Der chinesische Technologiekonzern Alibaba Group Holding Limited hat am Donnerstag vor dem Handelsstart an den US-Börsen seine Finanzergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt. Während das Unternehmen ein solides Umsatzwachstum verzeichnete, das maßgeblich durch die Cloud-Sparte getrieben wurde, blieb das operative Ergebnis aufgrund hoher Investitionen hinter dem Vorjahresniveau zurück.
Umsatzwachstum durch Cloud-Dienste und Künstliche Intelligenz
Im Berichtszeitraum stieg der Gesamtumsatz von Alibaba im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent auf 268,95 Milliarden RMB. Analysten hatten im Vorfeld mit einem etwas geringeren Zuwachs auf 268,5 Milliarden RMB gerechnet. Ein wesentlicher Wachstumstreiber war das externe Cloud-Geschäft, das einen Umsatz von 48,4 Milliarden RMB erzielte, was einem Plus von 45 Prozent entspricht.
Marktforscher bezifferten den Marktanteil von Alibaba Cloud zuletzt im vierten Quartal 2025 auf 37 Prozent, womit sich der Konzern deutlich vor Wettbewerbern wie Huawei (17 Prozent) und Tencent (10 Prozent) positionierte.
Besonderes Augenmerk legte das Management auf die Sparte der Künstlichen Intelligenz (KI). Der KI-Umsatz belief sich auf 12,4 Milliarden RMB. Dies markiert laut Unternehmensangaben das zwölfte Quartal in Folge, in dem dieser Bereich ein dreistelliges Wachstum verzeichnete.
CEO Wu Yongming konkretisierte zudem die langfristigen Ambitionen des Konzerns: Innerhalb von fünf Jahren strebe Alibaba einen kombinierten Umsatz von 100 Milliarden US-Dollar im Bereich Cloud und KI an.
Um dieses Ziel zu erreichen, plant das Unternehmen über einen Zeitraum von drei Jahren Investitionen in Höhe von 380 Milliarden RMB (rund 53 Milliarden US-Dollar) in die notwendige Infrastruktur und Technologieentwicklung.
Gewinnentwicklung und Herausforderungen im Kerngeschäft
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Trotz des Umsatzplus sank das bereinigte EBITA um 30 Prozent auf 27,3 Milliarden RMB, was einer Marge von 10 Prozent entspricht. Der Gewinn je Aktie (EPS) lag bei 8,52 RMB und verfehlte damit den Marktkonsens von 10,72 RMB deutlich. Bereits im Vorfeld hatten Analysten mit einem EPS-Rückgang von etwa 27 Prozent auf 10,8 RMB gerechnet.
Im klassischen E-Commerce-Segment stieg der Umsatz um 4 Prozent auf 205,9 Milliarden RMB. Allerdings verzeichnete der für die Profitabilität wichtige Bereich Kundenmanagement (Customer Management Revenue, CMR) einen Rückgang um 7 Prozent auf 89,12 Milliarden RMB.
Technologische Expansion und Portfolio-Bereinigung
Parallel zu den Finanzzahlen treibt Alibaba die Entwicklung seiner Sprachmodelle voran. Neu veröffentlicht wurde unter anderem das Modell Qwen3.8-27B mit 27 Milliarden Parametern, das für die Nutzung auf Endverbraucher-Grafikkarten optimiert ist.
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Für große kommerzielle Anwender stellte der Konzern das Modell Qwen3.8 Max vor, das über 2,4 Billionen Parameter verfügt. Für diese Nutzergruppe plant das Unternehmen künftig ein Revenue-Sharing-Modell. Die zugehörige Qwen-App zählt laut Konzernangaben inzwischen über 100 Millionen monatliche Nutzer.
Zudem setzte Alibaba die Straffung seines Portfolios fort. Der Verkauf der Spielesparte Lingxi Games an Trustar Capital wurde Mitte August bestätigt. Das Transaktionsvolumen wird je nach Quelle auf mindestens 1,5 Milliarden bis über 2 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Anleger reagierten im Vorfeld der Zahlen positiv auf die strategische Ausrichtung. Die in Hongkong gelistete Aktie verzeichnete im letzten Quartal ein Plus von 34 Prozent und übertraf damit die Entwicklung des Hang Seng Tech Index.
Zur Unterstützung des Aktienkurses führte der Konzern zudem Aktienrückkäufe im Volumen von 19,1 Milliarden US-Dollar durch und kündigte eine Dividende von 1,05 US-Dollar pro ADS an. Trotz der jüngsten Kursgewinne liegt die Aktie nach Einschätzung von Marktbeobachtern weiterhin signifikant unter den durchschnittlichen Kurszielen der Analysten.

