Europas Luftfahrtriese Airbus integriert humanoide Roboter in seine Produktion – eine Premiere für die hochregulierte Luftfahrtindustrie. Eine Partnerschaft mit dem chinesischen Unternehmen UBTech Robotics soll die komplexe Montage revolutionieren.
Der Konzern hat sich für eine Testphase mit dem Walker S2-Modell entschieden. Die genaue Stückzahl und der Dealwert bleiben unter Verschluss. Klar ist: Es geht um einen Praxistest unter Extrembedingungen. Die Nachricht beflügelte die Anleger; die Aktie von UBTech legte spürbar zu.
Warum Flugzeugbauer auf Menschenform setzen
Die Entscheidung von Airbus löst ein altes Problem. Die Montage von Flugzeugen umfasst Tausende nicht repetitiver Aufgaben, die sich klassischer Automatisierung widersetzten. Starre Industrieroboter sind oft für eine einzige Funktion programmiert. Humanoide Modelle wie der Walker S2 bieten dagegen Flexibilität: Sie können sich in Werkshallen bewegen, verschiedene Werkzeuge handhaben und in für Menschen konzipierten Räumen arbeiten – ohne kompletten Umbau der Fertigungslinie.
Die Integration humanoider Roboter bringt große Chancen – zugleich steigen die Anforderungen an Arbeitssicherheit und Dokumentation. Mit praxisfertigen Gefährdungsbeurteilungen, Checklisten und Vorlagen lassen sich Risiken systematisch erfassen und rechtssicher nachweisen. Sicherheitsverantwortliche und Betriebsleiter erhalten damit ein Werkzeug, um Prüfungen zu bestehen und die Einführung neuer Roboter-Arbeitsplätze planbar zu machen. Kostenlose GBU‑Vorlagen & Checklisten herunterladen
Dieser Schritt ist Teil einer größeren Strategie. Airbus will mit Robotik und Automatisierung der Rekordnachfrage nach neuen Flugzeugen begegnen und die Effizienz steigern. Die Walker-Roboter sollen Komponenten bewegen, Werkzeuge bedienen und Qualitätskontrollen durchführen. Sie arbeiten Seite an Seite mit menschlichen Mitarbeitern. Experten sehen darin den Weg zur hybriden Belegschaft: Menschen übernehmen wertschöpfendere Tätigkeiten, Roboter die physisch anstrengenden oder monotonen Jobs. Der Erfolg dieses Feldversuchs gilt als entscheidender Bewährungsprobe für die gesamte Branche der humanoiden Roboter.
Der Walker S2: Ein Kollege aus Metall und KI
Der UBTech Walker S2 ist ein High-Tech-Industrieroboter in Menschengestalt. Mit einer Größe von etwa 1,76 Metern und einem Gewicht von rund 70 Kilogramm entspricht er einem erwachsenen Menschen und kann dessen Arbeitsumgebung nutzen. Seine geschickten Arme und Hände sind für nennenswerte Lasten ausgelegt; Berichten zufolge kann er bis zu 7,5 Kilogramm pro Hand tragen.
Ein entscheidender Vorteil ist die Autonomie: Der Roboter kann seine Batterien selbstständig wechseln. Das ermöglicht einen nahezu unterbrechungsfreien 24/7-Betrieb. Navigation und Aufgabenbewältigung steuert UBTechs proprietäres KI-System „Co-Agent“. Es integriert fortschrittliche Vision-Systeme und Sensoren, damit der Roboter seine Umgebung erkennt, Objekte identifiziert und seine Bewegungen sicher anpasst. Sein Oberkörper kann sich zudem um fast 180 Grad drehen – eine Fähigkeit, die auf voller Werkshalle wertvolle Zeit spart.
UBTechs globaler Vorstoß und der Wettlauf um die Roboter-Herrschaft
Für das in Shenzhen ansässige UBTech ist der Deal mit Airbus ein Meilenstein der globalen Expansion. Der Eintritt in den anspruchsvollen europäischen Luftfahrtsektor demonstriert die wachsende Schlagkraft chinesischer Roboterhersteller. Bereits zuvor setzten Großkonzerne wie der Autobauer BYD, der Elektronikriese Foxconn und der US-Chiphersteller Texas Instruments auf den Walker S2.
UBTech hat sich rasch zur Führungsgröße im boomenden Markt für humanoide Roboter entwickelt. Das Unternehmen meldete für 2025 Gesamtbestellungen im Wert von über 1,4 Milliarden Yuan (rund 201 Millionen Euro). Bis Ende letzten Jahres waren etwa 1.000 Walker S2-Einheiten produziert. Jetzt schaltet UBTech einen Gang hoch: Die Produktionskapazität soll 2026 auf 10.000 Einheiten steigen, mit geplanten Auslieferungen im fünfstelligen Bereich. Damit positioniert sich UBTech unter den weltweit führenden Herstellern – ein Bereich, den chinesische Firmen zunehmend dominieren.
Wendepunkt für die Industrie?
Die Kooperation wird als möglicher Kipppunkt für die humanoide Robotik beobachtet. Ein erfolgreicher Einsatz unter den strengsten Sicherheitsvorschriften der Welt könnte die Akzeptanz in anderen Branchen massiv beschleunigen. Die Vision einer flexiblen, menschenähnlichen Automatisierung rückt in greifbare Nähe.
Doch Herausforderungen bleiben. Die Integration in bestehenden Abläufen, absolute Sicherheit und Cybersicherheit sowie ein klarer Return on Investment sind kritische Hürden. Die aktuelle Vereinbarung ist eine Erkundungsphase. Ihre Ergebnisse bestimmen Umfang und Tempo einer möglichen breiten Einführung. Die Partnerschaft unterstreicht auch einen größeren Trend: den globalen Wettbewerb in der Robotik, in dem chinesische Unternehmen in traditionell von westlichen und japanischen Firmen dominierte Märkte vorstoßen.
Die unmittelbare Zukunft der Partnerschaft besteht in rigorosen Tests des Walker S2 im laufenden Produktionsbetrieb. Gemeinsam wollen Airbus und UBTech die Anwendungen verfeinern. Sollten die Versuche erfolgreich sein, könnte dies Teile der Flugzeugmontage grundlegend verändern – hin zu höheren Produktionsraten, besserer Qualität und sichereren Arbeitsplätzen. Für Airbus ist es mehr als ein Experiment: Es ist eine Investition in die Fabrik der Zukunft. Angesichts von Rekordbeständen und angespannten Arbeitsmärkten wird solche flexible Automatisierung zur Notwendigkeit. Der Anblick humanoider Roboter an der Flugzeugbau-Linie könnte bald Alltag sein.
PS: Bevor humanoide Roboter dauerhaft in Ihre Fertigungslinie integriert werden, lohnt sich ein klarer Prüfplan mit fertigen Gefährdungsbeurteilungen und Maßnahmenkatalogen. Der kostenlose Leitfaden liefert Vorlagen, Checklisten und formale Nachweise, mit denen Sie Arbeitsschutznachweise schnell erstellen und Prüfungen souverän bestehen. Perfekt für Sicherheitsbeauftragte, Betriebsleiter und Projektverantwortliche bei der Roboterintegration. Jetzt GBU‑Leitfaden gratis sichern





