{"id":328215,"date":"2026-08-06T00:01:48","date_gmt":"2026-08-05T22:01:48","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/blog\/?p=328215"},"modified":"2026-08-06T00:13:59","modified_gmt":"2026-08-05T22:13:59","slug":"iii-synology-erklaert-warum-die-zweite-backup-warnung-nie-kommt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2026\/08\/06\/iii-synology-erklaert-warum-die-zweite-backup-warnung-nie-kommt\/","title":{"rendered":"III: Synology erkl\u00e4rt, warum die zweite Backup-Warnung nie kommt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" style=\"float: left; margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline;\" title=\"Bug\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/bug05.jpg\" alt=\"Bug\" width=\"77\" height=\"77\" align=\"left\" border=\"0\" \/>Der Microsoft Defender h\u00e4lt Synology-Backups auf den Servern der Betroffenen f\u00fcr einen Trojaner und schiebt diese Software in Quarant\u00e4ne, wodurch das Backup nicht mehr ausgef\u00fchrt wird. Zum Problem wird das, weil Windows nur einmalig eine Warnung \u00fcber ein gescheitertes Backup meldet.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>R\u00fcckblick auf das Backup- und Defender-Problem<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/dad2aa0d494640638fd04d63913fa9a8\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Blog-Leser Stefan M. informierte mich die Tage \u00fcber ein Problem mit gescheiterten Synology Backups. Der Microsoft Defender h\u00e4lt eine Verbindungspr\u00fcfung der Synology-Backup-Software (ABB) f\u00fcr einen Trojaner und hat diese verschiedenen Servern des Lesers in Quarant\u00e4ne geschoben. Dadurch laufen die Sicherungen nicht mehr durch.<\/p>\n<p>Ich hatte im Beitrag<em> I: <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2026\/08\/03\/microsoft-defender-haelt-synology-backups-fuer-einen-trojaner-3-8-2026\/\">Microsoft Defender h\u00e4lt Synology-Backups f\u00fcr einen Trojaner<\/a> (3.8.2026)<\/em> die Details sowie die tiefere Analyse des Blog-Lesers bereits eingestellt. Sp\u00e4ter hat mir der Blog-Leser noch die R\u00fcckmeldungen von Microsoft und Synology auf seine Supportanfragen zukommen lassen. Sachstand ist, dass Microsoft nichts an seinen Signaturdateien zur Erkennung der Befehle \u00e4ndert will.<\/p>\n<p>Synology pr\u00fcft derzeit, wie die Verbindungspr\u00fcfung ausgef\u00fchrt wird, ohne die Erkennung einer Schadfunktion durch den Microsoft Defender zu triggern. Wann da ein Fix kommt, ist offen, wie ich im Beitrag<em> II: <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2026\/08\/04\/ii-nachtrag-zum-defender-fehlalarm-rueckmeldung-von-synology-und-microsoft\/\">Nachtrag zum Defender-Fehlalarm: R\u00fcckmeldung von Synology und Microsoft<\/a>\u00a0<\/em>mit erw\u00e4hnt habe.\u00a0F\u00fcr betroffene Administratoren ergeben sich gleich zwei Probleme:<\/p>\n<ul>\n<li>Ein Administrator kann im Microsoft Defender die fehlerhafte Erkennung des Synology Backups nicht einfach \u00fcber die Schaltfl\u00e4che \"Zulassen\" korrigieren. Denn der Trigger erfolgt \u00fcber einen Befehl zur Verbindungspr\u00fcfung und <em>Zulassen<\/em> w\u00fcrde die Erkennungsregel des Defender dauerhaft au\u00dfer Kraft setzen.<\/li>\n<li>Die Benachrichtigung, dass das Synology Backup gescheitert ist, kommt nur ein einziges Mal. Nach der ersten fehlgeschlagenen Sicherung erfolgt noch eine erste Meldung, danach bleibt die Alarmierung stumm.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich bin in den beiden oben verlinkten Teilen 1 und 2 der Artikelreihe detaillierter auf die beiden angesprochenen Punkte eingegangen. Offen ist noch, warum nur eine Meldung \u00fcber das fehlgeschlagene Backup ausgel\u00f6st wird?<\/p>\n<h2>Warum die 2. Warnung nie kommt<\/h2>\n<p>Blog-Leser Stefan M. hat mir in einer dritten E-Mail auch dort einige Details zukommen lassen, die er von Synology auf seine Supportanfrage erfahren hat. Der Leser schrieb: \"Ich hatte Ihnen heute Nacht geschrieben, dass die fehlgeschlagenen Sicherungen nach der ersten Meldung stumm blieben. Synology hat inzwischen erkl\u00e4rt, warum. Das Backup schweigt nicht aus Versehen \u2013 es schweigt nach Plan.\"<\/p>\n<h3>Falle Mail Throttling<\/h3>\n<p>Der Mechanismus hei\u00dft <em>Mail Throttling <\/em>und ist vom Hersteller bewusst in seinem Produkt eingebaut worden. <span lang=\"EN-US\">Der Synology-Support schreibt dazu:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span lang=\"EN-US\">\"Once the first email is sent for a specific error type, the system begins a 24-hour suppression window for that same error type on that device \u2014 subsequent failures triggered by the same cause are logged but do not trigger additional emails during that window.\"<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Nach der ersten Fehlermeldung herrscht f\u00fcr denselben Fehlertyp also 24 Stunden Funkstille. Den Leser hat dies hart getroffen, denn seine Hypervisoren sollen st\u00fcndlich gesichert werden. Ein Fehlschlag des <span lang=\"EN-US\">Synology-Backups l\u00f6st also lediglich <\/span>eine Mail aus. die 23 beim Leser folgenden Fehlschl\u00e4ge des Backups ergeben keine separate Mail, sondern nur noch Eintr\u00e4ge im Error-Log. Ein Administrator m\u00fcsste also die Log-Dateien auswerten.<\/p>\n<p>Gedacht ist <em>Mail Throttling <\/em>gegen \u00fcberflutete Postf\u00e4cher, was durchaus einleuchten ist. <span lang=\"EN-US\">Synology benennt die Kehrseite dieser Regelung: <i>\"the current design has no way to distinguish 'one blip that resolved itself' from 'a fault that has persisted for hours'.\"<\/i><\/span><\/p>\n<h3>Mail Throttling nicht anpassbar<\/h3>\n<p>Das derzeitige Design der Benachrichtigung kann also nicht zwischen einem einmaligen (Backup-) Fehlerereignis, dass sich selbst behebt, und einem \u00fcber l\u00e4ngere Zeit bestehenden Backup-Problem unterscheiden. F\u00fcr die Mitleserschaft daher das Resumee des Lesers:<\/p>\n<blockquote><p>Wer von seiner Synology auch nur eine einzige Meldung \u00fcber eine fehlgeschlagene Sicherung bekommt, muss den Zustand der Backups von Hand pr\u00fcfen \u2013 und darf nicht auf die zweite Meldung warten. Sie kommt nicht.<\/p><\/blockquote>\n<p>Einstellbar ist am <em>Mail Throttling\u00a0<\/em>nichts, schrieb der Leser, kein k\u00fcrzeres Intervall, keine Eskalation nach mehreren Fehlschl\u00e4gen, keine Zustandsmeldung. Inzwischen wurde vom Synology-Suppport ein Feature Request inter eingereicht, wobei der Fall des Lesers als Begr\u00fcndung herhalten muss.\u00a0<b><\/b><\/p>\n<h3>Die Falle f\u00fcr erfahrene Administratoren<\/h3>\n<p>log-Leser Stefan M. schrieb mir dazu: \"Genau hier liegt die Falle, und sie zielt auf die erfahrenen Kollegen. Eine einzelne fehlgeschlagene Sicherung ist Alltag: Netzh\u00e4nger, Neustart, Wartungsfenster. Man \u00e4rgert sich kurz und wartet den n\u00e4chsten Lauf ab, weil der praktisch immer klappt. Bleibt es danach still, liest man das als Entwarnung.\" Und hier lauert die Gefahr, denn die \"Stille\" durch ausbleibende Meldungen ist keine Entwarnung. Es sei der derselbe stumme Zustand, den auch ein tagelanger Totalausfall erzeugt.<\/p>\n<p>Beim Leser waren es mehrere Stunden ungesicherter virtueller Maschinen, und dies, obwohl alles richtig eingerichtet war: Benachrichtigungen aktiv, Kategorie gesetzt, Testmail kommt an. Der Fehler des Lesers lag darin, dass er nach der ersten Warnung per E-Mail die ausbleibenden Folgewarnungen f\u00fcr ein gute Nachricht gehalten hatte und annahm, dass die Sicherung nun wieder durchl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Wer es sauber l\u00f6sen will, schrieb der Leser, dreht die Logik um: nicht auf Fehlermeldungen warten, sondern aktiv \u00fcberwachen, ob der letzte erfolgreiche Lauf jung genug ist. Ein Backup-Monitoring, das nur auf Alarme h\u00f6rt, h\u00f6rt im Ernstfall genau einmal etwas \u2013 und danach nie wieder.\u00a0Also der Sachverhalt in kurz:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Virenscanner (Microsoft Defender) h\u00e4lt das Synology-Backup bzw. dessen Befehl zur Verbindungspr\u00fcfung f\u00fcr einen Trojaner und schiebt die Software in Quarant\u00e4ne.<\/li>\n<li>Die f\u00fcr Administratoren naheliegende Abhilfe, den Fehlalarm samt der in Quarant\u00e4ne geschobene Software \u00fcber die Option\u00a0<em>Zulassen<\/em> zur Ausf\u00fchrung freizugeben, schaltet die Erkennungsregel ger\u00e4teweit ab.<\/li>\n<li>Microsoft bescheinigt dem Code zur Verbindungspr\u00fcfung zwar Harmlosigkeit, \u00e4ndert aber trotzdem nichts an der Signaturdatei.<\/li>\n<li>Synology pr\u00fcft derzeit, wie man das Problem, dass der Befehl zur Verbindungspr\u00fcfung als Trojaner erkannt wird, beheben kann.<\/li>\n<li>Die Hoffnung des Administrators, dass er bei einem fehlgeschlagenen Backup regelm\u00e4\u00dfig benachrichtigt wird, hat sich auch in \"Luft\" aufgel\u00f6st.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das ist in meinen Augen schon eine t\u00fcckische Falle, und vielleicht helfen anderen Betroffenen die Ausf\u00fchrungen in den drei Beitr\u00e4gen dieser Artikelreihe, diese Klippen zu umschiffen. Mein Dank geht an <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/dad2aa0d494640638fd04d63913fa9a8\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Blog-Leser Stefan M., der seine Erkenntnisse mit mir geteilt und so der Leserschaft zug\u00e4nglich gemach that.<\/p>\n<p><strong>Artikelreihe<\/strong><br \/>\nI: <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2026\/08\/03\/microsoft-defender-haelt-synology-backups-fuer-einen-trojaner-3-8-2026\/\">Microsoft Defender h\u00e4lt Synology-Backups f\u00fcr einen Trojaner<\/a> (3.8.2026)<br \/>\nII: <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2026\/08\/04\/ii-nachtrag-zum-defender-fehlalarm-rueckmeldung-von-synology-und-microsoft\/\">Nachtrag zum Defender-Fehlalarm: R\u00fcckmeldung von Synology und Microsoft<\/a><br \/>\nIII: <a href=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/2026\/08\/06\/iii-synology-erklaert-warum-die-zweite-backup-warnung-nie-kommt\/\">Synology erkl\u00e4rt, warum die zweite Backup-Warnung nie kommt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Microsoft Defender h\u00e4lt Synology-Backups auf den Servern der Betroffenen f\u00fcr einen Trojaner und schiebt diese Software in Quarant\u00e4ne, wodurch das Backup nicht mehr ausgef\u00fchrt wird. 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