Agent 365: Microsoft bringt autonome KI-Assistenten ab August

Microsoft führt ab August 2026 vernetzte KI-Assistenten in Copilot Chat ein. Logistiker Evri spart bereits Millionen durch Automatisierung.

Microsoft bringt seine KI-Agenten auf die nächste Stufe. Ab August 2026 sollen die sogenannten Agent 365 als vernetzte, deklarative Assistenten direkt in Copilot Chat arbeiten – und das plattformübergreifend.

Der Konzern treibt damit seine Vision einer „agentischen KI“ voran: Systeme, die eigenständig komplexe Arbeitsabläufe steuern, statt nur auf einzelne Befehle zu reagieren. Die Integration nutzt das A2A-Protokoll, um autonome Agenten mit der Chat-Oberfläche zu verbinden. Verfügbar wird die Funktion auf Android, iOS, Desktop und im Web.

Copilot Studio als Baukasten für KI-Assistenten

Mit Copilot Studio stellt Microsoft eine dreistufige Entwicklungsumgebung bereit: Bauen, Werkzeuge hinzufügen, veröffentlichen. Die Agenten lassen sich mit spezifischen Themen, Wissensquellen und externen Anbindungen erweitern. Daten aus Microsoft 365, Dynamics 365 und Microsoft Fabric fließen ebenso ein wie Informationen von Drittanbietern.

Neu ist auch das Verwaltungsframework Copilot Cowork. Es organisiert komplexe Arbeitsabläufe über ein nutzungsbasiertes Abrechnungsmodell. Cowork orchestriert verschiedene KI-Modelle – darunter Claude Opus, Claude Sonnet und GPT 5.5. Ergänzt wird das Angebot durch „Browser Use“-Funktionen im Microsoft Edge sowie Prüfprotokolle über Microsoft Purview. Besonders für Branchen mit hohen Compliance-Anforderungen wie Recht, Gesundheitswesen und Finanzen dürfte das interessant sein.

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Evri zeigt, was möglich ist: 6.000 Lizenzen und fünf „Super-Agenten“

Der britische Logistikdienstleister Evri gibt einen Vorgeschmack auf das Potenzial. Das Unternehmen rollt derzeit 6.000 Microsoft-365-Copilot-Lizenzen aus – der Abschluss wird für September 2026 erwartet. Parallel entwickelt Evri fünf „Super-Agenten“ für spezifische interne Aufgaben: Eva für den technischen Support, Hey Charlie für die Personalabteilung.

Die Zahlen sprechen für sich: Durch frühere Automatisierungsprojekte sparte Evri bereits 34 Millionen Pfund über drei Jahre und reduzierte manuelle Arbeitslasten um rund 500.000 Stunden. Ein Beispiel, das zeigt, wohin die Reise geht.

Markt im Wandel: Gartner prognostiziert 150.000 KI-Agenten pro Konzern

Die Analysten von Gartner erwarten, dass Fortune-500-Unternehmen bis 2028 mehr als 150.000 KI-Agenten verwalten werden. Doch es gibt auch Warnungen: Hohe Kosten und unzureichende Risikokontrollen könnten dazu führen, dass über 40 Prozent aller agentischen KI-Projekte bis 2027 eingestellt werden. Der Hype allein reicht nicht – die Sicherheit muss mithalten.

Neue Sicherheitsebene: Von Meeting-Archiven bis zur Netzwerk-Kontrolle

Mit zunehmender Autonomie der KI-Agenten wächst auch der Sicherheitsbedarf. Ab August 2026 erstellt Microsoft Teams automatisch KI-gestützte Meeting-Archive – gespeichert in SharePoint Embedded – für Meetings mit Transkript und aktivierter Copilot-Lizenz.

Weitere Sicherheits-Updates:

  • Microsoft Entra Suite: Eine kombinierte Identitäts- und KI-Steuerungsebene für zwölf Euro pro Nutzer und Monat. Sie blockiert vertrauliche Informationen auf Netzwerkebene, bevor sie in KI-Eingabeaufforderungen landen.
  • Microsoft Purview Network DLP: Ab September 2026 allgemein verfügbar. Administratoren können sensible Dateien netzwerkweit blockieren – über mehr als 35.000 Cloud-Anwendungen hinweg.
  • Externe Governance: Firmen wie Infinnium und Symmetry Systems bringen spezielle Connectors und Inventar-Tools auf den Markt. Sie identifizieren sensible Daten in OneDrive und SharePoint und überwachen Gespräche über Copilot, ChatGPT und Google Gemini hinweg.
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Während KI-Agenten neue Effizienzpotenziale heben, entstehen gleichzeitig neue Einfallstore für Cyberkriminalität und regulatorische Risiken. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt im Blick behalten müssen, um ihre IT-Infrastruktur proaktiv zu schützen. Neue KI-Gesetze, neue Cyberrisiken: Was kommt wirklich auf Ihr Unternehmen zu?

„Project Perception“: Microsofts Antwort auf Sicherheitsbedenken

Mit Project Perception entwickelt Microsoft ein sicherheitsfokussiertes Produkt, das Schwachstellen mithilfe von Modellen verschiedener Anbieter scannt. Das Projekt ist Teil einer Neuausrichtung auf Enterprise-KI-Sicherheit – eine Reaktion auf wachsende Bedenken, wie Kundendaten von externen Modellentwicklern verarbeitet werden. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie sicher KI im Unternehmen sein muss.