{"id":5629,"date":"2011-11-02T19:36:17","date_gmt":"2011-11-02T17:36:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.borncity.com\/blog\/2011\/11\/02\/trumereien-abzocke-mobile-dienste-und-die-mobilfunkanbieter\/"},"modified":"2024-09-28T11:20:33","modified_gmt":"2024-09-28T09:20:33","slug":"trumereien-abzocke-mobile-dienste-und-die-mobilfunkanbieter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/borncity.com\/blog\/2011\/11\/02\/trumereien-abzocke-mobile-dienste-und-die-mobilfunkanbieter\/","title":{"rendered":"Tr&auml;umereien &amp; Abzocke: Mobile Dienste und die Mobilfunkanbieter"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich hatte ich schon l\u00e4nger vor, einen Beitrag zum Thema Kosten von mobilen Datenverbindungen zu bringen. Nachdem nun Dell in einer Pressemitteilung feststellt &quot;Mobile Systeme boomen, aber beim Ausbau einer kostenfreien WLAN-Infrastruktur hinkt Deutschland deutlich hinterher&quot;, ist es an der Zeit, mal wieder ein paar Punkte zu adressieren.<\/p>\n<p> <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Dell: Mangelnde WLAN-Abdeckung hemmt Mobile Computing<\/strong><\/p>\n<p>Ich muss gestehen, ich habe gestaunt und mich etwas gewundert, als mir heute die folgende Pressemitteilung von Dell ins Postfach flatterte.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Mobile Computing boomt, aber der unkomplizierte WLAN-Zugang bleibt in Deutschland die Ausnahme. Wer unterwegs im Web surfen will, muss sich mit hohen Kosten und umst\u00e4ndlichen Anmeldeprozeduren herumschlagen. Statt das Mobile Computing auszubremsen, k\u00f6nnte Deutschland m\u00fchelos Vorreiter beim WLAN-Zugang werden, meint Dell-Managerin Petra Wolf. <\/p>\n<p>Mobile Computing ist l\u00e4ngst ein Megatrend. Privatnutzer wollen mit ihren Notebooks, Smartphones und Tablets an jedem Ort online gehen und jederzeit auf Soziale Netze, auf Chats, Foren, Mails oder Websites zugreifen k\u00f6nnen. Business-User wollen den uneingeschr\u00e4nkten Zugriff auf Unternehmensdaten. <\/p>\n<p>WLANs, also drahtlose Netze, stellen dabei f\u00fcr die meisten Nutzer eine optimale Zugangs-Technologie dar, weil sie schneller und kosteng\u00fcnstiger als Telefonverbindungen sind. Viele Systeme, gerade die neuen Tablets, k\u00f6nnen sogar nur \u00fcber einen WLAN-Zugang mit dem Web kommunizieren. <\/p>\n<p>Allerdings bremst der d\u00fcrftige Ausbau der WLAN-Infrastruktur in Deutschland die Entwicklung beim Mobile Computing aus. Kostenlose Hot-Spots sind noch immer auf einzelne Hotels und wenige gastronomische Betriebe beschr\u00e4nkt. Im \u00f6ffentlichen Raum, beispielsweise auf Bahnh\u00f6fen, Flugpl\u00e4tzen oder in Verkehrsmitteln, stehen meist nur kostenpflichtige WLANs zur Verf\u00fcgung. Diese sind nicht nur teuer, sondern auch kompliziert zu bedienen; in der Regel muss man pers\u00f6nliche Daten wie eine Kreditkartennummer hinterlassen und wird nicht selten von sonderbaren Abrechnungsmodalit\u00e4ten \u00fcberrascht. W\u00e4hrend Gesch\u00e4ftskunden die teilweise horrenden Kosten f\u00fcr das mobile Surfen schlucken, stellt diese Praxis f\u00fcr viele junge Web-Nutzer, etwa Studenten und Sch\u00fcler, ein erhebliches Hindernis dar. <\/p>\n<p>&quot;Mobile Systeme boomen, aber beim Ausbau einer kostenfreien WLAN-Infrastruktur hinkt Deutschland deutlich hinterher&quot;, erkl\u00e4rt Petra Wolf, Marketing Director bei Dell. &quot;In vielen L\u00e4ndern kann man sich ohne jeden Aufwand in der Bahn oder auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen in ein WLAN einloggen, sogar in Buslinien gibt es den kostenlosen Service. Hierzulande zeigen zwar einzelne Anbieter, etwa Imbissketten, dass so ein Service problemlos und zu geringen Kosten realisierbar ist. Umso weniger verst\u00e4ndlich ist es, dass andernorts WLANs nur mit hohen Kosten und aufw\u00e4ndigen Prozeduren nutzbar sind. Au\u00dferhalb von Gro\u00dfst\u00e4dten ist Deutschland ohnehin \u00f6de WLAN-W\u00fcste.&quot; <\/p>\n<p>Kostenlose WLANs sind heute eine entscheidende Voraussetzung f\u00fcr die Nutzung der modernen Kommunikationsmedien und damit f\u00fcr die Teilnahme am \u00f6ffentlichen Leben. Weite Teile der Bev\u00f6lkerung oder ganze Regionen sind davon aber weitgehend abgekoppelt oder erhalten nur mit hohen H\u00fcrden Anschluss.&quot;Das ist in einer Nation mit dem technologischen Anspruch Deutschlands v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich&quot;, erkl\u00e4rt Petra Wolf. &quot;Der kostenlose WLAN-Zugang sollte ein selbstverst\u00e4ndliche Serviceleistung nicht nur von Unternehmen mit hoher Kundenfrequenz sein. Auch \u00f6ffentliche Einrichtungen m\u00fcssen nachlegen, damit etwa Reisende in Bahnh\u00f6fen, Z\u00fcgen oder Flugh\u00e4fen einfachen WLAN-Zugang erhalten Deutschland w\u00fcrde es jedenfalls gut anstehen, hier Vorreiter und nicht Nachz\u00fcgler zu sein.&quot; <\/p>\n<p>In Europa wird beispielsweise die Bereitstellung von kostenlosem WLAN in vielen St\u00e4dten massiv ausgebaut: So sind in Paris und in Madrid zahlreiche Hotspots auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen verf\u00fcgbar; London will sogar bis zu den Olympischen Sommerspielen im n\u00e4chsten Jahr in der ganzen Stadt kostenloses WLAN zur Verf\u00fcgung stellen. Deutschland muss sicherstellen, dass es Anschluss an diese Entwicklung findet.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>W\u00e4hrend ich sofort vieles bez\u00fcglich Kosten, Umst\u00e4ndlichkeit etc. unterschreiben kann, beginne ich&#160; aber gleichzeitig kr\u00e4ftig zu staunen. Wie war das noch mit der \"St\u00f6rerhaftung\" bei offenen WLANs? Und h\u00f6ren wir nicht st\u00e4ndig, dass die mobile Zukunft begonnen hat, unsere Mobilgadgets nur noch mit Daten \"in the cloud\" funktionieren und wir eigentlich immer per 3G (UMTS, HSDPA+) oder 4G (LTE) online sein k\u00f6nnen? Irgendwie klaffen Wunsch und Wirklichkeit stark auseinander \u2013 und die Dell-Managerin hat es unbewusst ausgesprochen.<\/p>\n<p><strong>Mobilfunknutzer sind arme S\u00e4ue bei Datenverbindungen<\/strong><\/p>\n<p>WLAN ist f\u00fcr den Internetzugang zwar ganz nett, setzt aber einen station\u00e4ren Betrieb mit DSL-Zugang voraus. Zudem uns wird doch st\u00e4ndig erz\u00e4hlt, dass der mobile Nutzer mit 3G-Verbindungen und demn\u00e4chst mit 4G unterwegs sein wird. Schneller als DSL, ohne Festnetzanschluss, mobil und was man nicht alles im Internet und in diversen Tech-Gazetten nachlesen kann. Und jetzt kommen wir zu dem Feld, wo ich mich seit Jahren \u00e4rgere bzw. bei Gelegenheitsreisen die \"Mobildatenverbindungsw\u00fcste Deutschland\" kennen lerne. Beispiele f\u00fcr die aktuelle Situation gef\u00e4llig?<\/p>\n<ul>\n<li>Born am Dar\u00df: Urlaub mit Netbook samt UTMS-USB-Surfstick. Mobilfunkverbindung nur m\u00f6glich, wenn man aus dem Ferienhaus ins Freie geht. Datenverbindung per UMTS? Pustekuchen \u2013 Fonic und Vodafone bringen nur eine schwache GRPS-Verbindung, wenn der Surfstick drau\u00dfen \u00fcber eine USB-Verl\u00e4ngerung in bestimmte Richtungen geschwenkt wird. Meine Notl\u00f6sung: Im Hafen von Born mache ich klar, dass ich mich zur Not mal kurz in das WLAN der Haftenmeisterei einklinken kann. Auf einem Tagesausflug nach Rostock an einer MC \"Hamburger-Braterei\" vorbeigefahren und dort mal kurz deren per Handy aktivierbares WLAN f\u00fcr eine halbe Stunde genutzt. Danach beschlossen, abstinent zu bleiben und einen netten Urlaub ohne Internet zu verbringen. <\/li>\n<li>K\u00fchlungsborn: Wieder ein Urlaub samt Netbook und UMTS-Surfstick. GPRS-Datenverbindung mit Fonic (O2) und Vodafone brechen st\u00e4ndig ab und die Daten tr\u00f6pfeln nur so rein. Genervt den n\u00e4chsten Campingplatz angesteuert, dem Betreiber des Internet-Cafes 3 Euro in die Hand gedr\u00fcckt und meine Satzdateien per DSL-LAN-Verbindung heruntergeladen. Den Rest des Urlaubs in Internetabstinenz verbracht. <\/li>\n<li>Immenstaad\/Bodensee: Zwei Urlaube mit Netbook, UMTS-Stick und iPad verbracht. Konstanz in Sichtweite, Friedrichshafen um die Ecke, aber der UMTS-Stick meldet langsame GPRS-Verbindung, bzw. ich brauche eine viertel Stunde, um ein paar Mails per POP3 abzurufen. Beim zweiten Urlaub hat der Vermieter WLAN, so dass Internetzugang sichergestellt ist. Schnelle UMTS-Verbindung ist nicht. <\/li>\n<li>G\u00f6rlitz\/Lohmen: Die Tage auf Kurztripp in G\u00f6rlitz \u2013 Hotel hat zwar WLAN-Router auf den Fluren, aber die sind tot, da noch keine DSL-Leitungen liegen. Versuch, 3G-Verbindungen per iPad aufzubauen klappt auch sofort, aber die Daten tr\u00f6pfeln mit GPRS-Verbindung \"over the air\". Webseiten bei Spiegel-Online nur mit \"zwischendurch mal rasieren\" abrufbar. Betreiberin best\u00e4tigt, dass \"Surfstick\" langsam sei. Gut, an der Grenze zu Polen, was soll man da erwarten? Danach ein kurzer Sprung in die s\u00e4chsische Schweiz, Dresen quasi in Sichtweite. Das iPad hat eine 3G-Verbindung und die Daten kommen wohl auch mit UMTS-Geschwindigkeit. Aber die Seiten tr\u00f6pfeln beim Abrufen ganz langsam in die Anzeige. Mal kurz E-Mails checken ist gerade so m\u00f6glich. Surfen macht keinen wirklichen Spass \u2013 gr\u00f6\u00dfere Dateien per FTP transferieren: unm\u00f6glich. <\/li>\n<li>S\u00fcdliche Eifel: Besuch bei Schwester und Eltern \u2013 keine UMTS-Abdeckung im l\u00e4ndlichen Raum. DSL-Anschl\u00fcsse werden auf abgelegenen H\u00f6fen nicht angeboten. Modem mit 24.000 bis 36.000 Baud sind das h\u00f6chste der Gef\u00fchle. Den UMTS-Surfstick zum Testen mitgenommen: Die haben gro\u00dfe Augen gekriegt, wie \"schnell\" pl\u00f6tzlich die Daten mit GPRS\/Edge eintrudeln. Also alles eine Frage des Blickwinkels? Ich habe jedenfalls das Surfen im Internet nach wenigen Minuten abgebrochen, weil ich es satt hatte, auf die eintr\u00f6pfelnden Webseiten zu warten. E-Mails abrufen, war kaum m\u00f6glich. Aber unter \"Blinden ist der Ein\u00e4ugige K\u00f6nig\".<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dies lie\u00dfe ich beliebig fortsetzen. Einzig in meinem B\u00fcro (im Frankfurter Umland) und bei einem Trip nach Berlin hatte ich vern\u00fcnftige UMTS-Abdeckung mit HSDPA-Geschwindigkeit. Es stimmt schon, was die Dell-Managerin anmerkt und kann unterschrieben werden. F\u00fcr Mobile Ger\u00e4te braucht es eine \u00fcberall verf\u00fcgbare, kosteng\u00fcnstige und einfache Internetanbindung.<\/p>\n<p>Nur bezieht sie sich auf die WLAN-Abdeckung \u2013 hat also 3G\/4G bereits ad acta gelegt. W\u00e4hrend ich als Naivling davon ausgehe, dass mobiles Internet per schnellem 3G\/4G erfolgen soll und die Zukunft darstellt. Daher habe ich vor knapp einem halben Jahr f\u00fcr meine Schwester im Hinblick auf schnelle Internetverbindung recherchiert. Und eigentlich sollte 2012 ja fl\u00e4chendeckend schnelles Internet (ggf. per LTE) verf\u00fcgbar sein. Also den Tipp gegeben, noch etwas zu warten (Internet per Satellit ist ja richtig teuer), weil ja Breitbandversorgung f\u00fcr alle von der Politik angek\u00fcndigt ist. Und nun <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Verpflichtung-zur-Breitband-Versorgung-ist-vom-Tisch-1354323.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">lese ich vor kurzem<\/a>, dass die Lobbyisten es \u00fcber die FDP mal wieder geschafft haben, die Universaldienstverpflichtung f\u00fcr den Breitbandzugang zu kippen.<\/p>\n<p><strong>Da war doch noch was: Mobile Datenverbindung im Ausland<\/strong><\/p>\n<p>Ach ja, fast h\u00e4tte ich es ja vergessen. Die Abzocke bei Datenverbindungen im Ausland. Die Dell-Managerin spricht zwar von anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Aber abseits der Gro\u00dfst\u00e4dte wie Paris, Madrid und London sieht es traurig aus. Wir k\u00f6nnen uns zwar ins Autor oder in den Zug setzen und sind ohne Pass in wenigen Stunden im europ\u00e4ischen Ausland. Nur wie sieht es mobilfunkm\u00e4\u00dfig aus?<\/p>\n<p>Noch ein Beispiel: Im Sommer die Wetterkarte studiert, ins Auto gesetzt und kurzentschlossen f\u00fcr 10 Tage an den Gardasee gefahren. Leider keine Zeit mehr gehabt, mich um g\u00fcnstige Datenroaming-Anbieter zu k\u00fcmmern. Irgendwo hatte ich zwar gelesen, das der Anbieter SimplyTel f\u00fcr Italien wohl einen Tarif von 50 Cent\/1 Megabyte anbietet \u2013 aber ich hatte keine entsprechende SIM-Karte und SimplyTel war mir durch diesen Beitrag noch in schlechter Erinnerung.<\/p>\n<p>Sollte ja auch nicht so schlimm sein, hatte ich mal vernommen, dass die EU die Kosten f\u00fcr Mobilfunkverbindungen im Ausland reduziert\/<a href=\"http:\/\/www.stern.de\/digital\/telefon\/handygebuehren-im-ausland-eu-zwingt-mobilfunker-zu-fairen-preisen-1702864.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gedeckelt<\/a> habe. Finde es jetzt nicht mehr, aber im Hinterkopf spukt noch ein Bild von EU-Kommissarin Nelly Kroes, die medienwirksam verk\u00fcndete, dass Mobilfunkverbindungen im Ausland ab 2011 gedeckelt seien. Dummerweise hatte ich <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/reisen\/2011-07\/datenroaming-ausland-preise\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesen<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.netzwelt.de\/news\/75790-handy-auslandneue-roamingtarife-dank-eu.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesen<\/a> und <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20120514062957\/http:\/\/www.welt.de:80\/wirtschaft\/webwelt\/article13471801\/EU-macht-sich-bei-Handynutzern-im-Ausland-beliebt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesen<\/a> Beitrag nicht oder nur fl\u00fcchtig gelesen. Da ich ausschlie\u00dflich Prepaid-Karten habe, konnte maximal deren Guthaben abgefackelt werden.<\/p>\n<p>Also mit einer Vodafone-Prepaid-Karte online gegangen, und versucht, sich am Dashbord meines WordPress-Blogs anzumelden. Baute sich alles verdammt z\u00e4h auf, aber ich konnte schlie\u00dflich mit M\u00fche und Not ein paar Kommentare freischalten und mich abmelden. Dann wollte ich noch meine E-Mails checken, was aber schon nicht mehr wirklich klappte. Nachdem die SIM-Karte zur\u00fcck ins Handy transferiert war, durfte ich feststellen, dass das Prepaid-Guthaben von 12 Euro auf 3 Euro abgesunken war. Dabei hatte Vodafone ja noch eine nette Begr\u00fc\u00dfungs-SMS geschickt, dass die Telefon-Kosten 125% der Kosten des lokalen Anbieters betr\u00fcgen. Ich hatte zwar noch einen Ausdruck der Vodafone-Webseiten mit Hinweisen zu Roaming-Geb\u00fchren dabei, die wiederum etwas anderes aussagten. Aber selbst mit diesen Geb\u00fchren w\u00e4re das Ganze \u00fcberschaubar geblieben. Alleine: Die Schnelligkeit der Datenverbindung war unter aller Kanone. Nicht nachvollziehbar, da Vodafone auch in Italien aktiv ist. Und die Tatsache, dass beim Abrufen von einer Website und ein paar Mails 9 Euro durch den Schornstein gejagt wurden, ist auch nicht wirklich nachvollziehbar.&#160; <\/p>\n<p>Also die Fonic Prepaid-Karte in den UMTS-Stick \u2013 die bieten ja \u00fcber O2 f\u00fcr 2,50 Euro eine Tages-Flatrate per UTMS an. Mir war klar, dass es im Ausland mit Flatrate nix sei. Kurz die Verbindung hergestellt und dann meine Mails abgerufen. Vorsorglich hatte ich Windows-Updates und das Herunterladen von kompletten Mails deaktiivert \u2013 nur die Kopfzeilen sollten geladen werden. Die Mails trudelten im Client recht gem\u00fctlich ein \u2013 im Mobile Manager sah man, dass da ca. 700 KByte transferiert worden waren \u2013 und dann war pl\u00f6tzlich Schluss. Die SIM-Karte hatte nur noch ein Guthaben von 23 Cent (vorher waren noch gut 12 Euro drauf gewesen). Da haben Fonic und Vodafone aber satt zugelangt. Irgendwo habe ich mir mal gemerkt, dass ein Aufschlag von 200 Prozent auf marktg\u00e4ngige Preise unter \"Wucher\" segelt. <\/p>\n<p>Was mich aber besonders auf die Palme bringt: Selbst f\u00fcr diese horrenden Preise habe ich nicht mal eine vern\u00fcnftige Mobilfunkverbindung mit Datenroaming zustande gebracht. Also habe ich mein Netbook geschnappt, bin in Lazise zum n\u00e4chsten Internet-Shop, habe dem Betreiber 2,50 Euro in die Hand gedr\u00fcckt und konnte eine halbe Stunde mit vern\u00fcnftiger Geschwindigkeit online gehen, um die wichtigsten Meldungen zu checken, Dateien abzurufen und E-Mails zu beantworten. <\/p>\n<p>Erkenntnis des Tages: Au\u00dfer Spesen nix gewesen \u2013 und mobile Datenverbindungen sind echt schei.. (nicht nur schweineteuer sondern auch grotten-lahm). Aber wir d\u00fcrfen ja hoffen, 2015 sollen (sofern die Vorschl\u00e4ge der EU-Kommision zu Richtlinien werden) wir ja den g\u00fcnstigsten Anbieter bei Mobilfunkverbindungen im Ausland w\u00e4hlen d\u00fcrfen (ohne Wechsel der SIM-Karte). Dass es bis 2015 &#8211; bei der schnellen Entwicklung des Mobilfunkmarktes &#8211; \u00c4onen sind, die global agierenden Mobilfunkanbieter wie Vodafone sich aber weiterhin schamlos bedienen d\u00fcrfen: geschenkt. Auch kein Problem, dass wir neben Subventionen noch ein paar Billionen in den PIIGs-Staaten versenken, damit die Banken nicht \u00fcber'n Deister gehen, zahlen wir ja gerne \u00fcber unsere Steuer. <\/p>\n<p>Was mich aber tierisch aufregt: In Griechenland, Spanien, Portugal und auch Italien steht eine ganze Generation gut ausgebildete junger Menschen in den Startl\u00f6chern. Lokal finden die keine Arbeit \u2013 und in D-Land jammern die Unternehmen \u00fcber \"Fachkr\u00e4ftemangel\". Ein Teil der jungen Leute wird also nicht umhin kommen, innerhalb der EU ihre Arbeitsstelle da zu suchen, da wo das entsprechende Angebot ist. Und \u00fcberall wird gepredigt, dass Arbeitskr\u00e4fte mobil sein m\u00fcssen. Dazu geh\u00f6rt auch, dass man moderne Kommunikationstechnik zu tragbaren Kosten nutzen k\u00f6nnen sollte. Aber diesbez\u00fcglich herrschen in EU-Land Zust\u00e4nde, wie man es in Deutschland (Preu\u00dfen) vor 1871 kannte \u2013 da hatte auch jeder der Staaten hohe Wegez\u00f6lle f\u00fcr durchfahrende H\u00e4ndler. Digitales Raubrittertum \u2026<\/p>\n<p>Und damit kommen wir zur Dell-Pressemitteilung zur\u00fcck. Es ist eigentlich entlarvend: Es wird festgestellt, dass \"mobile Computing\" boomt \u2013 um im n\u00e4chsten Satz auszuf\u00fchren, dass die Voraussetzung f\u00fcr mobile Computing, n\u00e4mlich eine bezahlbare und fl\u00e4chendeckend schnelle Datenverbindung einfach nicht gegeben ist. <\/p>\n<p>Ob fl\u00e4chendeckend freie WLANs da die L\u00f6sung sein k\u00f6nnen? Ich w\u00fcrde mal ein Fragezeichen dran machen. Zwischen zwei D\u00f6rfern gibt's kein LAN. Und \u00fcber die Mobilfunkverbindung zur Anbindung \"an the cloud\" \u2013 dazu hatte ich ja oben was geschrieben. Funktioniert jetzt schon nicht und wird zuk\u00fcnftig auch kaum funktionieren \u2013 denn die Bandbreite ist begrenzt und muss auf die Nutzer in der betreffenden Funkzelle aufgeteilt werden. Bei zunehmendem Medienkonsum wandern immer mehr Daten durch einen Kanal, so dass die verf\u00fcgbare Bandbreite eigentlich bereits wieder aufgebraucht.<\/p>\n<p>Und jetzt tr\u00e4umen einzelne Propagandisten noch davon, dass Autos und andere Fahrzeuge mit mobilem Internet ausgestattet sind und bei Unf\u00e4llen sogar einen Notruf per Mobilfunk aussenden. Ich kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, dass da technisch noch viel \"wei\u00dfe Salbe\" verteilt wird und die Lobby-Gruppen ihre Pfr\u00fcnde bez\u00fcglich Mobilfunkkosten mit Z\u00e4hnen und Klauen verteidigen werden. Bleibt also spannend, zu beobachten, wie das in den kommenden Jahren weiter geht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich hatte ich schon l\u00e4nger vor, einen Beitrag zum Thema Kosten von mobilen Datenverbindungen zu bringen. 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