AirPods mit Kameras: Apple plant KI-Funktion für 2027

Apples kommende AirPods-Generation integriert Kameras für KI-Funktionen. Der Verkaufsstart ist für 2027 geplant, die EU bleibt außen vor.

Der Technologiekonzern Apple arbeitet an einer neuen Generation seiner AirPods, die erstmals mit integrierten Kameras und Funktionen der Künstlichen Intelligenz (KI) ausgestattet sein sollen.

Wie aus Berichten des Journalisten Mark Gurman hervorgeht, ist eine Markteinführung dieser Hardware jedoch erst für das Jahr 2027 geplant, womit ein Verkaufsstart im kommenden Jahr unwahrscheinlich scheint. Hinweise auf die Neuentwicklung sowie konkrete technische Details wurden in einer Vorabversion des Betriebssystems macOS Tahoe entdeckt.

Die Entwicklung der Kamera-AirPods konzentriert sich derzeit auf zwei Varianten: Das Modell mit der Kennung B790 basiert technisch auf den künftigen AirPods Pro 3, während die Kennung B798 eine völlig neue Gerätegeneration markiert. Die Herausforderung für die Ingenieure besteht aktuell darin, noch bestehende technische Probleme vor der Serienreife zu lösen.

Funktionsweise und Visual Intelligence

Kern der Neuerung ist die Integration von Kameras in die Stiele der Kopfhörer. Diese Sensoren dienen als bildgebendes System für Siri und sollen Kontextinformationen aus der unmittelbaren Umgebung des Nutzers liefern. Die Kameras nehmen dabei keine klassischen Fotos oder Videos für den Anwender auf, sondern übertragen Bilder in niedriger Auflösung an die Sprachassistenz, um das Feature Visual Intelligence zu ermöglichen.

Ein im Betriebssystem-Code entdecktes Demovideo veranschaulicht das Einsatzszenario: Ein Nutzer hält ein Buch in den Sichtbereich der Sensoren, woraufhin Siri den Titel erkennt und anbietet, diesen zu speichern.

Anzeige

Viele iPhone-Nutzer übersehen nach dem Update auf neue Betriebssysteme oft sicherheitskritische Einstellungen. Ein Apple-Experte erklärt in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie Ihre Daten mit wenigen Klicks wirklich schützen. iOS-Updates sicher installieren und Privatsphäre schützen

Die KI soll künftig in der Lage sein, Speisekarten, Hinweisschilder oder andere Objekte zu erfassen und zu verarbeiten. Zur Wahrung der Privatsphäre sieht das Konzept eine lokale Verarbeitung der Daten vor. Zudem plant Apple laut Bloomberg die Installation einer LED-Anzeige am Gehäuse, die eine aktive Kamerafunktion signalisiert.

Datenschutzbedenken und regulatorische Hürden

Trotz der geplanten Sicherheitsfeatures löste das Bekanntwerden der Pläne eine kontroverse Debatte aus. Ein geleaktes Video der Funktionen erreichte auf der Plattform X bereits 4,6 Millionen Aufrufe, wobei Nutzer Bedenken hinsichtlich der Unauffälligkeit der Sensoren äußerten.

Da Kopfhörer weniger präsent wahrgenommen werden als beispielsweise Kamera-Brillen, befürchten Kritiker eine Beeinträchtigung der Privatsphäre Dritter. Von regulatorischer Seite gibt es hingegen vorerst keine Einwände; so sieht die Bundesnetzagentur derzeit keinen Anlass für ein Einschreiten.

Anzeige

Wer sich mit den neuesten Funktionen und Begriffen der Apple-Welt vertraut machen möchte, findet in diesem kompakten Lexikon die passenden Antworten. Sichern Sie sich die kostenlose Übersicht der 53 wichtigsten Begriffe für einen souveränen Umgang mit Ihrer Technik. Kostenloses iPhone-Lexikon jetzt herunterladen

Eingeschränkt wird die Verfügbarkeit der neuen Technologie jedoch durch regionale Gesetzgebungen. Aufgrund des Digital Markets Act (DMA) wird die Siri-KI und damit die bildgebende Funktion der AirPods nach aktuellem Stand nicht in der Europäischen Union angeboten. Auch in China ist Apple Intelligence bislang nicht verfügbar, was den Nutzen der Kamera-Modelle dort vorerst begrenzt.

Einordnung in das Produktportfolio

Die Kamera-AirPods werden im Systemcode nicht als Ultra-Modell geführt, sondern als Teil der AirPods-Pro-Reihe eingeordnet. Preislich könnten sich die Geräte an den AirPods Pro 3 orientieren, wobei Informationen aus dem asiatischen Raum einen Preis von 1899 Yuan nennen.

Während eine offizielle Vorstellung der Technologie bereits im September 2026 im Rahmen eines Hardware-Events denkbar wäre, bleibt der tatsächliche Marktstart laut Marktbeobachtern dem Jahr 2027 vorbehalten.

Neben den Kamera-Modellen wurden im macOS-Code weitere Geräte gesichtet, darunter die AirPods 5 mit einem H3-Chip und einer auf acht Stunden gesteigerten Akkulaufzeit sowie ein faltbares iPhone Ultra und neue Smart-Home-Komponenten. Die Kamera-AirPods bilden dabei eine eigenständige Produktlinie und sind nicht mit der Standard-Serie der AirPods 5 zu verwechseln.