{"id":329180,"date":"2026-09-03T23:04:59","date_gmt":"2026-09-03T21:04:59","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/blog\/?p=329180"},"modified":"2026-09-03T23:04:59","modified_gmt":"2026-09-03T21:04:59","slug":"forschungszentrum-cern-wechselt-von-redhat-zu-debian","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2026\/09\/03\/forschungszentrum-cern-wechselt-von-redhat-zu-debian\/","title":{"rendered":"Forschungszentrum CERN wechselt von Redhat zu Debian"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline; float: left;\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Linux.jpg\" width=\"64\" height=\"76\" align=\"left\" \/>Das CERN, die Europ\u00e4ische Organisation f\u00fcr Kernforschung, stellt bis Ende des Jahres 2026 mehr als 2.200 seiner Industriecomputer und eingebettete Systeme in seinen Linearbeschleunigern von RedHat-Linux (RHEL) auf Debian um. Das soll dem CERN 6 Millionen Euro j\u00e4hrlich an Kosten ersparen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Ank\u00fcndigung des Wechsels<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/344df9e31c42421b8242146ade1eb965\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Es war ein <a href=\"https:\/\/x.com\/DIYprojects55\/status\/2095215964057182703\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tweet<\/a>, der mir die letzten Stunden unter die Augen gekommen ist, der auf das Thema aus <a href=\"https:\/\/pbxscience.com\/cern-to-migrate-accelerator-control-systems-from-red-hat-to-debian\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Artikel<\/a> hinwies.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/pbxscience.com\/cern-to-migrate-accelerator-control-systems-from-red-hat-to-debian\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-329181\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/CERN-Linux.jpg\" alt=\"\" width=\"606\" height=\"651\" srcset=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/CERN-Linux.jpg 606w, https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/CERN-Linux-279x300.jpg 279w\" sizes=\"auto, (max-width: 606px) 100vw, 606px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das CERN, die Europ\u00e4ische Organisation f\u00fcr Kernforschung, stellt derzeit mehr als 2.200 Industriecomputer und eingebettete Systeme seiner Beschleunigerinfrastruktur vom Red-Hat-\u00d6kosystem auf Debian 13 \u201eTrixie\" um. Die Umstellung soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Bekannt wurde dies in einem Vortrag auf der MiniDebConf Winterthur von den\u00a0CERN-Ingenieuren Federico Vaga und Nikos Tsipinakis. Die Veranstaltung fand vom 29. bis 30. August 2026 in Winterthur, Schweiz, statt.<\/p>\n<h2>Einige Hintergr\u00fcnde f\u00fcr diesen Wechsel<\/h2>\n<p>Das CERN war lange daf\u00fcr bekannt, RedHat-Linux (RHEL) einzusetzen. Zudem wurde von CERN Scientific Linux, ein RHEL-Derivat mit gepflegt. Im Jahr 2015 wechselte das CERN mit seinen Systemen zu CentOS (kompatibel mit RHEL). Nun kam es aber zur Abkehr von RHEL bzw. CentOS, was an den neuen Hardware-Anforderungen lag. W\u00e4hrend der oben erw\u00e4hnten Pr\u00e4sentation wurde eine Risikoanalyse aus Q2 2023\u00a0 erw\u00e4hnt, die bei Fortsetzung der Verwendung von RedHat-Linux das CERN rund 5,4 Millionen CHF (ca. 6 Millionen Euro) kosten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Hintergrund war, dass die Hardware bei neuen CentOS-Releases nicht mehr unterst\u00fctzt wurde. Das h\u00e4tte bedeutet, dass die Hardware unbrauchbar w\u00fcrde und etwa 11 Hardware-Karten neu zu entwerfen w\u00e4ren. Neben personellen Aufw\u00e4nden w\u00e4re zudem eine\u00a0 Neuorganisation der Racks und eine Neuverkabelung erforderlich gewesen. Das h\u00e4tte sich massiv auf die Inbetriebnahme die meisten Systeme am Forschungszentrum ausgewirkt. Die Erfolgsquote zur Umstellung wurde, selbst im optimistischen Szenario, auf nur etwa 20 Prozent gesch\u00e4tzt, hie\u00df es in <a href=\"https:\/\/pbxscience.com\/cern-to-migrate-accelerator-control-systems-from-red-hat-to-debian\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Artikel<\/a>, der den Vortrag auf der MiniDebConf wiedergibt.<\/p>\n<p>Angesichts einer festen Frist bis zum vierten Quartal 2026, bis zu der die Infrastruktur f\u00fcr den Beschleuniger betriebsbereit sein muss, entschied sich das CERN stattdessen f\u00fcr die Migration der betroffenen Rechner auf Debian 13, so dass die Hardware bleiben konnte. Die Infrastruktur zur Steuerung der Beschleuniger erstreckt sich \u00fcber rund 43 Quadratkilometer an Tunneln, oberirdischen Geb\u00e4uden und Ger\u00e4tehallen und umfasst derzeit etwa 2.200 Computer, die mit rund 17.000 Ger\u00e4ten verbunden sind.<\/p>\n<p>Neben der Migration auf Debian 13 hat das CERN auch die unterst\u00fctzende Infrastruktur \u00fcberarbeitet. Das betrifft die Mechanismen zur Verteilung von\u00a0 Komponenten des Betriebssystems, wie die Front-End-Computer hochfahren und wie spezielle Hardwaretreiber f\u00fcr ma\u00dfgeschneiderte Beschleunigerelektronik in das Betriebssystem integriert werden. Die Details lassen sich in <a href=\"https:\/\/pbxscience.com\/cern-to-migrate-accelerator-control-systems-from-red-hat-to-debian\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Artikel<\/a> nachlesen. Ein deutschsprachiger Abriss findet sich zudem <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/statt-rhel-cern-spart-mit-umstieg-auf-debian-fast-6-millionen-euro-2609-212624.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bei Golem<\/a>. Das CERN wird aber bei seinen Rechenzentren laut <a href=\"https:\/\/www.phoronix.com\/news\/CERN-Goes-Debian-Leaving-RHEL\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Artikel<\/a> weiterhin bei RedHat-Linux (RHEL) bzw. AlmaLinux als Derivat bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das CERN, die Europ\u00e4ische Organisation f\u00fcr Kernforschung, stellt bis Ende des Jahres 2026 mehr als 2.200 seiner Industriecomputer und eingebettete Systeme in seinen Linearbeschleunigern von RedHat-Linux (RHEL) auf Debian um. 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