5G-Standalone: Beratergremium fordert schnelleren Ausbau für die Industrie

Das Regierungsgremium sieht eigenständige 5G-Netze als Voraussetzung für industrielle Digitalisierung; Betreiber modernisieren ihre Infrastruktur weiter.

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Ein Beratergremium der Bundesregierung fordert einen schnelleren bundesweiten Ausbau von 5G-Standalone. Ohne eine leistungsfähigere Konnektivitätsinfrastruktur drohe die industrielle Digitalisierung in Deutschland spürbar zurückzufallen.

Für moderne Produktionsprozesse, vernetzte Maschinen und automatisierte Abläufe genügen herkömmliche Mobilfunkstrukturen oft nicht, weshalb eigenständige 5G-Kernnetze mit geringer Latenz und stabilen Übertragungsraten als zentrale Voraussetzung gelten.

Mobilfunkbetreiber erweitern die bestehende Infrastruktur

Die Netzbetreiber treiben ihre Netzinfrastruktur kontinuierlich voran. Die Deutsche Telekom meldete neue sowie erweiterte Standorte für 4G und 5G unter anderem in Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen und im Landkreis Barnim. Im Landkreis Diepholz zählt das Unternehmen mittlerweile 93 Standorte, im Landkreis Cuxhaven sind es 96.

Vodafone erweitert seine Mobilfunkstationen ebenfalls und nahm neue 5G-Stationen unter anderem in Bayern und Brandenburg in Betrieb. Im Landkreis Rottal-Inn kommt der Netzbetreiber auf 51 Stationen, von denen 34 mit 5G arbeiten.

Telefónica Deutschland setzt bei o2 auf neue 5G-Sender auf den Frequenzen 3.600 MHz (n78) sowie 700 MHz (n28) in mehreren Bundesländern. Weitere Ausbauvorhaben der Betreiber sind teils für 2027 beziehungsweise bis 2029 vorgesehen.

Strategie und Technologieplanung bei der Deutschen Telekom

Hinsichtlich der Netzarchitektur setzt die Deutsche Telekom auf ihre laufende Modernisierung. Das Unternehmen erklärte, der aktuelle Plan zur Erneuerung des Funkzugangsnetzes (RAN) reiche vorerst aus; zusätzliche Mobilfunkinvestitionen infolge von KI-Uplink-Verkehr seien gegenwärtig nicht erforderlich. Bis 2027 plant der Konzern, Technik von Huawei an rund 3.000 deutschen Standorten durch Open-RAN-Technologie von Nokia zu ersetzen.

Finanziell sollen die Investitionen im Jahr 2027 nahe 21 % der Serviceumsätze liegen. Bis zum Jahr 2030 visiert die Deutsche Telekom zudem rund 800 Mio. € B2B-KI-Umsatz sowie Einsparungen von 2,5 Mrd. € durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Automatisierung an.

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Auf Konzernebene spielt die KI-gestützte Netzsteuerung eine wachsende Rolle. John Saw, Technikchef der US-Tochter T-Mobile, stellte beim Investorentag des Konzerns das Programm Customer-Driven Coverage vor.

Das System wertet anonymisierte Kundendaten zu Signalqualität, Verbindungsabbrüchen, Datenraten und Standortmustern aus, um Netzausbau und Netzoptimierung gezielt am Nutzerbedarf auszurichten. Zudem dient KI der Erkennung möglicher Hardware- und Softwareausfälle sowie der vorausschauenden Wartung. Konkrete Investitionssummen oder quantifizierte Leistungssprünge nannte T-Mobile dabei nicht.

Internationale Leistungsvergleiche und Netzwerkanforderungen

Vergleichende Daten unterstreichen die unterschiedlichen Profile internationaler Mobilfunknetze. Das Gremium europäischer Regulierungsbehörden für elektronische Kommunikation (BEREC) verwies für das Vergleichsjahr 2022 darauf, dass Mobilfunk-Downloads in der Europäischen Union rund 35 % unter denen in den USA lagen.

Im Gegenzug wiesen europäische Mobilfunknetze höhere Upload-Werte sowie eine um 26 % niedrigere Latenz auf, bei Preisen zwischen einem Drittel und der Hälfte des US-Niveaus.

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Mit fortschreitenden Anwendungen steigen zugleich die Anforderungen an die Übertragungsgüte. Eine Untersuchung von Opensignal zu britischen Mobilfunknetzen definiert Schwellenwerte für KI-Anwendungen: Während reine Textübertragungen mit 0,01 Mbps im Download und 0,2 Mbps im Upload stabil laufen, benötigen Sprachinteraktionen 0,2 Mbps sowie eine Latenz unter 50 ms.

Videoanwendungen setzen mehr als 2 Mbps im Upload voraus. Ein zügiger Ausbau von 5G-Standalone gilt als wesentlicher Baustein, um solche Parameter künftig auch unter industrieller Volllast zu sichern.