{"id":329302,"date":"2026-09-08T01:06:43","date_gmt":"2026-09-07T23:06:43","guid":{"rendered":"https:\/\/borncity.com\/blog\/?p=329302"},"modified":"2026-09-08T01:06:53","modified_gmt":"2026-09-07T23:06:53","slug":"digitale-souveraenitaet-die-schweiz-probt-den-microsoft-365-exit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2026\/09\/08\/digitale-souveraenitaet-die-schweiz-probt-den-microsoft-365-exit\/","title":{"rendered":"Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t: Die Schweiz probt den Microsoft 365-Exit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"margin: 0px 10px 0px 0px; display: inline; float: left;\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Office1.jpg\" width=\"55\" height=\"60\" align=\"left\" \/>Die Schweiz probt die digitale Souver\u00e4nit\u00e4t und will sich von Microsoft 365 verabschieden. Zur Dokumentbearbeitung schwenkt man auf Collabora Online um, Exchange wird durch Open-Xchange ersetzt, Cloud-Speicherung erfolgt \u00fcber NextCloud.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Pilotprojekt M365-Exit der Schweizer Bundeskanzlei<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/fbc8063a2dd64b13a0a3f6ec10f215c4\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Ich bin auf X \u00fcber nachfolgenden Tweet auf den betreffenden Sachverhalt gesto\u00dfen, der durch eine Mitteilung <a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/de\/newnsb\/EgX1XHIfGtUN\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">des Schweizer Bundesrats<\/a> vom 2. September 2026 bekannt wurde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-329303\" src=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Schweiz-M365.jpg\" alt=\"Schweiz; M365 Exit\" width=\"583\" height=\"731\" srcset=\"https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Schweiz-M365.jpg 583w, https:\/\/borncity.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Schweiz-M365-239x300.jpg 239w\" sizes=\"auto, (max-width: 583px) 100vw, 583px\" \/><\/p>\n<p>Die Schweizer Politik sieht die digitale Souver\u00e4nit\u00e4t der Verwaltung durch Abh\u00e4ngigkeiten von US-Techfirmen gef\u00e4hrdet. Daher stand die Frage im Raum: \"Kann der digitale Arbeitsplatz der Bundesverwaltung auch mit Open-Source-Software funktionieren?\" Dazu wurde eine Machbarkeitsstudie der Bundeskanzlei durchgef\u00fchrt, die diese Frage mit einem grunds\u00e4tzlichen \u00abJa\u00bb beantwortet hat.<\/p>\n<p>Der Schweizer Bundesrat wurde in seiner Sitzung vom 2. September 2026 \u00fcber die Ergebnisse informiert. Die Schweizer Bundeskanzlei wird ab Ende 2027 in einem Pilotprojekt rund 3000 Mitarbeitenden eine souver\u00e4ne Arbeitsplatzsoftware mit Office-Kernfunktionen abseits von Microsoft 365 anbieten k\u00f6nnen. Diese Umstellung der Bundeskanzlei beinhaltet laut obigem Tweet folgendes Komponenten, die anstelle von Microsoft 365 und Exchange eingesetzt werden sollen:<\/p>\n<ul>\n<li>Dokumentenbearbeitung: Collabora Online<\/li>\n<li>E-Mail: Open-Xchange<\/li>\n<li>Kalender, Kontakte, Aufgaben: Open-Xchange<\/li>\n<li>Dateispeicherung: Nextcloud<\/li>\n<li>Projektmanagement: OpenProject<\/li>\n<li>Wissensmanagement (Wiki): XWiki<\/li>\n<li>Audio- und Videokonferenzen: Nordeck (Jitsi)<\/li>\n<li>Chat: Element<br \/>\nIdentit\u00e4ts- und Zugriffsmanagement: Univention<\/li>\n<\/ul>\n<p id=\"doc-1k1gd9iae0\" class=\"font--regular\">In der Pilotphase des Programms f\u00fcr eine souver\u00e4ne Arbeitsplatzsoftware konzentriert sich die Bundeskanzlei auf den Aufbau der Plattform, um Office-Kernfunktionen wie E-Mail, Kalender, Dokumente und Pr\u00e4sentationen, Telefonie sowie Audio- und Videokonferenzen bereitstellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"font--regular\">Die souver\u00e4ne Arbeitsplatzsoftware soll als eigenst\u00e4ndige L\u00f6sung, die parallel neben Microsoft\u202f365 betrieben wird, bereitstehen. Das Programm richtet sich an ausgew\u00e4hlte Mitarbeitende aus verschiedenen Departementen und der Bundeskanzlei, die in besonders kritischen Gesch\u00e4ftsprozessen t\u00e4tig sind.<\/p>\n<p id=\"doc-1k1gda1me0\" class=\"font--regular\">F\u00fcr diese erste Phase rechnet die Bundeskanzlei mit Kosten von sch\u00e4tzungsweise 9 Millionen Franken.\u00a0Die Finanzierung erfolgt \u00fcber Mittel, die das Parlament f\u00fcr eine aufzubauende souver\u00e4ne Schweizer Open-Source-Plattform f\u00fcr die B\u00fcroautomation beschlossen hat.<\/p>\n<h2>Machbarkeitstudie sichert Migration ab<\/h2>\n<p>Die Basis f\u00fcr das Programm wurde mit der von der Bundeskanzlei lancierten, und oben erw\u00e4hnten <a class=\"link--external\" href=\"https:\/\/www.bk.admin.ch\/de\/machbarkeitsstudie-poc-boss\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\" aria-label=\"www.bk.admin.ch\/de\/machbarkeitsstudie-poc-boss Link in einem neuen Tab \u00f6ffnen\">Machbarkeitsstudie PoC BOSS<\/a> (Proof of Concept f\u00fcr eine B\u00fcroautomation mit Open-Source-Software) gelegt. Diese hatte den Auftrag, belastbare Schl\u00fcsse dar\u00fcber zu erm\u00f6glichen, ob eine Open-Source-basierte Arbeitsplatzsoftware f\u00fcr definierte Anwendungszwecke geeignet ist. Dabei stand die Bundeskanzlei auch im Austausch mit dem deutschen Bundesland Schleswig-Holstein, das eine Open-Source-Arbeitsplatzsoftware bereits gr\u00f6\u00dftenteils eingef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p id=\"doc-1k1gda1mi0\" class=\"font--regular\">F\u00fcr die Machbarkeitsstudie wurden 172 Testpersonen aus mehreren Departementen einbezogen. Positiv bewertet wurde insbesondere die Dokumentbearbeitung, Dateiablage, Kollaboration sowie die Mail- und Kalenderfunktionen. Die Bundeskanzlei folgert im vorliegenden Bericht zur Machbarkeitsstudie, dass die getestete Browserl\u00f6sung f\u00fcr zentrale Standardprozesse grunds\u00e4tzlich geeignet ist und auch einen substanziellen Beitrag zu einer Notfalll\u00f6sung leisten kann, zum Beispiel bei einem Ausfall von Microsoft 365. Gleichzeitig zeigen sich auch Grenzen, weil der PoC insbesondere bei gro\u00dfen Videokonferenzen Einschr\u00e4nkungen offenlegt. <a class=\"link--external\" href=\"https:\/\/www.bk.admin.ch\/de\/machbarkeitsstudie-poc-boss\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\" aria-label=\"www.bk.admin.ch\/de\/machbarkeitsstudie-poc-boss Link in einem neuen Tab \u00f6ffnen\">Der Bericht ist auf der Webseite der Bundeskanzlei einsehbar.<\/a><\/p>\n<p id=\"doc-1k1gda1mi1\" class=\"font--regular\">Auch wenn die technische Machbarkeit belegt ist, bedeutet die konkrete Umsetzung im Rahmen des nun gestarteten Programms f\u00fcr eine souver\u00e4ne Arbeitsplatzsoftware jedoch eine erhebliche Investition, teilen die Schweizer mit. So sind umfangreiche Anpassungen, Sicherheits- und Plattformabkl\u00e4rungen sowie der Aufbau von zus\u00e4tzlichem Know-how notwendig. Zudem werden sowohl f\u00fcr den Aufbau als auch den Betrieb m\u00f6glicherweise zus\u00e4tzliche finanzielle Mittel ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Ob der Arbeitsplatz der Bundesverwaltung zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt vollst\u00e4ndig durch eine souver\u00e4ne L\u00f6sung bereitgestellt werden soll, wird im weiteren Verlauf des Programms gepr\u00fcft und zum gegebenen Zeitpunkt entschieden. Eine grosse Herausforderung stellen dabei die zahlreichen Applikationen und Fachanwendungen dar, die eng mit der Microsoft-Architektur verbunden sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz probt die digitale Souver\u00e4nit\u00e4t und will sich von Microsoft 365 verabschieden. 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