Adobe Kreativ-Suite: Version 27 nur noch für Apple-Chips

Adobe stellt Kreativ-Apps auf Apple-Chips um; Intel-Mac-Nutzer bleiben bei Version 26.x ohne neue Funktionen.

Adobe stellt seine Kreativ-Suite ab Herbst 2026 komplett auf Apple-Chips um – für Millionen Intel-Mac-Nutzer endet damit eine Ära.

Die Ankündigung kam für viele überraschend: Premiere Pro, After Effects, Media Encoder und Audition werden in Version 27 ausschließlich für Macs mit Apple Silicon erscheinen. Konkret bedeutet das: Wer einen Intel-basierten Mac besitzt, bleibt dauerhaft auf Version 26.x hängen. Der Schritt betrifft vor allem professionelle Video- und Audio-Editoren, die auf Adobe-Produkte angewiesen sind.

Warum der Umstieg unausweichlich ist

Adobes Begründung ist technischer Natur: Intel-Macs verfügen weder über eine Neural Engine noch über Unified Memory – zwei Komponenten, die für moderne KI-Funktionen in Kreativ-Tools zunehmend unverzichtbar sind. Die neuen Versionen setzen auf die hauseigenen KI-Technologien Sensei und Firefly, die ohne diese Hardware nicht effizient laufen können.

Bereits im August 2026 veröffentlichte Adobe eine Beta für native KI-Video-Hintergrund-Plugins in Premiere Pro. Die Tools ermöglichen Hintergrundersatz per Klick und Stapelverarbeitung für bis zu 50 Clips. Allerdings: Die Beta beschränkt sich aktuell auf 1080p-Vorschauen und kämpft auf einigen Apple-Silicon-Konfigurationen mit Stabilitätsproblemen. Ein Patch für 4K-Workflows soll im September folgen, die finale Version ist für das vierte Quartal 2026 angekündigt.

Für Bestandskunden gibt es einen Lichtblick: Intel-Nutzer erhalten noch etwa ein Jahr lang Sicherheitsupdates für Version 26.x. Neue Funktionen wird es dort jedoch nicht mehr geben. Adobe folgt damit einem Präzedenzfall aus dem eigenen Haus – Substance 3D Painter verlangte bereits im März 2025 zwingend Apple Silicon.

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Der Anfang vom Ende einer Ära

Der Schritt Adobes ist nur die Spitze des Eisbergs. Das kommende macOS 27 mit dem Codenamen „Golden Gate“ wird voraussichtlich die letzte Version sein, die Intel-Macs unterstützt. Branchenbeobachter rechnen damit, dass Apple mit macOS 28 – etwa 16 Monate später – auch die Übersetzungsschicht Rosetta 2 einstellt, die Intel-Software auf Apple-Chips laufen lässt.

Auch andere Anbieter ziehen nach: CodeWeavers plant für CrossOver 27 (Anfang 2027) keine Intel-Unterstützung mehr, und der Paketmanager Homebrew beendet mit Version 6.0 den Support für Intel-Macs. Insgesamt verlieren im Herbst 2026 rund 16 Apple-Geräte ihren Software-Support, darunter vier Intel-Mac-Modelle sowie ältere iPads und Apple Watches.

Anreize für den Umstieg

Apple versucht, den Wechsel zu versüßen. Am 6. August 2026 erhöhte das Unternehmen die Ankaufswerte für Altgeräte: Für ein MacBook Pro gibt es nun maximal 855 Dollar (rund 750 Euro) statt bisher 690 Dollar, beim MacBook Air sind es 580 Dollar. Zudem bietet Apple seit Ende Juli Leasing-Optionen ab 24,99 Dollar pro Monat an.

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Doch nicht jeder kann oder will sofort investieren. Für Besitzer älterer Intel-Macs empfehlen Experten alternative Verwendungszwecke: Als Medienserver, Netzwerkspeicher (NAS) oder abgesicherter Privat-PC mit Linux oder Tails lassen sich die Geräte weiterhin sinnvoll nutzen. Die Zahlen zeigen allerdings, dass viele Nutzer diesen Weg nicht gehen: Während 31 Prozent der Erwachsenen in den USA Altgeräte aufbewahren, entsorgen rund 19 Prozent sie einfach.

Die Industrie rüstet auf KI-Workstations um

Die Hardware-Hersteller haben den Trend längst erkannt. Auf der NAB Show präsentierte ASUS neue Workstations mit NVIDIA-Beschleunigung, die speziell für 8K-Bearbeitung und KI-gestützte Workflows entwickelt wurden. Die Zusammenarbeit mit Adobe zielt dabei auf Farbgenauigkeit und Performance in KI-dominierten Umgebungen – ein klares Signal, wohin die Reise in der Kreativbranche geht.