AirPods mit Kameras: Apple bringt Visual Intelligence im September

Apple plant grundlegende Neuerungen bei Wearables: runde Displays, bildschirmlose Tracker und KI-Funktionen. Die ersten Modelle erscheinen im September.

Apple erwägt einen grundlegenden Strategiewechsel bei seinen Wearables – von runden Displays bis hin zu komplett bildschirmlosen Fitness-Geräten. Der Konzern reagiert damit auf wachsende Konkurrenz durch KI-getriebene Hardware.

Der Schritt betrifft eine der wichtigsten Produktkategorien des Tech-Riesen: Nach Jahren mit nur iterativen Verbesserungen bei der Apple Watch sucht das Unternehmen offenbar nach neuen Wegen. Interne Überlegungen sollen demnach weit über das etablierte rechteckige Design hinausgehen. Branchenbeobachter werten dies als Reaktion auf den zunehmenden Druck durch Wettbewerber, die mit alternativen KI-Geräten und schlanken Trackern auf den Markt drängen.

Runde Displays und Geräte ohne Bildschirm

Laut übereinstimmenden Berichten aus dieser Woche lotet Apple mehrere Optionen aus: runde Zifferblätter für künftige Watch-Modelle ebenso wie Wearables ganz ohne Display, die mit minimalistischen Fitness-Trackern und Smart Rings konkurrieren sollen. Diese radikalen Designänderungen dürften allerdings noch Jahre von einem Marktstart entfernt sein.

Die Überlegungen sind Teil einer größeren Strategie, die Präsenz im Bereich Wearables und Smart-Home-Zubehör auszubauen. Denkbar sind sowohl günstigere Einstiegsmodelle neben der bestehenden SE-Reihe als auch neue Premium-Kategorien oberhalb der aktuellen Ultra- und Hermès-Varianten. Zusätzlich arbeitet Apple offenbar daran, seine Health-App stärker auf KI auszurichten, um die neuen Hardware-Kategorien zu unterstützen.

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September 2026: Erst die Evolution, dann die Revolution

Für den Herbst stehen zunächst die bewährten, inkrementellen Updates an. Im September 2026 werden die Apple Watch Series 12 und die Apple Watch Ultra 4 erwartet. Sie sollen schnellere Prozessoren, neue Farboptionen und verbesserte Fitness-Funktionen bieten – am bekannten Design ändert sich vorerst nichts.

Ebenfalls für September angekündigt: neue AirPods mit integrierten Kameras. Diese sollen „Visual Intelligence“-Funktionen in iOS 27 ermöglichen. Siri könnte damit sehbehinderten Nutzern helfen, indem sie die Umgebung beschreibt, Objekte erkennt und Schilder vorliest. Das knüpft an frühere Gesundheits-Features der AirPods an – etwa die Hörgeräte-Funktion von 2024 und die Herzfrequenzsensoren aus dem Jahr 2025.

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Konkurrenz und juristischer Schlagabtausch mit OpenAI

Die Erkundung bildschirmloser Hardware fällt zeitlich mit wachsender Konkurrenz durch OpenAI zusammen. Das KI-Unternehmen entwickelt eigenen Angaben zufolge ein eigenes Gerät ohne Display: einen scheibenförmigen Smart-Speaker in Zusammenarbeit mit Jony Ives Designfirma LoveFrom. Der Launch ist für 2027 geplant, der Preis soll zwischen 300 und 400 Dollar liegen.

Die Rivalität hat inzwischen die juristische Ebene erreicht. Im Juli 2026 reichte Apple in San Jose Klage ein und wirft OpenAI Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vor. Mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter arbeiten inzwischen bei dem KI-Unternehmen. OpenAI bezeichnet die Klage als unbegründet und hat deren Abweisung beantragt. Eine Anhörung ist für den 1. Oktober 2026 vor Richter Edward Davila angesetzt.

KI-Wearables: Smart Glasses und Vision Pro 2

Über die Apple Watch hinaus verlagert der Konzern Ressourcen in andere Wearable-Kategorien. Intern als Project Atlas bekannt, sollen Apples Smart Glasses bereits bei der WWDC 2026 vorgestellt werden, die Produktion würde 2027 anlaufen. Die Brille kommt demnach ohne klassisches Display aus – stattdessen übernehmen Kameras die Umgebungserfassung, gesteuert über Siri.

Parallel dazu verfeinert Apple seine High-End-Headset-Serie. Eine zweite Generation der Vision Pro ist mit M4-Chip und verbessertem Kopfband in Planung. Für 2027 zeichnet sich ein größeres Redesign ab: Das Gerät soll deutlich leichter werden und sich direkt mit einem Mac verbinden lassen. Für den aktuellen Zyklus verspricht das Software-Update visionOS 26 unter anderem Augenbewegungen zur Navigation und verbesserte digitale Avatare.