Präparate zur Unterstützung des Gewichtsmanagements erfreuen sich anhaltender Beliebtheit, werfen jedoch grundlegende Fragen hinsichtlich Sicherheit und tatsächlichem Nutzen auf. Entsprechende Nahrungsergänzungsmittel werden häufig als Begleiter von Diät- und Trainingsroutinen vermarktet.
Berichte betonen jedoch übereinstimmend, dass solche Erzeugnisse weder eine ausgewogene Ernährung noch regelmäßige körperliche Aktivität ersetzen können. Verbraucher sollten vor einer Einnahme Inhaltsstoffe, Dosierungen sowie Warnhinweise der Hersteller sorgfältig prüfen.
Insbesondere bei einer bestehenden Medikamenteneinnahme, Vorerkrankungen sowie während der Schwangerschaft oder Stillzeit wird vorab zu ärztlicher oder pharmazeutischer Beratung geraten.
Auch bei Marktbeispielen wie Melt Peak oder TrimTox, die zur Unterstützung von Gewichtsmanagement-Routinen angeboten werden, fehlen in den Produktberichten konkrete Mengenangaben zu Inhaltsstoffen oder wissenschaftliche Wirksamkeitsdaten.
Mangelnde Kontrollen und Forderungen nach strengeren Regeln
Die behördliche Aufsicht steht dabei vor strukturellen Herausforderungen. Fachleute warnen vor Qualitäts- und Sicherheitsrisiken bei Nahrungsergänzungsmitteln, insbesondere bei Produkten mit pflanzlichen Inhaltsstoffen sowie Zusätzen aus Algen, Pilzen oder Flechten.
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In Deutschland müssen Hersteller entsprechende Präparate vor dem Verkauf lediglich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit registrieren. Eine behördliche Sicherheits- und Qualitätsprüfung vor dem Markteintritt ist gesetzlich nicht vorgesehen.
Wissenschaftler, Ärzte und Verbraucherschützer wandten sich deshalb in einem gemeinsamen Schreiben an zwei Bundesministerien und forderten strengere Vorgaben für sogenannte Botanicals.
Verlangt werden verständliche und korrekte Angaben bei der Registrierung, eine kontinuierliche Überprüfung von Rohstoffen und Fertigprodukten sowie wirksamere Kontrollen gegen irreführende Gesundheitsversprechen. Nachbarländer wie Frankreich, Belgien und die Schweiz verfügen über deutlich strengere Dokumentationspflichten.
Wissenschaftliche Leitlinien zu Kaloriendefizit und Proteinzufuhr
In der evidenzbasierten Ernährungsmedizin gelten andere Maßstäbe für eine nachhaltige Gewichtsreduktion. Die Leitlinie der Deutschen Adipositas-Gesellschaft aus dem Jahr 2024 empfiehlt ein moderates Energiedefizit von etwa 500 bis 600 Kilokalorien pro Tag.
Als Ziel über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten gilt eine Gewichtsreduktion um mindestens 5 Prozent des Ausgangsgewichts bei einem Body-Mass-Index zwischen 25 und 34,9 sowie mindestens 10 Prozent ab einem Wert von 35.
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Eine zentrale Rolle spielt dabei die Proteinversorgung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung beziffert den Referenzwert für Erwachsene im Alter von 19 bis unter 65 Jahren auf rund 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich.
Bei einem Körpergewicht von 67 Kilogramm entspricht das einem Basisbedarf von rund 55 Gramm. Bei körperlich aktiven Menschen oder im Rahmen von Studien zur Gewichtsreduktion liegt die untersuchte Spanne bei 1,2 bis 1,6 Gramm pro Kilogramm, was bei 67 Kilogramm etwa 80 bis 100 Gramm entspricht.
Fachleute empfehlen, das Eiweiß gleichmäßig über den Tag zu verteilen. Als geeignete Proteinquellen gelten unter anderem Quark, Skyr, Joghurt, Eier, Tofu, Edamame und Hülsenfrüchte – vor allem bei Hitze, wenn durch verringerten Appetit oft unbemerkt zu wenig Protein aufgenommen wird.
Begrenzte Evidenz bei isolierten Nährstoffen
Dass einzelne Nährstoffe isoliert das Körpergewicht spürbar beeinflussen, lässt sich wissenschaftlich oft nicht belegen. Eine Metaanalyse von Emami et al. aus dem Jahr 2021 über 24 randomisierte Studien zur Gabe von Vitamin E fand keinen signifikanten Einfluss auf Gewicht, Body-Mass-Index oder Taillenumfang.
Die ermittelte Gewichtsdifferenz lag bei 0,15, die Differenz beim Body-Mass-Index bei 0,04. Der Schätzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Zufuhr liegt bei 8 Milligramm für Erwachsene sowie Schwangere und 13 Milligramm für Stillende. Fachleute betonen, dass Vitamin E selbst kein Energieträger ist, während Nahrungsfett 9 Kilokalorien pro Gramm liefert.

