Ausnahmen soll es nur für pädagogische Zwecke geben. Hintergrund sind aktuelle Daten zur Mediennutzung und wachsende Sorgen über gesundheitliche Folgeschäden.
Risiken überwiegen die Vorteile
Die Bildungswissenschaftlerin Nele McElvany von der Universität Dortmund betont: Die Risiken einer unkontrollierten Nutzung überwiegen die potenziellen Vorteile im Grundschulalter deutlich. Ein entsprechendes Gutachten zeigt: Smartphones, soziale Medien und Social Gaming gewinnen bereits in dieser Altersgruppe massiv an Bedeutung.
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Als Hauptgefahren nennen Experten Aufmerksamkeitsstörungen, Suchtentwicklungen und Cybermobbing. Als neues Bildungsziel schlagen sie „mediale Integrität“ vor. Das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen empfiehlt bereits, die private Smartphone-Nutzung an Grundschulen zu untersagen.
Kinder bekommen immer früher ein eigenes Gerät
Aktuelle Studien belegen den Trend zum frühen eigenen Smartphone. Laut Bitkom Research aus dem Jahr 2025 nutzen Kinder bereits ab sieben Jahren Smartphones. Das erste eigene Gerät gibt es im Schnitt mit neun Jahren.
Die KIM- und JIM-Studien liefern konkrete Zahlen: 96 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren besitzen ein Mobiltelefon. Aber auch 34 Prozent der Acht- bis Neunjährigen haben bereits ein eigenes Gerät – und 9 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit rät zur Zurückhaltung. Die Experten empfehlen ein eigenes Smartphone frühestens ab 12 Jahren – idealerweise mit eingeschränktem Internetzugang.
Geräteentzug als Erziehungsmaßnahme
Im häuslichen Umfeld wird das Smartphone zunehmend zum Erziehungsmittel. Eine Bitkom-Befragung von über 1.000 Eltern zeigt: Knapp die Hälfte (48 Prozent) setzt den Geräteentzug gelegentlich oder regelmäßig als Strafe ein.
Besonders hoch ist der Anteil bei den Sechs- bis Neunjährigen mit 64 Prozent. Bei Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren sinkt er auf 17 Prozent.
Medienpädagogin Anja Pielsticker rät Eltern, die Medienkompetenz aktiv zu fördern und klare Regeln aufzustellen. Technische Hilfsmittel können dabei unterstützen. Zu den gängigen Schutzfunktionen gehören:
- Begrenzung der täglichen Bildschirmzeit
- Aktivierung von Altersfreigaben für Apps
- Einrichtung von Inhaltsfiltern für Browser
- Einschränkung von In-App-Käufen
- Erstellung separater Kinderkonten
Fachportale wie medien-kindersicher.de oder handysektor.de bieten detaillierte Anleitungen. Google führt zudem mit den Device Bound Session Credentials (DBSC) neue Sicherheitsmechanismen für Chrome ein. Sie verhindern den Diebstahl von Sitzungscookies durch kryptografische Bindung an die Hardware – das schützt auch private Konten.
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Plattformbetreiber geraten juristisch unter Druck
Auch rechtlich wird es für Technologiekonzerne enger. In den USA einigte sich der Schulbezirk Breathitt County mit Meta, Snap, TikTok und YouTube auf einen Vergleich über 27 Millionen US-Dollar. Den Unternehmen wird vorgeworfen, bewusst süchtig machende Technologien einzusetzen.
Über 1.300 weitere Schulbezirke haben ähnliche Klagen eingereicht. Experten schätzen die potenzielle Gesamthaftung auf bis zu 400 Milliarden US-Dollar.
In Europa zeichnen sich ebenfalls strengere Regeln ab. Österreich plant ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 14 Jahren. Ein Beschluss wird für Herbst 2026 erwartet, das Inkrafttreten ist für Anfang 2027 anvisiert.

