Der japanische Telekommunikationsanbieter NTT DOCOMO und der Technologiekonzern Samsung Electronics haben die erfolgreiche Validierung einer neuartigen, nutzerbezogenen AI-RAN-Technologie bekannt gegeben. Die Unternehmen konnten in umfangreichen Simulationen nachweisen, dass der Einsatz künstlicher Intelligenz im Funkzugangsnetz (Radio Access Network) die Stabilität der mobilen Datenübertragung massiv erhöht. Die Technologie gilt als entscheidender Fortschritt für die Leistungsfähigkeit künftiger Mobilfunkstandards wie 6G.
Signifikante Reduktion von Geschwindigkeitseinbrüchen
Im Zentrum der gemeinsamen Untersuchung stand die Frage, wie KI-basierte Netzwerkoptimierungen die Servicequalität in realen Einsatzszenarien verbessern können. Für die Simulationen griffen die Partner auf echte Netzwerkdaten aus dem 5G-Netz von NTT DOCOMO in Japan zurück. Die Ergebnisse belegen eine deutliche Steigerung der Effizienz: Die Häufigkeit von Abfällen bei der Kommunikationsgeschwindigkeit konnte durch den Einsatz der neuen Technologie von 13,1 % auf 7,2 % gesenkt werden.
Dies entspricht einer relativen Verbesserung der Verbindungsstabilität um 44 %. In absoluten Zahlen ausgedrückt verringerten die Unternehmen die Instabilitäten um 5,9 Prozentpunkte. Diese Optimierung wurde erzielt, indem die KI potenzielle Einbußen in der Dienstgüte für jeden einzelnen Nutzer proaktiv vorhersagt und die Netzwerkressourcen entsprechend anpasst.
Individuelle Netzkonfiguration statt statischer Zellenverwaltung
Der technologische Kernansatz unterscheidet sich grundlegend von bisherigen Verfahren im Mobilfunk. Bisherige Systeme nutzen in der Regel eine einheitliche Konfiguration für alle Teilnehmer innerhalb einer Funkzelle. Die nun validierte AI-RAN-Technologie bricht mit diesem Prinzip der statischen Zellkonfiguration. Stattdessen ermöglicht sie eine individuelle Optimierung der Netzwerkeinstellungen für jeden einzelnen Nutzer.
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Zur Berechnung dieser maßgeschneiderten Konfigurationen nutzt die Methode zwei wesentliche Datenquellen: Nutzerverhaltensmodelle und sogenannte MDT-Daten (Minimization of Drive Tests). Letztere ermöglichen es Netzbetreibern, Informationen zur Funkabdeckung direkt von den Endgeräten der Kunden zu sammeln, ohne auf kostspielige und zeitaufwendige physische Testfahrten angewiesen zu sein. Durch die Kombination dieser Informationen kann die KI präzise Prognosen über die zu erwartende Servicequalität treffen und die Netzwerkkonfigurationen dynamisch justieren, bevor es zu einer spürbaren Beeinträchtigung für den Anwender kommt.
Meilensteine in der Standardisierung und Weg zu 6G
Die Entwicklung und Erprobung der Technologie folgte einem strukturierten Zeitplan innerhalb der vergangenen Monate. Die zugrunde liegenden Simulationen der AI-RAN-Architektur wurden im Januar 2026 durchgeführt. Nach der Auswertung der Daten wurden die technischen Ergebnisse bereits im Februar 2026 bei der internationalen Standardisierungsorganisation 3GPP eingereicht.
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Branchenexperten ordnen diesen Erfolg als wichtigen Beitrag zur Definition künftiger Mobilfunkgenerationen ein. Während 5G die Grundlage für die AI-RAN-Validierung bildete, wird die Technologie primär als Wegbereiter für potenzielle 6G-Anwendungsfälle gesehen. In den kommenden Mobilfunkstandards wird erwartet, dass die Integration von künstlicher Intelligenz direkt in die Architektur der Funkzugangsnetze eine zentrale Rolle spielt, um die steigenden Anforderungen an Latenz, Bandbreite und Zuverlässigkeit in immer komplexeren Netzumgebungen zu erfüllen.

