Adobe beendet die Unterstützung für Intel-basierte Macs in seinen Profi-Anwendungen. Premiere Pro, After Effects, Media Encoder und Audition setzen künftig zwingend auf Apple Silicon.
Die Entscheidung betrifft alle Nutzer, die noch mit älteren Mac-Modellen arbeiten. Ab Version 27 der vier Kernanwendungen aus der Creative Cloud bleibt Intel-Hardware außen vor. Als Gründe nennt der Software-Konzern die wachsenden Anforderungen moderner Kreativ-Workflows – insbesondere das Fehlen der Neural Engine und der Unified-Memory-Architektur in älteren Intel-Prozessoren.
Ein Jahr Sicherheitsupdates für Bestandsnutzer
Wer weiterhin auf einem Intel-Mac arbeitet, bleibt bei Version 26.x der betroffenen Anwendungen. Neue Funktionen und reguläre Fehlerbehebungen wird es dafür nicht mehr geben. Immerhin: Rund ein Jahr lang sollen Sicherheitsupdates für die ältere Version bereitgestellt werden.
Der Schritt reiht sich in einen branchenweiten Trend ein. Schon länger zeichnet sich ab, dass Software-Hersteller die x86-Architektur auf dem Mac nach und nach aufgeben. Branchenbeobachter erwarten, dass macOS 27 mit dem Codenamen „Golden Gate“ das letzte Apple-Betriebssystem sein wird, das Intel-Hardware überhaupt noch unterstützt. Auch die Rosetta-2-Übersetzungsschicht, die Intel-Apps auf Apple-Silicon-Geräten lauffähig macht, soll mit macOS 28 auslaufen – etwa 16 Monate nach dem Debüt von Golden Gate.
Andere Anbieter ziehen nach: Homebrew 6.0 und CodeWeavers CrossOver 27, letzteres für Anfang 2027 geplant, werden ebenfalls den Support für Intel-Macs einstellen.
KI-Funktionen treiben den Hardware-Wechsel
Der Druck in Richtung Apple Silicon kommt nicht von ungefähr. Adobe setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz – und die braucht Rechenleistung. Erst im August 2026 veröffentlichte das Unternehmen Beta-Versionen nativer KI-Videohintergrund-Plugins für Premiere Pro. Die Tools nutzen die hauseigene KI-Plattform Adobe Sensei und ermöglichen Hintergrundaustausch per Klick sowie Stapelverarbeitung für bis zu 50 Clips.
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Doch die Rechenlast dieser Funktionen offenbart die Grenzen älterer Hardware. Selbst auf aktuellen Apple-Silicon-Geräten sind die Beta-Plugins derzeit auf 1080p-Vorschauen beschränkt und kämpfen mit Stabilitätsproblemen. Ein Patch für 4K-Unterstützung wird für September 2026 erwartet, der allgemeine Release folgt voraussichtlich im vierten Quartal.
Ergänzend dazu launchte Adobe am 6. August 2026 ein einheitliches ChatGPT-Plugin. Über eine Partnerschaft mit OpenAI kommen damit mehr als 70 Tools aus der gesamten Creative Cloud – darunter Photoshop, Firefly und Premiere – auf Web- und Mobilplattformen.
KI als Wachstumstreiber
Die Konzentration auf KI-gesteuerte Software zahlt sich offenbar aus. Im zweiten Quartal 2026 verdreifachte sich der KI-basierte annualisierte wiederkehrende Umsatz (ARR) von Firefly im Jahresvergleich und übertraf die Marke von 500 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz erreichte mit 6,62 Milliarden Euro einen Rekordwert – ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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Der Zeitpunkt des Wechsels fällt in eine Phase schwankender Hardware-Preise. Im zweiten Quartal 2026 verteuerten sich LPDDR5X-Speicherchips um 89 Prozent. Manche Windows-Laptop-Hersteller gaben daraufhin Preiserhöhungen von 15 bis 20 Prozent an den Handel weiter. Apple hält dagegen: Das MacBook Neo setzt auf spezielle Verpackungstechnik und erreicht damit eine höhere Speicherbandbreite als viele Standard-16GB-Windows-Konfigurationen.
Um den Umstieg von alter Hardware zu erleichtern, wirbt Apple seit Ende Juli 2026 mit einem Upgrade-Leasing-Programm ab 24,99 Euro pro Monat.

