AirPods Pro 3: Kamera-Modell geplant, Reparatur unmöglich

Apple plant AirPods Pro 3 mit Infrarotkameras für KI-Funktionen, erntet aber scharfe Kritik für die nicht reparierbare Bauweise, die im Widerspruch zu Nachhaltigkeitszielen steht.

Apple bereitet eine neue, mit Kameras ausgestattete Version seiner AirPods Pro 3 vor. Doch während die Technik voranschreitet, bleibt das Problem der Wegwerf-Hardware ungelöst.

Infrarot-Kameras für räumliches Computing

Analysten und Lieferketten-Insider berichten seit Februar 2026 von einer hochpreisigeren Variante der AirPods Pro 3. Sie soll über winzige Infrarotkameras verfügen. Diese sollen die Umgebung des Nutzers scannen und Apples Visual Intelligence-Features antreiben. Das Ziel: Die In-Ear-Kopfhörer werden zu einem Begleiter für die KI- und Augmented-Reality-Strategie des Konzerns.

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Die Sensoren könnten erkennen, worauf der Träger blickt. So wären präzise Gestensteuerungen in der Luft und räumliche Computing-Funktionen möglich – ganz ohne das iPhone in der Hand. Marktbeobachter erwarten eine Preisstrategie nach dem Vorbild der Standard-AirPods 4. Das Basismodell der Pro 3 kostet derzeit 249 Euro. Für die Kamera-Variante könnten etwa 299 Euro fällig werden, wahrscheinlich im Herbst 2026.

Gesundheit und Übersetzung im Fokus

Die aktuellen AirPods Pro 3 kamen am 19. September 2025 auf den Markt. Sie brachten einen deutlichen Technologiesprung. Apple überarbeitete die Akustik und führte neue, schaumstoffdurchsetzte Ohrstöpsel für besseren Sitz und eine verbesserte Active Noise Cancellation ein.

Ein Schwerpunkt lag auf der Gesundheitsüberwachung. Ein integrierter Herzfrequenzsensor misst mit unsichtbarem Infrarotlicht 256 Mal pro Sekunde den Blutfluss während des Trainings. Die Daten synchronisieren mit der Fitness-App des iPhones und unterstützen über 50 Sportarten. Zudem erhielten die Kopfhörer die verbesserte Schutzklasse IP57 gegen Schweiß und Wasser.

Eine weitere Neuerung ist Live Translation. Angetrieben von Apple Intelligence übersetzt die Funktion Gespräche in Echtzeit – direkt über die Kopfhörer. Unterstützt werden unter anderem Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch.

iFixit urteilt: Reparaturunfähig

Trotz der technischen Fortschritte erntet das Design harsche Kritik. Die Experten von iFixit vergaben im Oktober 2025 die schlechtestmögliche Bewertung von null von zehn Punkten für die Reparierbarkeit. Ein Trend, der sich bei Apples In-Ear-Produkten fortsetzt.

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Für den Zugang zu den Innenteilen muss starker Kleber mit präziser Hitze geschmolzen werden. Das führt fast immer zu bleibenden Schäden am Gehäuse. Die 0,221-Wh-Knopfzellenbatterie in den Kopfhörern ist fest verklebt. Zwar ersetzte Apple gelötete Verbindungen durch einen kleinen Stecker, doch die Menge an Klebstoff macht einen Batterietausch für Verbraucher und unabhängige Werkstätten praktisch unmöglich.

Auch das Ladecase ist eine geschlossene Einheit. Statt einer Zwei-Zellen-Batterie wie im Vorgänger verbaut Apple nun eine einzelne 1,334-Wh-Batterie. Diese Änderung trägt zur reduzierten Gesamtspielzeit von 24 statt bisher 30 Stunden bei. Das Case ist ebenfalls mit Industriekleber versiegelt. Ein Austausch der Batterie zerstört das Gehäuse.

Zwiespalt: Nachhaltigkeitsziel vs. Wegwerfprodukt

Die Reparatur-Nullnote unterstreicht den Konflikt zwischen Miniaturisierung und Umweltverantwortung. Apple wirbt stark für seine Initiative „Apple 2030“, die vollständige CO2-Neutralität der Lieferkette anstrebt. Die AirPods Pro 3 enthalten zu 40 Prozent recycelte Materialien, darunter 100 Prozent recyceltes Kobalt in den Batterien.

Umweltanalysten halten dagegen: Die Unmöglichkeit, einen verschlissenen Akku zu tauschen, verwandelt das Premium-Produkt zwangsläufig in Elektroschrott. Lithium-Ionen-Akkus verlieren nach einigen Jahren Nutzung an Kapazität. Nutzer müssen die Kopfhörer dann entsorgen und neu kaufen. Dieses Modell der Wegwerf-Hardware steht im Kontrast zu Mitbewerbern wie Fairphone, dessen Kopfhörer explizit für einfache Reparatur durch den Nutzer designed sind.

Ausblick: Regulatorischer Druck wächst

Für 2026 wird erwartet, dass Apple die Grenzen tragbarer KI weiter auslotet. Das kamerabestückte Modell würde die AirPods Pro endgültig vom Audio-Accessoire zum Werkzeug für räumliches Computing machen.

Gleichzeitig dürfte der regulatorische Druck auf das Unternehmen wachsen. Die Europäische Union und mehrere US-Bundesstaaten treiben strenge Right-to-Repair-Gesetze voran. Hersteller werden zunehmend verpflichtet, Ersatzteile anzubieten und reparierbare Designs zu liefern. Ob diese Vorgaben Apple dazu bringen, seine klebstofflastige Bauweise bei künftigen AirPods-Generationen aufzugeben, ist eine der spannendsten Fragen der Consumer-Electronics-Branche.