Alkoholverbot: Deutsche Bahn sperrt Getränke an 5.400 Bahnhöfen

Die Deutsche Bahn verhängt ein flächendeckendes Alkoholverbot an allen Bahnhöfen. Parallel warnen ACE und Bundespolizei vor steigenden Diebstählen an Rastplätzen und Flughäfen.

Die Deutsche Bahn kündigt ein flächendeckendes Alkoholverbot an, während Bundespolizei und Automobilclubs vor steigenden Diebstahlrisiken in den Sommerferien warnen.

Alkoholverbot an allen 5.400 Bahnhöfen geplant

Bis zum 15. Oktober 2026 will die Deutsche Bahn Alkohol an sämtlichen Stationen verbieten. Die Regelung gilt für alle 5.400 Bahnhöfe – die lizenzierte Bahnhofsgastronomie bleibt ausgenommen. Das Mitführen von alkoholischen Getränken in verschlossenen Behältnissen soll weiterhin erlaubt sein.

Auslöser war ein Vorfall Mitte Juli in Baden-Württemberg: Ein alkoholisierter Fahrgast hatte einen Sicherheitsmitarbeiter aus einem Zug gestoßen. Die Bahnchefin betonte, die Grenze des Zumutbaren sei erreicht. Bisher galten solche Verbote vor allem an großen Knotenpunkten wie dem Hamburger Hauptbahnhof – dort führt die Maßnahme seit Frühjahr 2024 zu einem verbesserten Sicherheitsgefühl und weniger Reinigungsaufwand.

Gewerkschaftsvertreter unterstützen das Vorhaben, fordern aber mehr Personal für die Durchsetzung. Ein Sprecher der Gewerkschaft der Polizei äußerte Bedenken zur praktischen Umsetzung bei der derzeitigen Personallage und regte an, das Verbot auf die Züge auszuweiten.

Erhöhtes Diebstahlrisiko an Rastplätzen und Flughäfen

Auch auf den Autobahnen steigt die Gefahr. Der Auto Club Europa (ACE) warnt aktuell vor speziellen Ablenkungsmaschen an Rastplätzen. Reisende sollten Fahrzeuge konsequent verschließen, Wertsachen direkt am Körper tragen und auch bei kurzen Aufenthalten keine Taschen im Innenraum lassen. Wohnmobilbesitzer brauchen zusätzliche Türsicherungen.

Die Autobahn GmbH baut deshalb die Kapazitäten an hessischen Rastplätzen massiv aus. Bis 2027 soll die Zahl der Stellplätze an Standorten wie Silbersee und Gleiberger Land verdreifacht werden. Ein digitaler Stellplatzinformationsdienst zeigt seit Juni 2026 Echtzeitdaten zu freien Kapazitäten an rund 1.850 Raststätten.

An den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen startete die Bundespolizei verstärkte Präventionsmaßnahmen zum Ferienbeginn. Beamte informieren Reisende über Tricks von Taschendieben – etwa das bewusste Erzeugen von Staus auf Rolltreppen oder den sogenannten Beschmutzertrick.

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Kriminalitätsentwicklung und Fahndungserfolge

Die Berliner Kriminalstatistik für 2025 zeigt ein gemischtes Bild für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die Gesamtzahl der Straftaten sank um zwölf Prozent auf rund 13.585 Fälle. Bei Sexualdelikten verzeichneten die Behörden jedoch einen Anstieg um neun Prozent auf 421 Vorfälle. Besonders betroffen waren weibliche Fahrgäste in den Mittags- und frühen Abendstunden.

Politische Vertreter fordern Frauenabteile, die Verkehrsbetriebe setzen verstärkt auf Videoüberwachung und mobile Sicherheitsteams. Bei Schwerpunkteinsätzen kommen moderne Fahndungsmethoden zum Einsatz. Am Bremer Hauptbahnhof identifizierten sogenannte Super-Recognizer Mitte Juli zwei mutmaßliche Einbrecher – Beamte mit außergewöhnlicher Fähigkeit zum Wiedererkennen von Gesichtern. Die Kontrollen führten zu mehreren Festnahmen aufgrund bestehender Haftbefehle.

Die Bekämpfung von Waffenverstößen bleibt ein Schwerpunkt. In Düsseldorf stellten Beamte bei einer Kontrolle in der vergangenen Woche mehrere Messer und Reizstoffsprühgeräte sicher.

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Wettbewerb auf der Schiene wächst

Ungeachtet der Sicherheitsdebatten steht der deutsche Schienenmarkt vor einem wandel. Der italienische Anbieter Italo bestellte beim Hersteller Siemens 26 Hochgeschwindigkeitszüge im Wert von rund 3,6 Milliarden Euro. Ab Mitte 2028 plant das Unternehmen, auf Korridoren wie München–Berlin–Hamburg in direkte Konkurrenz zur Deutschen Bahn zu treten. Die Bundesnetzagentur reserviert dafür auf voll ausgelasteten Strecken Kapazitäten für Wettbewerber.