Agentic AI: 40 Prozent aller Unternehmensapps erhalten Agenten

HPE und NVIDIA präsentieren neue Hardware für autonome KI. Google und Vercel zeigen datenzentrierte Agenten-Lösungen.

Statt bloßer Textgenerierung sollen autonome KI-Agenten künftig komplexe Arbeitsabläufe eigenständig erledigen. Auf der HPE Discover 2026 in Las Vegas präsentieren die Branchenführer diese Woche ihre Strategien für den Wandel von der Experimentierphase zur Produktionsreife.

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HPE und NVIDIA rüsten die Cloud auf

Hewlett Packard Enterprise (HPE) kündigte am heutigen Mittwoch eine erweiterte Partnerschaft mit NVIDIA an. Die Unternehmen wollen eine standardisierte Umgebung für den Einsatz sogenannter „Agentic AI“ schaffen – bei gleichzeitiger Wahrung von Sicherheit und Datenhoheit.

Die aktualisierte HPE Private Cloud AI integriert das NVIDIA Agent Toolkit mit Komponenten wie Nemotron, NemoClaw und OpenShell. Um den enormen Datenbedarf autonomer Agenten zu decken, bringt HPE den Alletra Storage MP X10000 auf den Markt. Das System soll die Antwortzeiten bei Token-Abfragen um das bis zu 20-fache verkürzen.

Weitere Hardware-Neuheit: Der HPE ProLiant Compute DL394 Gen12 mit dem NVIDIA Vera-Prozessor. Die allgemeine Verfügbarkeit ist für 2027 geplant. Ab dem vierten Quartal 2026 soll zudem NVIDIA Confidential Computing in die HPE AI Factory integriert werden – ein wichtiger Schritt für Unternehmen mit besonderen Datenschutzanforderungen.

Netzwerke als Rückgrat der KI-Ära

HPE-CEO Antonio Neri bezeichnete die Netzwerkinfrastruktur als fundamentale Voraussetzung für das KI-Zeitalter. Besonders verwies er auf die kürzlich erfolgte Integration der Juniper-Netzwerktechnologie. Neue Produkte wie die Switches QFX5220 und QFX5130 sollen große KI-Cluster und verteilte Inferenzprozesse unterstützen.

Ein zentrales Problem der „Agentic Enterprise“: Autonome Agenten könnten unerwartetes Verhalten zeigen. HPE hat daher seine Zerto-Software aktualisiert – sie überwacht auf Schadsoftware und ermöglicht einen „Clean Slate“-Rücksetzungsmechanismus. Zudem wurde der KI-Assistent Marvis auf Aruba Central ausgeweitet, um selbstfahrende Netzwerkfunktionen zu ermöglichen.

Die Analysten von Gartner prognostizieren eine rasche Verbreitung: Bis Ende 2026 sollen 40 Prozent aller Unternehmensanwendungen KI-Agenten enthalten. Allerdings warnen die Experten: Ebenso viele Projekte könnten bis 2027 an Umsetzungsproblemen scheitern.

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Google setzt auf datenzentrierte KI

Auch Google Cloud schaltet einen Gang höher. Am Dienstag präsentierte der Konzern seine Vision einer „Agentic Data Cloud“. Neue konversationelle Analysetools für BigQuery, AlloyDB und Spanner sollen den Datenzugriff revolutionieren. Spezialisierte Agenten – darunter ein Data Engineering Agent und ein Deep Research Agent – befinden sich in verschiedenen Vorschauphasen und sollen technische Workflows direkt in Datenbankumgebungen automatisieren.

Entwicklerplattformen im KI-Fieber

Die Plattform Vercel meldet einen dramatischen Wandel: Auf der hauseigenen Ship-Konferenz am Mittwoch gab das Unternehmen bekannt, dass KI-Agenten inzwischen für mehr als 50 Prozent aller Deployments verantwortlich sind. Vor einem halben Jahr lag dieser Anteil noch unter drei Prozent. Vercel launchte einen eigenen „Agent Stack“ und das Open-Source-Framework „eve“. Das hauseigene AI Gateway verarbeitet inzwischen 20 Billionen Tokens pro Monat.

Sicherheit und Kubernetes im Fokus

Der Trend zur agentenbasierten KI erfordert neue Sicherheitskonzepte. Am Mittwoch gab Tigera die allgemeine Verfügbarkeit von Lynx bekannt – einer einheitlichen Steuerungsebene speziell für Kubernetes-native KI-Agenten. Das System nutzt eBPF-basierte Überwachung für Identitätsmanagement, Authentifizierung und Anomalieerkennung – ohne Änderungen am Agenten-Code.

Im Analysebereich launchte Celebrus am Mittwoch ein neues Konversationstool. Geschäftsanwender können damit Live-Verhaltensdaten in natürlicher Sprache abfragen. Das System läuft in der eigenen virtuellen Private Cloud des Kunden und unterstützt Modelle von Anbietern wie Anthropic, Microsoft und OpenAI – sensible Identitätsdaten bleiben dabei compliant und sicher.