Akai MPC 3.9: Hardware wird zum vollwertigen Synthesizer

Akai MPC 3.9 OS macht Hardware zum Synthesizer, Bitwig 6.1 Beta bringt neuen Sampler. Branche erlebt Innovationsschub.

Gleich zwei Schwergewichte – Akai Professional und Bitwig – haben ihre Kernsysteme grundlegend überarbeitet und setzen damit neue Maßstäbe für Hardware- und Software-Workflows.

Akai verwandelt Standalone-Hardware in Synthesizer

Am 18. Juni 2026 veröffentlichte Akai Professional das MPC 3.9 OS – ein kostenloses Update für alle Standalone-MPC-Modelle und die Force. Die wichtigste Neuerung: Oszillatoren ersetzen künftig Samples als Klangerzeuger auf Drum- und Keygroup-Spuren. Die Hardware wird damit zum vollwertigen Synthesizer.

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Das neue Betriebssystem bietet grundlegende Wellenformen wie warme und digitale Sinus-, Sägezahn- und Rechteckschwingungen. Hinzu kommen fortgeschrittene Optionen: ein Zwei-Operator-FM-Engine, eine Drei-Operator-Ringmodulation und ein Mono-Wavetable-Engine, der Benutzer-Imports per JSON unterstützt.

Parallel zum Software-Update stellte Akai die MPC One G2 und MPC Key 37 G2 vor. Die zweite Generation setzt auf Achtkern-Prozessoren, 4 GB RAM und 64 GB internen Speicher. Die Geräte unterstützen 32 virtuelle Instrumente und 16 Stereospuren. Die MPC One G2 startet bei rund 740 Euro, die Key 37 G2 bei etwa 920 Euro.

Bitwig baut Sampler von Grund auf neu

Bitwig startete am 18. und 19. Juni 2026 die öffentliche Beta von Bitwig Studio 6.1. Im Zentrum steht eine radikale Neukonstruktion des Kern-Samplers. Fünf neue Slicing-Methoden und zwei Abspiel-Engines halten Einzug: Spectral nutzt FFT-basiertes Time-Stretching mit Transientenschutz, Fragments ist eine Granularsynthese-Engine mit bis zu 256 Körnern pro Stimme.

Die Überarbeitung umfasst automatische Tonhöhen- und Tempocrkennung beim Import sowie einen Hardware-Emulationsmodus für die Repitch-Engine. Die Beta steht Nutzern mit aktivem Upgrade-Plan zur Verfügung. Die finale Version soll im Sommer 2026 erscheinen. Bitwig lockt mit einem Sommer-Sale: 25 Prozent Rabatt auf alle Produkte, die Vollversion kostet dann rund 370 Euro.

Spezialisierte Werkzeuge für Sounddesigner

Mehrere Entwickler brachten in diesen Tagen gezielte Tools für Sounddesigner und Toningenieure auf den Markt:

BOOM Library kündigte am 19. Juni TRANSFORCE an – ein Transient-Shaping-Plugin, das Attack- und Sustain-Signale in unabhängige Verarbeitungspfade trennt. Es bietet Spektral-Schieberegler für tonale versus breitbandige Bearbeitung. Der Einführungspreis liegt bei etwa 103 Euro bis Anfang Juli.

Calloga veröffentlichte am 18. Juni Unshuffle, einen quelloffenen Sample-Library-Organizer für Windows, macOS und Linux. Das Tool kombiniert strukturelle Klassifikation mit Audioanalyse, um Loops und One-Shots zu kategorisieren. Es ist kostenlos erhältlich, wobei die ersten Builds noch unsigniert sind.

IK Multimedia erweiterte am 19. Juni seine ReSing-Vocal-Suite um das Doubling-Add-on. Die Software erzeugt aus einzelnen Gesangsspuren Drei-Stimmen-Stapel und Ensemble-Arrangements – und das lokal ohne Internetverbindung.

Two Notes Audio Engineering brachte am 18. Juni GENOME 2.0 mit der AmpNet Capture-Technologie. Das Update ermöglicht multiparametrische Verstärkermodellierung, volle iPad-Kompatibilität und eine neue kostenlose Einstiegsversion.

Plattform-Updates für Bildung und Mixing

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Auch Bildungs- und Utility-Software wurde aktualisiert: BandLab launchte am 19. Juni BandLab for Education 2.0. Die für Chromebooks und Desktop-Systeme optimierte Plattform führt ein neues Aufgaben-Dateiformat ein. Der Preis liegt bei etwa 2,30 Euro pro Schüler jährlich, berechtigte Schulen erhalten kostenlosen Zugang.

Im Mixing-Bereich veröffentlichte CodWaves am 18. Juni WaveBalance, ein automatisches Gain-Staging-Plugin. Es bietet sowohl einen festen Korrekturmodus als auch einen kontinuierlichen „Ride“-Modus und unterstützt mehrere Messstandards wie LUFS und RMS.

iamReverb Audio aktualisierte sein Convolution-Reverb-Plugin auf Version 1.5.0. Neu hinzugekommen sind Impulsantworten und eine Synchronisationsfunktion, die Parameter über mehrere Plugin-Instanzen hinweg verriegelt.