Apple bringt eine neue Generation seiner AirTags mit lauterem Warnton auf den Markt. Die Sicherheitsverbesserungen sind eine direkte Antwort auf die zunehmende Nutzung der kleinen Ortungsgeräte für Stalking. Doch Experten warnen: Die rechtliche Verfolgung bleibt schwierig.
Die Debatte um die Sicherheit von GPS- und Bluetooth-Trackern gewinnt erneut an Schärfe. Während Apple die zweite Generation seiner AirTags vorstellt, unterstreichen aktuelle Diskussionen die Gefahr des Missbrauchs für Stalking-Zwecke. Die einfache Verfügbarkeit und Unauffälligkeit der Geräte macht sie zu einem Werkzeug für illegale Überwachung.
AirTag 2: Lauter Warnton gegen Stalker
Ende Januar stellte Apple den AirTag 2 vor. Bei der Entwicklung lag der Fokus laut Unternehmen auf Sicherheit. Der neue Tracker erzeugt einen rund 50 Prozent lauteren Warnton. Dies soll es potenziellen Opfern erleichtern, einen versteckten Tracker aufzuspüren.
Apple hatte bereits zuvor Funktionen eingeführt, um Missbrauch zu verhindern. iPhone-Nutzer erhalten eine Benachrichtigung, wenn sich ein fremder AirTag über einen längeren Zeitraum mit ihnen bewegt. In Zusammenarbeit mit Google wurde zudem eine Spezifikation entwickelt, die Warnhinweise auch auf Android-Geräten ermöglicht.
Die rechtliche Grauzone bleibt
Trotz technologischer Fortschritte ist die Verfolgung von Stalking mit Trackern schwierig. Juristen weisen auf eine Strafbarkeitslücke hin. Der Straftatbestand der Nachstellung setzt oft wiederholte Handlungen voraus. Das einmalige Anbringen eines Trackers erfüllt diese Bedingung nach Ansicht einiger Gerichte nicht.
Diese Unsicherheit hat politische Initiativen auf den Plan gerufen. Bundesländer wie Bayern und Hamburg forderten bereits eine Verschärfung des Strafrechts. Besonders kritisch ist die Lage bei Geräten mit Abhörfunktion. Solche Tracker stuft die Bundesnetzagentur als verbotene Sendeanlagen ein.
So können sich Nutzer schützen
Sicherheitsexperten raten, Benachrichtigungen über unbekannte Tracker ernst zu nehmen. Sowohl iOS als auch Android bieten mittlerweile integrierte Warnfunktionen. Erhält man eine Meldung, sollte man persönliche Gegenstände, Auto und Kleidung sorgfältig absuchen.
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Wird ein fremder Tracker gefunden, kann dieser durch Entfernen der Batterie deaktiviert werden. Es ist ratsam, den Vorfall bei der Polizei zu melden. Spezielle Bluetooth-Scanner-Apps können helfen, die Umgebung nach verdächtigen Signalen abzusuchen.
Ein technologisches Wettrüsten
Der Fall der AirTags zeigt die zwiespältige Natur moderner Technologie. Ein nützliches Werkzeug wird in den falschen Händen zum Instrument der Kontrolle. Die branchenübergreifende Kooperation von Apple und Google ist ein Signal, dass die Industrie die Gefahr erkannt hat.
Doch die Gesetzgebung hinkt der Entwicklung oft hinterher. Es bedarf einer kontinuierlichen Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Debatte zeigt: Technologische Innovation muss immer von einer Diskussion über ihre ethischen Grenzen begleitet werden.





