Hersteller und Sicherheitsfirmen reagieren nun mit neuen Schutzmaßnahmen, doch die Bedrohungslage bleibt angespannt.
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Acer warnt vor kritischen Router-Lücken
Der Computerhersteller Acer hat gleich zwei Sicherheitslücken in seinen Wave-7-Mesh-Routern bestätigt. Die Schwachstellen betreffen Geräte mit der Firmware-Version T7c_GBL_1.01.000055 oder älter.
Die erste Lücke ermöglicht Unbefugten den Zugriff auf unverschlüsselte Zugangsdaten. Die zweite Schwachstelle ist noch heikler: Ein fest einprogrammierter AES-Verschlüsselungsschlüssel könnte Angreifern als Hintertür dienen. Acer will die Patches bis Ende Juni 2026 bereitstellen. Bis dahin empfiehlt der Hersteller, die Fernverwaltungsfunktion der Router zu deaktivieren.
Netzschutz direkt aus der Fritzbox
Der Sicherheitsanbieter Bitdefender und der Schweizer Telekomkonzern Swisscom haben am 3. Juni eine Partnerschaft bekannt gegeben. Künftig soll Sicherheitssoftware direkt in Swisscom-Heimroutern integriert werden – ohne dass Nutzer auf jedem einzelnen Gerät etwas installieren müssen.
Der Hintergrund: Smart-Home-Umgebungen sind täglich mit über 30 Netzwerkangriffen konfrontiert. Eine Bitdefender-Umfrage ergab zudem, dass 58 Prozent der Nutzer auf ihren Computern keine zusätzliche Sicherheitssoftware einsetzen. Bei Tablets liegt der Wert sogar bei 82 Prozent.
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KI-Würmer: Die nächste Generation der Bedrohung
Forscher der University of Toronto, des Vector Institute und der University of Cambridge haben einen prottypen eines KI-gesteuerten Computerwurms vorgestellt. Das Programm nutzt öffentlich zugängliche große Sprachmodelle, um Ziele zu analysieren und in Echtzeit Angriffsstrategien zu entwickeln.
In einem Testnetzwerk mit 33 Rechnern identifizierte der Wurm über 31 Schwachstellen und infizierte durchschnittlich 23,1 Systeme. Er passt sich flexibel an Linux-, Windows- und IoT-Umgebungen an und zielt darauf ab, Login-Daten zu stehlen und die Rechenleistung infizierter Geräte zu kapern. Die Experten warnen: Öffentlich verfügbare KI-Modelle könnten die Hürden für großflächige Cyberangriffe drastisch senken.
Sprachassistenten als Einfallstor
Sicherheitsforscher von SafeBreach haben eine Schwachstelle im Google-Gemini-Sprachassistenten aufgedeckt. Der sogenannte „Fake Context Alignment“-Angriff verbirgt schädliche Befehle in Benachrichtigungen.
Im schlimmsten Fall hätten Angreifer die Kontrolle über Smart-Home-Geräte übernehmen oder heimlich Video-Streams anzapfen können. Google hat inzwischen ein Update veröffentlicht. Der Vorfall reiht sich ein in ein größeres Problem: Nur 11 Prozent der im zweiten Quartal 2026 untersuchten KI-Assistenten erfüllten die Sicherheitskriterien.
Neue Standards für das vernetzte Zuhause
Trotz der Sicherheitsbedenken wächst der Smart-Home-Markt weiter. Die Connectivity Standards Alliance hat den Standard Matter 1.5 verabschiedet, der nun auch Kameras, Video-Türklingeln und Gegensprechanlagen unterstützt. Erste zertifizierte Hardware wie der Aqara Camera Hub G350 ist seit dem Frühjahr erhältlich. Samsung SmartThings, Apple, Google und Amazon haben die Unterstützung des neuen Standards zugesagt.
Der Markt für Zigbee-Automation soll von rund 26 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf über 29,5 Milliarden Euro bis Ende 2026 wachsen. Branchenkenner rechnen damit, dass die Zahl der IoT-Geräte weltweit bis 2030 auf 39 Milliarden ansteigen wird.

