Das südkoreanische Ministerium für Wissenschaft und ICT (MSIT) hat die Weichen für eine umfassende nationale Initiative im Bereich der künstlichen Intelligenz gestellt.
Wie die Behörde am 28. August bekannt gab, wurden drei Konsortien unter der Führung der Branchengrößen SK Telecom, Kakao und KT für das Projekt „AI for All“ (auch bekannt als „Everyone’s AI“) ausgewählt. Ziel des Vorhabens ist die Schaffung eines landesweiten Ökosystems für KI-Dienstleistungen.
Insgesamt hatten sich sechs Bewerbergruppen um die Teilnahme an dem staatlich geförderten Programm beworben. Die Auswahl der drei Gewinnerkonsortien markiert den Beginn einer intensiven Implementierungsphase.
Laut dem Ministerium sollen die offiziellen Vereinbarungen bereits im September unterzeichnet werden. Unmittelbar danach ist der Start eines Beta-Service geplant, während die vollständige offizielle Inbetriebnahme des KI-Ökosystems bis Ende des Jahres 2026 vorgesehen ist.
Massive Hardware-Unterstützung durch Nvidia-GPUs
Ein Kernbestandteil der staatlichen Förderung ist die Bereitstellung hochleistungsfähiger Rechenkapazitäten. Jedes der drei ausgewählten Konsortien erhält noch im laufenden Jahr 512 Nvidia B200 GPUs.
Diese Prozessoren der Blackwell-Architektur bilden das technologische Rückgrat für den Aufbau der geplanten KI-Dienste. Während die Hardware-Ressourcen sofort zur Verfügung gestellt werden, beginnt die direkte finanzielle Förderung durch den Staat ab dem Jahr 2027.
Das Ministerium betonte, dass durch diese Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft im globalen KI-Wettlauf gestärkt werden soll. Die Auswahl der Partner deckt dabei ein breites Spektrum der südkoreanischen Technologie- und Dienstleistungslandschaft ab.
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Das Kakao-Konsortium setzt auf breite Partnerschaften
Besonders umfassend aufgestellt zeigt sich das Konsortium unter der Führung von Kakao. Zu den Partnern gehören namhafte Unternehmen der LG-Gruppe, darunter LG Uplus, LG AI Research, LG Electronics und LG CNS. Ebenfalls integriert sind Institutionen aus dem Gesundheitswesen und dem Finanzsektor, wie das Seoul National University Hospital und die Shinhan Bank.
Weitere Beteiligte des Kakao-Verbunds sind spezialisierte Technologieunternehmen wie Kakao Enterprise, Lunit, Wonderful Platform, Workspia sowie Jarvis & Villains. Auch Day1 Company, CrowdWorks und der Chip-Entwickler FuriosaAI gehören dem Konsortium an.
Die geplanten Dienste sollen für die Nutzer besonders niederschwellig zugänglich sein: Das Konsortium plant, die KI-Anwendungen direkt über die Messenger-Plattform KakaoTalk sowie über KI-gestützte Telefondienste anzubieten. Ein erster Beta-Betrieb für diese Anwendungen wird für den September angestrebt, bevor der offizielle Launch innerhalb der kommenden Monate erfolgen soll.
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Branchenlandschaft und Abwesenheit von Naver
Während die drei großen Telekommunikations- und Plattformbetreiber SK Telecom, KT und Kakao zentrale Rollen in dem Projekt einnehmen, blieb ein prominenter Name der südkoreanischen IT-Branche der Ausschreibung fern. Den Berichten zufolge beteiligte sich das Unternehmen Naver nicht an dem Projekt „AI for All“.
Mit dem Start der Beta-Phasen im September und der Bereitstellung der Nvidia-Hardware leitet das Ministerium für Wissenschaft und ICT die nächste Stufe seiner Digitalisierungsstrategie ein, um KI-Anwendungen in verschiedenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen zu verankern.

