Die Sicherheitsfunktion Activation Lock stellt spezialisierte Refurbishment-Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen bei der Wiederaufbereitung von Apple-Hardware. Berichten der Organisation iFixit zufolge verhindert die Sperre bei Macs mit integriertem T2-Sicherheitschip eine effiziente Kreislaufwirtschaft, da Geräte ohne die ursprünglich verknüpfte Apple-ID nicht zurückgesetzt werden können.
Seit der Einführung von macOS Catalina und der Integration des T2-Sicherheitschips ist die Aktivierungssperre ein fester Bestandteil der Sicherheitsarchitektur von Apple-Computern. Was als Schutz vor Diebstahl konzipiert wurde, erweist sich in der Praxis der professionellen Wiederverwerter als gravierendes Hindernis.
Daten des Refurbishment-Unternehmens RDKL belegen, dass derzeit rund 20 % der eingehenden MacBooks durch das Activation Lock gesperrt sind und somit nicht erneut dem Markt zugeführt werden können.
Massive Auswirkungen auf die Branche
Ähnliche Probleme zeigen sich im Mobilfunkbereich. Die Wireless Alliance gibt an, monatlich zwischen 4.000 und 6.000 gesperrte iPhones zu erhalten. Analysen der Organisation zeigen dabei ein deutliches Bild: 99 % dieser Geräte sind nicht als verloren oder gestohlen gemeldet, sondern wurden schlicht von den Vorbesitzern nicht ordnungsgemäß aus deren Accounts entfernt.
Angesichts dieser Hürden erwägen Refurbisher nun rechtliche Schritte. Im Gespräch ist ein Antrag auf eine Ausnahme im Rahmen des Digital Millennium Copyright Act (DMCA), um gesperrte Geräte unter bestimmten Voraussetzungen legal entsperren zu dürfen.
Neue Ansätze im Trade-in-Verfahren
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Parallel zu dieser Problematik entwickelt Apple derzeit neue Systeme, um den Prozess der Geräteabgabe im stationären Handel zu optimieren. In der Beta-Phase von iOS 27 wurden Hinweise auf eine Funktion entdeckt, mit der Schätzungen für Trade-in-Angebote direkt in der Apple Wallet gespeichert werden können.
Diese Angebote sollen bis zu 90 Tage gültig sein, wobei der Wert innerhalb dieses Zeitraums nicht garantiert wird. Der Vorgang könnte über die Guide-App per QR-Code abgewickelt werden. Bisher verlangt das Online-Trade-in-Verfahren, dass Altgeräte innerhalb von 14 Tagen bei Apple eintreffen.
Zeitgleich hat das Unternehmen die Trade-in-Werte für zahlreiche Modelle angepasst. Für einen Mac Studio werden nun maximal 1.305 US-Dollar gutgeschrieben (zuvor 1.045 US-Dollar).
Das MacBook Pro erreicht Werte von bis zu 855 US-Dollar, während für den Mac mini bis zu 480 US-Dollar und für das MacBook Air bis zu 580 US-Dollar gezahlt werden. Auch im iPhone-Segment stiegen die Beträge: Ein iPhone 16 Pro wird mit bis zu 630 US-Dollar bewertet, ein iPhone 15 Pro Max mit bis zu 530 US-Dollar.
Fokus auf Sicherheit und Datenschutz
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Im Bereich der Software-Sicherheit setzt Apple auf eine stärkere Automatisierung von Schutzfunktionen. Mit dem Update auf iOS 26.4.1 wird der Schutz für gestohlene Geräte (Stolen Device Protection) für Verbraucher standardmäßig aktiviert. Damit wird eine biometrische Verifizierung für Änderungen an sensiblen Geräteeinstellungen zwingend erforderlich.
Zudem wurden Sicherheitsupdates für iOS 18.3.1, macOS 15.3.1 sowie ältere Systemversionen veröffentlicht. Diese beheben unter anderem eine Schwachstelle im Bereich der Barrierefreiheit (Accessibility), die den USB Restricted Mode betraf und laut Berichten bereits aktiv ausgenutzt wurde.
Gleichzeitig verschickt das Unternehmen derzeit Bedrohungswarnungen wegen gezielter Spyware-Angriffe an Nutzer in 110 Ländern. Solche Warnungen, die seit 2021 in insgesamt über 150 Ländern ausgegeben wurden, erscheinen nun direkt auf dem Sperrbildschirm des iPhones.
Betroffenen wird dringend die Nutzung des Lockdown Mode empfohlen. Dass diese Warnungen ernst zu nehmen sind, zeigt der Fall des MEP Stelios Kouloglou, der entsprechende Hinweise erhielt und bei dem später eine Infektion mit der Spionagesoftware Pegasus nachgewiesen wurde.
Identifizierte Sicherheitslücken im WebKit
Unabhängige Forscher machten zudem auf Schwachstellen in der WebKit-Engine aufmerksam. Drei spezifische Pfade – DNS-Prefetching, WebAuthn und WebTransport – ermöglichen es unter Umständen, die Sicherheitsfunktion iCloud Private Relay zu umgehen. Während zwei dieser Pfade die echte IP-Adresse offenlegen können, gibt der dritte DNS-Informationen preis. Herkömmliche VPN-Dienste sind von dieser Problematik nicht betroffen.

