AirDrop-Öffnung: Android-Flaggschiffe erhalten Apple-Kompatibilität

Oppo und Vivo erhalten AirDrop-Zugang per Quick Share. iOS 26.5 Beta bringt RCS-Verschlüsselung für alle. Tim Cook warnt vor steigenden Speicherkosten.

Seit dem 30. April 2026 unterstützen die High-End-Modelle von Oppo und Vivo erstmals native AirDrop-Übertragungen mit iPhones – ein bedeutender Schritt für die plattformübergreifende Kommunikation.

Anzeige

Wer bei all den technischen Neuerungen rund um AirDrop, RCS oder iOS den Überblick behalten möchte, findet in diesem kostenlosen Lexikon die wichtigsten Begriffe einfach erklärt. In 10 Minuten die Apple-Sprache verstehen

Quick Share als Brückentechnologie

Mit dem Oppo Find X9 Ultra und dem Vivo X300 Ultra haben zwei weitere Android-Flaggschiffe die AirDrop-Kompatibilität erhalten. Möglich macht dies Googles Quick Share, das die proprietäre Apple-Technologie nachbildet. Bereits zuvor waren das Google Pixel 10 und die Samsung Galaxy S26-Serie mit dieser Funktion ausgestattet worden.

Die Übertragung von Fotos, 4K-Videos und großen Dokumenten funktioniert ohne Drittanbieter-Apps. iPhone-Nutzer müssen lediglich ihre AirDrop-Sichtbarkeit auf „Jeder für 10 Minuten“ umstellen. Branchenbeobachter berichten von etwas langsameren Übertragungsraten als bei reinen Apple-Verbindungen – die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt jedoch erhalten. Branchenkreisen zufolge soll die Technologie bis Ende 2026 auf allen großen Android-Marken Standard sein.

iOS 26.5: RCS-Verschlüsselung für alle

Parallel treibt Apple die Öffnung seines Ökosystems voran. Die am 1. Mai veröffentlichte iOS 26.5 Beta 4 bringt verbesserte RCS-Integration (Rich Communication Services). Mit Universal Profile 3.0 hält die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Nachrichten zwischen iPhone und Android Einzug – ein lang erwarteter Schritt, der die Kommunikation zwischen den Lagern deutlich sicherer macht.

Sicherheitsupdates schließen kritische Lücken

Der jüngste Schwachstellen-Bericht zeigt, wie dringend diese Updates sind. Am 30. April veröffentlichte Apple iOS 26.4.2, um eine Sicherheitslücke zu schließen, die es Bundesermittlern ermöglicht hatte, gelöschte Signal-Nachrichten wiederherzustellen. Das Problem lag in den Benachrichtigungsprotokollen, die Daten selbst nach dem Löschen der Nachricht in der Signal-App speicherten.

Bereits Ende April hatte iOS 26.4 mehrere Verbesserungen gebracht: einen „Immer auf dem iPhone abspielen“-Schalter für Schlafalarme, überarbeitete Fotos-Widgets mit räumlichen Effekten und die „Später senden“-Funktion für iMessage, mit der sich Nachrichten bis zu 14 Tage im Voraus planen lassen.

Tim Cook warnt vor „Memory-Crunch“

Trotz der technischen Fortschritte steht Apple vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Am 1. Mai präsentierte CEO Tim Cook die Quartalszahlen: 111 Milliarden US-Dollar (rund 102 Milliarden Euro) Umsatz – ein Plus von 17 Prozent. Doch die Warnung folgte auf dem Fuß: Ein „Memory-Crunch“ in der globalen Lieferkette droht.

Anzeige

Angesichts der komplexen technischen Neuerungen und notwendigen Sicherheits-Patches ist die korrekte Installation von System-Aktualisierungen wichtiger denn je. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Updates sicher durchführen und dabei Ihre Privatsphäre optimal schützen. iOS-Updates sicher installieren – kostenlose Anleitung

Cook erwartet deutlich steigende Speicherkosten in den kommenden Quartalen, was sich auf Preise und Margen der iPhone-, MacBook Neo- und Mac Studio-Reihen auswirken dürfte. Apple prüft laut Unternehmenskreisen verschiedene Gegenmaßnahmen, darunter Anpassungen in der Lieferkette. Die Nachfrage nach dem iPhone 17 bleibt hoch, doch die Herstellungskosten für Speicherkomponenten mit hoher Kapazität steigen kontinuierlich.

Führungswechsel im September

Ein historischer Einschnitt steht bevor: Tim Cook wird am 1. September 2026 als CEO zurücktreten. Sein Nachfolger John Ternus übernimmt die Führung ausgerechnet vor dem traditionellen Herbst-Hardware-Zyklus. Erwartet werden das iPhone 18 Pro mit neuem A20-Chip und variablem Kamerasystem sowie ein mögliches 7,8 Zoll faltbares „iPhone Ultra“.

WWDC 2026: Der Blick nach vorn

Der unmittelbare Fokus liegt auf der finalen Version von iOS 26.5, deren Release Candidate (RC) für den 5. Mai erwartet wird. Der öffentliche Start ist für Mitte Mai geplant. Neben den RCS-Verschlüsselungs-Updates bringt diese Version EU-spezifische Live-Aktivitäten für Drittanbieter-Zubehör und eine „Vorgeschlagene Orte“-Funktion für Apple Maps.

Die WWDC 2026 beginnt am 8. Juni und wird sich voraussichtlich um iOS 27 drehen. Brancheninsider erwarten einen Schwerpunkt auf „Visuelle Intelligenz“. Siri soll einen großen Sprung machen: Der Sprachassistent könnte künftig kontextbezogene Aufgaben über die Kamera-App ausführen – etwa das Scannen von Nährwertinformationen oder das automatische Hinzufügen von Kontaktdaten zur Wallet-App.

Apple positioniert sich mit diesen Entwicklungen strategisch für eine stärker vernetzte, aber auch teurere mobile Zukunft. Die Kombination aus steigenden Komponentenkosten, Führungswechsel und der Öffnung des eigenen Ökosystems wird das Unternehmen in den kommenden Monaten auf eine harte Probe stellen.