMC-Schwachstelle-CVE-2013-4786.jpg\" alt=\"BMC-Schwachstelle CVE-2013-4786\" width=\"535\" height=\"482\" srcset=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/BMC-Schwachstelle-CVE-2013-4786.jpg 535w, https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/BMC-Schwachstelle-CVE-2013-4786-300x270.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 535px) 100vw, 535px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bleeping Computer hat die Woche in obigem Tweet und <a href=\"https:\/\/www.bleepingcomputer.com\/news\/security\/over-24-000-exposed-server-bmcs-leak-password-hash-via-decades-old-flaw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Artikel<\/a> und heise in <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Server-Fernwartung-24-650-Server-fuer-20-Jahre-alte-Luecke-anfaellig-11382232.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Beitrag<\/a>\u00a0auf diese Schwachstelle hingewiesen. Sicherheitsforschern von Lava haben den Sachverhalt in <a href=\"https:\/\/lavahq.io\/research\/bmc-exposure-alert\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Beitrag<\/a> dokumentiert. Die Sicherheitsforscher haben\u00a036.872 im Internet exponierte Server-Management-Schnittstellen identifiziert, auf denen IPMI l\u00e4uft .<\/p>\n<p>Bei den getesteten Systemen gaben 24.650 aufgrund der Schwachstelle CVE-2013-4786 im IPMI-2.0-Authentifizierungsprotokoll den bereits vor der Anmeldung aus Passw\u00f6rtern abgeleiteten Authentifizierungs-Hash preis. Den Sicherheitsforschern ist es gelungen, bei mehr als 30 % der zur\u00fcckgegebenen Hashes das richtige Passwort mithilfe von W\u00f6rterb\u00fcchern und vorhersehbarer Formate auf den werkseitigen Geh\u00e4useaufklebern wiederherzustellen.<\/p>\n<p>Bei Passw\u00f6rtern, die gem\u00e4\u00df den HPE iLO Factory-Vorgaben (8 Zeichen, A-Z, 0-9) erstellt wurden, brauchte ein Crack des Hash-Wertes gerade einmal 35 Sekunden. Bei Passw\u00f6rtern, die nach den Supermicro-Werksangaben (10 Zeichen, A-Z) gew\u00e4hlt wurden, dauerte es 30 Minuten bis zum Crack. Nur lange, mit Zufallszahlen generierte und rotierte Passw\u00f6rter waren nicht knackbar.<\/p>\n<p>Die Sicherheitsforscher geben an, dass auch moderne Supermicro- und HPE-Server von der Sicherheitsl\u00fccke betroffen waren, die von GPU-Anbietern betrieben werden. Darunter befanden sich auch Systeme, die noch immer werkseitig vergebene Passw\u00f6rter verwendeten. Zudem fanden die Sicherheitsforscher\u00a0Hinweise darauf, dass Server mit \u00fcber das Internet zug\u00e4nglichen BMC-Schnittstellen bereits gezielt angegriffen und in der Praxis ausgenutzt werden.<\/p>\n<p>Um das Ausma\u00df der Sicherheitsl\u00fccke zu veranschaulichen, haben die Sicherheitsforscher <a href=\"https:\/\/lavahq.io\/bmc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BMCRadar<\/a> erstellt, eine interaktive Karte der im Rahmen dieser Untersuchung identifizierten, \u00fcber das Internet zug\u00e4nglichen BMC-Schnittstellen. In Deutschland wurden 3.281 im Internet exponierte Server mit der Schwachstelle gefunden.<\/p>\n<h2>Was k\u00f6nnen Administratoren tun?<\/h2>\n<p>Die Lava-Sicherheitsforscher haben betroffene Anbieter und Operatoren im Vorfeld informiert und auch Supermicro als Hersteller informiert. Ihre umfangreiche Analyse des Sachverhalts ist im verlinkten <a href=\"https:\/\/lavahq.io\/research\/bmc-exposure-alert\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blog-Beitrag<\/a> abrufbar. Dort wird die\u00a0wichtigste Abhilfema\u00dfnahme als erstes genannt: IPMI sollte vom \u00f6ffentlichen Internet aus nicht erreichbar sein.\u00a0Betreiber von Servern mit BMC sollten zudem folgende Ma\u00dfnahmen ergreifen:<\/p>\n<ul>\n<li>den UDP-Port 623 am Netzwerkrand blockieren<\/li>\n<li>werkseitig vergebene Passw\u00f6rter bei der Bereitstellung \u00e4ndern<\/li>\n<li>veraltete oder schwache Optionen wie IPMI 1.5, Cipher Suite 0, anonyme Konten und die NONE-Authentifizierung deaktivieren<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zudem sollte der BMC-Zugriff \u00fcber ein dediziertes privates Verwaltungsnetzwerk, ein VPN, einen Bastion-Host oder einen anderen kontrollierten Verwaltungspfad beschr\u00e4nkt werden. Zudem sollten Administratoren Netzwerkzugriffskontrollen anwenden, damit nur zugelassene Verwaltungssysteme auf BMC-Schnittstellen zugreifen k\u00f6nnen. Weiterhin wird empfohlen, das Verwaltungsnetzwerk getrennt von den Produktions-Workloads\u00a0 zu \u00fcberwachen. Sofern unterst\u00fctzt, sollte Redfish \u00fcber TLS innerhalb eines isolierten Verwaltungsnetzwerks bevorzugt werden.<\/p>\n<p>Aber weder Redfish noch IPMI sollten als Protokoll direkt \"dem \u00f6ffentlichen Internet ausgesetzt sein\" schreiben die Sicherheitsforscher. Wer einen Server mit BMC \u00f6ffentlich im Internet betrieben und keine komplexen Passw\u00f6rter verwendet hat, sollte diesen meiner Ansicht nach jetzt potentiell als kompromittiert ansehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im vom Baseboard Management Controller (BMC)-Interface verwendeten IPMI 2.0-Protokoll gibt es eine Authentifizierungsschwachstelle (CVE-2013-4786). 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