Auf dem Messegelände in Hannover versammelt sich die Hörakustikbranche vom 14. bis 16. Oktober 2026 zu ihrer zentralen Leistungsschau. Der 70. Internationale Hörakustiker-Kongress der Europäischen Union der Hörakustiker widmet sich vor allem technologischen Innovationen in der Diagnostik und Versorgung.
Hannover fungiert dabei als Treffpunkt für wegweisende Entwicklungen wie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Hörprüfungen bis hin zu Verfahren, die das Hörvermögen direkt über Gehirnsignale erfassen.
Neben audiologischen Verfahren stellen Aussteller auf der Messe neue Versorgungskonzepte vor. Der Otoplastik-Spezialist AUDIA aus dem thüringischen Sömmerda präsentiert sich in Halle 6 an Stand 512. Der Auftritt des Unternehmens steht im Zeichen handwerklicher Präzision sowie der formgebenden und stärkenden Versorgung von Betroffenen. Fachbesucher können vorab über eine eigene Internetseite Gesprächstermine nach Wunschtag, Uhrzeit und Teilnehmerzahl reservieren.
Sicherheitssysteme und Barrierefreiheit im Fokus
Im Rahmen der Veranstaltung rückt auch der Schutz hörgeschädigter Menschen im Alltag in den Mittelpunkt. Im Zuge des Kongresses informiert die Branche über Qualitätskriterien beim Kauf von Rauchwarnmeldern. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft weist darauf hin, dass eine CE-Kennzeichnung nach der Norm DIN EN 14604 lediglich den gesetzlichen Mindeststandard darstellt.
Während technologische Innovationen den Alltag erleichtern, bleibt die Vorsorge für die langfristige Gesundheit oft auf der Strecke. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber erklärt den unterschätzten Zusammenhang zwischen Hören und geistiger Gesundheit – und wie Sie selbst vorbeugend handeln können. Kostenlosen Report zur Demenzvorbeugung anfordern
Für europaweit höchste Sicherheit empfiehlt der Verband ausdrücklich Geräte mit dem Prüfsiegel Q, das von unabhängigen europäischen Prüfinstituten vergeben wird. Dieses Kennzeichen setzt eine fest verbaute Langzeit-Lithiumbatterie, eine verbesserte Elektronik, reduzierte Fehlalarme sowie eine erhöhte Robustheit voraus.
Diesen Vorgaben entspricht unter anderem das Modell Guardion des Herstellers Humantechnik, das mit einer 3,6-Volt-Lithiumbatterie für bis zu zehn Jahre Betriebszeit ausgelegt ist. Das Gerät verfügt über einen integrierten Sender im sogenannten lisa-signolux-System und warnt Betroffene nach dem Zwei-Sinne-Prinzip.
Für Anfang 2027 ist zudem eine begleitende Anwendung zur Kontrolle und Dokumentation angekündigt, die Test- und Fehlerprotokolle sowie den aktuellen Batteriestatus digital erfasst.
Wachsender Markt für vernetzte Hörsysteme
Die auf dem Kongress diskutierten Innovationen treffen auf ein expandierendes Marktumfeld. Nach Erhebungen des Marktforschungsinstituts IndexBox verzeichnet der globale Markt für intelligente Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte im Zeitraum von 2026 bis 2035 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 5,8 Prozent. Ausgehend von einem Basiswert von 100 im Jahr 2025 soll der Marktindex bis 2035 auf 176 steigen.
Wer sich mit moderner Hörakustik befasst, sollte auch die Auswirkungen auf die geistige Fitness im Blick behalten. Experten zeigen in diesem kostenlosen Ratgeber, wie gezielte Übungen ohne zusätzliche Technik den Gedächtnisabbau spürbar verlangsamen können. 7 einfache Gehirn-Übungen gratis herunterladen
Die Preisspanne der Geräte bewegt sich zwischen unter 1.000 US-Dollar pro Paar bei Eigenmarken und mehr als 6.000 US-Dollar im Premiumsegment. Mit einem Anteil von 45 Prozent verbleibt der größte Vertriebskanal bei Audiologen und Hörgeräteakustikern. Auf den Direktvertrieb und den Internethandel entfallen 25 Prozent, während der reguläre Einzelhandel 15 Prozent abdeckt.
Als wesentliche Treiber des Marktes nennt der Bericht die alternde Weltbevölkerung, Anpassungen der Richtlinien für frei verkäufliche Produkte sowie die fortschreitende Integration von Künstlicher Intelligenz, Bluetooth LE Audio und Gesundheitssensoren.

