30 Pflanzenarten pro Woche: Nur 4% der Deutschen erreichen das Ziel

Die Kooperation von Ja! Natürlich und TU Graz untersucht, wie Bodendiversität, pflanzliche Ernährung und das Darmmikrobiom zusammenwirken.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen und Kooperationen nehmen verstärkt die Verbindung zwischen der Beschaffenheit landwirtschaftlicher Böden und der menschlichen Gesundheit in den Blick. Im Zentrum steht dabei das Mikrobiom, dessen Diversität in den vergangenen Jahrzehnten signifikant abgenommen hat.

In Berichten von Mitte September 2026 wird eine neue Forschungskooperation zwischen der Bio-Marke „Ja! Natürlich“ der Rewe-Gruppe und der Biotechnologin Gabriele Berg von der Technischen Universität Graz (TU Graz) beleuchtet, die diesen Zusammenhang systemisch untersucht.

Mikrobieller Diversitätsverlust als gesundheitliche Herausforderung

Die mikrobielle Vielfalt gilt als wesentlicher Faktor für die Aufrechterhaltung körperlicher Funktionen. Nach Einschätzung von Gabriele Berg von der TU Graz hat der Mensch bereits etwa die Hälfte seines ursprünglichen Darm-Mikrobioms verloren.

Dieser Rückgang der Diversität stehe in direktem Zusammenhang mit der Zunahme chronischer Erkrankungen. Die Forschung von Berg deutet darauf hin, dass die Ernährung eine Schlüsselrolle bei der Wiederherstellung oder dem Erhalt dieser mikrobiellen Vielfalt spielt.

Ein zentraler Aspekt der wissenschaftlichen Arbeit liegt in der Untersuchung der gesamten Lebensmittelkette. Dabei wird analysiert, wie Mikroorganismen vom Boden über die Pflanze bis hin in den menschlichen Darm gelangen.

Erkenntnisse der Biotechnologin zeigen, dass insbesondere biologisch bewirtschaftete Böden eine deutlich höhere mikrobielle Vielfalt aufweisen als konventionell genutzte Flächen. Diese Diversität im Boden bilde die Grundlage für die mikrobielle Qualität der darauf erzeugten Lebensmittel.

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Diskrepanz zwischen Bewusstsein und Konsumverhalten

Begleitend zu den wissenschaftlichen Zielsetzungen liegen Ergebnisse einer im September 2026 veröffentlichten Umfrage von „Ja! Natürlich“ vor, für die 1.000 Österreicher im Alter zwischen 18 und 75 Jahren befragt wurden. Die Daten belegen ein hohes Bewusstsein für die Bedeutung ökologischer Zusammenhänge: Rund 84 Prozent der Befragten betrachten gesunde Böden als die wichtigste Basis für nährstoffreiche Lebensmittel.

Zudem äußerten 81 Prozent der Teilnehmer, dass ihnen die eigene Darmgesundheit wichtig sei, während 91 Prozent ein generelles Interesse an Ernährungsthemen bekundeten. Trotz dieses ausgeprägten Interesses zeigt die Erhebung erhebliche Defizite in der praktischen Umsetzung einer mikrobiomfördernden Ernährung.

Ein wesentlicher Indikator hierfür ist die Empfehlung, wöchentlich mindestens 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel zu konsumieren, um die Vielfalt im Darm zu unterstützen.

Laut der Umfrage war diese Empfehlung 71 Prozent der Befragten gänzlich unbekannt. In der tatsächlichen Ernährungspraxis erreichen lediglich 4 Prozent der Konsumenten diesen Richtwert von 30 oder mehr verschiedenen Pflanzenarten pro Woche.

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Fokus auf die gesamte Lebensmittelkette

Die Kooperation zwischen der TU Graz und dem Handelsunternehmen zielt darauf ab, die Rolle der mikrobiellen Diversität über alle Stufen der Produktion hinweg zu definieren. Im Fokus stehen dabei nicht nur isolierte Bestandteile, sondern das Zusammenwirken von Bodenbeschaffenheit, Lebensmittelvielfalt und dem menschlichen Darmmikrobiom.

Ziel der gemeinsamen Forschungsarbeit ist es, fundierte Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie eine ökologische Landwirtschaft dazu beitragen kann, die mikrobielle Lücke in der menschlichen Ernährung zu schließen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, das Verständnis für die präventive Wirkung einer hohen mikrobiellen Diversität in der täglichen Ernährung zu vertiefen.