2017 iMac: Der letzte aufrüstbare Mac im Test

Der neun Jahre alte Intel-iMac bleibt dank modularer Hardware bei Bastlern und Profis begehrt. Aufrüstungen von RAM und CPU sind möglich.

Während Apple längst auf eigene Chips setzt, bleibt das Intel-Modell bei Bastlern und Profis begehrt. Der Grund: seltene Modularität.

Das 2017er Modell – in den Varianten 21,5 Zoll mit Retina 4K und 27 Zoll mit Retina 5K – bietet eine innere Flexibilität, die aus dem aktuellen Mac-Lineup fast verschwunden ist. Während Apple komplett auf die hauseigenen M-Prozessoren setzt, ist der 2017er iMac eine der letzten Bastionen für austauschbare Prozessoren und Speichermodule im Desktop-Format.

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RAM: Einfach nachrüsten – oder mühsam schrauben

Der größte Unterschied zwischen den Modellen liegt beim Arbeitsspeicher. Die 27-Zoll-Version (Modell-ID 18,3) besitzt eine Klappe auf der Rückseite. Ein Handgriff, schon lassen sich die RAM-Riegel tauschen. Apple gab offiziell 64 Gigabyte als Maximum an – doch Tests von Drittanbietern wie Other World Computing (OWC) bestätigten bereits 2018: 128 Gigabyte mit vier 32-GB-Modulen sind möglich.

Ganz anders die 21,5-Zoll-Modelle (18,1 und 18,2). Hier steckt der RAM tief im Gehäuse. Wer die zwei SO-DIMM-Steckplätze erreichen will, muss das Display ablösen – inklusive Industriekleber – sowie Netzteil und Lüfter demontieren. iFixit gab dem Gerät deshalb nur eine Reparierbarkeit von 3 von 10 Punkten.

Doch es gibt Hoffnung: Community-Funde von Ende 2024 zeigen, dass die 21,5-Zoll-4K-Variante inoffiziell bis zu 64 Gigabyte RAM unterstützt – mit hochdichten 32-GB-Modulen, die es zum Verkaufsstart noch nicht gab.

Prozessor-Tuning: i7-7700K – aber nur mit Kühlung

Der 2017er iMac war ein Meilenstein: Er nutzte Intels Sockel LGA 1151 statt der verlöteten BGA-Pakete der MacBook-Reihe. Das bedeutet: Die Prozessoren der siebten Generation („Kaby Lake“) lassen sich physisch tauschen. Beliebtestes Ziel: der Intel Core i7-7700 oder i7-7700K.

Doch Vorsicht: Der i7-7700K hat eine Leistungsaufnahme von 91 Watt. Die Kühlung des 21,5-Zoll-Modells ist aber nur für 65 Watt ausgelegt. Tests zeigen: Unter Volllast drosselt der Chip innerhalb von Sekunden – die effektive Leistung liegt dann kaum über der des normalen i7-7700.

Im 27-Zoll-Modell mit besserer Kühlung ist der i7-7700K die bessere Wahl. Trotzdem: Der Einbau ist aufwendig. Das Mainboard muss komplett raus, empfindliche Flachbandkabel müssen gelöst, neue Wärmeleitpaste aufgetragen werden. Ein Fehler kann das Gerät zerstören.

Software: macOS 15 dank OpenCore – aber nicht alles geht

Der Hauptgrund für Aufrüstungen 2026: Die offizielle Software-Unterstützung endete mit macOS 13 (Ventura) – die letzten Updates kamen Mitte 2023. Ohne Tricks wäre der iMac damit für sicherheitsbewusste Nutzer faktisch tot.

Doch das OpenCore Legacy Patcher (OCLP)-Projekt arbeitet daran. Seit März 2026 ist es ausgereift genug, um macOS 15 (Sequoia) auf dem 2017er iMac zum Laufen zu bringen. Version 2.4.1 vom September 2025 hat zudem Grafikprobleme auf älterer Intel-Hardware behoben.

Ein Haken bleibt: Hardware-gebundene Funktionen wie iPhone Mirroring oder die fortschrittlichsten Apple-Intelligence-Features benötigen den T2-Sicherheitschip (nur im 2017er iMac Pro) oder Apple Silicon. Der normale 2017er iMac kann diese Funktionen auch mit Patcher nicht nachrüsten.

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Wartung statt Aufrüstung: Der wahre Engpass

In den letzten Monaten hat sich der Fokus verschoben: Nicht CPU oder RAM sind das größte Problem, sondern die Festplatten. Besonders die 1-Terabyte-„Fusion Drive“ oder die 5400-U/min-Mechanik-Festplatten in den Basismodellen bremsen das System aus. Experten raten: Ein SATA-SSD-Umbau oder eine externe NVMe-SSD per Thunderbolt 3 bringt für den Alltag mehr als ein Prozessortausch.

Auch die Wärmeleitpaste ist nach neun Jahren vermutlich ausgetrocknet. Höhere Temperaturen und laute Lüfter sind die Folge. Der 2017er iMac ist das letzte Modell vor Apples engeren Gehäusen – und damit die letzte wirklich reparierbare Ära des klassischen iMac-Designs.

Ausblick: Noch zwei Jahre als Zweitrechner

Bis mindestens 2028 wird der 2017er iMac als Zweitgerät taugen – vorausgesetzt, er hat genug RAM und SSD-Speicher. Besonders die 5K-Displays der 27-Zoll-Modelle sind bis heute konkurrenzlos. Viele Profis nutzen sie als hochauflösende Monitore oder Medienserver.

Fehlt nur die KI: Ohne Neural Processing Unit (NPU) können die Geräte bei lokalen KI-Anwendungen nicht mithalten. Dafür stemmen sie mit bis zu 128 Gigabyte RAM schwere Multitasking-Lasten und klassische Kreativ-Workflows. Der 2017er iMac zeigt: Wer auf modulare Hardware setzt, kann die Lebensdauer eines Computers weit über das vom Hersteller geplante Ende hinaus verlängern.