ABB macht deutsche Fabrik zum Vorreiter für klimaneutrale Industrie

Der Technologiekonzern ABB demonstriert in seiner Fabrik in Sasbach mit eigener Solaranlage und digitalem Energiemanagement den Weg zur nahezu emissionsfreien Produktion.

Der Schweizer Technologiekonzern ABB treibt die Dekarbonisierung der Industrie mit einem Leuchtturmprojekt in Deutschland voran. Im badischen Sasbach zeigt das Unternehmen, wie sich eine Fabrik mit eigener Solarstromproduktion und digitalem Energiemanagement nahezu klimaneutral betreiben lässt. Das Projekt ist Teil der globalen „Mission to Zero“-Initiative, die bereits 37 Standorte weltweit umfasst.

Vom Pilotprojekt zum globalen Modell

Die Fabrik in Sasbach, in der Gehäuse und Energieverteilsysteme für den europäischen Markt produziert werden, wird zum Blaupausen-Standort für eine emissionsarme Fertigung. ABB integriert hier seine eigenen Technologien, um einen praktischen Weg aufzuzeigen, wie produzierende Unternehmen ambitionierte Klimaziele erreichen und gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben können. Die Initiative unterstreicht ein starkes Engagement für nachhaltige Praktiken im industriellen Kernland Europa.

Ihren Ursprung hat die „Mission to Zero“ ebenfalls in Deutschland: Gestartet wurde sie im ABB-Werk in Lüdenscheid. Der Erfolg dieses Piloten ebnete den Weg für die globale Ausrollung und macht Deutschland zur Keimzelle der ABB-Strategie für industrielle Dekarbonisierung.

Solarstrom und intelligente Steuerung als Schlüssel

Herzstück der Transformation ist eine massive Erweiterung der hauseigenen Solarstromproduktion. Rund 3.410 hocheffiziente Photovoltaik-Module erzeugen auf dem Fabrikgelände jährlich etwa 1.500 Megawattstunden sauberen Strom. Diese Menge deckt fast ein Drittel des gesamten Elektrizitätsbedarfs des Werks. Die Abhängigkeit vom öffentlichen Netz sinkt spürbar – ein wichtiger Puffer gegen volatile Energiepreise.

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Ergänzt wird die Hardware durch ein ausgeklügeltes, digitales Energiemanagementsystem. Dieses datengetriebene System optimiert den Verbrauch, steigert die Effizienz und gewährleistet über eine neue Transformatorenstation eine stabile Stromversorgung. Die Integration von erneuerbarer Erzeugung und digitaler Überwachung ist ein entscheidender Schritt zur wirklich intelligenten und nachhaltigen Fabrik.

Messbare Erfolge: Fast 3.800 Tonnen CO₂ weniger pro Jahr

Die Maßnahmen zeigen messbare Wirkung: Der CO₂-Fußabdruck der Fabrik sinkt jährlich um insgesamt etwa 3.786 Tonnen. Den größten Anteil daran hat der strategische Bezug von zertifiziertem Grünstrom aus dem Netz, der für eine Einsparung von rund 2.700 Tonnen sorgt.

Die lokalen Maßnahmen der „Mission to Zero“ tragen weitere 1.086 Tonnen pro Jahr bei. Die neue Solaranlage allein spart etwa 550 Tonnen CO₂ jährlich ein. Die Zahlen belegen: Eine mehrgleisige Strategie aus Grünstrom-Einkauf, eigener Erzeugung und Effizienzsteigerung kann den Emissionsausstoß energieintensiver Industriebetriebe schnell und deutlich senken.

Industrie 5.0: Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Die Investition in Sasbach spiegelt den breiteren Trend zur „Industrie 5.0“ wider, die Nachhaltigkeit und menschenzentrierte Automatisierung in den Vordergrund stellt. Als Weltmarktführer in Robotik und Automation sendet ABB mit der Dekarbonisierung der eigenen Werke ein starkes Signal. Es zeigt, dass die Technologien für smarte Produktion auch auf die Fabriken selbst anwendbar sind.

Für Industrieanalysten sind datengetriebene Dekarbonisierungsstrategien wie die von ABB längst essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit. Durch mehr Energieeffizienz und eigene Stromerzeugung verbessert das Unternehmen nicht nur seine Klimabilanz, sondern auch seine langfristige Versorgungssicherheit und betriebliche Resilienz. Nachhaltigkeit wird so vom CSR-Thema zum Kernbestandteil der Geschäftsstrategie.

Blick nach vorn: Vom Standard bis zur Netto-Null

Die Zukunft der „Mission to Zero“ ist vielversprechend. Das Modell aus Sasbach soll die Umrüstung weiterer globaler Standorte beschleunigen, um das Netto-Null-Ziel zu erreichen.

ABB treibt Nachhaltigkeit auch branchenweit voran. Das Unternehmen arbeitet mit der Internationalen Organisation für Normung (ISO) an einem globalen Standard zur Messung des Energieverbrauchs von Industrierobotern. Eine technische Spezifikation soll bis August 2026 vorliegen. Diese Initiative und praktische Projekte wie in Sasbach positionieren ABB als zentralen Wegbereiter für eine nachhaltigere Industrie. In einer automatisierten Welt wird die Wahl energieeffizienter Roboter, betrieben mit grünem Strom, für die globale Klimawende entscheidend sein.

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