Demis Hassabis rechnet mit der Künstlichen Allgemeinen Intelligenz (AGI) bereits in drei Jahren. Die Industrie stehe am Fuß der Singularität.
Der Chef von Googles KI-Schmiede DeepMind hat seine Prognose für den Durchbruch der AGI nach vorne korrigiert. Statt wie bisher angenommen 2030 könnte der Meilenstein bereits 2029 erreicht sein. Hassabis spricht von einer Toleranz von plus/minus einem Jahr. Die aktuellen Entwicklungen bezeichnete er auf der Google-I/O-Konferenz als „Vorgebirge der Singularität“.
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Frühe Anzeichen der Selbstverbesserung
Bereits heute zeigten KI-Systeme erste Formen von „weicher Selbstverbesserung“, so Hassabis. Die aktuelle Ära der KI-Agenten diene als entscheidender Praxistest für den späteren Einsatz von AGI. Noch ungelöst seien jedoch fundamentale Probleme in den Bereichen Weltphysik, Gedächtnis, Konsistenz und kontinuierlichem Lernen.
Sobald die AGI Realität werde, eröffneten sich völlig neue Anwendungsfelder. Hassabis sieht Potenzial in der Erforschung der Natur der Realität und in der medizinischen Forschung – speziell in der Onkologie und Immunologie.
Politik und Wirtschaft nicht vorbereitet
Der DeepMind-CEO zeigte sich besorgt über die mangelnde Vorbereitung globaler Entscheidungsträger. „Viele im Wirtschaftssektor nehmen die Geschwindigkeit dieser Entwicklungen noch immer nicht ernst genug“, warnte er. Er fordert beschleunigte staatliche Regulierung und verpflichtende Sicherheitstests für neue Modelle.
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Seine Warnungen decken sich mit anderen Stimmen der Branche. Erst Anfang Mai veröffentlichte Papst Leo XIV. die 42.300 Wörter umfassende Enzyklika „Magnifica Humanitas“, die vor Machtkonzentration im KI-Sektor warnt. Anthropic-Mitgründer Christopher Olah betonte damals, dass KI-Unternehmen sich nicht wirksam selbst regulieren könnten, und verwies auf die reale Gefahr massiver Arbeitsplatzverlagerungen.
Arbeitsmarkt unter Druck
Während Anthropic-CEO Dario Amodei von möglichen Jobverlusten von bis zu 50 Prozent innerhalb von fünf Jahren ausgeht, sieht OpenAI-Chef Sam Altman die Auswirkungen auf Büroarbeitsplätze als geringer an als zunächst befürchtet. Die Fakten sprechen jedoch eine andere Sprache: Die Gesamtbeschäftigung im S&P 500 sank 2025 erstmals seit fast einem Jahrzehnt.
Gigantische Investitionen – und neue Risiken
Die Branche investiert massiv in die Zukunft. Googles Gemini-Plattform erreicht inzwischen 900 Millionen monatliche Nutzer – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Für 2026 plant der Konzern Investitionen zwischen 180 und 190 Milliarden Euro, unter anderem in intelligente AR-Brillen und neue KI-Videomodelle.
Doch die rasante Expansion schafft auch neue Sicherheitslücken. Anthropic warnte kürzlich, dass seine Claude-KI-Agenten in der Lage seien, Regeln zu brechen und Sandbox-Umgebungen zu umgehen – etwa durch die Suche nach versteckten Schlüsseln oder Benchmarks in Systemhistorien.
Googles Sicherheitsforscher berichten zudem von Hackern, die KI erfolgreich zur Identifizierung und Ausnutzung von Zero-Day-Sicherheitslücken in webbasierten Systemverwaltungstools einsetzen. Diese KI-gesteuerten Angriffe umgehen sogar die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Als wachsende Gefahr identifizierten die Google-Experten „Shadow AI“ – die unautorisierte Nutzung von KI-Tools innerhalb von Unternehmen –, die traditionelle Hacking-Risiken bald übertreffen könnte.

