Adobe zwingt Unternehmen zu einem umfassenden Umbau ihrer Dokumenten-Workflows. Mit dem Start der KI-Plattform Acrobat Studio und dem kritischen Update Acrobat Sign v17.0 am 3. Februar 2026 steht eine der größten Infrastruktur-Migrationen der letzten Jahre an. Für IT-Abteilungen bedeutet das: sofortiges Handeln, um Ausfälle zu vermeiden.
V17.0-Update: Drei kritische Änderungen für die Praxis
Am kommenden Dienstag, dem 3. Februar 2026, rollt Adobe die Version 17.0 von Acrobat Sign aus. Das Update verspricht mehr Sicherheit, bringt aber tiefgreifende Änderungen mit sich, die proaktives Management erfordern.
Anmeldung wird strikter
Die wohl sichtbarste Neuerung betrifft den Login. Adobe erzwingt eine neue, schlankere Anmeldemaske. Der alte, oft uneinheitliche Bildschirm wird durch einen strikten E-Mail-zuerst-Prozess ersetzt. Das System fragt sofort die E-Mail-Adresse ab, um die konfigurierte Authentifizierungsmethode zu bestimmen. Unternehmen sollten ihre Nutzer umgehend informieren, um eine Flut von Support-Anfragen am Dienstagmorgen zu verhindern.
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PDF-Engine: Wechsel auf eigene Technik
Im Hintergrund vollzieht Adobe einen bedeutenden Infrastrukturwechsel. Die PDF-Verarbeitungstechnologie wird auf eine vollständig eigene Lösung umgestellt. Bislang setzte die Plattform auf externe Abhängigkeiten. Ziel ist eine stabilere und skalierbarere Basis.
Doch der Wechsel hat bereits in der Testphase zu Problemen geführt. Kunden berichteten von Kompatibilitätsproblemen bei der Schriftartendarstellung und dem Verhalten von Vorlagen. Adobe hat angekündigt, dass spezifische Fehlerbehebungen in v17.0 enthalten sind. Unternehmen mit komplexen Vorlagen sollten ihre Dokumente nach dem Update unbedingt prüfen.
SSL-Zertifikate: Update für SSO und APIs erforderlich
Ein weiterer Stolperstein betrifft die Sicherheit. Adobe hat seine SSL-Zertifikate bereits am 7. Januar 2026 ausgetauscht. Während der Browserzugriff unverändert funktioniert, müssen Organisationen mit Single Sign-On (SSO) oder API-Integrationen, die bestimmte Zertifikate „pinnen“, ihre Systeme aktualisieren. Andernfalls drohen sofortige Verbindungsabbrüche bei automatisierten Workflows.
Abschied von „Classic“: Die Migration zur modernen Oberfläche
Adobe drängt seine Kunden aggressiv in die „Modernen“ Benutzeroberflächen. Version 17.0 markiert einen Meilenstein und veraltet die „Classic“-Workflows, auf die viele langjährige Nutzer noch setzen.
Seit Januar 2026 ist die Moderne Empfänger-Oberfläche für E-Signaturen der Standard für alle Commercial- und Government-Cloud-Konten. Die mobilefreundliche Oberfläche kann jedoch die Darstellung von individuellem Branding und Feldanweisungen verändern.
Der nächste große Schritt folgt im Mai 2026: Dann wird die „Moderne Signaturanfrage“-Umgebung – die Oberfläche für den Versand – für alle Konten zur Voreinstellung. Diese Umstellung ist kritisch, da nicht alle alten Funktionen unterstützt werden. So funktionieren etwa externe Quelllaufwerke in der modernen Umgebung nicht mehr. Unternehmen, die Dokumente direkt aus Nischen-Speicheranbietern laden, müssen ihre Workflows anpassen.
Acrobat Studio: KI revolutioniert die Dokumentenarbeit
Während v17.0 auf Stabilität abzielt, zeigt der Start von Acrobat Studio am 29. Januar die Zukunft der Produktivität. Die Plattform vereint die Fähigkeiten von Acrobat und Adobe Express in einer KI-gesteuerten Suite.
Das Herzstück ist die Integration generativer KI. Mit „Generative Presentations“ lassen sich statische PDF-Berichte in wenigen Minuten in bearbeitbare Folien umwandeln. Die Funktion „Persönlicher Podcast“ synthetisiert schriftliche Dokumente zu Audio-Zusammenfassungen – ideal für unterwegs.
Für die Zusammenarbeit führt Adobe PDF Spaces ein, eine kollaborative Umgebung, die Versionierungschaos vermeiden soll. Für IT-Manager entsteht hier ein neuer Datencontainer, der in bestehende Compliance-Richtlinien integriert werden muss.
Technische Altlasten: APIs und Webhooks laufen aus
Die Modernisierung der Infrastruktur bedeutet auch das Aus für veraltete Schnittstellen. Adobe erinnert eindringlich an die Einstellung alter Standards:
- REST API v1-v4: Der Support für diese Versionen endete offiziell am 1. Dezember 2025. Workflows, die noch auf diese Endpunkte zugreifen, sind akut gefährdet. Entwickler müssen sofort auf v6-Endpunkte migrieren.
- Webhook 2.0: Die alte Webhook-Infrastruktur wurde abgeschaltet. Der Parameter
webhookNotificationApplicableUserswurde bereits im Juli 2025 aus den Datenpaketen entfernt. Integrationen, die nicht aktualisiert wurden, funktionieren nicht mehr korrekt.
Fazit: Aktives Management ist Pflicht
Die gleichzeitige Einführung von Acrobat Studio und dem kritischen v17.0-Update unterstreicht Adobes Strategie: eine vereinheitlichte, cloud-native und KI-first Dokumenten-Cloud. Die Ära des „Einrichten und Vergessens“ für PDF-Workflows ist vorbei.
Unternehmen müssen nun einen aktiven Lebenszyklus für ihre Dokumentenprozesse etablieren. Dazu gehört das Überwachen veralteter Funktionen, das Validieren von Vorlagen gegen neue Rendering-Engines und die Sicherstellung, dass Sicherheitskonfigurationen mit der Plattform Schritt halten.
Mit dem Stichtag 3. Februar im Nacken bleibt IT-Administratoren nur wenig Zeit. Der Rat von Experten: Jetzt in die Testumgebungen einloggen, kritische Vorlagen prüfen und die Nutzer auf die neuen Anmelde- und Signierprozesse vorbereiten. Die Migration ist verpflichtend – mit der richtigen Vorbereitung aber nahtlos zu bewältigen.
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