Cornelis Networks hat auf dem AI Infra Summit eine neue Netzwerkarchitektur namens Active Compute Fabric vorgestellt. Die offene Architektur setzt auf programmierbares Compute direkt im Fabric und soll sowohl Scale-up- als auch Scale-out-Netzwerkanforderungen für High-Performance-KI-Workloads abdecken, wie das Unternehmen laut einem Bericht von siliconangle.com mitteilte.
Offener Standard statt proprietärer Lösung
Die Architektur basiert nach Angaben des Unternehmens auf den Standards Ethernet/UALink für Scale-up-Verbindungen und Ultra Ethernet für Scale-out-Netzwerke. Damit positioniert sich Cornelis Networks bewusst gegen geschlossene, proprietäre Ansätze und setzt auf offene Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Hardware-Komponenten in Rechenzentren.
Laut finsmes.com umfasst die Active Compute Fabric drei zentrale Bausteine: verlustfreien Transport, In-Fabric-Beschleunigung und programmierbares Compute.
Deutliche Effizienzgewinne versprochen
Cornelis Networks verweist auf eigene Simulationen, wonach die neue Architektur den Netzwerkverkehr um bis zu 50 Prozent reduzieren könne. Diese Effizienzsteigerung soll insbesondere bei sehr großen KI-Clustern spürbar werden.
In einer Modellrechnung für ein System mit 100.000 GPUs entsprechen rund 50 Prozent GPU-Stunden Wartezeit einem jährlichen Verlust von etwa 1,68 Milliarden US-Dollar sowie 500 Gigawattstunden Energie, wie aus einem Bericht von theeveningleader.com hervorgeht.
Solche Wartezeiten entstehen typischerweise durch Engpässe in der Kommunikation zwischen den einzelnen Recheneinheiten – ein Problem, das mit wachsender Clustergröße zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Wer KI-Cluster in dieser Größenordnung betreibt, kennt das Problem: Die GPUs warten, weil das Netzwerk nicht nachkommt. Cornelis Networks verspricht mit Active Compute Fabric bis zu 50 Prozent weniger Netzwerkverkehr — auf Basis offener Standards statt proprietärer Insellösungen. Unser kostenloser Leitfaden ordnet ein, welche Standards zählen, was ein 100.000-GPU-Cluster an Wartezeit kostet und wann die CN6000 breit verfügbar sein soll. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Produktverfügbarkeit und Kooperationen
Die Plattform CN5000 ist laut Unternehmensangaben ab sofort lieferbar, während sich die Nachfolgeplattform CN6000 im Sampling befindet. Eine breite Marktverfügbarkeit der CN6000 wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Parallel zur Produktankündigung gab Cornelis Networks eine Kooperation mit Qualcomm bekannt; Tony Pialis, EVP Data Center bei Qualcomm, äußerte sich dazu im Rahmen der Ankündigung.
Cornelis Networks mit Sitz in Wayne, Pennsylvania, wird von CEO Lisa Spelman geführt. Das Unternehmen verweist auf bestehende Deployments unter anderem beim Texas Advanced Computing Center und beim US-Energieministerium als Referenzen für den praktischen Einsatz seiner Netzwerktechnologie.
Finanzierungsrunde über 205 Millionen US-Dollar
Begleitend zur technischen Ankündigung gab Cornelis Networks den Abschluss einer Finanzierungsrunde über 205 Millionen US-Dollar bekannt, angeführt von IAG Capital Partners. Die Mittel sollen laut finsmes.com in die Skalierung der Produktion, den Ausbau von Kundenpartnerschaften sowie Go-to-Market-Aktivitäten fließen – insbesondere im Zusammenhang mit der Einführung der CN6000-Plattform.
Proprietäre KI-Fabrics binden Sie an einen Anbieter — und machen jede Erweiterung zur Verhandlungssache. Die Active Compute Fabric setzt dagegen auf Ethernet/UALink und Ultra Ethernet und will so Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Hardware-Komponenten ermöglichen. Der kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, worauf Sie bei der Bewertung offener Fabric-Architekturen achten sollten, bevor Sie Ihre nächste Beschaffungswelle auslösen. Leitfaden zu offenen Fabric-Standards anfordern
IAG Capital Partners beziffert die adressierbare Marktchance für entsprechende Netzwerktechnologien auf über 55 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2030. Diese Einschätzung unterstreicht das wachsende Interesse von Investoren an Infrastrukturlösungen, die den steigenden Rechenbedarf großer KI-Modelle effizienter bewältigen sollen.
Mit der Kombination aus neuer Architektur, konkreten Produktankündigungen und frischem Kapital positioniert sich Cornelis Networks als Anbieter, der den Netzwerkengpass in großskaligen KI-Infrastrukturen adressieren will.

