Acronis-Sicherheitslücke CVE-2026-87886: Dringend-Patch für cPanel

Acronis behebt eine hoch bewertete Sicherheitslücke in Backup-Erweiterungen. Das cPanel-Plugin wurde bereits gezielt angegriffen, Plesk bislang nicht.

Der Cybersicherheits- und Backup-Spezialist Acronis hat Dringlichkeits-Patches für eine als hoch eingestufte Sicherheitslücke in seinen Administrationswerkzeugen bereitgestellt. Die unter der Kennung CVE-2026-87886 geführte Schwachstelle betrifft das Backup-Plugin für cPanel & WHM sowie die entsprechende Erweiterung für Plesk.

Nach Unternehmensangaben wurde die Anfälligkeit bereits in begrenzten, gezielten Angriffen ausgenutzt. Diese Beobachtung stützt sich auf den Bericht eines potenziell betroffenen Kunden und bezieht sich ausschließlich auf das Plugin für cPanel & WHM; für die Plesk-Erweiterung wurden hingegen keine aktiven Angriffe in freier Wildbahn festgestellt.

Lokale Rechteausweitung über unsichere Dateiberechtigungen

Die Schwachstelle wird mit einem CVSS-Wert von 7,8 bewertet und fällt in die Kategorie unsicherer Dateiberechtigungen (CWE-276). Sie ermöglicht Angreifern eine lokale Rechteausweitung auf dem betroffenen Server, ohne dass hierfür eine Interaktion durch Benutzer erforderlich ist.

Das Computermagazin heise ordnet den Schweregrad der Schwachstelle als hoch ein, betont jedoch zugleich, dass das tatsächliche Ausmaß der laufenden Angriffe derzeit unbekannt ist.

Anzeige

Wer sich mit der Sicherheit von IT-Systemen und dem Schutz vor digitalen Bedrohungen befasst, findet in diesem kostenlosen E-Book wertvolle Einblicke in aktuelle Trends. Erfahren Sie, wie Sie Sicherheitslücken schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen proaktiv erfüllen. Gratis-E-Book zur Cyber Security jetzt herunterladen

Als zwingende Voraussetzung für einen erfolgreichen Angriff müssen sich Cyberkriminelle vorab bereits einen niedrig-privilegierten Zugriff auf den jeweiligen Linux-Server verschafft haben. Gelingt dies, können die unzureichenden Berechtigungen innerhalb der Erweiterung ausgenutzt werden, um tiefergehende administrative Zugriffsrechte auf dem System zu erlangen und Sicherheitsmechanismen zu umgehen.

Betroffene Softwareversionen und verfügbare Sicherheitsupdates

Administratoren von Linux-basierten Hosting-Umgebungen sind aufgerufen, ihre Systeme umgehend zu überprüfen und die bereitgestellten Sicherheitsupdates einzuspielen.

Bei Installationen unter cPanel/WHM sind alle Versionen vor dem Build 1.9.3.1021 verwundbar; eine Behebung des Problems erfolgt durch das Update auf Version 1.9.3 HF3. Bei der Plesk-Erweiterung gelten Builds vor 1.8.11.638 als anfällig, der offizielle Fix ist in Version 1.8.11 enthalten. Vollständig abgesichert sind Systeme laut Hersteller ab dem cPanel/WHM-Plugin 1.9.3 HF3 sowie der Plesk-Extension ab Version 1.8.11.

Anzeige

Immer mehr Organisationen geraten ins Visier von Cyberangriffen, weshalb proaktive Schutzmaßnahmen und eine fundierte Risikoanalyse unerlässlich sind. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt praxisnah auf, wie Sie Ihr Unternehmen wirksam absichern, bevor Angreifer Schwachstellen ausnutzen können. Kostenlose Experten-Checkliste zur Absicherung anfordern

Daten zur allgemeinen Bedrohungslage im Spätsommer

Die Dringlichkeit von Server-Updates spiegelt sich auch in übergreifenden Sicherheitsanalysen wider. Wie aus einem Bericht der Acronis Threat Research Unit (TRU) vom 16. September 2026 hervorgeht, der Daten aus dem August 2026 von über einer Million Endpunkten auswertet, lag die Malware-Blockierungsrate bei 4,9 Prozent der Clients. Dies markiert einen leichten Rückgang im Vergleich zum Juli (5,6 Prozent), April (6,8 Prozent) und März (6,4 Prozent), liegt jedoch über den Werten aus dem Februar (4,2 Prozent) und Januar (3,7 Prozent).

Regional verzeichnete Acronis TRU im August die höchsten Malware-Raten in Palästina (41,4 Prozent), Vietnam (28,5 Prozent) und Bangladesch (24,3 Prozent).

Bei webbasierten Bedrohungen führten URL-Gefahren in Indien mit 10,2 Prozent und Singapur mit 10,0 Prozent, dicht gefolgt von den USA (9,6 Prozent), Deutschland (9,1 Prozent) und Australien (8,0 Prozent). Die Zahlen verdeutlichen die anhaltende Notwendigkeit, exponierte Web- und Hosting-Infrastrukturen durch zeitnahes Patch-Management abzusichern.